soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 9 (2013) / Rubrik "Sozialarbeitswissenschaft" / Standortredaktion Wien
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/267/416.pdf


Johannes Vorlaufer:

Voreilender Gehorsam.


Über ein Moment des sozialen Masochismus und die Auf-Gabe der Sozialen Arbeit


1. Einleitendes
Dem österreichischen Baron Leopold von Sacher-Masoch (1836-1895) verdankt die Wissenschaft zwar keine wissenschaftliche Untersuchung zum Masochismus, dafür aber den Begriff und den aufschlussreichen autobiographischen Roman Venus im Pelz, der die Geschichte einer sadomasochistischen Liebe und deren desillusionierendes Ende enthält. Severin, der Held dieses Romans, erkennt darin schließlich seine Leidenschaft auch als Ausdruck einer sozialen Ungleichheit im Geschlechterverhältnis:

„Daß das Weib [...] wie es der Mann gegenwärtig heranzieht, sein Feind ist und nur seine Sklavin oder seine Despotin sein kann, nie aber seine Gefährtin. Dies wird sie erst dann sein können, wenn sie ihm gleich steht an Rechten, wenn sie ihm ebenbürtig ist durch Bildung und Arbeit. Jetzt haben wir nur die Wahl, Hammer oder Amboß zu sein.“ (Sacher-Masoch 1980: 138)

Damit ist hier ein Zusammenhang zwischen gesellschaftlichen Strukturen und persönlichen Existenzweisen immerhin angedeutet, die Erkenntnis, dass sadistisch-masochistisches Verhalten als eine Weise des Miteinanderseins nicht isoliert von gesellschaftlichen Entwicklungen begriffen werden kann. Den Begriff Masochismus, den man in einem weiten Sinn üblicherweise so versteht, dass – nicht nur sexuelle – Lustgefühle daraus resultieren, „daß man angegriffen, beherrscht, versklavt oder auf andere Weise mißhandelt wird“ (Broadhurst 1976: 500), hat dann erstmals 1886 Krafft-Ebbing in seiner „Psychopathia sexualis“1 für wissenschaftliche Analysen im Bereich sexueller Perversionen angewandt.

Dient im alltäglichen Sprachgebrauch der Begriff des Masochismus häufig immer noch dazu, Verhaltensweisen moralisch zu bewerten, so lässt nun gerade die Heftigkeit des geläufigen Perversionsvorwurfes den Verdacht aufkeimen, hier werde etwas als „widernatürlich“ abgewehrt, was aber vielleicht trotz seines pathologischen Charakters massive Züge von Normalität aufweist und was dem Menschen der Gegenwart zur zweiten Natur geworden ist. Ist das masochistische Verhalten des Einzelnen vielleicht sogar Ausdruck und Gradmesser für die Totalisierung einer Gesellschaft, die in weiten Bereichen diese Überlebensform fördert?

Wenn Sigmund Freud in den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie den Masochismus als die häufigste und bedeutsamste aller Perversionen (Freud 1982d: 67) definiert, so soll in den folgenden Zeilen jedoch nicht Freuds spezifisches Perversionsverständnis, sondern den beiden ineinander verschränkten Charakteristika fragend nachgegangen werden: Worin liegt die Bedeutsamkeit des Masochismus für den Einzelnen als auch für soziale Verhältnisse? Und wo kann der Masochismus angesichts seiner verborgenen Häufigkeit überhaupt sichtbar gemacht werden? Bedeutsamkeit erschöpft sich nicht in Häufigkeit. Vielleicht zeigt sich nun – so die Fragerichtung und These dieses Artikels – im voreilenden Gehorsam als Moment eines sozialen Masochismus sowohl seine Häufigkeit wie seine Bedeutungstiefe aufgrund seiner normenstiftenden Normalität, welche diese Weise menschlichen Selbstvollzugs für die Soziale Arbeit als relevant erkennen lässt – während eine bloß äußerliche Sicht des Masochismus als eine vom Verhaltenskodex abweichende Verhaltensweise tatsächlich dem Verdikt Adornos anheim fällt, wenn er formuliert: „Begriffe wie Sadismus und Masochismus reichen nicht mehr zu.“ (Adorno 1980: 269)

Einen entscheidenden Blickwinkel für dieses Verständnis des sozialen Masochismus gewinnen wir, wenn wir mit Wilhelm Busch einen Zugang dort suchen, wo er jedem vertraut ist: in unseren alltäglichen Lebensweisen. Busch bringt hier mit seiner ihm eigenen Schärfe die Genesis und Vieldeutigkeit masochistischen Verhaltens zur Sprache:

„Die Selbstkritik hat viel für sich
Gesetzt den Fall, ich tadle mich,
So hab ich ersten den Gewinn,
Daß ich so hübsch bescheiden bin;
Zum zweiten denken sich die Leut,
Der Mann ist lauter Redlichkeit;
Auch schnapp ich drittens diesen Bissen
Vorweg den andern Kritiküssen;
Und viertens hoff ich außerdem
Auf Widerspruch, der mir genehm.
So kommt es denn zuletzt heraus,
Daß ich ein ganz famoses Haus.“ (Busch 1989: 316)

Beinahe harmlos, keinesfalls aber leidend wirkt jener Masochismus, den Busch dem „Selbstkritiker“ unterstellt. Eher schon berechnend, strategisch „clever“ und listig: Indem er das herrschende Sozialgefüge anerkennt, macht er es sich zunutze und bedient sich seiner, um im System „zuletzt“ sich als der zeigen zu können, der er von Anfang an sein will: „ein ganz famoses Haus“. Der Ort des Masochismus ist demnach Intersubjektivität, die Präsenz der Anderen. In diesem Miteinandersein enthüllt sich jemand als der, der er sein will und dennoch nicht sein kann, ohne diesen spezifischen Weg, der genauer betrachtet ein Umweg ist, zu gehen. Die Frage Erich Fromms: „Gibt es vielleicht außer dem angeborenen Wunsch nach Freiheit auch eine instinktive Sehnsucht nach Unterwerfung?“ (Fromm 1989: 221) geht somit nur auf die eine Hälfte des Masochismusphänomens ein, denn schon jetzt wird sichtbar: Dem Masochisten geht es nicht (nur) um Selbsterniedrigung, sondern wesentlich um ein „Zuletzt“, das sich durch diese Selbsterniedrigung hindurch enthüllen soll. Insofern findet sich bei Wilhelm Busch ein Vorbegriff dessen, was unter einem sozialen Masochismus verstanden werden kann und was Theodor Reik einer kritischen Analyse unterzogen hat: „Sieg durch Niederlage“ (z. B. Reik 1983: 498).

Sich erniedrigen, um erhöht (z. B. anerkannt) zu werden, bestimmt in vielfacher Weise unser alltägliches Miteinandersein. Ein Mann, der sich von einer Frau schlagen lässt und so zum Orgasmus kommt; eine Frau, die durch ihr Moralisieren erreicht, dass die Menschen ihrer Umgebung wirklich so werden, wie es ihrem Lamentieren entspricht; Xanthippe, die den Sokrates durch ewiges Nörgeln und Gezänke auf den Marktplatz zwingt und erreicht, dass er der wird, den sie hasst (oder war es vielleicht doch Sokrates, der Xanthippe durch sein Verhalten keine andere Wahl ließ als so zu werden, dass er vor ihr flüchten musste?); ein Sparer, der sein Leben lang auf den Genuss verzichtet und schließlich im Sparen selbst Freude findet2; oder ein Asket, der sich fastend auf eine Säule setzt, um als Säulenheiliger Wertschätzung zu finden – suchen diese Menschen Lust am Leiden, im Leiden, durch das Leiden oder trotz Leiden? Sind jene Menschen passiv einem Leiden ausgesetzt oder wird es bewusst, vielleicht aber auch unbewusst selbst herbeigeführt? Haben diese Menschen nicht eine größere Macht über ihre Leidenszufüger oder über die, vor denen sie sich erniedrigen, als dies von außen unmittelbar sichtbar ist?

Damit ist angedeutet, dass „der“ Masochismus in seiner Vielschichtigkeit und unterschiedlichen Erscheinungsform, grenzt man ihn nicht durch eine gewaltsame Definition aus der Normalität gesellschaftlichen Lebens aus, um ihn dann als isoliertes „Phänomen“ gleichsam aus höherer Perspektive zu erforschen, einen Komplex an Fragen aufwirft, der nicht mit eindeutigen Antworten zum Stillstand gezwungen werden kann. In diesem weiten Zugang zum Erfragen des Masochismus ist inkludiert, dass auch die Sozialarbeit, ja vielleicht gerade sie, immer auch im Kontext dieser Verhaltensweise agiert, diese eventuell sogar befördert, und eine Reflexion auf den Masochismus auch als selbstkritischer Spiegel ihres Tuns begriffen werden kann. Sind „gehorsame“ KlientInnen nicht doch „wertgeschätzter“ als „störrische“, die ihren eigenen Weg gehen möchten? Und ist es nicht gerade der/die unter Erfolgsdruck arbeitende SozialarbeiterIn, welcher/m der voreilende Gehorsam der KlientInnen das Gefühl suggeriert, erfolgreich zu handeln? Und sind es nicht auch die sozial Arbeitenden selber, die sich ihrerseits den Erfordernissen einer am Nutzen und Kalkül orientierten Kultur gehorsam unterwerfen und, Evaluierungen vorwegnehmend, vor eilig agieren bzw. sich, geblendet vom Erfolg und von gesellschaftlicher Anerkennung, bereitwillig instrumentalisieren lassen? Transformiert in die Sprache der Berufsethik könnte man formulieren: Worauf achtet die Sozialarbeit in ihrem Tun? Ist die professionelle Begegnung bestimmt von Für Sorge, d. h. Achtsamkeit für KlientInnen oder gilt ihre Sorge einem Externen wie etwa einer Erfolgsstatistik?

Ist uns der Masochismus also vielleicht näher, als uns lieb und „bewusst“ ist, so bedeutet dies für die folgenden Ausführungen, dass auch ihr Autor nicht beansprucht, von außerhalb des Phänomenbezirks „über“ eine Sache schreiben zu können, sondern dass er dem nachzugehen sucht, was uns alle in unterschiedlicher Weise bedrängt und unser Miteinandersein bestimmt. Wenn aber der Masochismus die Tiefenstruktur unseres Existierens mitbestimmt, kann es nicht darum gehen, abschließende Antworten zu geben, sondern im Fragen zu verbleiben, d.h. dem nachzufragen, was sich hier verborgen zeigt. Um diesen Weg des Fragens und Sich zeigen Lassens zu gehen, soll in einem ersten Schritt Freuds Fassungen des Masochismusbegriffs skizzenhaft nachgegangen werden. Denn Freud hat wegweisend die Zusammengehörigkeit des Masochismus mit seinem Widerpart – dem Sadismus – erblickt. Innerhalb seines Frageentwurfs konnte sein Schüler Theodor Reik, sich von Freud abgrenzend, v. a. die gesellschaftliche Bedeutsamkeit des sozialen Masochismus näher entfalten. In einem nächsten Schritt soll der psychoanalytische Blick geweitet und die normenstiftende Normalität masochistischen Verhaltens aufgewiesen werden. Wenngleich Autoren wie Heidegger oder Marx den Begriff Masochismus nicht verwenden bzw. verwenden konnten, so wird in ihren Texten doch deutlich, wie relevant das hier reflektierte Verhalten ist, insofern wir in unserem Selbst- und Miteinandersein verstümmelt existieren. Vor diesem Hintergrund wird abschließend versucht, die Auf Gabe der Sozialen Arbeit zu beleuchten.


2. Der Masochismus und sein Widerpart
2.1 Sigmund Freuds Fassungen des Masochismusbegriffs
In Freuds Untersuchungen zum Masochismus lassen sich mehrere Phasen einer Theoriebildung unterscheiden, die kurz skizziert werden sollen: Von 1905 bis 1919 begreift Freud den Masochismus vor allem als sexuelle Perversion. So schreibt er in den Drei Abhandlungen zur Sexualtheorie von der erogenen Wirkung schmerzhafter Empfindungen als „eine der Hauptwurzeln für den masochistisch-sadistischen Trieb.“ (Freud 1982d: 109) Er definiert hier, dass „die Bezeichnung Masochismus alle passiven Einstellungen zum Sexualleben und Sexualobjekt (umfaßt), als deren äußerste die Bindung der Befriedigung an das Erleiden von physischem oder seelischem Schmerz von seiten des Sexualobjektes erscheint.“ (ebd.: 67f.) Die masochistischen Perversionen fasst er als sekundäre Triebbildung auf, d.h. als eine Wendung sadistisch-aggressiver Impulse gegen das Ich: „Es darf zunächst bezweifelt werden, ob er [der Masochismus, Anm. J.V.] jemals primär auftritt oder nicht vielmehr regelmäßig durch Umbildung aus dem Sadismus entsteht.“3 So formuliert er auch noch 1915, „daß der Masochismus ja ein gegen das eigene Ich gewendeter Sadismus ist.“ (Freud 1982c: 90)

Die für unsere Fragestellung nach dem sozialen Masochismus wichtige Beobachtung Freuds zum sexuellen Masochismus lautet:

„Die auffälligste Eigentümlichkeit dieser Perversion liegt aber darin, daß ihre aktive und ihre passive Form regelmäßig bei der nämlichen Person mitsammen angetroffen werden. Wer Lust daran empfindet, anderen Schmerz in sexueller Relation zu erzeugen, der ist auch befähigt, den Schmerz als Lust zu genießen, der ihm aus sexuellen Beziehungen erwachsen kann. Ein Sadist ist immer auch gleichzeitig (sic!) ein Masochist.“ (Freud 1982d: 69)

Von 1919 bis 1924 begreift Freud masochistisches Verhalten nicht mehr vorrangig als Perversion, sondern auch als ein auf ein unbewusstes Strafbedürfnis zurückzuführendes Regressionsphänomen.4 Und in Jenseits des Lustprinzips greift Freud einen Gedanken auf, der für die Endphase charakteristisch sein wird: „der Masochismus könnte auch [...] ein primärer sein.“ (Freud 1982b: 263)

Mit der Arbeit über Das ökonomische Problem des Masochismus (Freud 1982a) entsteht 1924 Freuds endgültige Fassung seiner Theorie des Masochismus. Der erogene Masochismus wird als Zeuge der Legierung von Todes- und Lebenstrieb5 gedacht, aus ihm haben sich der feminine und der moralische Masochismus entwickelt. An letzterem ist bemerkenswert, dass die Beziehung zur Sexualität gelockert ist: „Das Leiden selbst ist das, worauf es ankommt.“ (Freud 1982a: 349) Irrelevant ist hier, wer Leid verursacht, ob eine geliebte oder ungeliebte Person, ob unpersönliche (Schicksals-) Mächte oder die Verhältnisse: „Der richtige Masochist hält immer seine Wange hin, wo er Aussicht hat, einen Schlag zu bekommen.“ (Freud 1982a: 349) Und: „Um die Bestrafung durch diese letzte Elternvertretung (das Schicksal, Anm. J.V.) zu provozieren, muß der Masochist das Unzweckmäßige tun, gegen seinen eigenen Vorteil arbeiten, die Aussichten zerstören, die sich ihm in der realen Welt eröffnen, und eventuell seine eigene reale Existenz vernichten.“ (Freud 1982a: 353) Diese Form des Masochismus hat ihren Namen daher, dass sie durch ein meist unbewusstes Schuldgefühl bzw. Strafbedürfnis bestimmt ist: Diese Menschen müssen sich offenbar selbst bestrafen, weil sie unter dem Diktat besonders strenger Ver- und Gebote stehen.


2.2 Theodor Reik: Sieg durch Niederlage
Im Anschluss an die Freudschen Analysen veröffentlichte Theodor Reik 1940 mit Aus Leiden Freuden. Masochismus und Gesellschaft seine von Freud in wesentlichen Ansätzen differierende Theorie zum Masochismus.6 Aus eigenen Beobachtungen stellt Reik beim Kleinkind keine selbstzerstörerischen, sondern lediglich sadistische Tendenzen fest und folgert, dass der Masochismus durch Triebumwandlung aus sadistischen Trieben entsteht und daher eine sekundäre Triebstruktur darstellt. Reik lehnt deshalb Freuds späte Theorie eines primären Masochismus, bei dem sich Todes- und Sexualtrieb verbinden, ab. Als Hauptformen kennt er den sexuellen und den sozialen bzw. kulturellen Masochismus, wobei letzterer Freuds Begriff des moralischen Masochismus entspricht. Beiden Formen ist gemeinsam, dass Hingabe an Leiden oder Erniedrigungen mit Lust verbunden ist: Gelangt der sexuelle Masochist nur unter der Bedingung von Schmerz zu seiner Befriedigung, so praktiziert der soziale Masochist Unterwürfigkeit, Selbstschädigung und Erniedrigung, um sich von Schuldgefühlen zu befreien und/oder eine spezielle Befriedigung zu erlangen.

Fundiert auf einem reichen Material von Träumen und Phantasien sucht Reik zu zeigen, dass die Definition des Masochismus um drei Merkmale erweitert werden muss, um der Eigentümlichkeit dieses Phänomens gerecht zu werden: Wird das (Klein ) Kind gehindert, seine sadistischen Impulse auszuleben, so kann es in die Phantasie ausweichen. In dem Maß, als die phantasierten Aggressionen gegen ein verinnerlichtes Moralbewusstsein (v. a. das der Nächstenliebe) verstoßen, wird sie das Kind gegen sich selbst lenken. Diese autosadistische Phantasie kann umgewandelt werden in die Vorstellung, von einem anderen misshandelt zu werden und die Umsetzung in eine masochistische Handlung grundlegen. Menschen mit schwacher Phantasie können deshalb auch keine masochistischen Einstellungen entwickeln. Im sozialen Masochismus sind die phantasierten Verhaltensweisen selten Einzelphantasien, der Einzelne kann hier vielmehr auf Massenphantasien zurückgreifen und höhere Mächte nehmen dann die Stelle ein, die beim sexuellen Masochismus der Sexualpartner inne hat.

Das zweite Merkmal neben der Phantasie ist das Suspense, eine bestimmte Form des Spannungsverlaufs, die Reik sowohl beim sexuellen und als auch beim sozialen Masochismus beobachtet: Die (sexuelle) Erregung wird übertrieben lange hinausgeschoben, der direkte Weg zum Höhepunkt vermieden. Vergleichen wir dieses Verhalten mit einem vertrauten (nicht-masochistischen) Verhalten: Bei Zahnschmerz berühren wir üblicherweise mit der Zunge die schmerzende Stelle. Wollen wir uns immer wieder von neuem überzeugen, dass der Zahn schmerzt? Oder suchen wir nicht doch deshalb den Schmerz zu wiederholen, weil wir Angst haben, dass der Schmerz von selbst kommen könnte? Aus Angst suche ich offenbar das auf, wovor ich Angst habe. Dass Angst durch Vorwegnahme des Ängstigenden beschwichtigt wird, zeigt ein anderes vertrautes, ebenfalls nicht-masochistisches Verhalten: Ein Kind, das in der Badewanne sitzt und sich vor dem kalten Wasser fürchtet, könnte nun selbst den Wasserhahn aufdrehen und durch einige kalte Wassertropfen seine Angst vor dem Wasser mildern. Das bedeutet für den masochistischen Umgang mit Angst, dass die offenbar unerträglich stark angewachsene Spannung in eine mäßige umgewandelt wird, indem die Spannung auf einen längeren Zeitraum verteilt wird. Indem das Kind den Wasserhahn selbst betätigt, ist es außerdem nicht mehr einem blinden Schicksal unterworfen, sondern selber Herr seines Schicksals: Das Leid kommt nicht mehr überraschend, sondern auf seine Anweisungen hin. Diese Flucht nach vorne kennzeichnet masochistisches Verhalten: Der Masochist orientiert sich mehr an der Erwartung der Unlust als an der Lust. Masochismus kann also als der Versuch einer Angstbewältigung verstanden werden, wenngleich die Angst nicht direkt sichtbar ist.7 In der Entwicklung des Masochismus wird aber allmählich anstelle der Lust, die von Angst begleitet wird, die Angst selbst lustvoll erlebt: Der „reife“ Masochist will auch die Angst. Für Reik stellt demnach ein Sexualverhalten, bei dem die Entspannung aufgeschoben wird, eine Zwischenstufe dar, bis der Masochist die „Flucht nach vorne“ antritt und aktiv die gefürchtete Strafe aufsucht. Nur dadurch wird ihm die von vornherein angestrebte Befriedigung möglich. Der soziale Masochist hingegen träumt in diesem Schwebezustand von der Prämie für seine Erniedrigungen und gelangt in seinen phantasierten Erhöhungen zu seiner Lust.

Der Masochist leidet aber nicht nur, sondern er trägt sein Leiden, seine Opferbereitschaft, sein Schicksal zur Schau: Der demonstrative als der dritte maßgebliche Charakter ist dem Masochisten wesentlich. Er erweckt Aufmerksamkeit, zwingt sich seiner Umwelt förmlich als den tief Leidenden, den vom Schicksal verfolgten usw. auf, inszeniert sein Leiden: „Ohne Aufmerksamkeit von seiten dieser Umwelt verliert das Leiden viel von seinem genußreichen Charakter.“8 Der Masochist, der sein Leiden, seine Schwäche, seine Erniedrigung auffällig demonstriert, will der nicht etwas ganz Anderes zeigen? Warum brauchen „Märtyrer“ Zeugen? Warum rühmen sich manche ihrer Schwächen? Ist nicht die Bestrebung, sich in den Schatten zu stellen die Reaktion auf den Wunsch zu glänzen? Wenn auch Freud den Masochisten als jemanden versteht, der die Wange hinhält, wo er Aussicht hat, geschlagen zu werden, so wird hier eine Einladung, gleichzeitig aber auch die Kehrseite der Demut sichtbar: Masochisten verführen ihre Umgebung dazu, sie zu Opfern zu machen. Sie provozieren durch ihr Verhalten, schlecht behandelt zu werden, untreue Freunde zu haben, ausgenützt zu werden usw. In diesem Charakterzug wird eine Gegenmelodie zur Demutsgestik mit einer auffallend aggressiv-sadistischen Dimension hörbar.

Der Masochismus kann somit als ein Versuch unter vielen gesehen werden, Angst zu bewältigen: Das phantasierte Unheil erzeugt eine Angstspannung, die durch Hinausschieben und durch Herbeiführen (Suspense) gemildert wird. Gegenüber dieser Angstspannung wird der Masochist zunehmend ungeduldiger. Fordert das Realitätsprinzip, dass wir lernen müssen Spannung zu ertragen, ist also der Aufschub von Lust eine Kulturforderung, so ist Ungeduld des masochistisch Duldenden diesem Prinzip nicht etwa angepasst, sondern er übertreibt es, indem er den geforderten Aufschub in Lust verwandelt: „Er erträgt ja nicht die notwendige Spannung, sondern verteilt sie, setzt sie hier ein und hebt sie dort auf, wo es ihm gefällt. Er unterwirft sich dieser Forderung, aber mit so trotzigem Gehorsam, daß er ihren Sinn in das Gegenteil verkehrt.“ (Reik 1983: 140) Eine literarische Figur drängt sich auf: Till Eulenspiegel,9 dessen voreilende Gestimmtheit seine Unterwürfigkeit konterkariert. Wird dieser Trotz nicht schon im demonstrativen Charakterzug sichtbar, indem der Masochist zeigt, wie er Lust trotz Unlust genießt? Was oberflächlich betrachtet wie Unterwerfung aussieht, könnte in Wahrheit Rache und Triumph sein.10

Der eigentliche Masochismus zeigt sich als Verzicht auf die eigene Macht und als Genuss in der stellvertretenden Ausübung der Macht durch den anderen. Er ist eine Rückkehr zum Sadismus gegen das Objekt, das durch das Ich ersetzt wird. Im politischen Machtspiel wiederholt sich diese Einstellung etwa in der Begeisterung für einen Diktator: Fordert er den Verzicht auf eigenen Willen und eigenes Denken, so haben seine Anhänger trotzdem in ihm auch ihren eigenen Willen durchgesetzt. Je gewalttätiger der Machtwille des Einzelnen war, desto gefügiger wird er sich unterwerfen.

Masochismus kann nicht nur als eine Reaktion auf äußere und innere Versagungen verstanden werden, er betrifft nicht nur die Triebsphäre, sondern auch die Ich-Sphäre, die Geschichte der Niederlage des Ich und seine Erhöhung. Leiden selbst kann zum Zeichen des Werts werden: Ist ein vom Schicksal Gezeichneter nicht ein vom Schicksal Ausgezeichneter? Hat, wer so viel leidet, nicht das Recht, stolz zu sein, ja, auf andere herabzusehen? Die tief empfundene Kränkung kann nachträglich in Erhöhung umgedeutet, die Berufung auf Niederlagen zur Legitimation der Überlegenheit werden.

Dabei zeigt der soziale Masochist nur Unlust, er fühlt sich gedemütigt, stets benachteiligt, beleidigt usw. Wo ist seine Lust? Sie kann nur in der phantasierten Belohnung liegen, etwa im Bewusstsein, ein moralisch höherwertiger Mensch zu sein. Die Belohnung wird die eigentlichen Wünsche in zensurierter Form enthalten, das Ich wird in einer erhöhten Form erscheinen, wie ein Denkmal auf einem Sockel. Nach Reik sucht der Masochist sein gestörtes Selbstwertgefühl zu „rehabilitieren“, seinen verletzten Stolz wieder aufzurichten. Die Erhöhung, die Auszeichnung für das Leiden, bestimmt den Genuss:

„Der Held erleidet viel Unbill, wird mißverstanden, gekränkt, beleidigt und gedemütigt. Er wird unterschätzt, gegenüber anderen benachteiligt, ausgenützt und oft aus der Gemeinschaft ausgeschlossen. Die verschiedenen Mißgeschicke und Kränkungen, welche der Held dieser Tagträume, das Ich, erduldet, werden in der Phantasie breit ausgemalt, mit Behagen dargestellt. Alles das aber sind nur weit ausgesponnene Vorspiele zum Eigentlichen. Dort erscheint nämlich der Sieg über die Widersacher, die Rehabilitierung; man ist fast versucht, zu sagen, die Auferstehung des Ichs. Die duldende Person wird siegreich, wird jetzt geschätzt und geliebt, wird gerade dort aufs höchste geehrt, wo sie früher verworfen wurde. Die Verdienste des Helden und seine ausgezeichneten moralischen oder intellektuellen Qualitäten werden gerade von den Personen anerkannt, die ihn vorher so lange als minderwertig und verächtlich behandelt haben.“ (Reik 1983: 379)

Auch in dieser Ausformung des Masochismus verschieben sich die Akzente: Wird im Anfangsstadium Leiden als Voraussetzung für den Sieg vorgestellt, so wird später der Genuss immer mehr vom Triumph auf das Unglück selbst verschoben, bis zuletzt der Triumph nur noch angedeutet wird, während das Leiden im Mittelpunkt steht.

Der sich entwickelnde Masochismus entfaltet sich in seiner ihm eigenen Zeitlichkeit: Werden machthungrige, stolze Triebregungen in eine zeitliche Ferne aufgeschoben, bleibt also die Befriedigung aus, so steigen die Ansprüche darauf in der Phantasie. „Es wächst der Masochist mit seinen höheren Zielen“ (Reik 1983: 384): Erwartet er zuerst Anerkennung von der Gemeinschaft, in der er lebt, so verschiebt sich die Befriedigung in der Phantasie später auf ein Jenseits des Lebens („Einmal, wenn ich tot sein werde, wird man meinen Wert erkennen“), bis ans „Ende der Welt“ oder in Jenseits- und Gerichtsvorstellungen. Ist diese Phantasievorwegnahme als Belohnung für Verzicht ein für den Kulturmenschen normales Verhalten (vgl. Formen einer Selbstaufopferung von Eltern für ihre Kinder), so gewinnt es beim Masochisten hingegen die Übermacht. Wesentlich ist, dass hinter der Lust am Leiden der Triumph erscheint, weshalb für Reik der Masochist auch ein Sadist ist, ein Wolf im Schafspelz, hinter dessen äußerer Sanftmut, Bescheidenheit und Unterwürfigkeit sich Trotz, Verhöhnung, Herrschsucht und Ehrgeiz verbergen: „Es ist nicht richtig, daß Masochismus ein nach innen gekehrter Sadismus ist, eine später gegen das Ich gewendete gewalttätige Triebneigung. Ihr Objekt bleibt im Tiefsten doch der andere. Es ist eher auf den Kopf gestellter Sadismus.“ (Reik 1983: 202f.)

Der Masochist verbirgt, indem er demonstrativ zeigt, er zeigt aber auch, indem er verbirgt. Was er ans Licht bringt, sucht er gleichzeitig zu verhüllen. Wenn Freud in Jenseits des Lustprinzips von „rätselhaften masochistischen Tendenzen des Ichs“ (Freud 1982b: 224) spricht, so hat Reik diese Rätselhaftigkeit nicht beseitigt und nicht beseitigen wollen: Sofern Masochismus nicht nur ein strategisches Spiel (wie es etwa eingangs mit Wilhelm Busch „Selbstkritiker“ demonstriert wurde), sondern eine unser Leben bestimmende Existenzweise ist, fällt er mit der dem Menschen eigentümlichen Abgründigkeit und Unauslotbarkeit zusammen, die sich in seinem Umgang mit Leid manifestiert: „Das Problem des Leidens stellt sich uns allen, und keiner kann sagen, daß der eigene Lösungsversuch der einzige oder der beste ist.“ (Reik 1983: 449) Wird er nicht von vornherein kategorisierend eingeengt und als Defizit oder Krankheit klassifiziert, so verweist er in die Tiefe menschlichen Leids wie in die Untiefe gesellschaftlicher Verhältnisse11: Eine masochistische Existenzweise wird dazu tendieren, ihr entsprechende gesellschaftliche Verhältnisse zu entwerfen, umgekehrt aber sind wir in gesellschaftliche Verhältnisse geworfen, die gerade diese Verhaltensweise fördern.


3. Eilig voreilender Gehorsam – zur normenstiftenden Normalität masochistischen Verhaltens
Es mag deshalb sinnvoll sein, den psychoanalytischen Blick in die Tiefe unseres Alltags hinein zu weiten und zu fragen, inwiefern die Normalität von der normenstiftenden Verfassung des Masochismus bestimmt ist.

Es war der Freiburger Philosoph Martin Heidegger, der Alltäglichkeit in ihrer hermeneutischen Dimension aufgewiesen hat. Wenngleich Heidegger 1927 in seinem ersten Hauptwerk Sein und Zeit (Heidegger 1979: §27) seine Analysen zum alltäglichen Man-selbst-sein, das er einem eigentlichen Selbst sein gegenüberstellte, in existenzial-ontologischer und nicht etwa in soziologischer Absicht formulierte, so weist die Analyse der alltäglich vorherrschenden Weise eines sich in seinen eigensten Möglichkeiten unterdrückenden bzw. verstümmelnden Seins doch vor in ein Verstehen gesellschaftlicher Strukturen und Mechanismen und ermöglicht bzw. verschärft einen kritischen Blick auf die autoritären Strukturen des 20. Jahrhunderts und der Gegenwart. Dabei versteht sich dieses Man-selbst-sein in seiner Grundstruktur nur als eine bestimmte Weise eines angepassten Normal-seins: Man tut, was „man“ tut, man denkt, was „man“ denkt, man ist, was „man“ ist: “Das Man [...] ist das Niemand, dem alles Dasein im Untereinandersein sich je schon ausgeliefert hat.“ (Heidegger 1979: 128)

Dennoch: Im unscheinbaren, politisch korrekten und moralisch hoch angesehenen Man-selbst-sein, das eilig-vor eilend sich immer schon zu ge“hörig“ fühlt und sich eilt, um in Unterwerfungsritualen seinen den Befehl vorwegnehmenden Gehorsam zu demonstrieren, verbirgt sich eine masochistische Grundverfassung, die auf etwas anderes abzielt als sie vorgibt: Der voreilende Gehorsam enthält einen „Überschuss“, den zu erkennen Reiks Masochismusanalyse verhilft. Denn die zentralen Momente von Suspense, Phantasie und Demonstration finden im voreilenden Gehorsam eine ausgezeichnete Ausformung und können gegenwärtig ebenso klassisch-autoritär wie modern, d. h. liberal-erfolgs- oder machtorientiert, in Erscheinung treten (vgl. Gruen 1987). Ohne das phantasierte Ziel der eigenen Erhöhung wäre die Zeit der Erwartung jedoch unerträglich erniedrigend und das demonstrierte Ja-sagen und Jubeln nicht glaubwürdig. Wer in der Existenzweise des Man-selbst-seins geübt ist, braucht aber nicht einmal einen Führer, um durch Unterwerfung zu erstarken, denn schon der Anonymität des „man“ als einer heteronomen Macht gehorchend und gehörend, gewinnt dieses selbstlose Selbst sein in der Konformität eine mächtige Identität: eine Identität ohne Differenz (vgl. Vorlaufer 2010).

Das masochistische Bedürfnis des Selbst nach einer Aufgabe seines Selbst seins im Man hat Adorno auf seine Weise präzise gesehen; und ihn wohl unbeabsichtigt in eine Nähe zu Heidegger geraten lassen:

„Der Narzißmus, dem mit dem Zerfall des Ichs sein libidinöses Objekt entzogen ist, wird ersetzt durch das masochistische Vergnügen, kein Ich mehr zu sein, und über ihrer Ichlosigkeit wacht die heraufziehende Generation so eifersüchtig wie über wenigen ihrer Güter, als einem gemeinsamen und dauernden Besitz.“ (Adorno 1980: 72)

Das von Adorno angesprochene „Vergnügen, kein Ich mehr zu sein“ lässt sich durchaus als Versuch einer Entlastung von der Not und den Nöten des Selber-seins12 verstehen: So muss man nur noch gehorsam in intentionalen Verhältnissen und Beziehungen leben, nicht aber in hörender Offenheit dem An Spruch seines Wesens entsprechen und sein Dasein eigens übernehmen. Zugleich zeigt sich dieses Man-selbst-sein als Fluchtverhalten vor der eigenen Existenz, weshalb sowohl die Selbsterfahrung des Einzelnen wie die Begegnung mit Anderen nur noch zu flüchtigen Ereignissen werden. Flüchtig nur erfahren wir dann Welt und uns selbst als Flüchtende, nicht zuletzt vor dem Anspruch der Gegenwart und dem des Anderen: Eilt der Einzelne in seinem gehorsamen Existenzvollzug eilig nach vor und kann auf der Flucht vor seinem Selbst nur „flüchtig“ gegenwärtig sein, so kann er es aber auch gar nicht erwarten, doch stets zurück zu seinem phantasierten siegreichen Ich zu eilen. Der eilig selbst flüchtige Masochismus manifestiert sich somit aber als eine entfremdete Seinsweise: Weil der Masochist sich nicht bejahen kann, sucht er im Anderen bei sich zu sein. Indem er sich in seinem ihm eigenen Selbst sein verneint, sucht er an der Stärke seines Widerparts zu partizipieren, und dies meint: Zugleich mit seiner knechtischen Existenzweise wächst sein Herr-sein-Wollen. Wenn masochistische Charaktere in ihrem Leiden den Sieg schon vorwegnehmen und dazu neigen, sich zu unterwerfen, gleichzeitig aber sich in der Macht des Unterwerfers wiederfinden wollen, so mag dies nun eine erfolgreiche Strategie im Kontext einer Konkurrenzgesellschaft sein, die das Gegeneinandersein der Menschen als deren eigentliche Weise ihres Miteinanderseins postuliert und ideologisch zur Norm verhärtet; doch diese Verhärtung schlägt dialektisch auf den Einzelnen zurück und gibt ihn nicht frei in eine ursprünglich los lassende Beziehung zum Anderen.

Aber nicht nur im dialektischen Gegeneinander werden Menschen erniedrigt bzw. erniedrigen sie sich voreilig, sondern die dem Gegeneinander zugrunde liegende Dynamik des Kapitals selbst erzwingt eine universelle Erniedrigung und dies meint: Menschen werden nicht zu ihrer Selbstzweckhaftigkeit befreit, sondern strukturell gezwungen, als bloßes Mittel zu fungieren und jeweils „kleiner“ zu sein als sie „eigentlich“ sind. Diesen entfremdenden Widerspruch im Ganzen begreift etwa Max Horkheimer, wenn er bemerkt: Einerseits erkennen sich die Menschen im gesellschaftlichen Ganzen, „identifizieren sie sich selbst mit diesem Ganzen“ (Horkheimer 1973: 28), zugleich aber erfahren sie: „Diese Welt ist nicht die ihre, sondern die des Kapitals.“ (Horkheimer 1973: 28) Der entfremdenden Herrschaft unterworfen, ist der Mensch nur noch Mittel der Kapitalverwertung. Masochistisches Existieren ent fremdet sich nicht, d.h. holt sich nicht emanzipierend aus der Fremde zurück, sondern verstärkt und legitimiert diese Unterwerfungskultur, indem es sich der strukturellen Unterwerfung anpasst und diese dadurch ideologisch wiederholt und verdoppelt: Etwa durch eine nekrophile Liebe zum Geld13, dem obersten Wert und all mächtigen Gott14 der kapitalverwertenden Gesellschaft.

Der frühe Marx hat erkannt, dass Geld als der oberste Wert „die ganze Welt, die Menschenwelt wie die Natur, ihres eigentümlichen Wertes beraubt“ (Marx 1983: 375), d. h. ent wertet und zur Ware herabsinken lässt. Im Werten und Entwerten setzt Geld be wertend Werte fest. Geld als der oberste Wert setzt Werte, d.h. er stiftet jene normierenden Normen, die Normalität gewährleisten. Wird die Unterwerfung unter das Geld gegenwärtig meist nicht mehr als Unterwerfung empfunden, weil im fortgeschrittenen Kapitalismus die Bedürfnisse selbst angepasste Bedürfnisse sind, so vollziehen wir einen Schritt hin zu einem masochistischen Unterwerfungssystem – in der religionskritischen Sprache Marxens formuliert: „[...] und dies fremde Wesen beherrscht ihn [den Menschen, Anm. J.V.], und er betet es an.“ (Marx 1983: 375) Eine sich der Dynamik des Kapitals unterwerfende Gesellschaft produziert also nicht nur Waren, sondern reproduziert sich selbst als Unterwerfungskultur, in der masochistische Charaktere erfolgreich sind, insofern sie sich dem Unterwerfungsdruck konform verhalten.

In der zur Schau getragenen Unschuld eines auf Gehorsam hin konditionierten konformistischen Man hat Pier Paolo Pasolini nun allerdings eine abgründige Schuld erkannt:

„Die kleinbürgerlichen Konformisten haben auch viel entsetzlichere Sünden begangen als nur die, Konformisten zu sein [...] Der Konformismus war einfach nur die notwendige Ausgangsbasis für ihre Sünden, die unabdingbare Voraussetzung. Aus Konformismus gab es [...] zum Beispiel [...] praktizierende Gläubige [...] Biedermänner, ganz der Arbeit und der Familie ergeben [...] die sich am Ende die Sesselüberzüge aus der Haut ihrer Opfer anfertigen ließen [...].“ (Pasolini 1983: 59)

Indem der Masochist seine Unterwerfung nicht als solche reflektierend begreift, sondern sich einpasst, verdinglicht er sich selbst und setzt unschuldig schuldig an den Anderen fort, was ihm angetan wurde: In der Beziehung zum Anderen, der nur noch als Mittel für seine Erhöhung wahrgenommen wird, wiederholt sich die eigene Verstümmelung. Wer gezwungen wird, sich zu unterwerfen, wird vielleicht lernen, diese Unterwerfung zu ertragen, indem er sie genießt. Er wird aber auch – und sei es nur stellvertretend – Rache üben wollen für diese Unterwerfung, worauf etwa Theodor W. Adorno hinweist: „Wer hart ist gegen sich, der erkauft sich das Recht, hart auch gegen andere zu sein, und rächt sich für den Schmerz, dessen Regungen er nicht zeigen durfte, die er verdrängen mußte.“ (Adorno 1977: 682) Hegels Dialektik von Herrschaft und Knechtschaft als Genese der bürgerlichen Gesellschaft erweist sich somit auf der Ebene des Bedürfnisses als eine Dialektik von Sadismus und Masochismus.

Die eigentliche Bedeutsamkeit masochistischen Verhaltens besteht also darin, dass es Normalität stiftet, indem es Herrschaft und Unterwerfung als dialektischen Verdinglichungsprozess verewigt, das Gegeneinander der Menschen zur Norm des Mitseins erhebt. Und dies meint: Es lässt den Menschen nicht aus der verdinglicht-verdinglichenden Zweck-Mittel-Relation ausbrechen, lässt den Anderen (und auch sich selbst) nicht um seiner selbst willen begegnen, sich nicht in seiner personalen Würde zeigen und erfahren.


4. Anmerkungen zur Auf-Gabe der Sozialen Arbeit im Kontext einer Unterwerfungskultur
Es ist nicht nur Aufgabe, sondern spezifische Gabe der Sozialarbeit, ihre KlientInnen zu höherer Selbständigkeit, d. h. zu einem emanzipierten Selbstsein freizugeben bzw. sie zur Freiheit zu befreien, und dies impliziert eine Emanzipation gerade auch von falschen Bedürfnissen. Masochismus kann nach dem bisher Gesagten als ein solch falsches Bedürfnis verstanden werden, insofern er uns als sich verstümmelnde Existenzweise unser Dasein nicht in seiner Weite und Tiefe, d. h. in seiner Freiheit, erfahren lässt. Denn die „Selbstlosigkeit“ des Masochisten ist ein verborgenes Machtstreben, seine Ichlosigkeit Kalkül innerhalb einer Dialektik von Unterwerfung und Herrschaft.

Im Frühjahr 1888 hält Friedrich Nietzsche in einer bemerkenswerten Notiz fest: „Eins wird am schwersten verziehen: dass man sich selbst achtet. […] Ich wollte, man fienge damit an, sich selbst zu achten: Alles Andere folgt daraus.“ (Nietzsche 1980: 387). Der erste Schritt einer achtsamen Sozialarbeit15 wäre, dem Anderen zu helfen, sich selbst zu achten, sich in der abgründigen Tiefe seines Selbstseins erfahren zu lernen. Wenn KlientInnen sich als ermöglicht erfahren, sich in ihrem Dasein anzunehmen, entziehen sie einer Unterwerfungskultur ihre existenzielle Basis: Sie müssen sich nicht mehr verneinen und ihr „Heil“ im Ressentiment suchen. In dem Maß, als der Leidensdruck nicht in die Phantasie verbannt wird, sondern zur Sprache kommt in einer verstehenden menschlichen Begegnung; in dem Maß, als der Selbsthaß überwunden wird und Ängste oder Schuldgefühle nicht mehr unterdrückt werden müssen, weil sie aufgehoben sind in einem bejahten Ganzen, wird die Phantasie keine Ersatzlösungen, keine Rehabilitation i. S. eines phantasierten Sieges benötigen: „Es ist eine Gesellschaft denkbar, in der niemand so allein gelassen wird, daß nicht jemand an ihn dächte und bei ihm bleiben könnte“ (Sölle 1984: 216) – so die Utopie der Theologin Dorothee Sölle.

Im hörenden Anwesendsein des sozial Arbeitenden wird ein Moment dieser Utopie erfahrbar und die emanzipatorische Gabe der Sozialarbeit manifest. Denn eine solche Präsenz, d. h. ein Gegenwärtig sein, das einem gesammelten Dasein entspringt, ist eine Weise, wie wir einander unseren Daseinsraum so einräumen, dass unser Selbst sein in seine Unverborgenheit freigegeben, in seiner Wahrheit zugelassen wird. (vgl. Vorlaufer 2012) Damit wird aber auch eine andere Zeiterfahrung ermöglicht, die dem masochistischen Existieren konträr ist: Wurde die Entfremdung masochistischen Existierens gerade als vor-eilig-flüchtiges Verhalten sichtbar, das ein Selber sein im Da der Gegenwart nicht leben kann, Gegenwart also zugunsten einer Projektion in zukünftige Phantasien negieren musste, so wird diese Negation nicht mehr als „not wendend“ erfahren, wo eine (professionelle) Begegnung zum Ort wird, wo die Zeitlichkeit unseres Daseins in ihrer ursprünglichen Dimension des bejahten Sich-Gewährt-seins zugelassen wird16.

Zusammenfassend können wir somit sagen: Masochismus wird genährt, wo Menschen gezwungen werden, über ihre Phantasie mit Unrecht und Leid zurechtzukommen. Im Bild einer befreiten Gesellschaft wird er hingegen obsolet, denn wo es ein hörendes Mitsein, d.h. ein Dasein füreinander gibt, braucht es kein instrumentalisierendes Gegeneinander eines masochistischen Verhaltens. Dieses emanzipatorische Füreinander sein ist ein entscheidendes Moment im „für“ sorgenden Selbstverständnis einer Sozialen Arbeit.


Verweise
1 Krafft-Ebbing (1907). Einen ersten Überblick zur Geschichte der Masochismusforschung gibt H. Häfner (1980).
2 Wie aber werden jene Sparer (politisch) reagieren, wenn ihnen ihr Erspartes – etwa in einer Wirtschaftskrise – abhandenkommt? Zur Psychologie des Kleinbürgers und seiner Rolle im Nationalsozialismus siehe Fromm (1989: v. a. 340ff).
3 Freud (1982d: 68). Im Jahre 1924 brachte Freud hier einen Zusatz an, der seinen Wandel in der Interpretation anzeigt: „(...) Ich wurde dazu geführt, einen primären – erogenen – Masochismus anzuerkennen, aus dem sich zwei spätere Formen, der feminine und der moralische Masochismus, entwickeln. Durch Rückwendung des im Leben unverbrauchten Sadismus gegen die eigene Person entsteht ein sekundärer Masochismus, der sich zum primären hinzuaddiert.“ (ebd.)
4 Charakteristisch für dieses Verständnis ist die 1919 veröffentlichte Abhandlung Ein Kind wird geschlagen. (Freud 1982e)
5 vgl.: „Wenn man sich über einige Ungenauigkeit hinaussetzen will, kann man sagen, der im Organismus wirkende Todestrieb – der Ursadismus – sei mit dem Masochismus identisch. Nachdem sein Hauptanteil nach außen auf die Objekte verlegt worden ist, verbleibt als sein Residuum im Inneren der eigentliche erogene Masochismus, der einerseits eine Komponente der Libido geworden ist, andererseits noch immer das eigene Wesen zum Objekt hat.“ (Freud 1982a: 348)
6 Reik (1983). Die ebenso fruchtbare wie spannungsreiche Beziehung zwischen Freud und Reik dokumentiert u. a. Reik (1976). Dass Reik selbst unter masochistischen Tendenzen litt, deutet u. a. ein Brief Freuds an: „Vielleicht haben Sie eine Portion masochistischen Schuldbewußtseins in sich zu bekämpfen, welches Sie nötigt, sich manchmal Günstiges zu verderben.“ (Reik 1976: 99f).
7 Erst wenn der Masochismus zurücktritt, wird anstelle der Phantasie bzw. der Praxis Angst offenbar. (vgl. Reik 1983: 126ff.)
8 Reik (1983: 102). Reik zitiert ein Beispiel: „Das Nachlassen dieser auf das Leiden gerichteten Aufmerksamkeit kann Erbitterung und Zorn auslösen: eine Patientin, deren Ausfälle häufig ihre Familie in starke Besorgnis versetzten, lag einmal stöhnend auf dem Sofa. Da ihr Jammern kein mitleidiges Echo fand, erhob sie sich und kleidete sich an, ohne ihren Schmerzen irgendwelche Bedeutung beizumessen. Ein Mitglied der sonst überbesorgten Familie, die sich ausnahmsweise nicht um die Kranke gekümmert hat, hörte, wie sie laut vor sich hinsagte: ‚Na, dann nicht!’“ (ebd.)
9 „Erscheint der lustig-trübe Geselle nicht wie ein Verwandter oder Nachbar des Masochisten? Er verträgt die Lust schlecht, ist verstimmt, wenn es ihm gut geht, und heiter, wenn er es besonders schwer hat. Er hat gewissermaßen die Ordnung der natürlichen, der Situation angemessenen Gefühle umgekehrt, fühlt sich behaglich, wo anderen Unlust fühlen und wird trübselig, wo andere genießen. Diese Stimmungen sind nicht durch seine gegenwärtige Situation bedingt, sondern durch die Vorwegnahme der kommenden. Das phantasierte Vorwegnehmen stört den Genuß, wenn was folgt, unangenehm ist, und läßt Strapazen lustvoll erscheinen, wenn ein Genuß ihnen folgt. Namentlich der zweite Vorgang nähert den Schalk dem Masochisten an.“ (Reik 1983: 141f.)
10 Die Befriedigung des unbewussten Schuldgefühls ist für Reik im Unterschied zu Freud nicht das Endziel des sozialen Masochismus, sondern eine Zwischenstufe, denn Schuldgefühle sind Ausdruck sozialer Angst. Um sich von dieser Angst zu vermindern, unterwirft sich der Masochist den von ihm selbst provozierten Bestrafungen. Das unbewusste Streben aber zielt auf die Befriedigung seines sadistischen Machtstrebens. Der Masochist demonstriert das Scheitern des fremden Willens: Es erscheint wie eine Rache am anderen, die am eigenen Ich durchgeführt wird. Entwicklungsgeschichtlich betrachtet ist also der Weg zum Masochismus nicht der einer immer größeren Hingabe, sondern der einer Steigerung der Auflehnung, des Sich-durchsetzens: Drückt sich der Zweifel an der Berechtigung des Luststrebens anfangs in einem Schwanken zwischen Lust und Angst aus, tritt der werdende Masochist später eine Flucht nach vorne an, um Strafe vorwegzunehmen, so findet er in der Endphase in der Bestrafung selbst Lust.
11 Ohne es ausführlich zu deuten bemerkt Reik, dass gerade kreative Menschen, die gesellschaftlich „normales“ Denken und Empfinden übersteigen oft zu eigentümlich masochistischem Verhalten neigen (Reik 1974: 27-36).
12 vgl. „Das Man entlastet so das jeweilige Dasein in seiner Alltäglichkeit.“ (Heidegger 1979: 127)
13 In der Liebe zum Geld verbirgt sich eine Nekrophilie, die uns in unserer Welterfahrung und in unserer Weise Anderen zu begegnen bestimmt: Wenn wir in Beziehungen zu anderen Menschen Gefühle „investieren“ und zumindest Dankbarkeit als minimalen Mehrwert vorausberechnend erwarten, so prägt diese Investition den Verstehenshorizont des Miteinanderseins. Und so verkommt auch Liebe zum Geschäft, ohne dass diese Verstümmelung alltäglich begriffen wird.
14 „Der Gott des praktischen Bedürfnisses und Eigennutzes ist das Geld.“ (Marx 1983: 374) Zur religiösen Überhöhung des Masochismus in der christlich-europäischen Kultur vgl. u. a. Vorlaufer, 1993.
15 Damit sei angedeutet, dass im möglichen professionsethischen Selbstverständnis einer Sozialen Arbeit aus der und als Achtsamkeit (vgl. Vorlaufer 2011) ein masochistisches (KlientInnen-)Verhalten überflüssig wird. Um dieses Achtsamkeitsverständnis d. h. ein spezifisches Verständnis der „Sorge um den Anderen“ auf begrifflicher Ebene zu entfalten, könnte m. E. Heideggers Analyse und Begriff der Für-Sorge hier wegweisend sein.
16 Zur Relevanz der Erfahrung und des Verständnisses von Zeitlichkeit im helfenden, hier vorrangig im psychotherapeutischen Kontext vgl. Wucherer-Huldenfeld (1995).


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Über den Autor

Prof. (FH) Mag. Dr. Johannes Vorlaufer, Jg. 1959
johannes.vorlaufer@fh-campuswien.ac.at

Studium der Philosophie, Psychologie, Politikwissenschaft und Theologie in Wien und München, Promotion 1986.
Derzeit Lehrender an der FH Campus Wien am Bachelorstudiengang Sozialarbeit und am Masterstudiengang sozialraumorientierte und klinische Soziale Arbeit; zuvor Unterrichtstätigkeit am Institut für Philosophie der Universität Wien, in Einrichtungen der Erwachsenenbildung und an AHS.
Publikationen u. a.: Das Sein-lassen als Grundvollzug des Daseins. Eine Annäherung an Heideggers Begriff der Gelassenheit. Passagen-Verlag, Wien 1994; Personales Selbstsein. Phänomenologische Versuche zum Wesen menschlichen Daseins.Verlag tredition, Hamburg 2010; Im Anspruch des Anderen. Beiträge zur sozialphilosophischen und ethischen Dimension der Sozialen Arbeit. Shaker Verlag, Aachen 2011.






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