Plädoyer gegen Empowerment? Zwischen Ansprüchen, gelebter Praxis, Kritik und neuen Ideen

Stefan Glaser (Standort Wien)

Abstract


Empowerment nimmt seit geraumer Zeit sowohl in der alltäglichen sozialarbeiterischen Praxis als auch im fachlichen Diskurs einen großen Stellenwert ein. Trotzdem ist der Begriff nicht klar definiert, da weder über Inhalte noch über formale Ansprüche Einigkeit herrscht. Zunächst werden deswegen Konzepte, die von Vertreter_innen des Empowerment-Ansatzes benannt werden, vorgestellt.
Annahmen, wie beispielsweise eine Abkehr von einem Defizit-orientierten Klient_innenbild oder die Fokussierung auf Eigenverantwortung der Adressat_innen, werden dann kritisch auf ihre inhärenten Machtgehalte hin analysiert. Außerdem wird bewiesen, warum sich die Ansprüche, die an Empowerment gestellt werden, nicht so einfach einlösen lassen.
Im darauf folgenden Abschnitt wird erörtert, wie Macht und Machtverhältnisse einzuordnen sind. Die versprochene Veränderung von Machtverhältnissen zugunsten der Adressat_innen von Sozialer Arbeit, kann nämlich nur schwer ohne einer grundsätzlichen Kenntnis über die Implikationen von Machtverhältnissen erfolgen. Anschließend wird vorgestellt, wie Empowerment, wenn es auf eine konkrete Veränderung der gesellschaftlichen Machtverhältnisse abzielt, gestaltet werden könnte.
Die angeführten Kritikpunkte führen zu der Frage, ob Empowerment für eine progressive sozialarbeiterische Praxis wertvoll sein kann. Deshalb besteht der Schlussteil aus Überlegungen, wie mit Empowerment in Zukunft umgegangen werden kann und ob eine Neuorientierung der Sozialen Arbeit ohne Empowerment zu bevorzugen wäre.

Schlagworte


Empowerment; Soziale Arbeit; Entwicklung; Kritik; Eigenverantwortung; Macht; Gesellschaftliche Veränderung

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