Herausforderungen in der medizinischen Versorgung von illegalisierten Menschen in Wien

Antonia-Christina Dallinger, Michael Mörtl, Sophie-Thérèse Lenauer (Standort Wien)

Abstract


Im vorliegenden Beitrag werden Herausforderungen in der gesundheitlichen Versorgung für in Wien lebende Menschen ohne gesetzliche Aufenthaltsdokumente untersucht. Die dargestellten Überlegungen basieren auf den Ergebnissen der Gruppenbachelorarbeit Herausforderungen in der medizinischen Versorgung von illegalisierten Menschen in Wien. Hierfür wurden Expert*inneninterviews mit Ärzt*innen und Sozialarbeiter*innen der drei bestehenden medizinischen Einrichtungen für nicht-versicherte Menschen geführt. 

In der Forschungsarbeit konnte unter anderem nachgewiesen werden, dass die beforschte Zielgruppe einen eingeschränkten Zugang zu Angeboten der Gesundheitsversorgung hat. Im Folgenden werden insbesondere sprachliche und sozialisationsbedingte Barrieren zu den befragten Einrichtungen sowie für die betroffenen Patient*innen erörtert. Des Weiteren wird aufgezeigt, auf welche medizinischen Leistungen die Zielgruppe nur schwer oder gar nicht zugreifen kann. Im Bereich der Pflege und Nachsorge lässt sich die größte Versorgungslücke feststellen. Damit verbundene Therapieangebote stehen illegalisierten Personen nicht zur Verfügung.

Schlagworte: Illegalisierte, medizinische Versorgung, nicht-versichert, Gesundheit, Menschenrechte, Wien, Pflege, Nachsorge, AmberMed, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, neunerhaus Gesundheitszentrum

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This article aims to analyse healthcare limitations for people without appropriate legal documents of residency living in Vienna and is based on the authors’ group bachelor thesis Challenges of medical care for undocumented foreign residents in Vienna. The methodological approach includes interviews with doctors and social workers of the three existing medical facilities for persons who have no insurance. 

Among other things, the research shows that the investigated target group faces limited access to health care services. Moreover, language and socialization-related barriers for the surveyed institutions and patients are discussed. Furthermore, medical services which are only available with difficulty or not at all to the target group are presented. The biggest healthcare gap can be identified in nursing and aftercare. Therapies and treatments in those areas are not available to illegalized persons.

Keywords: illegalized, medical care, non-insured people, healthcare limitations, human rights, Vienna, care, aftercare


Schlagworte


Illegalisierte, medizinische Versorgung, nicht-versichert, Gesundheit, Menschenrechte, Wien, Pflege, Nachsorge, AmberMed, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, neunerhaus Gesundheitszentrum

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