„Gemeinwesen“ – ein Leitbegriff der Sozialen Arbeit? Eine kritische Auseinandersetzung von der staatsphilosophischen bis zur gesellschaftskritischen Perspektive

Sarah Barta (Standort Wien)

Abstract


Obwohl „Gemeinwesen“ begrifflich und thematisch von zentraler Bedeutung für die Gemeinwesenarbeit als eine der klassischen Methoden der Sozialen Arbeit ist, ist der Terminus innerhalb der Sozialen Arbeit kaum geklärt. Anhand einer staatsphilosophischen Herleitung wird nachgegangen, welche Bedeutung „Gemeinwesen“ ursprünglich hatte. Dabei wird ein utopisch sozialphilosophisches, ein harmonisierendes und homogenisierendes sowie ein marxistisches Verständnis herausgearbeitet. Im zweiten Teil wird auf die Verwendung des Begriffs in der Sozialen Arbeit eingegangen. Hierbei werden mehrere Kritikpunkte formuliert, wie etwa eine unzureichende Auseinandersetzung mit dem Begriff, die in unterschiedlichen Auslegungen innerhalb der Praxis der Sozialen Arbeit resultiert, sowie eine fehlende Beschäftigung mit dem Staat. Schließlich wird ein gesellschaftskritischer Ausblick formuliert, um „Gemeinwesen“, in gesamtgesellschaftlichen Verhältnissen gedacht, als analytische Kategorie nutzen zu können. In diesem Sinne wird die Soziale Arbeit zur theoriegeleiteten und herrschaftskritischen Auseinandersetzung mit dem „Gemeinwesen“ sowie zur klaren und reflektierten Positionierung aufgefordert.

Schlagworte: Gemeinwesen, Soziale Arbeit, Gemeinwesenarbeit, Staat, Sozialphilosophie

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Although the German term “Gemeinwesen” (community) is conceptually and thematically of central importance for community organizing as one of the classical methods of social work, the concept is hardly clarified within the field. Based on the conceptual derivation from state-philosophical theory, the original meaning of "Gemeinwesen" is pursued. Thereby an utopian social-philosophical, a harmonising and homogenising as well as a Marxist understanding is worked out. The second part deals with its application in social work. Several points of criticism are formulated, for example an insufficient discussion with the concept, which results in different interpretations within the practise of social work, as well as a missing examination of the state. Finally, a socially critical view is formulated in order to use "Gemeinwesen", thought in whole-social relations, as an analytic category. In this sense, social work is requested to a theory-based and critical discussion about “Gemeinwesen” as well as to a clear and reflected positioning.

Keywords: community, social work, community organizing, state, social philosophy

Schlagworte


Gemeinwesen, Soziale Arbeit, Gemeinwesenarbeit, Staat, Sozialphilosophie, community, social work, community organizing, state, social philosophy

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