Wohnungslosigkeit im Jugendalter. Eine Literaturstudie zum anglo-amerikanischen Fachdiskurs
Abstract
Aufgrund der begrenzten, deutschsprachigen Fachdebatte zu Wohnungslosigkeit im Jugendalter zielt die vorliegende Literaturstudie darauf ab, englischsprachige Forschungsergebnisse insbesondere des angloamerikanischen Raums für die Soziale Arbeit zugänglich zu machen. Dabei skizzieren wir einige Besonderheiten von ausgewählten forschungsmethodischen Zugängen sowie Systematisierungen der Ursachenforschung. Im Weiteren werden Studienergebnisse präsentiert und diskutiert, u.a. zu Brüchen in der familiären Sozialisation und der besonderen Vulnerabilität von LGBTQ-youth. Mit Blick auf Forschungen zu prekären Lebensführungen der Jugendlichen rückt das räumliche Mobilitätsverhalten in ungesicherten Wohnsituationen in den Vordergrund, was als wenig sichtbare Dynamik zwischen Familie, Freunden, Straße und Angeboten der Jugend- oder Wohnungslosenhilfe verstanden werden muss. Im Kontext des prekären Alltags verweisen wir auf Untersuchungen zu Strategien materieller Sicherung, Aspekten sozialer Gruppenbildung sowie zu psychischen Belastungen und erhöhter Suizidalität. Angesichts einer vielfältigen Forschungslage im angloamerikanischen Raum und einer fehlenden wissenschaftlichen Auseinandersetzung in Österreich skizzieren wir abschließend einige Forschungsperspektiven im Feld von Jugendwohnungslosigkeit.Schlagwörter
Jugend, Wohnungslosigkeit, Forschung, Soziale Arbeit, Gender, LGBTQ, Youth Homelessness, Social Work
Autor/innen-Biografie
Marc Diebäcker
FH-Prof. Dr. Marc Diebäcker marc.diebaecker@fh-campuswien.ac.at Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Sozialen Arbeit in Duisburg, Edinburgh und Wien. Lehrt, forscht und publiziert am Fachbereich Soziale Arbeit an der FH Campus Wien zu Staat, Sozialpolitik, Sozialraum und Soziale Arbeit.
Anna Voggeneder (Standort Wien)
Anna Voggeneder, BA anna@voggeneder.net Studium der Sozialen Arbeit in Wien. Derzeit tätig als Unterstützerin im Selbstvertretungszentrum für Menschen mit Lernschwierigkeiten im WUK – Werkstätten und Kulturhaus. Schwerpunkte: Bedeutung der „Restorative Justice“ im Strafrecht, Stadt- und Regionalentwicklung, inklusive Forschung und Rechte von Menschen mit Behinderungen.