soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 21 (2019) / Rubrik "Thema" / Standort St. Pölten
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/603/1087.pdf


Andrea Nagy, Alex Klein & Christine Schmid:

International kooperative Studiengänge als Beitrag zur notwendigen Internationalisierung innerhalb der Sozialen Arbeit


Im Juli 2018 schloss eine Gruppe von 14 Studierenden der Fachhochschule St. Pölten den Bachelor of Social Work (Sozialpädagogik) an der Saxion Hogeschool in Enschede (NL) ab. Dies wurde durch eine Kooperation zwischen der FH St. Pölten und der Saxion Hogeschool ermöglicht. Die Studierenden und mit ihnen ihre Betreuer*innen erwarben im Rahmen der Studien Einblicke in verschiedene internationale gesellschaftliche und politische Rahmenbedingungen und Verschiedenheiten hinsichtlich der Positionierung ihrer Tätigkeit als Sozialpädagog*innen. Ein kurzer Überblick über die Kooperation der beiden Hochschulen soll die Besonderheiten der jeweiligen sozialpädagogischen Bezüge aufzeigen und warum das bereits Geschehene und noch zukünftig Geplante als Beitrag für eine gut funktionierende internationale Soziale Arbeit wichtig ist.


1. Das Kooperationsprogramm der Fachhochschule St. Pölten mit der Saxion Hogeschool in Enschede

Im Zuge von ersten Gesprächen im Jahr 2014 wurde eine Reihe von Anschlussmöglichkeiten zwischen der Fachhochschule St. Pölten und der Saxion Hogeschool in Enschede festgestellt. Diese waren die Grundlage für einen Kooperationsvertrag, welcher einen Studierenden- und Lehrendenaustausch in beide Richtungen vorsieht und forciert. Neben vielfältigen anderen Möglichkeiten, im Ausland zu studieren, bietet die Kooperation zwischen der Saxion Hogeschool und der FH St. Pölten passgenaue Programme für Social Work wie z.B. Minoren1 bzw. Vertiefungssemester an der Saxion. In St. Pölten wird aktuell der Minor „Sozialpädagogische Forschung und Fallanalysen“ angeboten, welcher auch von Studierenden der Saxion belegt werden kann.

Im Besonderen wurden die Curricula des akademischen Lehrgangs sowie Masterlehrgangs Sozialpädagogik der FH St. Pölten und des Studiengangs Social Work an der Saxion einem genauen Programmvergleich unterzogen, bei dem inhaltlich weit mehr Gemeinsamkeiten als Unterschiede festgestellt werden konnten. Für Absolvent*innen des akademischen Lehrgangs Sozialpädagogik besteht im Rahmen des Programms die Möglichkeit, nach Absolvierung von weiteren 60 ECTS, aufbauend auf die an der FH St. Pölten erreichten Credits, einen Bachelorabschluss an der Saxion (Bachelor of Social Work) zu erlangen.

Die zahlreichen Kooperationsverhandlungen und theoretischen Vergleiche des niederländischen nationalen Qualifikationsrahmens mit den Programmen der Sozialpädagogik in St. Pölten trugen in der Praxis rasch Früchte. So waren nach Unterzeichnung des Vertrages bereits 2017 die ersten St. Pöltner Studierenden als Extraneus (außerordentliche Studierende) an der Saxion eingeschrieben und legten 2018 erfolgreich die Abschlussprüfung ab. 2018 kamen die ersten Incoming-Studierenden der Saxion an der FH St. Pölten an (im Masterstudiengang Soziale Arbeit und im Masterlehrgang Sozialpädagogik).


2. Sozialpädagogik als disziplinäres Projekt im österreichischen Kontext

Die praktische österreichische Sozialpädagogik hat einen Nachholbedarf in Bezug auf die Professionalisierung und Etablierung des Berufsstandes sowie in Bezug auf die Anerkennung ihrer Expertise und adäquaten Honorierung. Dies ist unterschiedlichen Sachverhalten geschuldet: Die Ausbildung im Bereich der Sozialpädagogik in Österreich verfügt über keinen expliziten gemeinsamen Kanon, keine gemeinsame Wissensbasis. Traditionell werden Sozialpädagog*innen an Kollegs ausgebildet. Diese Ausbildungsschiene lässt sich jedoch schwerlich in ein Bologna-System von Bachelor und Masterstudien einordnen oder dorthin übertragen und bildet heutzutage häufig eine Sackgasse, wenn es um Höherqualifizierung innerhalb der Disziplin geht. Da die Berufsbezeichnung nicht geschützt ist, gibt es unterschiedliche Erwachsenenbildungsarrangements, die in praktischer Sozialpädagogik schulen, aber nicht die notwendige wissenschaftliche Anbindung leisten können. Eine universitäre Ausbildungsschiene in Anknüpfung an die Pädagogik gibt es ausschließlich auf Masterniveau. Das Studium kann allerdings nicht den kontinuierlichen Praxisbezug leisten und neuerdings gibt es unterschiedliche sozialpädagogische Studienangebote und -konzeptionen an Fachhochschulen als Subsummation unter oder in Anknüpfung an die Soziale Arbeit. Zur Unterschiedlichkeit der Ausbildungsgänge kam die politisch geteilte Zuständigkeit zwischen einerseits Bildungsministerium, was die höheren Fachschulen und die Kollegs betrifft, und andererseits dem Wissenschaftsministerium, was die Universitäten und Fachhochschulen betrifft, hinzu.2

Über Berufsberechtigungen in unterschiedlichen sozialpädagogischen Betätigungsbereichen (z.B. Kinder- und Jugendhilfe, Sozialpsychiatrie etc.) entscheiden die einzelnen Bundesländer. Eine einheitliche Vertretung in Form eines Berufsverbandes der Sozialpädagog*innen konnte sich bisher nicht etablieren, den Bereich teilen sich unterschiedliche Klein- (z.B. BÖS) bzw. Kleinstverbände (z.B. Akademische Sozialpädagog*innen), die als solche wenig Einfluss auf berufspolitische Fragen haben. Am vielversprechendsten in Bezug auf Mitgliederstärke wäre die Mitgliedschaft im Österreichischen Berufsverband der Sozialen Arbeit (obds). Die Möglichkeit einer solchen Mitgliedschaft besteht allerdings erst seit kurzem.

Was den Fachdiskurs betrifft muss sich die praktische Sozialpädagogik in der deutschsprachigen Tradition in einem gespaltenen und umstrittenen Theoriediskurs zwischen Pädagogik versus Sozialarbeitswissenschaft verorten (vgl. Walther 2014). International betrachtet existiert zudem keine aneinander anschließende und geteilte Theoriediskussion. Vielmehr haben sich in unterschiedlichen Ländern unterschiedliche sozialpädagogische (Aus)bildungs-Traditionen entwickelt, zum Beispiel in Italien die Tradition des educatore sociale oder in Südamerika der social educator in Anknüpfung an die Befreiungspädagogik Paolo Freires (vgl. Kornbeck 2002, Kornbeck/Jenson 2009). Relativ neu ist die social pedagogy in der UK (vgl. Hatton 2013) und in den USA (vgl. Schugurensky/Silver 2013), welche im Gegensatz zur deutschsprachigen Sozialpädagogik eher als eine spezifische Methode der Sozialen Arbeit eingeordnet wird (vgl. Hämaläinen 2003, Hatton 2013).

Vor allem im deutschsprachigen Kontext versteht sich die universitäre Sozialpädagogik häufig noch als eine der Sozialen Arbeit übergeordnete Disziplin, was zu Konflikten zwischen Sozialarbeit und Sozialpädagogik geführt hat und immer noch in den Diskursen zur Sozialen Arbeit eine Rolle spielt. Diese Perspektive der Überordnung der Sozialpädagogik beruht auf der disziplinären Berufung auf die Pädagogik als einer alten und etablierten Wissenschaft, die traditionell von ‚mächtigen Männern‘ betrieben wird und sich wie selbstverständlich über die Soziale Arbeit als junge und weiblich geprägte Profession stellt. Dabei ist die Soziale Arbeit im internationalen Diskurs mittlerweile etabliert(er).

Zusammengefasst hat man es im Feld der Sozialpädagogik in Österreich mit unterschiedlichen und oft konfliktgeladenen Ausbildungslandschaften – mit unterschiedlichen politischen Zuständigkeiten, mit unterschiedlichen und widersprüchlichen Selbstverortungen und historisch geprägten Theorietraditionen – zu tun; in der Ausdeutung auch mit einem geschlechtlich konnotierten Machtkampf der Disziplinen.

Mit der Kooperation der Hochschulen FH St. Pölten und Saxion Hogeschool in Enschede wurde den Studierenden ein Schritt ermöglicht, der in erster Linie professionsstärkend wirkt, weil der Schritt der internationalen Verständigung über Ausbildungsinhalte auch selbstvergewissernde Effekte mit sich bringt. Die Studierenden werden mit ihrem Abschluss in einen politisch und disziplinär umstrittenen Diskurs entlassen, den sie als Praktiker*innen in Ihrer alltäglichen Handlungspraxis, in Ihrer Reflexion, im Austausch mit Berufskolleg*innen und Vertreter*innen anderer Professionen und nicht zuletzt über die Teilnahme an einem sozialpolitischen Diskurs mitgestalten werden. Die hohe Qualität ihrer Ausbildung und der positive Effekt auf die Professionalisierung praktischer Sozialpädagogik kann zur besseren Etablierung des Berufsstandes beitragen, was in vielen Bereichen auch ein Fortschritt für die Klient*innen der Sozialen Arbeit und für die Integrationskraft unserer Gesellschaft bedeuten könnte.


3. Internationale Kooperationen im Studium der Sozialpädagogik

Die Studierenden, die das Programm durchlaufen haben, haben damit beispielhaft bereits in ihrem grundlegenden Studium internationale Erfahrungen gemacht. Solche internationalen Erfahrungen im Rahmen des Studiums sind erklärtes Ziel des Bologna-Prozesses und werden auch im Bereich des Sozialwesens mehr und mehr verfolgt. Das schließt an die Betonung von International Social Work innerhalb der Profession Soziale Arbeit an. Dies wird seitens der Theorie beschrieben und vertreten (vgl. Healy 2001; Thimmel & Friesenhahn 2012; Johnson 2004) und gleichzeitig betonen internationale Verbände wie die International Association of Schools of Social Work und die Federation of Social Workers die globale Dimension beispielsweise mit der Global (!)Agenda.

Durch die binationale Umsetzung ihres Studiums war es den Studierenden möglich, die spezifischen Besonderheiten sowohl des österreichischen als auch des niederländischen Rahmens kennen zu lernen, welche sich nicht nur durch hochschulspezifische Aspekte wie zwei verschiedene Notenskalen unterscheiden. Herausfordernd und zugleich fruchtbar war hier sicherlich das Aufeinandertreffen verschiedener Paradigmen in der Sozialpädagogik, der Sozialen Arbeit und der Wissenschaft allgemein. Ist die niederländische Soziale Arbeit – vergleichbar mit der angloamerikanischen – eher pragmatisch orientiert, zeigt die österreichische eine deutlich geisteswissenschaftliche Tradition, wie sie im deutschsprachigen Raum verbreitet ist. Diese Unterschiede spiegeln sich auch in den Forschungsansätzen der beiden Hochschulen wider. Gleichzeitig ist in beiden Ländern innerhalb der Sozialen Arbeit die Unterscheidung zwischen Sozialarbeit – im niederländischen Maatschappelijke Werk en Dienstverlening – und Sozialpädagogik – im niederländischen Sociaal Pedagogisch Hulpverlener – geläufig.

Das Studieren und die Auseinandersetzung mit diesen Gemeinsamkeiten und Unterschieden ist einerseits eine Herausforderung, verlangt den Studierenden wie auch den Lehrenden ein hohes Maß an Offenheit ab und zeichnet sich durch eine besondere Intensität aus. Andererseits entsteht ein kulturübergreifendes und damit auch kultursensibles Verständnis für den Kontext des eigenen professionellen Handelns, aus dem heraus sich auch lokale und nationale Praktiken und Strukturen erst reflexiv erschließen, was einer der Vorteile internationaler Sozialer Arbeit ist (vgl. Thimmel/Friesenhahn 2012: 389) und angesichts einer zunehmenden gesellschaftlichen Diversität immer größeres Gewicht bekommt. Die Erfahrung, die Studierende im Zuge der binationalen Ausbildung gemacht haben, bietet die Möglichkeit, die eigene Praxis in einem anderen Licht zu betrachten und sich der Codes, Traditionen und Werten bewusst zu werden, innerhalb derer sie sich verorten.

Dabei spielt die Verbindung von Theorie und Praxis eine zentrale Rolle, bei der das Praxisfeld als Lernfeld genutzt wird und die sich im Ansatz der professionellen Entwicklung (Kelchtermans 2012) widerspiegelt. Bei diesem an der Saxion Hogeschool genutzten Unterrichtsmodell geht es in der Auseinandersetzung mit der Profession um die bewusste Entwicklung einer professionellen Identität als Fachkraft der Sozialen Arbeit bzw., im Falle dieses Programms, als Sozialpädagog*in. Darüber hinaus knüpfen die Studierenden erste persönliche Kontakte im Ausland. Damit ist zumindest eine erste Hürde für die Etablierung zukünftiger internationaler Kooperationen abgebaut und nicht zuletzt kann ein für internationale Soziale Arbeit notwendiges Gefühl von Kollegialität über Ländergrenzen hinweg (vgl. Healy 2001: 7) entstehen.

Besonders erwähnenswert ist zu guter Letzt, dass es dieser Kooperation gelungen ist, sich der Herausforderung zu stellen, in einem so gänzlich anderen Kontext – mit anderen Ritualen, Codes und z.T. Werten – zu bestehen. Die dabei gemachte Erfahrung des Fremden, des Anderen bietet Möglichkeiten zur Verständigung mit Menschen an der Stelle, an der Sozialpädagogik und Soziale Arbeit mit ihnen in Berührung kommen. Die professionellen Systeme – seien es die Jugendhilfe, Behindertenhilfe, Sozialpsychiatrie – und ihre Codes und Werte sind bei weitem nicht immer allgemein verständlich. Das Bewusstsein davon kann den Sozialpädagog*innen die Perspektive der Klient*innen näherbringen. Die vielschichtige Erfahrung als Fremde wird den Absolvent*innen dieses Kooperationslehrganges lebenslang in ihrer Arbeit zur Verfügung stehen.


4. Notwendigkeit der Internationalisierung von Studiengängen der Sozialen Arbeit

Eine internationale Perspektive ist nicht nur wegen disziplinärer, reflexiver Aspekte und der Verbindung von Professionist*innen über Ländergrenzen hinweg relevant. Vielmehr ist bei den Teilnehmenden auch das Bewusstsein für die Bedeutung transnationaler Zusammenhänge für das alltägliche Leben und damit auch für die Adressat*innen Sozialer Arbeit gewachsen (vgl. Ife 2008: 83ff.; Fergusson 2009; Staub-Bernasconi 2007: 22). Will man Soziale Arbeit nicht auf eine individualisierende Hilfeleistung reduzieren, bedarf es eines Verständnisses ökonomischer, normativer und sozialer Zusammenhänge und ihrer Interdependenzen über Ländergrenzen hinweg. Für eine hinreichende Beschreibung und Erklärung der Probleme, mit denen Sozialpädagog*innen in der Praxis konfrontiert sind, muss auch internationalen Entwicklungen Rechnung tragen werden.

Besonders augenscheinlich lässt sich dies beispielhaft an zwei Entwicklungen erkennen, die in den letzten Jahren – man muss sagen: erneut – an Aktualität gewonnen haben: Einerseits haben die Flucht- und Migrationsbewegungen zugenommen und heute sind mehr Menschen auf der Flucht als jemals zuvor. Dabei sind die Fluchtursachen selbst durch transnationale Zusammenhänge, wenn nicht verursacht, so doch potenziert worden. Soziale Arbeit ist hier sowohl in den Herkunftsländern, als auch den Transit- und selbstverständlich den aufnehmenden Ländern gefragt, Menschen bei der Interaktion mit ihrer Umwelt und letztendlich in dem Streben nach einem menschenwürdigen Leben zu unterstützen. Entsprechend den Entwicklungen und deren öffentlicher Wahrnehmung ist das Thema in der Sozialen Arbeit präsent und auch innerhalb der Praxis vieldiskutiert. (Initiative Hochschullehrender zu Sozialer Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften 2016; Scherr 2015)

Anderseits gibt es ein feststellbares Erstarken nationalistischer, rassistischer und chauvinistischer Strömungen. Dies fordert international kooperative Verständigung und Bewegungen, die durch aktive Arbeit den damit verbundenen menschenverachtenden Praktiken entgegentreten. Auch hier gilt es für Professionist*innen, durch ihre Arbeit sowohl mit Individuen als auch mit Gruppen und Communities aktiv zu werden. Einerseits können sie einen Beitrag zur Bestimmung der Bedingungen dieser Entwicklung leisten, d.h. durch die (Mit)Arbeit an Untersuchungen zur Erklärung der zugrundeliegenden Zusammenhänge beim Erstarken menschenfeindlicher Einflüsse in Politik und Gesellschaft. Andererseits können und müssen die Professionist*innen vor dem Hintergrund des vorhandenen Wissens um diese Zusammenhänge policies entwickeln, um einen Beitrag zum Widerstand gegen menschenverachtende Ideen und die daraus resultierenden Praktiken – sowohl im Einzelfall als auch auf organisatorischer und gesellschaftlicher Ebene – zu leisten.

Die Rahmenbedingungen und daraus resultierenden Probleme, mit denen Klient*innen konfrontiert sind, können zusehends nicht mehr ohne den Blick auf internationale Zusammenhänge verstanden werden, worin eine große Herausforderung für die Profession liegt. Die Ursachen der Probleme in der Lebenswelt von Klient*innen können teilweise nur langfristig und auf internationaler Ebene verändert werden. Daher sei der Appell ausgesprochen, internationale Erfahrungen und Beziehungen zu nutzen, die an transnationale Aktivitäten, Initiativen und Verbände angekoppelt werden können. Hier steht die (sozial)politische Einflussnahme im Fokus – sowohl auf lokaler wie auf nationaler und inter- bzw. transnationaler Ebene, beispielsweise auf dort agierende politische Gebilde wie die EU oder der Europarat. Nur so kann dauerhaft eine Veränderung der strukturellen Ursachen sozialer Probleme stattfinden. Trotz oder gerade wegen sozialen, kulturellen und politischen Eigenarten gilt es, Programme für ein soziales Europa zu entwickeln (vgl. Bönisch/Schröer/Thiersch 2005). Kooperationen wie die hier beschriebene können dabei einen zukunftsträchtigen und wertvollen Beitrag leisten.


Verweise
1 In der europäischen Hochschulstrategie nach Bologna stellen Minoren eine Struktur dar, die Vergleichbarkeit und Übertragbarkeit von im Ausland erworbenen Teilstudien gewährleisten soll. Viele Hochschulen schaffen Minoren als Teil eines Studiums, welches in Englisch angeboten wird und von internationalen Austauschstudierenden besucht werden kann. Im Rahmen der niederländischen Fachhochschulstudiengänge ist ein Minor ein Vertiefungssemester, das von Studierenden an jeder beliebigen niederländischen oder ausländischen Hochschule besucht werden kann.
2 Seit Januar 2018 besteht ein Gesamtbildungsministerium, das Bundesministerium für Bildung, Wissenschaft, Forschung. Die Zuständigkeiten blieben geteilt.


Literatur

Bönisch, Lothar/Schröer, Wolfgang/Thiersch, Hans (2005): Sozialpädagogisches Denken. Wege zu einer Neubestimmung. Weinheim/München: Juventa, S. 273–288.

Ferguson, Ian (2009): Another Social Work is Possible: Reclaiming the Radical Tradition. In: Leskosek, Vesna (Hg.): Theories and Methods of Social Work: Exploring Different Perspectives. Ljubljana: Birografika BORI, S. 81–99.

Hatton, Kieron (2013): Social Pedagogy in the UK. Dorset: Russel House Publishing.

Hämäläinen, Juha (2003): The concept of social pedagogy in the field of social work. In: Social Work and Society 1(1), S. 69–80.

Healy, Lynne (2001): International Social Work: Professional Action in an Interdependent World. New York: Oxford University Press.

Ife, Jim (2008): Human Rights and Social Work. Cambridge: Cambridge University Press.

Initiative Hochschullehrender zu Sozialer Arbeit in Gemeinschaftsunterkünften (2016): Positionspapier: Soziale Arbeit mit Geflüchteten in Gemeinschaftsunterkünften. Professionelle Standards und sozialpolitische Basis, abrufbar unter: http://www.fluechtlingssozialarbeit.de/ (30.12.2018).

Johnson, Alice (2004): Increasing internationalization in social work programs. In: International Social Work 47(1), S. 7–23.

Kelchtermans, Geert (2012). De leraar als (on)eigentijdse professional, reflecties over de moderne professionaliteit van leerkrachten. Leuven: KU Leuven.

Kornbeck, Jacob (2002): Reflections on the Exportability of Social Pedagogy and its Possible Limits. In: Social Work in Europe, 9 (2), S. 37–49.

Kornbeck, Jacob/Jensen, Niels Rosendal (Hg.) (2009): The diversity of social pedagogy in Europe, Bremen: Europäischer Hochschulverlag.

Scherr, Albert (2015) Soziale Arbeit mit Flüchtlingen. In: Sozial Extra 39, S. 16–19.

Schugurensky, Daniel/Silver, Michael (2013): Social Pedagogy: Historical Traditions and transnational connections. In: Schugurensky, Daniel/Silver, Michael (Hg.): Education Policy Analysis Archieves. Phoenix: Arizona State University, S. 1–17. Journal website: http://epaa.asu.edu/ojs/.

Staub-Bernasconi, Silvia (2007): Soziale Arbeit: Dienstleistung oder Menschenrechtsprofession? Zum Selbstverständnis Sozialer Arbeit in Deutschland mit einem Seitenblick auf die internationale Diskussionslandschaft. In: Lob-Hüdepohl, Andreas/Lesch, Walter (Hg.) (2007): Ethik Sozialer Arbeit – Ein Handbuch. Einführung in die Ethik der Sozialen Arbeit. Paderborn: UTB, S.13–19.

Thimmel, Andreas/Friesenhahn, Günther (2012): Internationalität in der Sozialen Arbeit. In: Thole, Werner (Hg.): Grundriss Soziale Arbeit. Wiesbaden: VS Verlag, S. 387–402.

Walther, Andreas (2014): Sozialpädagogik und Social Pedagogy. Internationaler Vergleich oder (doppelte) Rezeption ‚deutscher‘ Theoriebildung durch die Hintertüre? In: Faas, Stefan/Zipperle, Mirjana (Hg.): Sozialer Wandel. Wiesbaden: Springer, S. 89–103.


Über die AutorInnen

Andrea Nagy, PhD

Forscherin an der Freien Universität Bozen/I. Von 2015–2018 hat sie an der FH St. Pölten die Sozialpädagogik-Lehrgänge (Akademischer Lehrgang und Master-Lehrgang) mitentwickelt und geleitet und – im Rahmen der Lehrgangsleitung – die Kooperation mit der Saxion Hochschule in Enschede/NL inhaltlich gestaltet.
https://www.unibz.it/en/faculties/education/academic-staff/person/32266-andrea-nagy

Alex Klein

Hat im Rahmen seines Studiums zum Master in Sozialer Arbeit an mehreren deutschen Hochschulen studiert. Er ist Dozent im Fachbereich Sozialwesen (AMM) der Saxion Hogeschool in Enschede (NL) und ist dort als Koordinator für die Kooperation mit der Fachhochschule St. Pölten verantwortlich.

Christine Schmid

Dozentin an der FH St. Pölten in den Sozialpädagogik-Lehrgängen und fungiert seit 2018 als Koordinatorin für die Kooperation mit der Saxion Hogeschool in Enschede. Als Sozialpädagogin war sie davor in stationären Einrichtungen sowie als pädagogische Leiterin des Frauenprojekt LIMA tätig.






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