soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 2 (2009) / Rubrik "Rezensionen" / Standortredaktion Vorarlberg
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/78/101.pdf


Breit, Gotthard (Hrsg.): Die alternde Gesellschaft. Wochenschau Verlag. Schwalbach 2005

125 Seiten / 9,80 EUR

Dass sich moderne Industriegesellschaften demographisch wandeln, womit enorme Ressourcendefizite und psychosoziale Problemstellungen verknüpft sind, ist inzwischen über Fachkreise hinaus hinlänglich bekannt. Wie sich die zukünftigen Herausforderungen im Detail volkswirtschaftlich, betriebswirtschaftlich und sozial auswirken, welche Alternativszenarien bestehen und wie sie umsetzbar wären, können nur noch Expertinnen und Experten ausführen, die sich mit dem Thema intensiv beschäftigen. Um so erfreulich ist es, mit dem vorliegenden Einführungswerk eine gut nachvollziehbare und allgemein verständliche Argumentationshilfe vorgelegt zu bekommen, die das Thema aus deutscher Perspektive anhand seriöser Datenlage und Argumentation erörtert.

Die vier FachautorInnen stammen aus dem Institut für Politikwissenschaft der Uni Gießen, dem Bundesinstitut für Bevölkerungsforschung des Statistischen Bundeamts, der Universität Magdeburg und der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt. In ihren Beiträgen stellen sie - auf das Wesentliche reduziert - die Ursachen, Folgen und Zukunftsmöglichkeiten des demographischen Wandels dar. Ihre Ausführungen rund um die Themen Arbeitskräftepotential, soziale Konsequenzen, Rentenversicherungslücke, Generationenkonflikt, soziale Gerechtigkeit u.a. bieten auch Kennern der Problematik an einigen Stellen neue Erkenntnisse. Wer sich zum ersten Mal mit der Materie beschäftigt, sollte den handlichen Band auf jeden Fall wahrnehmen. Die dargestellten Aspekte leiten sich zwar vorwiegend aus der deutschen Entwicklung ab - die internationale Perspektive wird eher randständig abgehandelt. Aber spezifische Punkte, wie z.B. die wissenschaftliche Begrenztheit einer zusammengefasst berechneten Geburtenziffer oder die Folgen der veränderten Altersstruktur für Unternehmen, dürfen durchaus als allgemeingültig betrachtet werden. Somit ist das Werk insgesamt für den deutschsprachigen Raum zu empfehlen.

Frederic Fredersdorf / fre@fhv.at




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