Niederschwelligkeit zwischen Anspruch und Struktur: Freiwilligkeit, Barrieren und institutionelle Bedingungen der Schulsozialarbeit an Salzburger Mittelschulen
Abstract
Der Beitrag analysiert das Spannungsfeld von Freiwilligkeit und Niederschwelligkeit in der Schulsozialarbeit an Salzburger Mittelschulen. Ausgangspunkt ist die Beobachtung, dass Schulsozialarbeit von Schüler*innen überwiegend positiv bewertet wird, jedoch nicht alle erreicht, die davon profitieren könnten. Die Grundlage der Darstellung bildet eine Mixed-Methods-Studie, die eine Online-Befragung von 211 Schüler*innen sowie Interviews mit sechs Schulsozialarbeiter*innen umfasst. Die Analyse folgt dem von Mayrhofer entwickelten mehrdimensionalen Verständnis von Niederschwelligkeit entlang der zeitlichen, räumlichen, sozialen sowie inhaltlichen Dimension und wird um eine strukturell-institutionelle Dimension ergänzt. Die Ergebnisse zeigen deutliche Zugangsbarrieren, etwa durch begrenzte zeitliche Präsenz, mangelnde Diskretion, Unsicherheiten bezüglich der Vertraulichkeit und strukturell-institutionelle Unklarheiten. Niederschwelligkeit erweist sich damit weniger als individuelle Haltung, sondern als strukturell-institutionell gerahmte Voraussetzung schulsozialarbeiterischer Praxis.
Autor/innen-Biografie
Franz Fleissner
Arbeitet im Bereich der Kinder und Jugendhilfe, ist Absolvent des Bachelorstudiums Soziale Arbeit und des Masterstudiums Soziale Innovation an der FH Salzburg.
Ilona Putzhammer
Arbeitet als Lehrerin an einer Praxismittelschule, ist Absolventin des Bachelorstudiums für Lehramt in Englisch sowie Kunst und Gestaltung an der PH Salzburg und des Masterstudiums Soziale Innovation an der FH Salzburg.