Zwischen Fürsorge und Autonomie: Aufgaben und Potentiale der Sozialen Arbeit im Kontext von assistiertem Suizid
Abstract
Soziale Arbeit sorgt als eigenständiger und unverzichtbarer Teil der multiprofessionellen End-of-Life Care dafür, dass Sterben, Tod, Trauer und assistierter Suizid nicht nur als medizinisch-pflegerische, sondern auch als soziale, biografische und strukturelle Geschehnisse erfasst und bearbeitet werden. Mit ihrem biopsychosozialen Menschenbild, ihrem lebensweltorientierten Zugang, ihren Methoden der Sozialanamnese und Beratung sowie ihrem Auftrag zur Gestaltung von Teilhabe ist Soziale Arbeit prädestiniert, das Wohlbefinden Sterbender und ihrer An- und Zugehörigen zu fördern, sie im Umgang mit diesen Herausforderungen zu unterstützen, und die Strukturen in diesem Sinne zu verändern. Um die Defizite in der praktischen Umsetzung des Sterbeverfügungsgesetzes von 2022 zu verringern – vor allem in der Beratung und Prozessbegleitung für Sterbewillige und ihre An- und Zugehörigen – sollte die Soziale Arbeit in diesem Kontext mehr Verantwortung übernehmen.
Autor/innen-Biografie
Eva Schmidhuber
20 Jahre Medien-, Bildungs- und Community Arbeit im Freien Radio, ab Juli 2026 Sozialarbeiterin gemäß Berufsbezeichnungsgesetz (BA Soziale Arbeit, FH Salzburg). Ausbildung in Würdezentrierter Therapie nach H. Chochinov. Ehrenamtliche Mitarbeiterin im Hospiz, in der Österreichischen Gesellschaft für ein Humanes Lebensende (ÖGHL) und im Österreichischen Berufsverband der Sozialen Arbeit (obds).