Weibliche Sexarbeit und sexuelle Zweckbeziehungen im Kontext der Wiener Wohnungslosenhilfe
Abstract
Frauen, die von Wohnungslosigkeit bedroht oder betroffen sind, versuchen häufig diese schwierige Lebenssituation zu verbergen und begeben sich in die verdeckte Obdachlosigkeit. Das bedeutet, dass sie in prekären, ungesicherten (Miet-)Verhältnissen leben, die auf Abhängigkeitsverhältnissen und/oder Zweckbeziehungen gründen. Das Eingehen einer Zweckbeziehung bringt Frauen in ein starkes Machtungleichgewicht, kann aber auch als selbstbestimmte Bewältigungsstrategie anerkannt werden. In einer Forschungsstudie sollte dargelegt werden, inwiefern Klientinnen der Wiener Wohnungslosenhilfe ihre Sexualität einsetzen, um sich finanzielle und materielle Absicherung zu verschaffen. Konkret geht es dabei um wohnungslose Frauen, die in der Sexarbeit tätig sind, oder sexuelle Zweckbeziehungen eingehen, um ihren Lebensunterhalt abzusichern. Der vorliegende Artikel präsentiert die empirischen Erkenntnisse in Bezug auf weibliche Sexarbeit und sexuelle Zweckbeziehungen im Kontext der Wiener Wohnungslosenhilfe und zeigt Möglichkeiten sowie Herausforderungen auf verschiedenen Ebenen für Praktiker_innen der Sozialen Arbeit auf.Schlagwörter
Sexarbeit, wohnungslose Frauen, (sexuelle) Zweckbeziehung, verdeckte Obdachlosigkeit, geschlechtsspezifische Abhängigkeitsverhältnisse, Wiener Wohnungslosenhilfe, Prostitution
Autor/innen-Biografie
Johanna Enzendorfer
Johanna Enzendorfer, B.A. Internationale Entwicklung/B.A. Soziale Arbeit derzeit Masterstudium Gender Studies an der Universität Wien und als Betreuerin in einer Tagesstruktur für Menschen mit Beeinträchtigung in Wien tätig; bisherige Arbeits- und Themenschwerpunkte: Migration, frauenspezifische Themen, Jugendarbeit
Vera Scheckenbach (Standort Wien)
Vera Scheckenbach, B.A. Sozialwissenschaften/B.A. Soziale Arbeit derzeit tätig in der niederschwelligen Sucht- und Drogenhilfe (Wien); bisherige Arbeits- & Themenschwerpunkte: Drogen/Sucht, frauenspezifische Themen