soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 5 (2010) / Rubrik "Rezensionen lang" / Standortredaktion Vorarlberg
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/177/277.pdf


Bildung ist des Menschen Wesensmerkmal. Drei Beiträge zu unterschiedlichen Facetten menschlicher Bildung lassen erahnen, wie breit gefächert diese, unsere Kompetenz ist.

Dehmel, Alexandra; Kremer, H.-Hugo; Schaper, Niclas & Sloane, Peter F.E. (Hrsg.): Bildungsperspektiven in alternden Gesellschaften. Peter Lang. Frankfurt/M. 2009.

271 Seiten / 46,80 EUR

Die vorliegende Schrift ist Ergebnis einer gleichnamigen interdisziplinären Tagung zum Diskurs über den allseits bekannten demografischen Wandel. Vierzehn Beiträge aus Wissenschaft und Praxis handeln Aspekte über die Bedeutung der allgemeinen und betrieblichen Bildung sowie der beruflichen Übergänge in alternden Gesellschaften ab. Die umfassende Klammer der Beiträge über Gesundheit, Bildung, Produktivität, Personalentwicklung, Arbeitsgestaltung etc. und Alter kann darin gesehen werden, dass ältere Belegschaften als Ressource betrachtet werden. Mit diesem Fokus deutet sich ein Paradigmenwechsel an; ältere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind nicht mehr nur Last oder negativer Kostenfaktor sondern eine produktive Kraft, die durch ein geschicktes Wissensmanagement von Personal- und Betriebsverantwortlichen optimal gefördert und eingesetzt werden kann und das Individuum fördert. Allerdings verweisen die Beiträge auch darauf, dass dieser Umstand mit Lernen und Weiterbildung im gehobenen Berufsalter verknüpft ist - dann aber können Win-Win-Situationen zwischen Belegschaft und Betrieb bzw. Gesellschaft hergestellt werden.


Seel, Norbert M. & Ifenthaler, Dirk: Online lernen und lehren. Ernst Reinhardt (www.reinhardt-verlag.de): UTB. München & Basel 2009

231 Seiten / 24,90 EUR

Berufsbegleitende Weiterbildung an Hochschulen, Akademien oder bei freien Bildungsträgern wird aus Effektivitäts- und Kostengründen zunehmend über multimedialen Einsatz und online realisiert. Im Unterschied zu anderen Werken über E-Learning oder Blended-Learning legen die Autoren mit ihrer Schrift ein interdisziplinäres Grundlagenwerk zum Thema vor. Gemäß seines Titels bietet es beiden Rollenträgern im Lehr-Lern-Prozess eine Übersicht über die psychologischen, technischen und didaktischen Elemente des Lernens im "Netz". Dabei beschränken sich die Autoren nicht darauf, Funktionen von kognitiven Lernstilen, aktuelle Content-Management-Systeme oder Instruktionsdesigns zu beschreiben. Indem sie auf im Netz auffindbare Beispiele verweisen und Ansätze wie Modelle bewerten, bieten sie Anhaltspunkte dafür, konkrete Maßnahmen zu hinterfragen und damit Anstöße zu geben, diese gegebenenfalls zu optimieren. Jede Bildungseinrichtung, und jede darin tätige Person, die multimediales Lernen plant oder umsetzt, sollte die im Buch dargestellten Argumentationslinien kennen.


Kraft, Susanne; Seitter, Wolfgang & Kollewe, Lea: Professionalitätsentwicklung des Weiterbildungspersonals. WBV. Bielefeld 2009

107 Seiten / 16,90 EUR

Die Professionalisierung von Weiterbildnerinnen und Weiterbildnern kann in drei Phasen eingeteilt werden: a) Beginn der theoretischen Debatte in den späten 70er und frühen 80er Jahre, b) erste Lehrgänge "Weiterbildungsmanagement" an Hochschulen seit den frühen 90er Jahren mit Ausbau an Hochschulen, Akademien und sonstigen Trägern im darauffolgenden Jahrzehnt, c) bundesweite Standardisierung bestehender Bildungsangebote für Weiterbildungspersonal seit Mitte der 2000er Jahre. In der dritten Phase entstand aus dem Kreis des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE), und im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung, eine Expertise über die Professionalitätsentwicklung des in der Weiterbildung tätigen Personals. Auf der Basis von Experteninterviews entwickelten die AutorInnen ein Referenzmodell zur Aus- und Weiterbildung der Weiterbildner, das in eine Grund- und eine Fortbildungsqualifizierung unterteilt ist. Primär soll es jene Zielgruppen ansprechen, die über keine einschlägige Grundqualifizierung verfügen und als Quereinsteiger gelten. Darüber hinaus sind Zielgruppen angesprochen, die sich in der Weiterbildung vor neue Aufgaben gestellt sehen. Das Referenzmodell enthält Angaben über Inhalte und Umfänge einer potenziellen Weiterbildung für Weiterbildner sowie über potenzielle Anrechnungsmöglichkeiten thematisch relevanter Qualifizierungen und Integration der inzwischen vielseitigen und verschiedenen Lehr- und Studiengänge in diesem Segment. Da das DIE in der Szene renommiert ist, wird der Band die Professionalisierungsdebatte und -praxis in der Quartären Bildung mit hoher Wahrscheinlichkeit nachhaltig beeinflussen.


Frederic Fredersdorf / fre@fhv.at






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