soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 24 (2020) / Rubrik „Junge Wissenschaft“ / Standort Innsbruck
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/view/676/1266.pdf


Moritz Reisberger:

Quo Vadis Theoria?

Eine empirische Analyse von sozialarbeitstheoretischem Wissen in Tirol


1. Theorien (in) der Sozialen Arbeit – Ein unüberschaubares Feld?

In den Diskursen rund um Theorie(n) (in) der Sozialen Arbeit sind klare Tendenzen zu erkennen: Der Satz, „Theorie interessiert mich nicht, denn ich will ja in die Praxis“, wird von Studierenden der Sozialen Arbeit immer wieder geäußert (vgl. Sandermann/Neumann 2018: 19). Soziale Arbeit, so die weit verbreitete Annahme, wird nicht über ihre Theorie, sondern durch ihre Praxisformen wahrgenommen und „Theorie wird in Ausbildung und Studium eher als Ballast und unnötig“ (Autrata/Scheu 2015: 8) aufgefasst. Autrata und Scheu (2015: 16) beziehen sich in dieser Feststellung auf wissenschaftliche Studien und gehen davon aus, „dass die Motivation, Soziale Arbeit studieren zu wollen, nicht im Feld der Theoriebildung der Sozialen Arbeit liegt“. Viel eher sei sie prioritär in der späteren Aktivität in der Praxis begründet, wohingegen Theorie höchstens eingeschränkt als förderlich oder notwendig für das zukünftige praktische Handeln angesehen werde (vgl. ebd.: 17). Daran anschließend beschreiben auch Pantuček und Posch (2009: 18) Aussagen von Sozialarbeitenden, die behaupten, keine Theorie zu brauchen, und die sich ganz auf ihre Erfahrungen und Gefühle verlassen. Die genannten Aussagen korrespondieren mit einem Wunsch nach „weniger Theorie und mehr Praxis“ in der Sozialen Arbeit, da Theorien eher unnötig als nötig erscheinen (vgl. Autrata/Scheu 2015: 20). Doch warum werden solche Äußerungen von Studierenden und Praktizierenden der Sozialen Arbeit überhaupt getroffen?

Eine Erklärung bieten die Beschreibungen zur Vielfältigkeit und Unterschiedlichkeit der Theorien der Sozialen Arbeit, wodurch sie möglicherweise für Praktiker*innen wenig greifbar sind. So beschreiben Birgmeier und Mührel (2009: 11f.) die Theorien (in) der Sozialen Arbeit als ein „heterogenes, beinahe unüberschaubares Feld“. Autrata und Scheu (2015: 8, 244) vergleichen die Theoriearbeit der Sozialen Arbeit metaphorisch mit einer „Schimäre, die nicht zu greifen“ und „in ihrem Gehalt ausgesprochen unübersichtlich geworden“ ist. Anhand eigener Literaturrecherche können dem theoretischen Diskurs der Sozialen Arbeit mindestens 36 verschiedene theoretische Ansätze und Denkrichtungen zugeordnet werden.1 Dabei ist auffällig, so wurde an anderen Stellen bereits bemerkt, dass „die Konturen dessen, was Theorie überhaupt ist oder wenigstens sein könnte“ (Rauschenbach/Züchner 2012: 151) verschwimmen. Viele verschiedene Ansätze werden als „völlig unverbundene Theoriefragmente und -Beiträge“ (ebd.: 167) wahrgenommen, wobei „weder klar [ist], was dazu und was nicht dazu gehören soll, noch, was einen Text zur ‚Theorie‘ werden lässt“ (ebd.: 153). Die Frage, was genau eine Theorie ausmacht, ist nach Autrata und Scheu (2015: 25) in der jungen Disziplin der Sozialen Arbeit nie geklärt worden.

Doch wie steht es um das Theorienwissen in der alltäglichen Praxis von Sozialarbeitenden tatsächlich? Finden einzelne Theorien, die im deutschsprachigen Raum Sozialer Arbeit bekannt sind und an österreichischen Hochschulen gelehrt werden, tatsächlich wenig Beachtung im professionellen Handeln von Sozialarbeitenden? Diese grundsätzliche Frage hat die Masterarbeit Theoretisches Wissen der Sozialen Arbeit in der praktischen Anwendung in Tirol – Eine Erhebung über das von Sozialarbeitenden in der alltäglichen Praxis umgesetzte Fachwissen (Reisberger 2019) angeleitet. Im Folgenden werden die Forschungsarbeit und die dazugehörigen Ergebnisse in gekürzter Form vorgestellt.

Zunächst werden die methodische Umsetzung der Forschung anhand der leitenden Forschungsfragen, die Methode der Synopse und die Implementierung dieser Vorarbeit in eine quantitative Erhebung dargestellt (2). Daran anschließend werden die wichtigsten Forschungsergebnisse als Tendenzen beschrieben (3) und abschließend diskutiert (4). Der Artikel präsentiert so einen ersten Ansatz zur Beforschung von verschiedenen (theoretischen) Wissensformen (in) der Sozialen Arbeit, der als Grundgerüst für weitere Forschungsarbeiten adaptiert werden kann.


2. Forschungsmethodik und leitende Forschungsfragen

In der Erhebung wurde das Vorkommen von Theorien der Sozialen Arbeit im Arbeitsalltag von Sozialarbeitenden erforscht. Sie basierte auf vier leitenden Forschungsfragen, die mittels einer quantitativen Erhebung beantwortet werden sollten:

  1. Wie schlägt sich das in der Ausbildung erlernte theoretische Fachwissen in der Praxis von Sozialarbeitenden in Tirol nieder? Wie steht es um fünf ausgewählte Theorien der Sozialen Arbeit in Tirol?
  2. Wird von einzelnen Befragten strikt eine Theorie der Sozialen Arbeit vertreten?
  3. Handeln Sozialarbeitende bei einer Interventions- bzw. Hilfeleistung nach einer klar definierten und wissenschaftlichen Methodik, wie sie in den fünf Theorien beschrieben und gefordert wird?
  4. Wie sehen Sozialarbeitende das Verhältnis von (Wissen aus der) Theorie und (Können aus der) Praxis in der Sozialen Arbeit und in ihrem individuellen Arbeitsalltag?


2.1 Auswahl der Theorien

Für die Forschungsarbeit wurden fünf Theorien der Sozialen Arbeit ausgewählt, deren Verankerung und Relevanz in der sozialarbeiterischen Praxis überprüft wurden. Bei der Auswahl wurden zwei Faktoren berücksichtigt: Erstens, das numerische Vorkommen der Theorien in der Literatur (vgl. Engelke/Borrmann/Spatscheck 2018 und 2009; Lambers 2015; Nelson 2011; Rauschenbach/Züchner 2012; Nguyen-Meyer/Sagebiel 2012; Sandermann/Neumann 2018; Thole 2012). Zweitens, die Verankerung der Theorien im Bachelor-Curriculum des Studiengangs Soziale Arbeit am Management Center Innsbruck (vgl. MCI; Stand: WS 2018/2019).2

Es wurden jene fünf Theorien ausgewählt, die im theoretischen Diskurs sehr häufig beschrieben werden und/oder im Bachelorstudiengang Soziale Arbeit am MCI Innsbruck gezielt gelehrt werden. Die beforschten Theorien und ihre jeweiligen Hauptvertreter*innen sind: Das Systemtheoretische Paradigma der Sozialen Arbeit nach Obrecht und Staub-Bernasconi, Lebensweltorientierte Soziale Arbeit nach Thiersch und Füssenhäuser, Postmoderne Soziale Arbeit nach Kleve, Reflexive Sozialpädagogik nach Dewe und Otto3 und die Theorie eines Ökosozialen Case Managements nach Wendt.


2.2 Qualitativer Analyseprozess durch eine Synopse

Die Grafik in Abbildung 1 veranschaulicht die methodische Herangehensweise, beginnend bei der Ermittlung der Forschungsfragen, über die Auswahl der Theorien bis zur Umsetzung einer quantitativen Erhebung.

Abbildung 1
Abbildung 1: Forschungsmethodische Herangehensweise.


Die ausgewählten Theorien wurden anhand einer qualitativen Textanalyse bearbeitet. Dadurch sollte eine Gegenüberstellung der Theorien hinsichtlich verschiedener Merkmale ermöglicht werden. Hierfür wurde auf die Methode der Synopse nach Nelson (2011) zurückgegriffen. Die Synopse ist ein Instrument zur wissenschaftlichen Deskription von Theorien. Anhand eines Systems von 13 Kategorien werden Texte als Einheiten einer Theorie analysiert und bearbeitet. Durch diesen Prozess werden der inhaltliche Kern und die interne Logik einer Theorie auf wesentliche Merkmale reduziert. Es entsteht ein Querschnitt der jeweiligen Theorie anhand des verwendeten Kategoriensystems. Denn jede Kategorie wird aus dem spezifischen Blickwinkel einer Theorie beschrieben. Als Produkt der Synopse werden somit formal gleichartige Inhalte verschiedener Theorien anhand des Kategoriensystems generiert. Gemeinsamkeiten und Differenzen zwischen den Theorien sind einfach und schnell anhand der Kategorien ersichtlich (vgl. Nelson 2011: 69–70).


2.3 Integration der Synopse in eine quantitative Befragung

Die Umsetzung des Forschungsvorhabens erfolgte durch eine quantitative Erhebung. Die Konzeption des Befragungsinstruments orientierte sich an theoretischen Leitfäden zur Erstellung von quantitativen Fragebögen und wurde in das Online-Tool soscisurvey integriert (vgl. z.B. Berger/Grabner 2016; Porst 2009, 2015a, 2015b; Schnell/Hill/Esser 2013).

In Anschluss an die qualitative Vorarbeit, konnten die für die Umsetzung des Forschungsvorhabens relevanten Kategorien der durchgeführten Synopse in eine quantitative Erhebung integriert werden. Von den ursprünglich 13 Kategorien der Synopse wurden sechs in die Befragung eingearbeitet: der Gegenstand der Sozialen Arbeit (Zuständigkeitsbereich), professionelle Handlungen in der Sozialen Arbeit, das Theorie-Praxis-Verhältnis der Sozialen Arbeit, das Ziel der Sozialen Arbeit, Werte der Sozialen Arbeit und Methoden der Sozialen Arbeit. Jede dieser Kategorien wurde als eine eigene Frage in den Block „Fragen zur sozialarbeitstheoretischen Verortung der Befragten“ der Erhebung integriert. Mit Ausnahme der Kategorie „Methoden der Sozialen Arbeit“ wurden die Kategorien auf gleiche Weise in die Erhebung eingepflegt. Jede Theorie gibt eine eigene, spezifische Antwort auf eine Kategorie der Synopse – z.B. zu dem Ziel von Sozialer Arbeit.

Die Beschreibungen der Theorien aus der Synopse wurden zur Integration in das Erhebungsinstrument weiter reduziert und zu unverkennbaren Antworten umformuliert. Jede Antwort beschreibt die Sichtweise einer Theorie zu einer bestimmten Kategorie aus der Synopse. Die Perspektiven der Theorien sind zu allen Kategorien unterschiedlich. Zum Beispiel widerspricht der konstruktivistische Hintergrund der Postmodernen Sozialen Arbeit dem emergentischen Realismus des Systemtheoretischen Paradigmas der Sozialen Arbeit. Die Bearbeitung der Theorien mittels Synopse führte dazu, dass trennscharfe Differenzen zwischen Theorien ersichtlich wurden. Auf diese Weise unterscheiden sich die, jeweils mit einer Theorie assoziierten, Antworten deutlich. Die fünf Kategorien aus der Synopse wurden in Fragen umgewandelt und abgefragt. Die einzelnen reduzierten Perspektiven der Theorien stellen mögliche Antwortoptionen dar. Zum besseren Verständnis dieser Implikation wird in Abbildung 2 eine Originalfrage aus der Erhebung dargestellt:

Abbilung 2
Abbildung 2: Implikation der Kategorie „Ziel der Sozialen Arbeit“ in die quantitative Erhebung


Hinsichtlich des Ziels der Sozialen Arbeit wurde gefragt, welches allgemeine Ziel eine Interventionshandlung für die Befragten in ihrer alltäglichen Arbeit mit Klient*innen verfolgt. Zur Beantwortung der Frage konnten die Befragten aus fünf Antwortmöglichkeiten auswählen oder selbst eine Antwort formulieren. Fester Bestandteil der Antwortmöglichkeiten sind Code-Wörter der jeweiligen Theorie, die zusätzlich textlich hervorgehoben wurden. Die Perspektive der Theorie aus der Synopse zur jeweiligen Kategorie wird in stark reduzierter Form wiedergegeben, ohne den Namen der Theorie zu nennen. Die Antworten des Beispiels sind nach der Reihenfolge in Abbildung 2 folgenden Theorien zuzuordnen: Lebensweltorientierung; Ökosoziales Case Management; Systemtheoretisches Paradigma; Postmoderne Soziale Arbeit; Reflexive Sozialpädagogik.

Als Ausweichmöglichkeit, bei Nichteinverständnis mit oder als Ergänzung zu den Antworten konnte zudem eine eigene Beschreibung formuliert werden. Um zu garantieren, dass die befragte Person sich nicht für eine Antwortmöglichkeit entscheiden muss, wurde bei diesen Fragen eine Mehrfachauswahl von höchstens zwei Antwortmöglichkeiten festgelegt.


3. Tendenzen der Auswertung

Der Online-Link zur Befragung wurde über E-Mail an Organisationen dreier Felder der Sozialen Arbeit in Tirol übermittelt, in denen unterschiedliche Anforderungsprofile für die Anstellung als Sozialarbeiter*in bestehen. Somit sollte eine möglichst breite Stichprobe von Sozialarbeitenden aus verschiedenen Organisationen gewährleistet werden. Die drei Felder waren die Behörden der Kinder- und Jugendhilfe, der Hauptträger der Schulsozialarbeit und Organisationen und Vereine der Obdachlosenhilfe. Zur Teilnahme an der Erhebung wurden sämtliche Personen eingeladen, die sich – in den betreffenden Feldern – in einer beruflichen Position einer*s Sozialarbeitenden wahrnehmen. Das Untersuchungsfeld umfasste zum Erhebungszeitpunkt eine Gesamtpopulation von ungefähr 220–300 Sozialarbeitenden.

An der Online-Erhebung haben über einen Zeitraum von 32 Tagen im Juni/Juli 2019 insgesamt 68 Personen teilgenommen. Die Rücklaufquote in Bezug zur Größe der Grundgesamtheit des Untersuchungsfeldes betrug bei einem geschätzten Minimum von NMin = 220 30,4 Prozent und bei einem geschätzten Maximum von NMax = 300 22,6 Prozent. Aufgrund dieses Rücklaufs kann die durchgeführte Befragung als nicht repräsentativ für die Praktiker*innen Sozialer Arbeit in Tirol gelten. Insgesamt haben den Fragebogen deutlich mehr Frauen (ca. 72%) als Männer (ca. 28%) beantwortet.4 Diese Verteilung entspricht weitestgehend der statistischen Genderverteilung für den Bereich des Sozialwesens des Arbeitsmarktservice Österreich (2016). Das Alter der durch die Erhebung befragten Sozialarbeitenden lag zwischen 22 und 59 Jahren bei einem Mittelwert von 35,81 Jahren. Damit ist die Stichprobe etwas jünger gewesen, als jene von vergleichbaren Studien (vgl. u.a. Mayrhofer/Raab-Steiner 2007).

Ein Forschungsanliegen war, möglichst viele Personen zu befragen, die sich unabhängig von der eigenen Ausbildungshistorie selbst als Sozialarbeitende wahrnehmen. Diesem Anspruch konnte entsprochen werden, denn etwa 93 Prozent aller Befragten besetzten an ihrer Arbeitsstelle eine Position als Sozialarbeiter*in. Etwa zwei Drittel der Teilnehmenden haben mindestens einen Diplom- oder Bachelorabschluss im Studienfach Soziale Arbeit. Demgegenüber haben ungefähr 13 Prozent der Teilnehmenden keine von Institutionen der Sozialen Arbeit (Akademien, Fachhochschulen oder Universitäten) angebotene Ausbildung abgeschlossen.5

Die Teilnehmerinnen waren in ihrem Arbeitsalltag in verschiedensten Tätigkeitsbereichen spezialisiert und vorwiegend in Anstellungen über 26 Stunden pro Woche tätig. Meist wurde die Arbeit als klassische Einzelfallhilfe oder in kleineren Gruppen wie Familien vollzogen.


3.1 Wissen aus den Theorien der Sozialen Arbeit in der alltäglichen Praxis von Sozialarbeitenden

Die Befragung war so konzipiert, dass die Antworten der theoriebezogenen Fragen implizites Wissen der Theorien voraussetzten. In einem ersten Schritt wurde analysiert, wie oft die, jeweils mit einer Theorie korrespondierenden Antworten genutzt wurden. Am häufigsten wurden die Antworten der Reflexiven Sozialpädagogik gewählt. Darauf folgten die Antworten der Lebensweltorientierung, des Systemtheoretischen Paradigmas, des Ökosozialen Case Managements und zuletzt der Postmodernen Sozialen Arbeit. Die Häufigkeiten wurden durch eine Relationierung zur Gesamtanzahl ausgewählter Antworten pro Teilnehmer*in ermittelt.6

Abbildung 3
Abbildung 3: Mittlere relative Anteile der Theorien bei fünf Fragen zu Kategorien der Synopse.


Die fünf Fragen, welche die Kategorien aus der Synopse behandelten, wurden von keine*r der befragten Sozialarbeiter*innen strikt mit Antworten einer einzigen Theorie beantwortet. Ein einzelner Teilnehmer wählte in 75 Prozent seiner Antworten die Optionen des Systemtheoretischen Paradigmas der Sozialen Arbeit aus. Keine weitere Person nutzte häufiger die Optionen einer einzigen Theorie zur Beantwortung dieser fünf Fragen. Nur wenige Personen wählten mehrheitlich Antworten einer Theorie. In einigen Fällen wurden Antworten kombiniert, die sich nach ihrer theoretischen Logik eher widersprechen, als ergänzen.

Für eine genauere Einschätzung der Häufigkeitsverteilung in Abbildung 3 ist interessant, wie oft die behandelten Theorien als Bestandteil der Aus- und Weiterbildungshistorie der Befragten angegeben wurden. 69 Prozent der Teilnehmenden beschrieben das Systemtheoretische Paradigma der Sozialen Arbeit als Bestandteil ihrer Aus- und Weiterbildung, 71 Prozent die Lebensweltorientierung, 21 Prozent die Theorie der Postmodernen Sozialen Arbeit, 10 Prozent die Reflexive Sozialpädagogik und sechs Prozent das Ökosoziale Case Management. Diese Zahlen weichen deutlich von den anteiligen Werten und der Rangfolge der behandelten Theorien ab. Dabei fällt besonders der geringe Anteil der Reflexiven Sozialpädagogik in der Ausbildung ins Auge. Gerade die Antworten dieser Theorie wurden von den teilnehmenden Sozialarbeitenden am Häufigsten ausgewählt, wenn Ziele, Werte, Gegenstand, Verhältnis von Theorie und Praxis und professionelles Handeln in der Sozialen Arbeit in der Erhebung unmittelbar abgefragt wurden. Dabei gibt nur ein Zehntel der Teilnehmenden an, diese Theorie im eigenen Studium oder der eigenen Ausbildung behandelt zu haben.

Die Kategorie „Methoden der Sozialen Arbeit“ aus der Synopse wurde nicht in gleicher Form wie die anderen Kategorien abgefragt. Stattdessen wurde eine offene Frage gestellt. Die Befragten sollten in einem Anmerkungsfeld notieren, ob und inwiefern sie in einer typischen Interventionshandlung in ihrem Arbeitsalltag nach einer klaren Methodik handeln. Ungefähr 37 Prozent der Teilnehmenden verneinten diese Frage mit oder ohne den Zusatz einer Begründung. Mehr als ein Drittel der befragten Sozialarbeitenden handelte während einer Hilfeleistung in ihrem Arbeitsalltag also nach keiner klaren Methodik. Demgegenüber konnten insgesamt fünf Sozialarbeitende durch ihre Beschreibung einer Methodik den behandelten Theorien zugeordnet werden: Drei Sozialarbeiter*innen erläuterten die Methode des Ökosozialen Case Managements und jeweils eine Person das Systemtheoretische Paradigma und die Reflexive Sozialpädagogik. Somit handeln zehn Prozent der Sozialarbeitenden aus der Stichprobe in Grundzügen nach einer Methode, die einer der fünf behandelten Theorien der Sozialen Arbeit zuzuordnen ist. Einer dieser Sozialarbeitenden ist der Teilnehmer, der bei den fünf Fragen zu anderen Kategorien der Synopse zu 75 Prozent Antworten des Systemtheoretischen Paradigmas wählte. Auch in seinen Beschreibungen zum methodischen Handeln vertritt dieser Teilnehmende die Grundannahmen derselben Theorie. Entsprechend wurde diesem Sozialarbeiter in Theorie und Methode eine deutliche Verbindung zum Systemtheoretischen Paradigma der Sozialen Arbeit zugeschrieben.

Weitere Befragte nannten in ihren Darstellungen Begriffe, die als Einzelteile einer Theorie zugeordnet werden konnten. Diese fanden sich jedoch häufig, wenn überhaupt, nur zu einem geringen Anteil wörtlich in der jeweiligen Methodik der Theorie wieder. Deshalb wurde für diese Fälle eine methodische Grundhaltung einer bestimmten Theorierichtung vermerkt. Insgesamt traf dies auf 20 Sozialarbeitende der Stichprobe zu (29%). Eine systemische Grundhaltung in der professionellen Methodik wurde sechs Fällen, eine lebensweltorientierte Grundhaltung wurde acht Sozialarbeitenden, eine Grundhaltung nach Ökosozialem (Case) Management wurde sieben Teilnehmenden und einer Person wurde eine postmoderne/konstruktivistische Grundhaltung zugeordnet.7 In der Auswertung konnte anhand der Beschreibung keine Grundhaltung der Reflexiven Sozialpädagogik codiert und kategorisiert werden.


3.2 Wissen aus der Ausbildung oder Erfahrung aus der Praxis?

Mittels des Fragebogens wurde zudem erhoben, wie Sozialarbeitende Wissen aus der Theorie in Relation zur Erfahrung aus der Praxis wahrnehmen. Zum einen sollten die Teilnehmenden einschätzen, welchen Ursprung das Wissen hat, welches sie in ihrem Arbeitsalltag anwenden. Zum anderen sollten die Befragten die Wichtigkeit von Praxiserfahrungen gegenüber Wissensformen aus der Ausbildung für die alltägliche sozialarbeiterische Praxis bewerten. In einem ersten Schritt sollten die Teilnehmenden einschätzen, woher das Wissen stammt, das sie in ihrer alltäglichen Praxis anwenden. Dabei stellten 88 Prozent der Befragten fest, Wissensformen in ihrem Arbeitsalltag zu nutzen, die durch die praktische Ausübung der momentanen Tätigkeit erlernt wurden. Demgegenüber teilten ungefähr 62 Prozent die Aussage, dass sie Wissen anwenden, welches in Aus- und Weiterbildung angeeignet wurde. Einer Nutzung von wissenschaftlichen Methoden, die in der Aus- und Weiterbildung vermittelt wurden, stimmte der niedrigste Anteil der Befragten, ungefähr 40 Prozent, zu.

Als zweiter Bestandteil der Analyse sollten die Teilnehmenden ihren Standpunkt zur Frage, was für sie essenziell für die Ausführung ihrer Arbeit ist, auf einem Kontinuum (0–100) festlegen. Der Anfang des Strahls (0) entsprach der Beschreibung „Erfahrung aus der Praxis“, das andere Ende (100) hieß „Wissen aus der Ausbildung“. Abbildung 4 zeigt ein Histogramm zur Auswertung dieser Frage.

Abbildung 4
Abbildung 4: Einschätzung der Wichtigkeit von Erfahrung aus der Praxis vs. Wissen aus der Ausbildung.


Die Verteilung der Daten der Stichprobe zu dieser Frage ist linksschief. Die Standpunkte der Befragten kumulieren auf der Seite „Erfahrung aus der Praxis“: Ungefähr 65 Prozent der Teilnehmenden haben ihren Standpunkt auf dieser Seite des Strahls verortet. In der Mitte zwischen beiden Seiten, zwischen den Werten 41 und 59, legten sich 23 Prozent der Befragten fest. Diese erachteten beide Seiten ähnlich wichtig für die Ausübung ihrer alltäglichen sozialarbeiterischen Praxis. Demgegenüber verorteten sich auf der Seite „Wissen aus der Ausbildung“ (60–100) 12 Prozent der Sozialarbeitenden. Somit lässt sich deskriptiv für die Stichprobe festhalten, dass dem Wissen, dem Können und der Erfahrung aus der Praxis zur Ausübung der täglichen Arbeit ein höherer Wert zugeschrieben wird als dem Wissen aus der Ausbildung, der Theorie und der Wissenschaft.


4. Hinweise einer „theoriearmen“ Praxis?

Im Diskurs um Theorien der Sozialen Arbeit herrscht weitestgehend Uneinigkeit darüber, welchen Stellenwert theoretisches Wissen in der Sozialen Arbeit einnimmt (vgl. u.a. Sandermann/Neumann 2018; Autrata/Scheu 2015; Rauschenbach/Züchner 2012; Birgmeier/Mührel 2009; Pantuček/Posch 2009; Nelson 2011). In der wissenschaftlichen Community der Sozialen Arbeit gibt es ein sehr breites Feld theoretischer Denkansätze und Theorien. Diese Erkenntnisse waren Anlass zu der Frage, wie es um Theorien und Methoden der Sozialen Arbeit in der alltäglichen Praxis in Tirol steht.

In der Erhebung wählte kein*e befragte*r Sozialarbeiter*in bei den Fragen zu Gegenstand (Zuständigkeitsbereich), professionellen Handlungen, zum Verhältnis von Theorie und Praxis, zu Zielen und Werten (in) der Sozialen Arbeit Antworten aus, die nur einer einzigen Theorie zuzuordnen sind. Lediglich ein Sozialarbeiter unter 68 Teilnehmenden hat bei diesen fünf Fragen konsistent Optionen einer Theorie gewählt. In der prozentualen Verteilung führt die Theorie der Reflexiven Sozialpädagogik das Feld an, gefolgt von der Lebensweltorientierung und dem Systemtheoretischen Paradigma der Sozialen Arbeit, etwas weiter abgeschlagen ist die Theorie eines Ökosozialen Case Managements und – als Schlusslicht – die Postmoderne Soziale Arbeit. Dies erstaunt vor dem Hintergrund, dass die Reflexive Sozialpädagogik lediglich bei 10 Prozent der Befragten Bestandteil in Aus- und Weiterbildung war. Zudem wurden die Antworten der Reflexiven Sozialpädagogik von keiner der befragten Sozialarbeitenden bei Fragen zu den Kategorien aus der Synopse zu mehr als 50 Prozent ausgewählt. Bei allen anderen Theorien wurde dies in mindestens einem Fall festgestellt. Eine Erklärung hierfür könnte sein, dass Antworten, die die Sichtweise der Reflexiven Sozialpädagogik wiedergeben, nur aus Zufall oder aus Sympathie ausgewählt wurden, ohne den theoretischen Hintergrund zu kennen oder verinnerlicht zu haben.

Für die Erhebung bleibt die Frage offen, ob die befragten Sozialarbeitenden wussten, welche Theorie tatsächlich hinter einer Antwort steckt, da die Perspektive einer Theorie zu einer spezifischen Fragestellung nur implizit und mit Hilfe von Code-Wörtern präsentiert wurde. Es konnte nicht geklärt werden, ob die jeweiligen Antworten bewusst gewählt wurden, aus theoretischer Überzeugung, aus Sympathie oder bloßem Zufall. Generell zeigen die Daten, dass den eigenen Erfahrungen aus der Praxis eine deutlich höhere Bedeutung für die Umsetzung der sozialarbeiterischen Praxis zugeschrieben wurde als dem theoretischen Wissen aus der Ausbildung. Die Überlegung der wissenschaftlichen Community der deutschsprachigen Sozialen Arbeit werden durch die Ergebnisse der Forschungsarbeit also deskriptiv untermauert.

So fällt auch in der Analyse der frei zu beschreibenden Methodik in alltäglichen sozialarbeiterischen Hilfeleistungen die hohe Zahl jener Personen auf, die überhaupt keine Methode beschrieben haben. Fast 40 Prozent der Befragten hatten die Frage, ob das alltägliche Handeln einer klaren Methodik folgt, verneint. Demgegenüber wurde eine direkte Verbindung mit einer wissenschaftlichen Methode aus einer der fünf behandelten Theorien bei lediglich sieben Prozent der Teilnehmenden festgestellt. Außerdem wurden im Zuge der Analyse ungefähr 30 Prozent der Befragten einer oder mehreren theoretischen Grundhaltungen zugeordnet, wobei die methodische Grundhaltung bereits anhand unspezifischer Beschreibungen festgemacht wurde. So wurde den Sozialarbeitenden in der Stichprobe z.B. eine systemische Grundhaltung zugeordnet, sobald diese in der Beschreibung ihrer Methodik das Stichwort Systemorientierung verwendeten.

Die Stichprobengröße und der Mangel an empirischem Vergleichsmaterial erlauben im Rahmen der Forschungsarbeit keine repräsentativen Aussagen für die Soziale Arbeit in Tirol. Der Fragebogen in seiner aktuellen Form gibt Raum zur Verbesserung. So wäre zur detaillierten Erforschung des Theorie-Praxis-Transfers respektive der Bedeutung von theoretischen und wissenschaftlichen Wissensformen für die sozialarbeiterische Praxis ein größeres Projekt erforderlich. Es könnte allgemeiner gefragt werden, welche Wissensformen in der Praxis der Sozialen Arbeit relevant sind – wissenschaftliches, theoretisches, erfahrungsbasiertes, praktisch erlerntes oder doch ganz alltägliches Wissen. Ein solches Vorhaben könnte durch eine Kombination aus quantitativen und qualitativen Forschungsmethoden zu fundierten Erkenntnissen führen und den Diskurs rund um die Bedeutung von Theorien für die Soziale Arbeit erweitern.

Die Umsetzung der in diesem Artikel beschriebenen Forschungsarbeit kann als Prototyp für zukünftige Projekte dienen. Durch eine Optimierung der Methode könnte das diffuse Bild, welches die Theorien der Sozialen Arbeit derzeit abgeben, detaillierter analysiert und bestenfalls entschlüsselt werden. Denn Praxis im Kontext Sozialer Arbeit ist „niemals theoriefrei, […] sie ist immer von Vorstellungen dessen geleitet, was man zu tun beabsichtigt. […] Das ist das eigentliche Problem: Sind wir uns über die Theorie(n) im Klaren, die unser Handeln leiten“ (Pantuček/Posch 2009: 28)?


Verweise
1 Diese Zahl war das Ergebnis des Versuchs einer Zählung anhand der behandelten Literatur und hat nicht den Anspruch einer erschöpfenden Aufzählung.
2 Der theoretische Schwerpunkt des Bachelorstudiengangs Soziale Arbeit wurde für die Masterarbeit in einem beratenden Gespräch mit FH-Prof. DSA Dr. Andrea Trenkwalder-Egger eruiert.
3 Im Diskurs zu Theorien der Sozialen Arbeit vermischen sich historisch bedingt die Begriffe Sozialarbeit, Sozialpädagogik und Soziale Arbeit. Die Reflexive Sozialpädagogik wurde in der Auswahl berücksichtigt, da sie in allen Quellen, die für diesen Schritt hinzugezogen wurden, beschrieben wird.
4 Die Option „Divers“ wurde von keiner befragten Person in der durchgeführten Erhebung als geschlechtsidentifizierendes Merkmal ausgewählt.
5 Ebenfalls etwa 13 Prozent der Teilnehmenden haben eine Ausbildung (zwei oder drei Jahre) an der Akademie für Sozialarbeit oder an einer Akademie für gehobene Sozialberufe abgeschlossen. Weitere sieben Prozent der Befragten haben zwar einen Masterabschluss in der Sozialen Arbeit, allerdings kein Grundstudium in diesem Studiengang.
6 Für jede Theorie wurden alle ausgewählten Antworten pro Teilnehmer*in summiert und in Relation zur Gesamtanzahl der angekreuzten Antworten je Teilnehmer*in gestellt. Die verbleibenden zwei Prozent der Antworten wurden frei formuliert.
7 In zwei Fällen wurden einer Person mehrere theoretische Grundhaltungen zugeteilt.


Literatur

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Engelke, Ernst/Borrmann, Stefan/Spatscheck, Christian (2018): Theorien der Sozialen Arbeit: eine Einführung. 7., überarb. & erw. Aufl. Freiburg im Breisgau: Lambertus.

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Lambers, Helmut (2015): Theorien der Sozialen Arbeit: ein Kompendium und Vergleich. 2., überarb. Aufl. Opladen: Budrich.

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Reisberger, Moritz (2019): Theoretisches Wissen in der praktischen Anwendung von Sozialarbeitenden in Tirol. Unveröffentlichte Masterarbeit. Tirol: Management Center Innsbruck.

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Thole, Werner (Hg.) (2012): Grundriss Soziale Arbeit: ein einführendes Handbuch. Wiesbaden: Springer VS.


Über den Autor


Moritz Reisberger, MA
moritz.reisberger@mci.edu

Projektmitarbeiter am Center for Social & Health Innovation (CSHI); Dissertant am Department für Soziale Arbeit, Sozialmanagement und Sozialpolitik, MCI Innsbruck.