Zur Hauptnavigation springen Zum Inhalt springen Zur Fußzeile springen

Sozialdiagnostische Verfahren im Praxistest: Kooperative Diagnostik mit easyNWK, easyBiograph und dem digitalen IC4

Abstract

Die sozialdiagnostische Einschätzung von Lebenssituationen und Lebenslagen stellt eine zentrale Grundlage professionellen Handelns in der Sozialen Arbeit dar. Sie ist zugleich Voraussetzung für eine begründete Interventionsplanung und ein fortlaufender Prozess kooperativer Deutungs- und Aushandlungsarbeit zwischen Fachkräften und Klient:innen. Fachkräfte der Sozialen Arbeit können heute auf eine Vielzahl von Verfahren und Instrumenten für eine mehrperspektivische und multidimensionale, fachlich fundierte Einschätzung der subjektiven Problem- und Ressourcenlagen zurückgreifen. In den vergangenen Jahren wurden einige dieser Instrumente im Rahmen interdisziplinärer Entwicklungsprojekte digitalisiert und methodisch weiterentwickelt.

Der Beitrag umreißt die theoretisch-methodische Verortung von drei ausgewählten, sozialdiagnostischen Instrumenten: dem biografischen Zeitbalken (easyBiograph), der egozentrierten Netzwerkkarte (easyNWK) und dem Inklusionschart IC4. Anhand eines Fallbeispiels werden Anwendung, Analysepotenziale und Grenzen der Instrumente exemplarisch demonstriert. Der Beitrag zeigt, dass digitale Diagnostikinstrumente sozialdiagnostische Prozesse insbesondere als kooperative Visualisierungs- und Reflexionsmedien unterstützen können. Ihre diagnostische Aussagekraft entsteht jedoch erst durch professionelle Interpretation und aushandlungsorientierte Deutung. Abschließend wird diskutiert, unter welchen Bedingungen (teil)standardisierte und digitale Verfahren zur Professionalisierung sozialarbeiterischen Handelns beitragen können – und wann sie Tendenzen der Sozialtechnologisierung begünstigen.

PDF HTML

Autor/innen-Biografie

Karin Goger

Dozentin an der USTP (Dozentur für Lehre und Praxis), fachliche Leitung des Erasmus+-Projekts TransSoDia. Langjährige Erfahrung als Sozialarbeiterin in der Suchthilfe, Gemeinwesenarbeit, Frauenberatung, als Hochschullehrende, als (systemische) Supervisorin und Organisationsberaterin sowie als Psychotherapeutin (Psychodrama). Schwerpunkte in der Lehre: Methoden der Sozialen Arbeit (Individualhilfe, Soziale Diagnostik, fachliche Stellungnahmen, Case Management), professionelle Entwicklung, Forschungsprojekte.

Pascal Laun

Sozialarbeiter im Tageszentrum „Am Hauptbahnhof“ bei der Caritas Wien. Dozent an der USTP (Dozentur für Lehre und Praxis). Nebenberuflicher Lektor an der Hochschule Burgenland. Studium der Sozialen Arbeit und Sozialwirtschaft an der FH St. Pölten und der FH Campus Wien. Über zehnjährige Erfahrung als Sozialarbeiter in der Wohnungslosenhilfe und in der Hochschullehre. Arbeitsschwerpunkte: Soziale Dienste, Non-Profit-Organisationen, Sozialwirtschaft, Soziale Diagnostik, wissenschaftliches Arbeiten, Wohnungslosenhilfe.

Christina Engel-Unterberger

Studiengangsleiterin des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit an der USTP – University of Applied Sciences St. Pölten. Sozialarbeiterin und Supervisorin mit langjähriger Erfahrung in Hochschullehre, Curriculumsentwicklung, Interessensvertretung und politischer Praxis in unterschiedlichen Funktionen. Arbeitsschwerpunkte: professionelle Entwicklung sowie die politische Dimension Sozialer Arbeit.


Literaturhinweise