soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 8 (2012) / Rubrik "Thema" / Standortredaktion Wien
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/242/372.pdf


Julia Emprechtinger, Christoph Stoik & Sonja Gruber:

Vernetzung von Mieter_innen-Vertreter_innen


Organisation der Bewohner_innen im Rahmen der Mieter_innen-Mitbestimmung im Gemeindebau - ein Forschungsprojekt


Im 10. Wiener Gemeindebezirk haben sich Mieter_innen-Beiräte - Beiräte zu verstehen als Gremien, die den Handlungsrahmen für gewählte Mieter_innen-Vertreter_innen darstellen - mit Unterstützung der Gebietsbetreuung für städtische Wohnhausanlagen bzw. der Einrichtung wohnpartner seit 2005 über die jeweiligen Wohnhausanlagen hinaus organisiert, um ihre Interessen besser vertreten zu können. wohnpartner und die Wohnbauforschung der Stadt Wien waren daran interessiert, wie dieser Organisationsprozess verlaufen ist und welche Potenziale und Probleme eine derartige Interessensorganisation mit sich bringt. Um das herauszufinden wurde das Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit der FH Campus Wien bzw. die Autor_innen dieses Beitrags beauftragt, ein Forschungsprojekt zu diesen Fragestellungen durchzuführen. Im Folgenden wird das Forschungsprojekt beschrieben sowie Schlussfolgerungen und weiterführende Fragestellungen in Bezug auf das Wiener Mieter_innen-Mitbestimmungsmodell formuliert (vgl. Emprechinger/Gruber/Stoik, 2010). Der Forschungsbericht ist über die Website der Wiener Wohnbauforschung abrufbar.1


1. Forschungsrelevanz und Ausgangssituation
Die Stadt Wien ist eine der größten Wohnungsverwaltungen Europas. In den städtischen Wohnhausanlagen in Wien leben heute über 500.000 Menschen in 220.000 Gemeindewohnungen.2 Der Soziale Wohnbau spielt seit der Zwischenkriegszeit eine wesentliche Rolle in der Wiener Wohnungs- und Sozialpolitik. In den 1920er- und 30er-Jahren als Vorbild einer progressiven und innovativen Kommunalpolitik international beachtet, genießt der kommunale Wohnbau nach wie vor große Bedeutung in Wien. Auch wenn seit Ende der 1990er-Jahre die Neuerrichtung von Gemeindewohnungen in Wien eingestellt wurde, übernimmt der bestehende soziale Wohnbau nach wie vor eine bedeutende Rolle in der Steuerung des Wiener Wohnungsmarktes und in der Sozialpolitik ein. Während die Wohnungspolitik in den 1920er- und 30er-Jahren nicht unabhängig von einer kommunalen Steuer-, Sozial- und Gesundheitspolitik verstanden werden kann, haben sich die Entwicklungen rund um den sozialen Wohnbau im Lauf der Zeit verändert. Insbesondere seit den 1990er-Jahren wird die Verwaltung und Betreuung des Gemeindebaus neu organisiert. So wurde u. a. die Mieter_innen-Mitbestimmung eingeführt, und es gab über die Errichtung der Einrichtung wohnpartner eine Hinwendung zu sozialen Fragestellungen im Gemeindebau.

1988 hat sich die Stadt Wien entschlossen, die Mitbestimmung der Gemeindemieter_innen zu fördern und die Möglichkeiten zur aktiven Mitgestaltung in einem Statut - dem Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut - festzuschreiben. Seither werden Mieter_innen-Vertreter_innen einzelner Wohnhausanlagen in regelmäßigen Abständen in Mieter_innen-Beiräte gewählt und erfüllen ihre Funktionen.3 Allerdings wurde das Instrument "Mieter_innen-Mitbestimung" bisher nur eingeschränkt genutzt. Nur in einem Bruchteil der Wohnhausanlagen engagieren sich gewählte Mieter_innen-Vertreter_innen.

Um den Bewohner_innen in Wohnungen der Stadt Wien Unterstützung bei der Lösung von Wohnumfeld-Problemen und der aktiven Gestaltung ihres Wohnumfeldes zu bieten, arbeiten - ausgehend von einem Pilotprojekt 1999 - seit 2003 in ganz Wien die Gebietsbetreuungen für städtische Wohnhausanlagen (GB_wohn), die mit 2010 von der Einrichtung wohnpartner abgelöst wurden. Eine wesentliche Aufgabe dieser Einrichtung ist es, die Arbeit der Mieter_innen-Beiräte zu unterstützen. Sowohl mit der Mieter_innen-Mitbestimmung als auch mit der Einrichtung "wohnpartner" wird u. a. die aktive Mitgestaltung des unmittelbaren Wohnumfelds durch Gemeindebau-Bewohner_innen und ihre Identifizierung mit diesem thematisiert. "Soziales Wohnen" wird dabei nicht nur auf die Versorgung mit leistbarem bzw. leistbarerem Wohnraum reduziert, sondern bezieht soziale und demokratiepolitische Aspekte mit ein. Es stellen sich die Fragen, wie Mieter_innen-Vertreter_innen unterstützt werden können/sollen, wie sie sich organisieren und vernetzen können/sollen bzw. welche Themen sie vertreten sollen - auch über ihre jeweiligen Wohnhausanlagen hinaus und wie Mieter_innen-Mitbestimmung generell im 21. Jahrhundert organisiert und geregelt sein sollte.

Im 10. Bezirk fungierte die Gebietsbetreuung, wie erwähnt jetzt als Einrichtung wohnpartner, als Initiatorin von Mieter_innen-Beiräten und Begleitung/Unterstützung für die interessierten und engagierten Mieter_innen-Vertreter_innen. Weiters hat die GB_wohn in den letzten Jahren den Aufbau einer Vernetzungsstruktur für die Mieter_innen-Beiräte Favoritens - das Forum-10 - begleitet. Im Laufe eines umfangreichen Prozesses wurde von den Mieter_innen-Vertreter_innen mit Unterstützung der GB_wohn bzw. wohnpartner ein Positionspapier zum Forum-10 als Plattform für die Mieter_innen-Beiräte im 10. Bezirk ausgearbeitet. Im Juni 2009 wurden erstmals Forumssprecher_innen gewählt, die das Forum gegenüber der Stadt Wien, Wiener Wohnen etc. vertreten (haben).

Die Gebietsbetreuung bzw. wohnpartner ist gefordert, Mieter_innen dabei zu unterstützen, wenn sie sich als Mieter_innen-Vertreter_innen engagieren wollen. Darüber hinaus stellt sich für wohnpartner die Frage, welchen Sinn die Vernetzung von Mieter_innen-Beiräten macht und wie diese gestaltet werden sollte.

Mieter_innen-Vertreter_innen bzw. Mieter_innen-Beiräte werden je Verrechnungseinheit - den kleinsten administrativen Einheiten der Wohnhausverwaltung Wiener Wohnen - gewählt. Eine Verrechnungseinheit ist oft identisch mit einer Wohnhausanlage. Manchmal aber besteht eine Wohnhausanlage aus mehreren Verrechnungseinheiten, die Mieter_innen können also von mehreren Mieter_innen-Beiräten vertreten werden. In vielen Verrechnungseinheiten gibt es ähnliche Fragestellungen und oft auch dieselben Ansprechpartner_innen bei der Verwaltung oder in der Politik. Durch diese Überschneidungen ergibt sich bei den Mieter_innen-Vertreter_innen selbst oft ein Interesse für die Vernetzung von Mieter_innen-Vertreter_innen allgemein bzw. über den jeweiligen Mieter_innen-Beirat hinaus.

Es zeigt sich, dass sich Mieter_innen-Vertreter_innen in Wien unterschiedlich organisieren - vom "Mieterecho"4 über die "Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte"5 bis zum "Forum-10"6. Die bestehenden und sich entwickelnden Modelle sind entweder "Bottom up" aus eigener Initiative und Kraft der Mieter_innen-Vertreter_innen ohne externe Unterstützung organisiert oder "Top down" von einzelnen Akteur_innen bzw. von Institutionen gestützt. Einmal geht es um möglichst unabhängige Interessensvertretung "von unten", ein andermal um die Organisation einer Interessensvertretung möglichst vieler Mieter_innen-Vertreter_innen aus ganz Wien. Die unterschiedlichen Modelle übernehmen unterschiedliche Aufgaben, entstehen daher auch gleichzeitig und parallel. Bei der Organisation dieser vielen verschiedenen Interessen müssen entscheidende Faktoren mitbedacht werden; wie unabhängig kann die Organisation von Parteipolitik sein, wie muss mit Einflussnahmen von Parteien umgegangen werden und welche Folgen kann eine parteipolitische Instrumentalisierung bzw. Vereinnahmung haben?

Im Rahmen des Forschungsprojekts wurde beleuchtet, welche Erwartungen unterschiedliche Akteur_innen der Hausverwaltung Wiener Wohnen, der Bezirksvertretung oder der Stadtpolitik an eine Vernetzung von Mieter_innen-Beiräten haben. Weiters wurde betrachtet, welche Erwartungen die Mieter_innen-Vertreter_innen ihrerseits an eine Vernetzung haben, welche Prozesse im Rahmen der Vernetzung ablaufen und welche Wirkung sie auf die Mieter_innen-Vertreter_innen haben. Auf die Rolle der GB_wohn bzw. von wohnpartner in diesem Prozess wurde ebenfalls besonderes Augenmerk gelegt. Daraus ergaben sich schließlich Empfehlungen für den Umgang mit Vernetzungsinitiativen von Mieter_innen-Beiräten für Mieter_innen-Vertreter_innen, für wohnpartner sowie für politische Verantwortungsträger_innen.


2. Fragestellungen
Das Forschungsprojekt untersuchte den Prozess der Entstehung und Etablierung des Forum-10 und arbeitete förderliche und hinderliche Faktoren bei der Entstehung und Etablierung sowie sowohl Potenziale als auch Probleme dieser Struktur heraus. Die zentralen Fragestellungen waren dementsprechend:

  • Was war förderlich und was war hinderlich bei der Etablierung des Forum-10 als Vernetzungsstruktur der Mieter_innen-Beiräte im 10. Bezirk?
  • Welche Potenziale und Probleme ergaben sich bei der Etablierung des Forum-10?

Ziel des Forschungsvorhabens war es, Aussagen darüber treffen zu können, wie der Prozess der Entstehung und Etablierung des Forum-10 von verschiedenen Seiten eingeschätzt wurde und welche Empfehlungen sich daraus für die weitere Entwicklung des Forum-10, aber auch für die Übertragbarkeit des Modells auf andere Bezirke Wiens ableiten lassen. Wichtig dafür war, diejenigen Akteur_innen in den Forschungsprozess einzubeziehen, die als Partner_innen oder Schlüsselpersonen im Entwicklungsprozess des Forum-10 eine bedeutsame Rolle spielten. Dazu zählten die Mitglieder des Forum-10 selbst mit den beteiligten Mieter_innen-Vertreter_innen und den gewählten Forumssprecher_innen, das Team der Gebietsbetreuung für Städtische Wohnhausanlagen des 10. Bezirks, jetzt wohnpartner, sowie die Verwaltung und die politische Ebene der Stadt Wien.


3. Methodischer Zugang
Für das Forschungsvorhaben wurde ein qualitativer Zugang gewählt. Das Forschungsdesign umfasste leitfadengestützte Einzelinterviews, Gruppendiskussionen, teilnehmende Beobachtungen und Dokumentenanalyse. Theoretischen Ausgangspunkt bildete die Grounded Theory von Barney Glaser und Anselm Strauss (vgl. Breuer 2009, Flick 2007, Glaser/Strauss 1998, Strauss/Corbin 1996), die durch eine offene Herangehensweise an das Forschungsfeld gekennzeichnet ist. Der Untersuchungszeitraum betrug knapp acht Monate, die Erhebungen fanden von April 2010 bis November 2010 statt.

Für die Dokumentenanalyse wurden vorhandene Dokumente, die sich auf die Gründung und Etablierung der Vernetzungsstruktur beziehen, herangezogen. Diese Analyse diente als Grundlage für die Erarbeitung der zentralen Fragestellungen für die Interviews und für die Auswahl der ersten Interviewpartner_innen. Zwei teilnehmende Beobachtungen von einer Sitzung des Forum-10 und einer Sitzung der Forumssprecher_innen mit Mitarbeiter_innen von wohnpartner (siehe Eigene Quellen/Transkriptionen) wurden ebenfalls dazu genützt, sich dem Forschungsgegenstand anzunähern.

Die Leitfadeninterviews hatten zum Ziel, förderliche und hinderliche Faktoren für die Etablierung des Forum-10 festzuhalten und sowohl Potenziale als auch Grenzen der Vernetzungsstruktur sowie die Erwartungen der unterschiedlichen Akteur_innen an diese zu erheben. Dafür wurde die Methode des leitfadengestützten Expter_innen-Interviews unter Heranziehung von narrativen Elementen angewendet, welche auch ermöglichte, die chronologische Entwicklung und das Verhältnis zwischen den Akteur_innen entsprechend zu erheben. Um unterschiedliche Sichtweisen besser einholen zu können, wurden zudem Gruppeninterviews geführt (vgl. Flick 2004: 117ff., 139ff., 170, vgl. auch Küsters 2009, Schütze 1983).

Um eine umfassende Einschätzung des Forum-10 von verschiedensten Seiten zu gewährleisten, wurden Interviews mit Vertreter_innen bzw. Teilnehmer_innen des Forum-10 geführt und (ehemalige) Mitarbeiter_innen der GB_wohn bzw. wohnpartner im 10. Bezirk sowie von der wohnpartner-Leitungsebene befragt. Ebenso wurden die Perspektiven von Wiener Wohnen, des Stadtrat-Büros für Wohnen, Wohnbau und Stadterneuerung, der MA 50 Wohnbauforschung und eines damaligen Gemeinderates aus dem 10. Bezirk eingeholt (vgl. Emprechtinger/Gruber/Stoik 2010).


4. Ausgewählte Ergebnisse, Empfehlungen und weiterführende Fragen
Bei der Vernetzung von Mieter_innen-Vertreter_innen zeigen sich unterschiedliche Modelle in Wien, die von sehr stark Bottom-up-orientierten Prozessen bis zu eher Top-down-organisierten Prozessen reichen - von Strukturen, die parteipolitisch mehr oder weniger vereinnahmt sind bis zu Strukturen, die explizit parteiunabhängig sein wollen, von Strukturen, die eher lokal überschaubar organisiert sind bis zu regionalen Strukturen mit vielen Mitgliederzahlen. Die Forschungsarbeit hat gezeigt, dass der Entstehungsprozess des Forum-10 sowohl Bottom-up als auch Top-down definiert wurde. Einerseits ging die Initiative stark von den Mieter_innenvertreter_innen aus, die sich nach der Etablierung nun auch selbst organisieren. Andererseits hat die GB_wohn bzw. wohnpartner die Rolle übernommen, den Prozess zu moderieren - innerhalb der Vernetzungsstruktur, aber auch zwischen den Mieter_innen-Vertreter_innen und anderen Akteur_innen wie Wiener Wohnen und der Politik. Dadurch konnte eine Akzeptanz der Vernetzungsstruktur sowohl nach innen als auch nach außen entwickelt werden. Diese breite Akzeptanz ist für das Funktionieren einer Mieter_innen-Beirat-Vernetzungsstruktur zentral. Auf Seiten der Mieter_innen-Vertreter_innen kann diese u. a. durch umfassende und transparente Einladungspolitik, durch eine Protokollierung und Dokumentation und damit eine Nachvollziehbarkeit des Prozesses sowie durch transparente und schriftlich festgelegte (Entscheidungs-)Strukturen gefördert werden. Für die Kommunikations- und Handlungsfähigkeit und damit die Akzeptanz einer Mieter_innen-Beirat-Vernetzungsstruktur nach außen ist die Anerkennung durch externe Akteur_innen, mit denen zukünftig kooperiert werden soll, notwendig. Um dies zu erreichen macht es Sinn, diese Akteur_innen (von Wiener Wohnen, aus der Stadtverwaltung und der Politik etc.) möglichst früh in den Prozess einzubinden. Die Einbindung sollte in diesem Falle bedeuten, dass die Akteur_innen über die Entstehung der Mieter_innen-Beirat-Vernetzungsstruktur und den Verlauf des Prozesses informiert sein sollten und auch eingeladen werden mitzureden, nicht aber mitzuentscheiden.

Das Forum-10 ist ein überschaubares Modell, geprägt davon, dass sich die Mieter_innen-Vertreter_innen mit dem Prozess und der Vernetzungsstruktur stark identifizieren. Vor diesem Hintergrund waren unterschiedliche Lernprozesse möglich, die sich einerseits auf die Arbeit der Mieter_innen-Vertreter_innen bezogen - so waren der Austausch der Mieter_innen-Vertreter_innen untereinander und die Reflexion der Mieter_innen-Vertretungsarbeit wichtig, aber auch der Zugang zu neuen, für die Arbeit der Mieter_innen-Vertreter_innen wichtigen Kontakten, wurde möglich - und andererseits auf demokratisches Vorgehen. Der Wert des Forum-10 als Lernort für partizipatives demokratisches Vorgehen bestand nicht nur für die beteiligten Mieter_innen-Vertreter_innen, sondern wurde auch aus politischer Perspektive positiv bewertet: Durch die kleinräumige Vernetzung der Mieter_innen-Vertreter_innen bzw. Mieter_innen-Beiräte standen Sachthemen im Vordergrund, deren Bearbeitung möglich gemacht und damit einer parteipolitischen bzw. (rechts-)populistischen Instrumentalisierung entzogen werden konnte. Die parteipolitische Unabhängigkeit war den Mieter_innen-Vertreter_innen wichtig und Voraussetzung für die Akzeptanz des Forum-10 durch die Mieter_innen-Vertreter_innen. Eine parteipolitische Färbung der Vernetzungsstruktur hätte dazu geführt, dass sich weniger Mieter_innen-Vertreter_innen beteiligt und sich vertreten gefühlt hätten. Die parteipolitische Unabhängigkeit war aber auch für andere Akteur_innen auf stadtpolitischer und bezirkspolitischer Ebene sowie für Wiener Wohnen Voraussetzung für die Akzeptanz des Forum-10 und die Zusammenarbeit. Diese Unabhängigkeit wurde entscheidend durch die Begleitung der GB_wohn bzw. wohnpartner gewährleistet.

Die GB_wohn bzw. wohnpartner unterstützte die Aushandlungsprozesse der Mieter_innen-Vertreter_innen, half bei der Etablierung, zog sich danach aber zurück und übergab die Organisation des Forum-10 an die Mieter_innen-Vertreter_innen. Die GB_wohn bzw. wohnpartner übernahm auch die Aufgabe, eine Einbindung anderer Akteur_innen wie Wiener Wohnen (WW) sowie der bezirks- und stadtpolitischen Ebene zu gewährleisten. Die Erhebung zeigte, dass die Einbindung dieser Akteur_innen ausschließlich durch Information über die Entwicklung der Vernetzung erfolgt. Sie sollten sich nicht an der Vernetzung selbst beteiligen, um nicht instrumentalisierend Einfluss zu nehmen. Eine regelmäßige Kommunikation zwischen der Vernetzungsstruktur und dem Kund_innen-Dienstzentrum von Wiener Wohnen wurde empfohlen; bei Bedarf können auch andere Akteur_innen kontaktiert werden, wie die Direktion von Wiener Wohnen, die Stadtrat-Ebene und die bezirkspolitische Ebene. Die Rolle der Bezirkspolitik wurde widersprüchlich gesehen. Einerseits wurde vertreten, dass eine Vernetzung mit der Bezirkspolitik nicht notwendig sei, weil die Themen, die die Mieter_innen-Vertreter_innen bearbeiten, nicht die Bezirkspolitik sondern meist Wiener Wohnen betreffen würde. Außerdem bestehe immer auch die Gefahr, dass eine parteipolitische Instrumentalisierung stattfinden könnte. Andererseits wurde vertreten, dass Mieter_innen-Vertreter_innen Zugang zu relevantem Wissen haben, das nicht nur Wiener Wohnen sondern auch die Bezirkspolitik betreffen kann. Es würde daher Sinn machen, über die Mieter_innen-Beiräte auch eine organisierte Verbindung zwischen Bezirkspolitik und den Bewohner_innen im Gemeindebau herzustellen.

Die Initiierung und Etablierung des Modellprojekts Forum-10 war relativ ressourcenintensiv für die GB_wohn. Die durchgeführte Erhebung im Rahmen der Forschungsarbeit ermöglicht, Erfahrungen für zukünftige Prozesse effizienter zu nutzen. So hat sich zum Beispiel gezeigt, dass die Förderung der überschaubaren Vernetzung von Mieter_innen-Beiräten unter Begleitung einer parteipolitisch unabhängigen Einrichtung bewirkt, eine parteipolitische Instrumentalisierung zu verhindern. Eine gute Überschaubarkeit der Vernetzungsstruktur unterstützt einerseits partizipative demokratische Prozesse, die sich auf sachpolitische Themen beziehen, andererseits fördert sie Lernprozesse der Mieter_innen-Vertreter_innen und die Identifikation der einbezogenen Personen mit dieser Struktur und ihrer Mieter_innen-Beirat-Arbeit. Ausschlaggebend für eine gelingende Vernetzung ist, dass das Interesse für eben diese von den Mieter_innen-Vertreter_innen selbst ausgeht. Die Begleitung der Initiierung und Etablierung durch eine Einrichtung wie wohnpartner sollte gewährleistet werden, wenn dies von den Mieter_innen-Vertreter_innen erwünscht ist. wohnpartner sollte in dieser Rolle auf die Transparenz des Prozesses achten (breite Einladung, Protokolle, Entscheidungsprozesse etc.), könnte aber auch die Schnittstelle zu anderen Akteur_innen darstellen und so die Einbindung von Wiener Wohnen und die Informationen aus der Politik sichern. Ein Rückzug von wohnpartner nach der Etablierung und die besondere Schwerpunktsetzung auf die Transparenz des weiteren Prozesses ermöglicht(e) die Eigenständigkeit der Vernetzungsstruktur. Sollten Mieter_innen-Vertreter_innen die Begleitung durch wohnpartner nicht wünschen, ist empfehlenswert, dass wohnpartner zu den Mieter_innen-Vertreter_innen trotzdem Kontakt hält.

Ein wichtiger Punkt bei der Gründung einer Vernetzungsstruktur ist, ebenso ein Ergebnis der Forschungsarbeit, dass möglichst alle betroffenen Mieter_innen-Vertreter_innen einbezogen und eingeladen werden, um grundsätzlich eine möglichst breite Beteiligung zu erzielen. Prozessen bei der Initiierung und Vernetzung sollte Zeit gegeben werden - einerseits um Lernprozesse zu etablieren, andererseits um Entscheidungen in Bezug auf Ausrichtung und Organisation der Vernetzungsstruktur so zu ermöglichen, dass Entscheidungen breit mitgetragen werden. Dieser Entscheidungsprozess klärt u.a., ob die Vernetzungsstruktur eher zum Austausch oder/und zur Vertretung nach außen genutzt werden soll. Bei der Vertretung nach außen ist wiederum besonders auf die Transparenz der Entscheidungsfindungsstrukturen zu achten. Deutlich wurde bei dieser Forschungsarbeit weiters, dass die Unterstützung der Vernetzung der Mieter_innen-Vertreter_innen von den Mieter_innen-Vertreter_innen als Anerkennung der Mieter_innen-Beirat-Arbeit durch die Stadt, vertreten durch das Stadtrat-Büro, gesehen wurde.

Die Erwartungen an Vernetzungsstrukturen von Mieter_innen-Beiräten sind je nach Akteur_innen sehr unterschiedlich - als Lernort für Mieter_innen-Vertreter_innen, über gebündelter Ansprechstruktur für Mieter_innen-Anliegen, als "Sensor" für den Bezirk bis zum Expert_innen-Pool für die Weiterentwicklung des Mieter_innen-Mitbestimmungsstatuts. Die Forschungsarbeit zeigte, dass es v.a. für Wiener Wohnen vorteilhaft ist, wenn über eine Vernetzungsstruktur viele Mieter_innen-Vertreter_innen über einen Weg erreicht werden können. Mit dem Forum-10 konnte auch die Kommunikation zwischen Mieter_innen-Vertreter_innen und Wiener Wohnen verbessert werden. Allerdings wurde seitens des Kund_innen-Dienstzentrums ein höherer Arbeitsaufwand befürchtet. Zum Zeitpunkt der Erhebung konnte diese Befürchtung seitens Wiener Wohnen weder bestätigt noch revidiert werden.

Der Aufgabenbereich und die Rolle der Mieter_innen-Vertreter_innen sind im Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut geregelt. Der grundsätzliche Auftrag an Mieter_innen-Beiräte ist die Vertretung der Mieter_innen-Interessen. Das Mitbestimmungsstatut lässt teilweise reichlich Interpretationsspielraum, wodurch sich divergierende Erwartungen aus den Blickwinkeln der verschiedenen Akteur_innen entwickeln, was Mieter_innen-Vertreter_innen leisten bzw. nicht leisten sollen. Durch die Forschungsarbeit wurde deutlich, dass sich die Erwartungen an die Arbeit der Mieter_innen-Vertreter_innen sehr unterschiedlich und/oder teilweise widersprüchlich darstellen. So wurden folgende Aufgaben genannt: Kontrolle der Wohnhausverwaltung, Ansprechstelle für Wiener Wohnen (bei baulichen Veränderungen etc.), Übernahme von kleinen Verwaltungsaufgaben (z. B. die Verwaltung von Gemeinschaftsräumen, wobei es gerade dazu sehr widersprüchliche Aussagen gab), Verbesserung des Zusammenlebens im Gemeindebau, Interessensvertretung der Bewohner_innen sowie Expertise bzw. "think tank" zu Entwicklungen des Mieter_innen-Mitbestimmungsstatuts. Bemerkenswert ist dabei, dass die Erwartungen different sind und auch nicht immer den derzeitigen Festlegungen im Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut entsprechen. Außerdem wurde sichtbar, dass diese Erwartungen für Mieter_innen-Vertreter_innen nur begrenzt transparent sind. Diese unterschiedlichen Erwartungen stellen wiederum eine Überforderung des Instruments Mieter_innen-Beirat dar. Außerdem wurde sichtbar, dass die Tendenz besteht, Mieter_innen-Vertreter_innen für Fragestellungen bzw. Problemstellungen zu instrumentalisieren, die sich aus der jeweiligen Logik der Akteur_innen heraus ergeben. Dabei müsste nicht nur die Instrumentalisierung dahingehend kritisch beleuchtet werden, wie sie auf Mieter_innen-Vertreter_innen und potenzielle Mieter_innen-Vertreter_innen wirken könnte bzw. wie Probleme auf Mieter_innen-Vertreter_innen abgewälzt werden, sondern auch inwiefern sich das mit der Ehrenamtlichkeit der Mieter_innenvertretungsarbeit verträgt.

Die Erhebung zeigte, dass Vernetzungsstrukturen keine Probleme lösen, die allgemein im Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut bzw. in der Unterstützung der Mieter_innen-Beirat-Arbeit zu suchen sind. Einerseits können sich Probleme sogar verfestigen, weil Mieter_innenvertreter_innen in Vernetzungsstrukturen "Gleichgesinnte" treffen und weniger Druck haben, auf andere Gruppen in ihrer Wohnhausanlage zugehen zu müssen. Andererseits können Vernetzungsstrukturen den Einstieg neuer Mieter_innen-Vertreter_innen in die Mieter_innen-Beirat-Arbeit erleichtern. Für die Mieter_innen-Vertreter_innen sind Vernetzungsstrukturen einerseits ein Austauschforum, andererseits aber auch die Möglichkeit, Interessen zu bündeln und gemeinsam nach außen zu vertreten. Dass durch die Institution Mieter_innen-Beirat insbesondere alteingesessene Bewohner_innen mit österreichischer Herkunft, eher ältere Männer und weniger Frauen und junge Menschen angesprochen werden, kann durch eine Vernetzungsstruktur nicht gelöst werden. Vielmehr hat eine Vernetzungsstruktur die Wirkung, dass die Mieter_innen-Vertreter_innen sich untereinander stärken und dadurch weniger die Notwendigkeit besteht, Bewohner_innen aus anderen Milieus oder Altersgruppen anzusprechen. Vernetzungsstrukturen haben jedoch auch das Potenzial, neue Mieter_innen-Vertreter_innen einfacher in die Mieter_innen-Beirat-Arbeit einzuführen.

Im Rahmen der Forschungsarbeit wurden weiterführende Fragen aufgeworfen, die v. a. die Erwartungen an Mieter_innen-Vertreter_innen allgemein und das Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut betreffen. In den Interviews kamen häufig auch Probleme zutage, die nur sehr begrenzt mit Vernetzungsstrukturen für Mieter_innen-Beiräte zu tun haben. Interessant war, dass dies nicht immer klar auseinandergehalten wurde. So wurde an das Forum-10 die Erwartung gestellt, dass die Vernetzung von Mieter_innen-Beiräten Schwächen ausgleichen solle, die u. a. im Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut bzw. dessen Auslegung und Umsetzung begründet sind. Die Forschungsarbeit zeigt deutlich, dass diese Erwartungen nicht nur eine Überforderung von Vernetzungsstrukturen darstellen, sondern dass Probleme rund um die Institution Mieter_innen-Beirat sich in einer Vernetzungsstruktur noch verfestigen können. Am Ende des Forschungsprojekts standen viele weiterführende Fragestellungen, die sich an das Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut, aber auch an die Unterstützung der Mieter_innen-Vertreter_innen (z. B. durch eine Einrichtung wie wohnpartner) richteten:

  • Was sind die Aufgaben der Mieter_innen-Vertreter_innen? Was sind keine Aufgaben von Mieter_innen-Vertreter_innen? Welche Erwartungen können in Bezug auf die Arbeit der Mieter_innen-Vertreter_innen formuliert werden, wie können diese transparent gemacht werden? Wie kann die Instrumentalisierung von Mieter_innen-Vertreter_innen verhindert werden bzw. ihre Unabhängigkeit gefördert? Wie können die Mieter_innen-Vertreter_innen bei ihren Aufgaben unterstützt werden und von wem?
  • Welche Kommunikationsformen und -strukturen sind insofern zeitgemäß, um die unterschiedlichen Bewohner_innengruppen im Gemeindebau (Milieus, Kulturen, Altersgruppen, Geschlecht) anzusprechen, das Instrument Mieter_innen-Beirat zu nutzen (offene Diskussionsrunden, Nutzung neuer Medien etc.)? Was muss davon im Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut festgehalten sein, was kann über Unterstützungsmaßnahmen gefördert werden?
  • Wie kann die Legitimierung der Mieter_innen-Beiräte verbessert werden, wie die Unterstützung der Mieter_innen-Vertreter_innen durch die Mieter_innen? Inwiefern kann das Mieter_innen-Mitbestimmungsstatut dabei eine unterstützende Rolle spielen? Müssen Mindeststandards (der Beteiligung der Mieter_innen) definiert werden, oder führt das zur Untergrabung des Instruments Mieter_innen-Beirat? Wie kann die Legitimierung durch unterstützende Maßnahmen gestärkt werden?


Verweise
1 http://www.wohnbauforschung.at/de/Projekt_Evaluierung_Pilotversuch_Forum10.htm (download am 20.08.2012).
2 Vgl. Magistrat der Stadt Wien, Magistratsabteilung 25 - Wiener Gebietsbetreuung. www.gebietsbetreuungen.wien.at/htdocs/sw-wohnhausanlagen.html (download am 22.5.2009).
3 Vgl. Stadt Wien - Wiener Wohnen: www.mieterbeirat.at (download am 23.5.2009).
4 Vgl. mieterecho.at: http://www.mieterecho.at/ (download am 23.11.2010).
5 Vgl. Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte: http://www.wmbr.at/ (download am 24.11.2010).
6 Vgl. Forum 10 - Arbeitsgemeinschaft der Favoritner Mieterbeiräte: www.forum-10.net/ (download am 30.11.2010).


Literatur
Breuer, Franz (2009): Reflexive Grounded Theory - Eine Einführung für die Forschungspraxis. Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften.
Emprechtinger, Julia; Gruber, Sonja; Stoik, Christoph (2010): Evaluierung des Pilotversuchs "Forum-10" als Unterstützungsforum für MieterInnenbeiräte im 10. Bezirk im Auftrag der Wiener Wohnbauforschung MA 50. Wien.
Flick, Uwe (2007): Qualitative Sozialforschung - Eine Einführung (7. Auflage). Reinbeck: Rowohlt.
Glaser, Barney G.; Strauss, Anselm L. (1998): Grounded Theory - Strategien qualitativer Forschung. Bern: Huber. Original: Glaser, Barney G.; Strauss, Anselm, L. (1967): The discovery of Grounded Theory. Chicago: Aldine.
Küsters, Ivonne (2009): Narrative Interviews - Grundlagen und Anwendungen (2. Aufl.) Wiesbaden (Lehrbuch: Hagener Studientexte zur Soziologie): VS Verlag.
Schütze, Fritz (1983): Biographieforschung und narratives Interview. In: Neue Praxis, 13 (3). S. 283-293.
Strauss, Anselm L.; Corbin, Juliet (1996): Grounded Theory - Grundlagen Qualitativer Sozialforschung (US-amerikanisches Original 1990). München: Fink.


Quellen
Forum-10 - Arbeitsgemeinschaft der Favoritner Mieterbeiräte: www.forum-10.net (download am 30.11.2010).
Stadt Wien - Wiener Wohnen; Mieterbeirat: www.mieterbeirat.at (download am 23.5.2009).
Wiener Gebietsbetreuungen - MA 25; Gebietsbetreuungen für städtische Wohnhausanlagen www.gebietsbetreuungen.wien.at/htdocs/sw-wohnhausanlagen.html (download am 22.5.2009).
Wohnservice Wien GesmbH: wohnpartner: www.wohnpartner-wien.at (download am 01.09.2010).
Vereinigung der Wiener Mieterbeiräte: www.wmbr.at (download am 24.11.2010).
Mieterecho: www.mieterecho.at (download am 23.11.2010).


Eigene Quellen/Transkriptionen

  • Protokolle von 2 teilnehmenden Beobachtungen
  • 4 Einzelinterviews mit Forumssprecher_innen
  • 5 Einzelinterviews mit Mieter_innen-Vertreter_innen des 10. Bezirks
  • 3 Einzelinterviews mit Mitarbeiter_innen/Leitung der ehemaligen GB_wohn im 10. Bezirk
  • 2 Einzelinterviews mit wohnpartner-Leitungsebene
  • 1 Gruppeninterview mit Mitarbeiter_innen von wohnpartner im 10. Bezirk
  • 2 Einzelinterviews mit Wiener Wohnen (Direktion, Kund_innendienstzentrum)
  • 1 Einzelinterview mit Gemeinderat Peter Florianschütz
  • 1 Einzelinterview mit Wolfgang Förster, dem Leiter der MA 50 - Wohnbauforschung


Der Beitrag bezieht sich auf den Forschungsbericht "Evaluierung des Pilotversuchs ,Forum-10‘ als Unterstützungsforum für Mieter_innenbeiräte im 10.Bezirk", gefördert durch die MA 50 - Wohnbauforschung, erstellt von Julia Emprechtinger, Sonja Gruber, Christoph Stoik.


Über die AutorInnen

Mag.a (FH) Julia Emprechtinger, Jg. 1983
julia.emprechtinger@gmail.com

Studium der Sozialen Arbeit an der FH Campus Wien; wissenschaftliche Mitarbeit an diversen Forschungsprojekten am Kompetenzzentrum für Soziale Arbeit 2009 - 2011; Grundlagenreferentin für soziale Arbeit im Verein neunerHAUS in Wien; derzeit als Assistentin an der Fachhochschule Westschweiz (HES-SO) tätig.

DSA Christoph Stoik MA, Jg. 1971
christoph.stoik@fh-campuswien.ac.at

Forscht und arbeitet als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der FH Campus Wien zu Gemeinwesenarbeit, Sozialer Raum, Soziale Arbeit im öffentlichen Raum, Stadtentwicklung und Partizipation.

Mag.a Sonja Gruber, Jg. 1971
sogruber@gmail.com

Studium der Soziologie, Sozialanthropologie und Spanisch an der Universität Wien sowie an der Universität Deusto (Bilbao, Spanien);
Themenfelder & Arbeitssschwerpunkte: Begleitforschung, Wissenschaftskommunikation (Demokratieforschung, Transdisziplinäre Forschung), Lehrtätigkeit zu empirischer Sozialforschung am Institut für Bildungswissenschaft, Sozialraum, Stadtteilarbeit, Gemeinschaftsgärten, Beteiligungsprojekte, soziale Nachhaltigkeit im Wohnbau, Workshops & Moderationen, Übersetzungstätigkeit.






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