soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 4 (2009) / Rubrik "Thema" / Standortredaktion Wien
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/169/252.pdf


Elisabeth Hammer und Marc Diebäcker:

Drei Dimensionen Sozialer Innovation und die Produktion von Teilhabegerechtigkeit.


Eine Untersuchung sozialer Initiativen und Organisationen anhand der EinreicherInnen zum Preis der SozialMarie

Der vorliegende Artikel schließt an ein Forschungsprojekt an, das von Marc Diebäcker, Elisabeth Hammer, Julia Emprechtinger und Maria Jöbstl-Arbeiter von 2007 bis 2009 durchgeführt und in vier Bänden unter dem Gesamttitel: "Sozialinnovative Projekte und soziale Integration" veröffentlicht wurde (vgl. Diebäcker et al. 2009a-d). Ausgangspunkt für das Forschungsprojekt war der Preis der SozialMarie, der seit 2005 jährlich sozial innovative Projekte prämiert, die 967 einreichenden Initiativen und Organisationen der Jahre 2005-2008 unsere Untersuchungsgegenstand. Unsere Fragestellungen fokussierten auf Einschätzungen der AkteurInnen zum Preis der Sozialmarie, auf Strukturierungen ihrer Projektaktivitäten und auf ihre Zugänge und Verständnisse zu sozialer Innovation, letztere stehen im Mittelpunkt dieses Beitrages. Für die Bearbeitung der Forschungsfragen wurde ein qualitativer Forschungszugang mit quantitativen Erhebungs- und Auswertungsschritten kombiniert: Im Anschluss an eine inhaltsanalytische Auswertung aller 876 zugänglichen Einreichunterlagen wurde eine internetbasierte Umfrage (Rücklaufquote 1161) unter den EinreicherInnen durchgeführt und mit mehreren Gruppendiskussionen mit ProjektträgerInnen ergänzt. (vgl. Diebäcker et al. 2009d, 8ff)

Im Zentrum der folgenden Ausführungen steht das aus dem empirischen Material gewonnene Verständnis von sozialer Innovation aus Perspektive der einreichenden ProjekträgerInnen zur SozialMarie, das aus zwei Perspektiven beleuchtet wird: In einem ersten Schritt werden, nach einer einführenden theoretischen Verortung der Debatte zur sozialen Innovation, empirische Annäherungen zur Bestimmung von sozialer Innovation aufbereitet und systematisiert. In einem zweiten Schritt wird sozial innovative Projektarbeit in ihren unterschiedlichen Funktionen betrachtet. Wir argumentieren, dass die Aktivitäten der Initiativen und Organisationen in hohem Maße zur Produktion von Teilhabegerechtigkeit beitragen, diese aber aufgrund gegenwärtig schwieriger Rahmenbedingungen eingeschränkt sind und somit gesellschaftliche Potentiale zur Entwicklung von sozialer Innovation und Teilhabegerechtigkeit ungenutzt bleiben.

Begrifflich wird im Folgenden von "sozialer Arbeit" die Rede sein, da der größte Teil der bei der SozialMarie einreichenden Initiativen und Organisationen zwar nicht der Sozialen Arbeit im spezifisch-professionellen Sinn, aber aufgrund der Aktivitäten und Leistungen im Bereich des Sozialen Feldes der "sozialen Arbeit" im weiteren Sinne zugeordnet werden können - mit projektbezogen jeweils sehr unterschiedlichen Formalisierungs- und Professionalisierungsgraden. Eine Analyse der EinreicherInnen nach gesellschaftlichen Sektoren bestätigt dies insofern, dass fast 80% der Initiativen dem zivilgesellschaftlichen bzw. Dritten Sektor zuzurechnen sind (vgl. Diebäcker et al. 2009a, 15).

1. Der Innovationsbegriff und das soziale Feld
Seit Mitte der 1990er Jahre wird vermehrt über Inhalte und Zielrichtungen von sozialer Innovation diskutiert. Die staatlich moderierte, verstärkte Flexibilisierung der Wirtschaft, die selbst den Innovationsgedanken wieder stärker in den Vordergrund rückt, kann als ein wesentlicher gesellschaftlicher Kontext für diese Debatten angesehen werden. Innovation wird in diesem Zusammenhang zumeist in einem wirtschaftlich-technologischen Sinne verstanden und als Element zum Ermöglichen von wirtschaftlicher Dynamik und Wettbewerbsvorteilen gutgeheißen bzw. mit öffentlichen Geldern unterstützt (vgl. Atzmüller 2008).

Viele in diesem Zusammenhang genannten Definitionen von Innovation bzw. experimenteller Entwicklung (vgl. z.B. OECD 1993) beziehen sich explizit oder implizit auf den Ökonom Josef A. Schumpeter, der unter Innovationen historisch bedeutsame und irreversible Umwälzungen des Produktionsapparates versteht. Wirtschaftliche Entwicklung und Innovationen ergeben sich in der Sicht von Schumpeter durch eine neue Kombination von Produktionsmitteln, z.B. durch die Herstellung eines neuen Produktes oder die Einführung einer neuen Produktionsmethode. (vgl. Schumpeter 1987).

Während für den Innovationsprozess im Verständnis von Schumpeter einem einzelnen kreativ-dynamischen UnternehmerInnentypus eine entscheidende Rolle zukommt, wird gegenwärtig der sozialen Einbettung von Innovationsprozessen eine größere Bedeutung beigemessen (vgl. Kehrbaum 2009, 47). Der gesellschaftliche Wunsch bzw. eine diesbezügliche Nachfrage nach neuen Problemlösungen kann so das Entstehen von Innovationen durchaus beeinflussen und vorantreiben. Gleichzeitig wird - ebenfalls im Sinne einer Einsicht in die soziale Einbettung von Innovationsprozessen - auch die Notwendigkeit innovationsfördernder Rahmenbedingungen und Strukturen anerkannt. Da beispielsweise die Innovationsforschung Teamorientierung und Netzwerkstrukturen innovationsförderliches Potenzial zuschreibt, kommt der Organisation von Arbeitsprozessen, neben vielen anderen Faktoren, eine wesentliche Bedeutung zu (vgl. Kehrbaum 2009, 37).

Spezifisch für das Feld sozialer Innovation hat Frank Moulaert mit anderen WissenschaftlerInnen eine analytische Annäherung anhand von zwei Dimensionen versucht: Zum einen geht es bei seiner Definition von sozialer Innovation um inhalts- bzw. ergebnisorientierte Aspekte, beispielsweise betreffend neuartige und kreative Formen der Befriedigung von menschlichen Grundbedürfnissen wie Wohnen, kulturelle Betätigung, soziale Integration etc. Zum anderen gilt es auch prozessorientierte Aspekte sozialer Innovation in den Blick zu nehmen: neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Staat, Zivilgesellschaft und Markt, die Integration von unterschiedlichen AkteurInnen im Rahmen eines spezifischen Projekts, die Organisation von Teilhabe bestimmter, bislang benachteiligter Gruppen am gesellschaftlichen Leben und ähnliches mehr. Häufig zeigt sich bei Projekten ein Spannungsverhältnis zwischen den beiden o.a. Dimensionen, wobei sich geglückte soziale Innovation im Verständnis von Moulaert gerade durch die gleichzeitige Fokussierung beider Dimensionen auszeichnet. (vgl. Moulaert 2002; MacCallum et al. 2009) Analytisch ist jedenfalls davon auszugehen, dass soziale Innovation als komplexer sozialer Prozess zu verstehen ist (vgl. Kehrbaum 2009), dem - im Anschluss an das Verständnis von Moulaert u.a. - seinerseits Innovationspotenzial innewohnt.

2. Bestimmungen sozialer Innovation aus Perspektive von Initiativen und Organisationen
Aus dem empirischen Material unserer Untersuchung, insbesondere aus der Analyse der Einreichformulare für den Preis der SozialMarie und den Gruppendiskussionen, konnten wesentliche Bestimmungen von sozialer Innovation seitens der im sozialen Feld tätigen Initiativen und Organisationen herausgearbeitet werden. Sichtbar wird im Folgenden, dass soziale Innovation sich auch, aber keineswegs ausschließlich über das Element der "Neuartigkeit" definiert und jedenfalls eine spezifische Wertorientierung sowie prozessbezogene Aspekte miteinschließt.

2.1. Soziale Innovation ist ... "das, was neu ist"
Am häufigsten wird soziale Innovation mit etwas Neuem in Verbindung gebracht. Diese Neuartigkeit wird auf unterschiedliche Aspekte von Projekten bezogen, genannt wurden beispielsweise: neue Themen, die aufgegriffen werden; neue Zielgruppen, die identifiziert werden; neue Problemlösungen bzw. Angebote, die gesetzt werden; eine regionale Einzigartigkeit, die umgesetzt wird oder neue Methoden und Zugänge, mit denen ein Thema bearbeitet wird (vgl. IU: Frage 27; EF: 7008, 7086, 7182, 8003).

Ein Projekt wird tendenziell dann als innovativ bezeichnet, wenn die Neuartigkeit in einem Bereich vorhanden ist, z.B. die Identifizierung neuer bzw. bislang noch nicht erreichter Zielgruppen oder der Einsatz einer neuen Technik oder eines neuen Mediums (vgl. EF: 7159, 7160, 7185). Dies kann z.B. auch eine neue Software sein, um behinderte Menschen gezielt zu fördern (vgl. EF: 8017). Wird auf die Neuartigkeit in der Ausrichtung des Projekts Bezug genommen, so zeigt sich hier, dass diese Neuartigkeit oftmals durch eine Verknüpfung unterschiedlicher Politik- oder Handlungsfelder erreicht wird. In einigen Fällen wurden soziale Ansätze mit Kunst, Kultur, Sport, Tourismus oder Umweltfragen verbunden (vgl. EF: 7036, 7056, 7186, 8045, 8055, 8067, 8080, 8146, 8201). Ein Projekt charakterisiert seine Besonderheit z.B. folgendermaßen:

"Die Verbindung von Berufsintegration und künstlerischem Schaffen, das gemeinsame Tun von Menschen mit Behinderung und KünstlerInnen sowie die Vermarktung und der Verkauf der entstandenen Produkte, durch welchen wiederum Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung finanziert werden." (EF: 7056)

Manche AkteurInnen nähern sich dem Thema der Innovation nicht nur mit einer Verknüpfung mehrerer Politik oder Handlungsfelder, sondern sie betonen zugleich, dass das Neue gleich mehrfach auftritt (vgl. IU: Frage 27; EF: 7036, 7056, 7182, 7186, 8045, 8055, 8080, 8110, 8201). Ein Projekt erscheint erst dann als innovativ, wenn sich das Neue in einer Kombination von mehreren neuartigen Elementen in einem Projekt niederschlägt (vgl. IU: Frage 27), wie in z.B. in folgender Projektbeschreibung:

"Das Neue an diesem Projekt ist das Konzept und seine Umsetzung. Von schwarzen Menschen konzipiert wurde es in enger und fruchtbarer Kooperation mit Angehörigen der Mehrheitsgesellschaft umgesetzt. Zum ersten Mal in Österreich werben schwarze Menschen für sich selbst, für ihr Dasein als ganz normale MitbürgerInnen, die ganz normalen Berufen nachgehen, die sich einfach als Bestandteil der österreichischen Gesellschaft fühlen." (EF: 7086)

In diesem Fall wird sowohl die Konzeption als auch die Umsetzung betont und zugleich Aspekte hinsichtlich Zielgruppe und Kooperationsform hervorgehoben. Besonderheiten liegen neben Neuartigkeiten in einzelnen Bereichen also gerade in der Verbindung von Vielfalt.

In anderen Fällen wird der Aspekt der Neuartigkeit in Bezug zu einer Mangelsituation bzw. in Abgrenzung zu bestehenden Angeboten gesetzt, die spezifische Themen nicht abdecken (vgl. EF: 7006, 7038, 7052, 8086). Dieses wahrgenommene Defizit kann sich z.B. als Lücke im Angebot für klar umrissene Zielgruppen ausdrücken oder sich auch aufgrund eines bislang wenig thematisierten sozialen Phänomens auf eine noch nicht beachtete Gruppe beziehen (vgl. IU: Frage 27). In diesem Zusammenhang wird soziale Innovation häufig als durchaus geplante Reaktion auf eine als nicht befriedigend wahrgenommene gesellschaftliche Situation verstanden.

"Das etwas innovativ ist, merkt man über Rückmeldungen anderer - dazu, dass es das [ein Angebot, Anm.d.Verf.] nicht gibt. Meistens stoßt man in eine Lücke hinein, in eine vermeintliche Lücke - da gibt es kein Angebot, kein politisches Handeln, kein Aufgreifen und Aufzeigen." (GD2-4: 1319ff)

Als Beispiel für ein neues Angebot, entwickelt aus der Analyse einer unbefriedigenden Situation, kann folgende Projektbeschreibung dienen:

"Die Möglichkeit einer Aufgabe nachzugehen die den Tag strukturiert, Kontakte zu Mitmenschen herstellt und noch dazu etwas Geld bringt, war AsylwerberInnen bisher im legalen Sinne verwehrt. Vergleichbare Projekte gab es vorher nicht." (EF: 8025)

Der Aspekt der Neuartigkeit kann sich auch auf eine räumliche Dimension beziehen, insofern ein Angebot regional oder in einem Land zuvor nicht existierte. Beispielhaft dazu folgende Aussage: "Ein solches kriminalpräventives Projekt gibt es in Österreich noch nicht! - das erste Projekt seiner Art in Österreich." (EF: 8084). Ähnliche Aussagen finden sich z.B. zu einem Projekt der ersten slowenischen Straßenzeitung für Obdachlose (vgl. EF: 8104), zur ersten Dauerwohngemeinschaft für Alkoholkranke in Österreich (vgl. EF: 8006) oder zu einer in Europa erstmalig umgesetzten Beratungshotline für Professionelle in der Kinder- und Jugendwohlfahrt (vgl. EF: 8168). Es zeigt sich bei vielen Projekten2, dass das Neue eine räumliche Eingrenzung erfährt und gerade die Transferleistung, nämlich eine Projektaktivität von einem Gebiet in ein anderes zu verlagern, aufgrund unterschiedlicher lokaler Kontexte als innovativ gelten kann.

2.2. Soziale Innovation ist ... "das, was neu ist - und spezifischen Wertorientierungen entspricht"
Vielen Befragten erscheint eine Bestimmung von sozialer Innovation in erster Linie über den Faktor "Neuartigkeit" unzureichend. Ein/e TeilnehmerIn einer Gruppendiskussion, der/die mit Suchtkranken arbeitet, zeigt anhand eines Beispiels, dass nicht jede neue Projektidee automatisch als sozial innovativ gelten kann:

"Ich würde z.B. wenn wir Konsumräume bekommen würden - was ja leider nicht so aussieht - das als sozial innovativ empfinden, weil das gibt es in Österreich nicht, da könnte Graz eine Vorreiterrolle spielen. Alkoholverbot am Hauptplatz finde ich aber nicht innovativ." (GD3-4: 641ff)

In diesem Sinne verstanden verliert der Begriff der Neuartigkeit als zentrales Element des Innovationsbegriffs seine uneingeschränkt positive Konnotation. Das Neue ist also zunächst neutral und erst seine positive (oder eben auch negative) Bewertung drückt die Qualität einer Maßnahme oder Projekts aus. Projekte, die sich als sozial innovativ verstehen, müssen sich damit auch an gewissen normativen Standards messen lassen und verbinden soziale Innovation mit einer spezifischen Wertorientierung, die sich z.B. auf den Abbau von Ungleichheiten und Benachteiligungen, auf die Förderung von Gleichberechtigung und Integration, auf die Sicherung von Selbstbestimmung und Selbständigkeit oder auf die Stärkung von sozialem Zusammenhalt u.ä.m. beziehen kann (vgl. IU: Frage 27).

Häufig wird dabei die Situation gesellschaftlich benachteiligter Gruppen problematisiert und als Ausgangspunkt und Legitimation für das eigene Projekt herangezogen. Ein Projekt kämpft z.B. gegen die "Stigmatisierung psychisch erkrankter Menschen", um so zur "Besserstellung der Betroffenen" beizutragen, ein anderes Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, "Armut und Wohnungslosigkeit" entgegenzuwirken, um "soziale und gesellschaftliche Ausgrenzung" der NutzerInnen zu verhindern, ein weiteres Projekt stellt die eigene Projektarbeit gesellschaftlichen Missständen gegenüber und führt aus:

"Eine umfassende Kampagne zum Familienleben in einer gesetzlichen Ausgrenzungssituation, Integrationsarbeit trotz Unrechtsmissständen, Widerstand der Herzen gegen In- und Ausländerdiskriminierung gleichermaßen." (EF: 8032)

Interessant ist diesbezüglich, dass im Rahmen der Internetumfrage ebenso wie in den Gruppendiskussionen normative Zielorientierungen von Projekten zwar ausgedrückt werden, aber nicht immer explizit begründet und zur Diskussion gestellt werden. Teilweise bleiben die Befragten sehr vage und äußern sich nur insofern, dass ein innovatives Projekt den Menschen "wirklich hilft", "den Finger in die Wunde legt" oder einfach "benötigt wird". So scheint es, als würden die AkteurInnen davon ausgehen, dass ihre Analysen von sozialen Phänomenen oder ihre daraus resultierenden normativen Zielsetzungen und Maßnahmen gesellschaftlich einhellig geteilt werden (vgl. IU: Frage 27).

Für manche Projekte ist die Tatsache, dass sie auf Widerstand von AkteuerInnen aus Politik oder Verwaltung treffen oder gegen den Mainstream agieren, ein wesentlicher Hinweis auf soziale Innovation (vgl. IU: Frage 27). Laut einigen TeilnehmerInnen der Gruppendiskussionen umfasst der Begriff der sozialen Innovation diese Aspekte nur unzureichend:

"Ich tu mir leichter mit einem Begriff wie 'zivilgesellschaftlich mutig' oder so was. [...]. 'Zivilgesellschaftlich mutig' heißt z.B. gegen oder ohne die Unterstützung der Auftraggeber Projekte zu machen, die man argumentieren muss und wichtig findet. Das hätte für mich eine Schärfe, gegen den Widerstand von Gesellschaft oder einen Auftraggeber oder eine Kommune etwas doch zu machen. Eben einfach etwas riskieren, den Mut haben, es trotzdem zu tun." (GD2-2: 283ff)

Ein/e andere/r TeilnehmerIn an der Diskussion schließt sich dieser Idee an und verweist auf Projekte, die gegen den Mainstream agieren:

"Ich find die Idee mit dem 'zivilgesellschaftlichen Mut' gut, also an Ecken zu arbeiten, wo die, die da arbeiten, eventuell auch in isolierter Position sind, weil man z.B. gegen ein ganz großes gesellschaftliches Tabu ankämpft" (GD2-1: 334ff)

Hinsichtlich des Erreichens der eigenen normativen Standards sind einzelne Projekte durchaus selbstkritisch. Ein/e Befragte der Internetumfrage betont beispielsweise, dass "soziale Leistungen für eine Zielgruppe auch wirklich zugänglich" sein müssen, damit "kein Creaming the Poor Effekt" entstehe (vgl. IU: Frage 27) und verweist damit auf die Problematik, dass soziale Organisationen bei unzureichender Finanzierung und mangelnder Ressourcenlage selbst in die Rolle kommen, nur ausgewählte NutzerInnen unterstützen zu können, während anderen diese Leistung trotz Bedarf verweigert werden muss.

2.3. Soziale Innovation ist ... "das, was neu ist, spezifischen Wertorientierungen entspricht - und mit prozessbezogener Sensibilität umgesetzt wird"
Neben dem Aspekt der Neuartigkeit und der Wertorientierung beziehen sich soziale Initiativen und Organisationen auf prozessbezogene Elemente von sozialer Innovation. Darunter fällt erstens die Partizipation und das Empowerment von Betroffenen, zweitens die Bedürfnisorientierung, drittens die Vernetzung von bislang nicht miteinander verbundenen Akteursgruppen und viertens die Dauerhaftigkeit bzw. Nachhaltigkeit.

Erstens wird der Fokus von sozial innovativer Prozessorientierung insbesondere bei der Miteinbeziehung Betroffener in die Planung und Durchführung von Projekten (vgl. IU: Frage 27) sichtbar, was auch in die Unterstützung von Selbstartikulation und Eigeninitiative der Betroffenen münden kann (vgl. EF: 7163, 7165, 7173), wie folgendes Zitat hervorhebt:

"Was in einer Gesellschaft, in der wir leben, wirklich innovativ ist, ist, wenn Aktivitäten entstehen, wo es nicht Fürsprecher für Menschen gibt, z.B. fürsprechende Politiker oder fürsprechende Organisationen, die dann oft auch wissen, wie es am Besten geht, sondern wenn man in einem Strukturrahmen Möglichkeiten schafft, dass die Betroffenen selbst Handlungsmöglichkeiten und Budgets bekommen, um etwas selbst zu entwickeln und auszuprobieren." (GD2-4: 1044ff)

In einigen Projekten werden NutzerInnen in organisatorische Entscheidungen, in die Verantwortung für Arbeitsabläufe oder in die Öffentlichkeitsarbeit stark miteinbezogen bzw. führen (Betreuungs-)Tätigkeiten eigenverantwortlich durch (vgl. EF: 8072, 8125, 8169). In anderen Projekten werden die AdressatInnen in die Konzeption und Gestaltung von Produkten für die eigene Zielgruppe eingebunden, da sie am besten die Bedürfnisse abschätzen können (vgl. EF: 7018, 7049, 7068, 8009, 8162, 8163). Ein Projekt führt einen derartigen Zugang folgendermaßen aus:

"Nach genaueren Recherchen gibt es keine Zeitung für behinderte Menschen, welche von behinderten Menschen gestaltet wurde. Wir sind überzeugt, dass, wenn ein Mensch mit Behinderung einem anderen Menschen mit Behinderung eine Geschichte erzählt, er diese eher versteht, als wenn wir Betreuer die gleiche Geschichte erzählen, da wir das Wesentliche ungewollt anders verlagern - Satz, Reihenfolge, Grammatik." (EF: 7018)

In anderen Projekten wird nicht so sehr auf Partizipation, sondern vielmehr auf Empower-ment verwiesen. Die Betroffenen werden in diesen Fällen als ExpertInnen in eigener Sache wahrgenommen und in der Artikulation ihrer Bedürfnisse in der Öffentlichkeit unterstützt (vgl. z.B. EF: 7109, 8207), was zu einer Veränderung der Selbst- und Fremdwahrnehmung sowie des sozialen Status führen kann (vgl. EF: 7044).

Zweitens spiegelt sich eine sozial innovative, prozessbezogene Umsetzung von Projekten auch in einer starken Bedürfnisorientierung wieder. Von mehreren Befragten wird soziale Innovation mit passgenauen bzw. "maßgeschneiderten" Lösungen in Verbindung gebracht. Für eine/n TeilnehmerIn an der Internetumfrage reagiert ein innovatives Sozialprojekt "wie das Tüpfelchen auf dem i auf einen Bedarf" (IU: Frage 27). Standardlösungen, die ohne Berücksichtigung der spezifischen Bedürfnisse einer Zielgruppe oder auch einer Region umgesetzt werden, gelten anscheinend nicht als innovativ (vgl. IU: Frage 27). Bedürfnisorientierung mündet in vielen Fällen in einen ganzheitlichen Zugang zu einer Frage- bzw. Problemstellung, häufig wird genau auch dieses Merkmal als neuartig wahrgenommen (vgl. EF: 7033, 7081, 7106, 8139, 8156, 8066, 8012, 8014), zum Beispiel auch im folgenden Fall:

"Unserer Kenntnis zufolge gibt es im deutschsprachigen Raum kein 2. Gesundheitsförderungskonzept, das so ganzheitlich und umfassend angelegt ist und überdies einen Gender Ansatz verfolgt." (EF: 8014)

Ein ganzheitlicher Zugang bedeutet oftmals die Notwendigkeit einer umfassenden Bandbreite an Angeboten von einer sozialen Organisation (vgl. EF: 7187, 7067, 7075, 8108, 8111). Meist wird hier auch ein Bezug zu einer spezifischen Zielgruppe, z.B. Flüchtlinge (vgl. EF: 8108), behinderte Menschen (vgl. EF: 8111) oder Wohnungslose (vgl. EF: 8136) und deren Bedürfnissen hergestellt. Ein wesentliches Merkmal eines bedürfnisorientierten, ganzheitlichen und umfassenden Angebots besteht in der Sicherung von Kontinuität in der Begleitung oder Betreuung der jeweiligen Zielgruppe bzw. in der Schaffung eines niederschwelligen und unkomplizierten Zugangs zum Angebot (vgl. EF: 7096, 7104, 7072, 7106, 804, 8135, 8139).

Drittens wird soziale Innovation sichtbar, wenn in Projekten bislang nicht verknüpfte AkteurInnen miteinander in Beziehung treten. Das gilt z.B. für das Vernetzen von AkteurInnen unterschiedlicher gesellschaftlicher Sektoren (z.B. privatwirtschaftlicher und zivilgesellschaftlicher Sektor) oder die themenspezifische Integration von diversen Akteursgruppen wie Zielgruppen, Fachpersonal, PolitikerInnen etc. Zum Beispiel schreibt ein Projekt:

"[...][Das Projekt] ist ein Pilotprojekt im Bereich Integration und Partizipation von Kindern und Jugendlichen, in dem erstmals eine aktive Beteiligung von islamischen Kulturzentren sowie eine Kooperation mit einem Nicht-Islamischen Verein unterstützt wird." (EF: 8106)

Viertens wird auch dem Faktor Zeit als Prozessdimension ein wesentlicher Stellenwert beigemessen. Jene Projekte, die dauerhaft Strukturen aufbauen oder nachhaltige Strategien entwickeln sowie sich durch anhaltend positive Auswirkungen auf die Zielgruppe auszeichnen, werden eher als sozial innovativ eingeschätzt als andere, die in erster Linie punktuell wirkende Maßnahmen setzen (vgl. IU: Frage 27). So ist es auch der Anspruch vieler Projekte, ein langfristiges und/oder kontinuierliches Angebot zu etablieren (EF: 7002, 7026, 7062, 8037, 8045, 8128), auch wenn die eigene Förderungsdauer begrenzt ist (vgl. EF: 7061, 8037):

"Bis dato gibt es zwar immer wieder Projekte für die Gruppe der über Fünfzigjährigen, doch nachdem alle Förderungen abschöpft sind, sterben diese [Projekte, Anm.d.Verf.]. [Das Projekt] soll langfristig funktionieren und eine Anlaufstelle für ältere Menschen sein." (EF: 8037)

Die hier dargelegten Ergebnisse erweisen sich als anschließbar an die von Moulaert (2002) ausgearbeitete Definition von sozialer Innovation. Während dabei allerdings lediglich eine inhaltlich-materielle sowie prozessorientierte Dimension von sozialer Innovation unterschieden wird, verweisen die hier aufgearbeiteten Daten eine zusätzliche - normative - Dimension. Die spezifisch normative Orientierung von sozial innovativer Projektarbeit erscheint deswegen als zentral, weil sie einen übergreifenden Spannungsbogen zwischen den beiden anderen Dimensionen herstellt. Wertorientierungen scheinen für Initiativen und Organisationen häufig die zentralen Bezugspunkte für Sinn, Motivation und Legitimation ihrer sozialinnovativen Aktivitäten darzustellen.

3. Soziale Innovation als Produktion von Teilhabegerechtigkeit
Die normative Orientierung bildet häufig die Grundlage für das Wahrnehmen bzw. die Analyse sozialer, gesellschaftlicher oder politischer Phänomene oder auch für "absehbare" und als problematisch eingeschätzter Entwicklungen, die dann in vielen Fällen den Kontext für das Initiieren und konkrete Handeln leitet. Hintergrund für die Projektarbeit sind dann zumeist Vorstellungen, die im Sinne der Etablierung von mehr Teilhabegerechtigkeit auf eine Begrenzung sozialer Ungleichheit und der Ermöglichung umfassender gesellschaftlicher Partizipation hinarbeiten (vgl. Brettschneider 2007, Bode 2004). In diesem Sinne kommt sozialer Innovation als Reaktion auf problematisch bewertete gesellschaftliche Phänomene und Strukturen eine nicht zu vernachlässigende gesellschaftspolitische Bedeutung zu. Im Folgenden wird aus dem empirischen Material herausgearbeitet, welche Momente soziale Initiativen und Organisationen zur Initiierung eines Projekts veranlassen und wie Aufgaben und Funktionen des jeweiligen Projekts begründet werden, wobei die Produktion von Teilhabegerechtigkeit als einende Perspektive Kanon identifiziert werden kann.

3.1. Soziale Innovation als Reaktion auf gesellschaftlichen Wandel
Zunächst können aus den Einreichunterlagen Bezüge von Projekten zu allgemein-gesell-schaftlichen Veränderungen hergestellt werden, die das Zusammenleben aller betreffen und beeinflussen. Beispielhaft können hier sozialräumliche Entwicklungen, Migrationsbewegungen oder geänderte Familienstrukturen genannt werden, die auch den Bedarf an sozialen Angeboten neu strukturieren (vgl. z.B. EF: 5025, 7099, 8102, 8121). Auch technologische Entwicklungen können in neue soziale Ungleichheiten und Bedarfe münden:

"The 21st century is the time of information society, when one can witness a growing number of technical innovations every day. In this accelerated world one can notice not only the tangibly positive impact of this vast technological improvement of info-communications, but also the simultaneous negative impacts, which have resulted in a digital divide." (EF: 8166, vgl. auch EF: 8111)

Oftmals wird auf sozialen Wandel und veränderte soziale Verhältnisse Bezug genommen, die neue Maßnahmen und Methoden erfordern. Zum Beispiel wird der demographische Wandel und gewandelte Einstellungen zum Alter häufig als grundlegende Motivation herangezogen, um die Bedeutung von Projekten zu Themen wie Aktivität im Alter, Pflegebedürftigkeit oder die Unterstützung pflegender Angehöriger hervorzuheben. Auch wenn die gesellschaftlichen Veränderungsprozesse selten differenziert dargelegt werden, sind öfter Prognosen zu finden, die z.B. auf einen künftig wachsenden Bedarf verweisen oder die steigende Relevanz des eigenen Projektes begründen (vgl. z.B. EF: 6115, 8023, 8037).

In anderen Einreichunterlagen wird die Betroffenheit bestimmter Gruppen eines sozialen Gefüges von benachteiligenden gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Strukturen bzw. Entwicklungen als Ausgangspunkt für ein Projekt formuliert. In einem Projekt werden die politischen und sozialen Umwälzungen nach 1989 als wesentlicher Projektkontext genannt, so z.B. in einer Einreichung aus Tschechien:

"[...] dank der Amnestie des Präsidenten kam es dazu, dass viele Menschen aus dem Gefängnis freigelassen wurden, Arbeit und dadurch auch Wohnen verloren haben. Darüber hinaus wurden die Betriebsunterkunftshäuser abgeschafft und diese Menschen sind auf einmal obdachlos geworden." (EF: 8136)

Als bedeutsam erweisen sich häufig auch wirtschaftliche Restrukturierungen, die die Arbeits- und Teilhabemöglichkeiten spezifisch benachteiligter Gruppen zusätzlich einschränken (vgl. EF: 5223, 6088, 7074, 8122, 8194). Eine Projekteinreichung begründet ihr Engagement beispielsweise folgendermaßen: "Die Situation von Migrantinnen am Arbeitsmarkt ist durch eine Konzentration in Billiglohnbranchen, Dequalifizierung und Diskriminierung gekennzeichnet." (EF: 6165, vgl. auch EF: 6067, 6182, 8086, 8129, 8137) Auch die steigende Armutsbetroffenheit in Österreich wird von mehreren Projekten aufgegriffen (vgl. EF: 7134, 8051, 8207). Ein Projekt führt beispielsweise die enge Koppelung von Armut und Krankheit aus und baut ein Projekt auf dieser Einsicht auf:

"Armut macht krank. Krankheit macht arm! Wie eng Soziales und Gesundheit zusammen liegen, zeigt sich gerade in dieser Entwicklung. Da wir heute immer mehr Geld für unsere Gesundheit selbst ausgeben müssen, müssen wir dem Zusammenhang zwischen sozialem Lebensstandard und Gesundheit verstärkte Aufmerksamkeit widmen." (EF: 5061)

3.2. Soziale Innovation als Reaktion auf Versorgungslücken
Viele Projekte weisen als Hintergrund für ihre Etablierung explizit oder implizit auf Versorgungslücken hin. Oftmals werden diese Mängel als strukturell verursacht angesehen und resultieren aus Sicht der Initiativen und Organisationen in Benachteiligungen bzw. von Individuen oder Gruppen.

Oft sind es enge finanzielle Rahmenbedingungen, die bisherige Angebote (z.B. im Gesundheitssystem - vgl. EF: 6007) verhindern und neue Projekte nötig machen. In einem Fall soll z.B. mit einem regionsübergreifenden Projekt "auch kleineren, finanzschwachen Gemeinden ein fachlicher, qualitativ hochwertiger Standard für die Arbeit mit den Jugendlichen geboten [werden]." (EF: 6051) In anderen Fällen entstehen Projekte nur aus dem Grund, um finanzielle Mittel für nicht mehr finanzierte Maßnahmen zu beschaffen (vgl. EF: 6098, 6242).

Kritisiert wird beispielsweise eine Wohnbaupolitik, die wenig leistbaren Wohnraum für finanziell schwächer ausgestattete Menschen zur Verfügung stellt (vgl. EF: 5098, 6095) oder auch, dass AsylwerberInnen aus der so genannten "Grundversorgung" fallen können und "damit ohne Unterkunft, ohne Krankenversicherung und ohne jegliche Form finanzieller Unterstützung leben müssen." (EF: 6271, vgl. auch EF: 7081). In anderen Fällen ist die adäquate Betreuung von Kindern durch strukturelle Mängel erschwert. Dies kann allgemeine Problemlagen wie die Betreuung von Kindern in der schulfreien Zeit oder im Fall von Krankheit betreffen (vgl. EF: 7174, 5226) oder sich spezifischer z.B. auf die Frage der Betreuung von Kindern psychisch kranker Eltern beziehen (vgl. EF: 6293, 5160).

Es fällt auch auf, dass Versorgungslücken in der geschlechtsspezifischen Betreuung immer wieder genannt werden. Dies betrifft fehlende Angebote für Mädchen, z.B. in der außerschulischen Betreuung (vgl. EF: 5158), ebenso wie für erwachsene Frauen. Für letztere Gruppe wird beispielsweise ein Defizit im Angebot für wohnungslose Frauen festgestellt (vgl. EF: 5145) genauso wie eine spezielle Betreuung von Frauen im Gefängnis (vgl. EF: 6013) vermisst wird. Auch in der Arbeit mit Flüchtlingen oder arbeitssuchenden Migrantinnen mangelt es an frauenspezifischer Begleitung (vgl. EF: 8165, 6165). Gleichzeitig wird das Fehlen geschlechtsspezifischer Forschung für ältere Frauen konstatiert (vgl. EF: 6154).

Ein Teil der Projekte bezieht sich auf Versorgungslücken für Menschen mit besonderen Bedürfnissen, die es durch die Projektarbeit zu beheben gilt. Teilweise sind es fehlende angepasste Angebote für benachteiligte Gruppen im Arbeits- und Beschäftigungskontext (vgl. EF: 5012, 5112, 7185, 8031, 8122) oder in der Freizeitgestaltung, z.B. für Menschen mit Behinderung oder mit einer psychischen Erkrankung (vgl. z.B. EF: 6118, 6210, 8163, 8024). Hingewiesen wird beispielsweise auch auf das geringe Angebot von Lesematerial in österreichischer Gebärdensprache (vgl. EF: 7129). Öfter bildet die Reflexion von Angeboten für eine gewisse benachteiligte Gruppe den Ausgangspunkt zur Identifizierung von Versorgungslücken, z.B. wenn diese als zu wenig spezifisch oder zu eindimensional kritisiert werden. Manche Angebote der sozialen Versorgung erweisen sich dann als mangelhaft zugeschnitten für spezielle Bedürfnisse von Menschen in einer spezifischen Lebensphase (z.B. von Kleinkindern, vgl. EF: 6196) oder von Personen, die von mehreren Problemlagen gleichermaßen betroffen sind. Ein Projekt beschreibt eine derartige Versorgungslücke folgendermaßen:

"Während die Bereiche der 'Behindertenhilfe' einerseits und der Arbeit gegen Gewalt an Frauen und Mädchen andererseits durch verschiedenste Projekte und Institutionen jeweils recht gut abgedeckt sind, gibt es im Überschneidungsbereich der Arbeit gegen sexuelle Gewalt an Frauen mit Lernschwierigkeiten kaum Angebote." (EF: 6119)

3.3. Soziale Innovation als Reaktion auf soziale Ungleichheiten und soziale Ausschließung
Ein Teil der bei der SozialMarie eingereichten Projekte begründet das jeweils Besondere und Innovative seine Leistungen mit Bezug auf die Lebens- und Problemlagen von benachteiligten Zielgruppen. Die wahrgenommenen Probleme werden immer wieder auf Ursachen und Hintergründe zurückgeführt, die zu verschärften und schwierigen Lebenssituationen führen. Häufig wird auf Verhältnisse ökonomischer und sozialer Ungleichheit hingewiesen - also der Ausschluss von Ressourcen, die für andere Menschen zugänglich sind, problematisiert. Dabei wird darauf hingewiesen, dass diese Ausschließungsprozesse an verschiedenen - teilweise von außen zugeschriebenen und diskriminierenden - Merkmalen der Zielgruppen (z.B. Behinderung, Alter, Ethnie, Geschlecht) festgemacht werden, die im Folgenden exemplarisch dargestellt werden.

Sehr oft wird eine körperliche und/oder geistige Behinderung als Grund für die Ausgrenzung von Arbeitsmarkt und Bildung (vgl. EF: 5208, 6267, 7117, 7129, 7158, 7185) oder vom gesellschaftlichen und sozialen Leben (vgl. EF: 5127, 6016, 6221, 6241, 7133) genannt. Als spezielle Probleme wird z.B. in einem Projekt der Zugang zur medizinischen Versorgung behinderter Menschen bzw. eine behindertengerechte medizinische Versorgung problematisiert (vgl. EF: 7073), in einem anderen Projekt wird der nicht barrierefreie Zugang gehörloser Menschen zu österreichischen Gesetzestexten thematisiert (vgl. EF: 8160).

Ausschließungsprozesse können sich aber auch in Folge einer Diskriminierung des Lebensalters bzw. der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Altersgruppe ergeben. Vielfach verwiesen wurde auf die Diskriminierung älterer Menschen (vgl. EF: 6033, 6115, 6154, 8037, 8130, 8201), wie auch folgendes Beispiel zur Sprache bringt:

"Up till this time a senior is considered an unwanted load for our social system. We would like to help seniors to find meaning of their existence that answers the challenges of the actual life stage and to stop their social discrimination and possible existence resignation." (EF: 8130)

Allein die Tatsache der Zugehörigkeit zu einer bestimmten ethnischen Gruppe kann dazuführen von massiven Diskriminierungen und Ausschließungsprozessen betroffen zu sein. Bei den Einreichungen aus den östlichen Nachbarländern Österreichs, aber auch in Einreichungen aus Österreich (EF: 6193, 7166) werden Roma aufgrund erfahrener Ausgrenzung bzw. der damit in Verbindung stehenden Problemlagen als Zielgruppe von sozialen Projekten genannt (vgl. EF: 5144, 5237, 6249, 7139, 8115, 8198), andere Projekte wenden sich an AsylwerberInnen (vgl. EF: 5099, 8025, 8209) oder drittstaatsangehörige EhegattInnen von ÖsterreicherInnen (vgl. EF: 8032) als benachteiligte Bevölkerungsgruppe.

Oft werden auch Ausschließungen aufgrund des Geschlechts (vgl. EF: 5036, 6013, 6068, 8048, 8105, 8114, 8165). Es wird thematisiert, dass frauenspezifische Bedürfnisse nicht getrennt beachtet werden, sondern von vermeintlich geschlechtlich neutralen Bedürfnissen ausgegangen wird. (Schutz vor) Gewalt ist ebenso ein wichtiges Themenfeld, teilweise auch mit Bezugnahme auf spezifische gesellschaftlich-kulturelle Kontextfaktoren, die Gewalt verharmlosen und/oder legitimieren (vgl. EF: 5009, 6110, 6182, 6285).

Häufig wird materielle Armut als ausschließender Faktor angeführt. So weist ein Projekt auf die eingeschränkte Teilhabe an Kunst und Kultur hin (vgl. EF: 6006), ein anderes problematisiert einen zwar nicht rechtlichen, aber De-Facto-Ausschluss von wohnungslosen Menschen aus einer adäquaten medizinischen Versorgung (vgl. EF: 6083, 8095). Weitere Projekte thematisieren den aufgrund mangelnder finanzieller Mittel eingeschränkten Zugang zu notwendigen psychotherapeutischen Maßnahmen (vgl. EF: 6211), zu Rechtshilfe für Frauen in Scheidungssituationen (vgl. EF: 8052) oder zur Freizeitgestaltung von Kindern und Jugendlichen (vgl. EF: 8217). Auch wird die Kommerzialisierung öffentlicher Räume und die damit verbundenen Ausgrenzungen materiell benachteiligter Gruppen problematisiert (vgl. EF: 8081) oder auf die Verschuldungssituation von Jugendlichen und jungen Erwachsenen hingewiesen. (vgl. EF: 6229).

Zahlreiche Projekte sehen daher ihr Ziel in der Schaffung neuer bzw. angemessener Entwicklungs- und Beschäftigungsmöglichkeiten für ihre Zielgruppen, wobei die Teilnahme am Erwerbsleben und die materielle Absicherung verbessert werden soll. Dies betrifft allgemein die Erhöhung der Chancen am Arbeitsplatz (vgl. EF: 7009, 7097, 8017, 8026, 8122), impliziert die Entwicklung neuer Handlungsspielräume (vgl. z.B. EF: 7103, 7066, 8100) oder neuer Angebote für spezifische Zielgruppen. Mangelnde Informationen, fehlendes Wissen und verweigerte Bildungschancen können weitere Faktoren sein, die die Handlungsfähigkeit von Menschen einschränken und zu "unüberwindbaren" Grenzen hinsichtlich wirtschaftlicher, sozialer oder kultureller Teilhabe und Teilnahme münden. Ein Projekt verweist z.B. auf mangelnde ökonomische Bildungsprogramme für Frauen, was die wirtschaftliche Selbständigkeit der Frauen einschränkt und führt aus: "Typically these women [producers of handcraft, Anm. d. Verf.] are skilled at producing, but are not skilled at marketing" (EF: 6106). In einem ungarischen Projekt wird u.a. das mangelnde Wissen der Jugendlichen über ihre BürgerInnenrechte als Ausgangspunkt für die Projektarbeit angeführt:

"It is common knowledge that Hungarian adolescents do not have sufficient information about their civic rights and social processes in general. This lack of knowledge prevents young people from becoming autonomous citizens who can make independent decisions, actively engage in social participation." (EF: 8125)

Häufig beziehen sich die eingereichten Projekte auf gesellschaftliche Tabuisierungen oder beobachtete Verweigerungen spezifische soziale Probleme und deren Ursachen als relevant anzuerkennen. Dabei werden aus Sicht von Initiativen und Organisationen immer wieder soziale Themen unsichtbar gemacht, z.B. wenn diese verkürzt oder gar nicht öffentlich bzw. politisch bearbeitet werden. Die Benachteilung oder Ausgrenzung von Menschen und Gruppen ist dann aus Sicht von Initiativen und Organisationen die Folge. Projekte reagieren in ihrer Arbeit daher häufig mit verstärkter Information und Aufklärung zu den jeweils spezifischen gesellschaftlichen Tabus und/oder marginalisierten Themen - politische Bildungsarbeit stellt sich daher als bedeutendes Tätigkeitsfeld dar, auch mit dem Ziel das Agenda-Setting in politischen Prozessen zu beinflussen.

4. Ökonomisierungsprozesse als Einschränkung der Möglichkeiten von sozial innovativen Projekten zur Produktion von Teilhabegerechtigkeit
Die Analyse des empirischen Materials lässt unseres Erachtens Rückschlüsse auf Zugänge und Verständnisse von sozialer Innovation der zahlreichen (überwiegend österreichischen) Initiativen und Organisationen zu. Es zeigt sich, dass soziale Innovation mittels dreier Dimensionen bestimmt werden kann. Neben der inhaltlich-materiellen sowie prozessorientierten Dimension von sozialer Innovation Moulaerts (2002), schlagen wir mit der normativen Orientierung eine dritte analytische Dimension vor, die eine bindende Perspektive darstellt, da sie für handelnde Akteure als Sinn und Richtung gebend verstanden werden muss.

Diese Bedeutung der Wertorientierung für das Handeln der AkteurInnen zeigt sich ganz explizit in den Legitimationsversuchen der Projekte, ihre jeweils besondere Ausrichtung und ihre speziellen Aufgaben- und Tätigkeitsbereiche zu begründen. Dabei beziehen sich die Initiativen und Organisationen in hohem Maße auf soziale, kulturelle und ökonomische Phänomene bzw. Problemstellungen, wodurch sich eine Vielzahl an gesellschaftspolitischen Bezügen der Projekte offenbart: Reaktionen auf gesellschaftlichen Wandel, auf strukturelle Versorgunglücken und auf Ausschließungsprozesse (ohne dabei den Blick auf Ursachen aus dem Blick zu verlieren), charakterisieren viele bei der SozialMarie eingereichten Projekte und veranschaulichen die sozialpolitische Perspektive der handelnden AkteurInnen. Der Anspruch sozial innovativer Projekte sich auch als Produzentinnen von Teilhabegerechtigkeit auszuzeichnen, indem sie soziale Ungleichheiten abbauen und gesellschaftliche Teilhabe für Betroffene sichern wollen, zeigt sich deutlich. Anzunehmen ist, dass eine Förderung derartiger sozialer Innovationen zu einer Stärkung sozialer Demokratie - gerade auch in Phasen wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Transformationen - beiträgt.

Seit den 1990er Jahren haben sich allerdings die Rahmenbedingungen von Projekten im zivilgesellschaftlichen bzw. Dritten Sektor wesentlich verändert. Strategien der Ökonomisierung des sozialen Feldes haben über eine stärker marktförmige Alimentierung der sozialen Projekte die Leistungen des Sozialbereichs an flexibel schwankende Budgets staatlicher Geldgeber angepasst und einen Druck zum kostengünstigsten bzw. wettbewerbsfähigsten Angebot entstehen lassen (vgl. Bakic/Diebäcker/Hammer, Diebäcker et al 2009a, Diebäcker et al 2009b) Diesbezüglich ist zu beachten, dass der Großteil der bei der SozialMarie eingereichten Projekte durch eine kleine Organisationsgröße, einen geringen Institutionalisierungsgrad und ein hohes Maß an Teilzeitbeschäftigten und Ehrenamtlichen sowie einen hohen Frauenanteil gekennzeichnet ist. Grundsätzlich ist von einer prekären Beschäftigungssituation vieler ProjektmitarbeiterInnen auszugehen, was u.a. auf die relativ geringen Löhne im Sozialbereich, befristete Beschäftigungsverhältnisse oder begrenzte Projektlaufzeiten zurückzuführen ist.

Während eine Beförderung von Teilhabegerechtigkeit durch den Dritten Sektor historisch durch dessen öffentliche (Teil-)Finanzierung ermöglicht wurde und eine zum Wohlfahrtsstaat komplementäre Gerechtigkeitsproduktion hervorgebracht hat (vgl. Bode 2004, 269f), führt die spezifische Betonung betriebswirtschaftlicher Kriterien nun zu einer Dethematisierung von Gerechtigkeitsfragen: So bewirkt der Druck und die Konzentration auf ökonomische Handlungsbedingungen sozialer Initiativen und Organisationen unweigerlich zu schwindenden Ressourcen als auch zu einer geringeren Bewertung ihrer Funktionen und Aktivitäten bei der Produktion von Teilhabegerechtigkeit (vgl. Bode 2009, 89). Des Weiteren werden im Preiswettbewerb die Kompetenzen sozialer Organisationen zur Gerechtigkeitsproduktion marginalisiert, da sie in den Worten Bodes (2009, 89) dabei "schlicht keine Rolle [spielen]".

Aus übergreifender Perspektive ist mit dem gegenwärtigen sozialstaatlichen Umbau auch Restrukturierung des Handlungspotenzials sozialer Initiativen und Organisationen und ihrer zivilgesellschaftlichen Funktionen auszugehen. Während Bode einerseits festhält, dass es in diesem Kontext durchaus auch zu einer "Aktivierung sozioökonomischer und kommunikativer Kreativität" kommt, warnt er gleichzeitig von einer Vermarktlichung der Zivilgesellschaft, bei der ihre advokatorische Funktion sowie ihr Beitrag zur Produktion von Teilhabegerechtigkeit auf der Strecke bleibt (Bode 2009, 92f). Die empirischen Ergebnisse bestätigen diese Tendenz und ein/e Befragte/r beschreibt mit Bezug zu einem auch in betriebswirtschaftlicher Hinsicht wahrnehmbaren Innovationsdruck die Gefahr der Vernachlässigung von normativen Zielorientierungen:

"Das kann dazu führen, dass Organisationen auch ihre Identität aufgeben und die Sachen machen, die halt jetzt gefördert werden, aber nicht die, die ihrer Kernmission eigentlich entsprechen. [...] Man muss immer schauen, wie kriegt man trotzdem eine vernünftige Entwicklung von seiner eigenen Mission zusammen, weil die will man nicht verlassen und wenn man nur nach den Fördertöpfen schielt oder nach Preisen vielleicht, dann wäre man da sehr anfällig" (GD3-3: 801ff)

Gleichzeitig wird von Befragten aber auch problematisiert, dass mit einem Rückbau des Sozialstaates mehr Lücken in der sozialen Sicherung entstehen. Ein/e Befragte meint dazu:

"Mittlerweile erscheint es innovativ, wenn vorhandene, gut eingeführte, effiziente Projekte ohne Verschlechterungen der Rahmenbedingungen weiter gefördert werden". Und ein/e andere Person meint: "Das soziale Feld wird kaputt gespart, daher ist fast alles innovativ." (vgl. IU: Frage 27)

Während im technisch-wirtschaftlichen Bereich laut Kehrbaum (2009, 33) nicht nur der Bedarf an Innovationen, sondern auch die Notwendigkeit innovationsförderlicher Rahmenbedingungen und Strukturen zunehmend anerkannt wird, zeigen die Entwicklungen im sozialen Feld eher auf gegenläufige Trends, insofern als durch prekäre finanzielle Bedingungen die sozialen Prozesse zur Etablierung von sozialen Innovationen in der Tendenz erschwert werden. Offenbleiben muss an dieser Stelle, inwiefern dieser Verzicht auf die Produktion von Teilhabegerechtigkeit durch soziale Initiativen und Organisationen als gesellschaftspolitisch intendiert zu verstehen ist. Unbestritten scheint, dass stärkere soziale Ungleichheit und mangelnde gesellschaftliche Teilhabe von benachteiligten Gruppen jedenfalls in Kauf genommen werden.


Verweise
1 Ausgehend von einer geschätzten Erhebungsgrundgesamtheit von 728 Projekten und 116 UmfrageteilnehmerInnen, kann die Rücklaufquote auf rund 16 Prozent geschätzt werden. (siehe im Detail Diebäcker et al 2009d, 8ff) Folgende Abkürzungen verweisen auf die ausgewerteten Quellen: EF (Einreichformulare), IU (Internetumfrage) und GD (Gruppendiskussionen).
2 Vgl. EF: 7057, 7081, 7082, 7087, 7099, 7110, 7181, 7182, 8006, 8013, 8019, 8027, 8026, 8038, 8051, 8084, 8090, 8104, 8109, 8134, 8107, 8112, 8168


Literatur
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Bode, Ingo (2004): Nicht mit ihm und nicht ohne ihn. Dritter Sektor und Gerechtigkeitsproduktion im gesellschaftlichen Wandel. In: Liebig, Stefan/Lengfeld, Holger/Mau, Steffen (Hg.): Verteilungsprobleme und Gerechtigkeit in modernen Gesellschaften. Frankfurt a.M./New York, 247-270
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Kehrbaum, Tom (2009): Innovation als sozialer Prozess. Die Grounded Theory als Methodologie und Praxis der Innovationsforschung. Wiesbaden
Kesselring, Alexander; Leitner, Michaela (2008): Soziale Innovation in Unternehmen. Wien.
MacCallum, Diana/Moulaert, Frank/Hillier, Jean/Vicari Haddock, Serena (Hg.) (2009): Social Innovation and Territorial Development. Aldershot
Moulaert, Frank (2002): Globalisation and Integrated Area Development in European Cities. Oxford
OECD (1993): The Measurement of Scientific and Technological Activities. Frascati Manual. Paris
Schumpeter, Josef A. (1987): Beiträge zur Sozialökonomik. Wien/Köln/Graz


Quellenverzeichnis
EF: 5+++: Einreichformulare und ergänzende Kurzbeschreibungen von Projekten, die an der Ausschreibung zur SozialMarie des Jahres 2005 teilgenommen haben
EF: 6+++: Einreichformulare und ergänzende Kurzbeschreibungen von Projekten, die an der Ausschreibung zur SozialMarie des Jahres 2006 teilgenommen haben
EF: 7+++: Einreichformulare und ergänzende Kurzbeschreibungen von Projekten, die an der Ausschreibung zur SozialMarie des Jahres 2007 teilgenommen haben
EF: 8+++: Einreichformulare und ergänzende Kurzbeschreibungen von Projekten, die an der Ausschreibung zur SozialMarie des Jahres 2008 teilgenommen haben
GD1+-+: Transkript der 1. Gruppendiskussion mit ProjekteinreicherInnen am 10. November 2008 in Wien
GD2+-+: Transkript der 2. Gruppendiskussion mit ProjekteinreicherInnen am 11. November 2008 in Wien
GD3+-+: Transkript der 3. Gruppendiskussion mit ProjekteinreicherInnen am 2. Dezember in Graz
IU: Auswertungsergebnisse der Internetumfrage unter EinreicherInnen zur SozialMarie im Juni und Juli 2008


Über die AutorInnen

Mag.a Elisabeth Hammer DSAin
elisabeth.hammer@fh-campuswien.ac.at
Studium der Ökonomie und Sozialarbeit.
Derzeit an Studiengängen der Sozialen Arbeit an der FH Campus Wien in Lehre und Forschung tätig. Mitbegründerin des Vereins KriSo - Kritische Soziale Arbeit (www.kriso.at).
Forschungsschwerpunkte: Transformationen des Wohlfahrtsstaates und der Sozialen Arbeit, Sozialhilfe, Prekarisierung, Soziale Innovation in Organisationen

Dipl.-Soz.-Wiss. Marc Diebäcker
marc.diebaecker@fh-campuswien.ac.at
Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Sozialen Arbeit.
Derzeit an Studiengängen der Sozialen Arbeit an der FH Campus Wien in Lehre und Forschung tätig. Mitbegründer des Vereins KriSo - Kritische Soziale Arbeit (www.kriso.at).
Schwerpunkte: Politische Theorien Sozialer Arbeit, Regieren sozialer und öffentlicher Räume, Gemeinwesenarbeit in der Stadt- und Regionalentwicklung, Soziale Innovation in Organisationen






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