soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 13 (2015) / Rubrik "Sozialarbeitswissenschaft" / Standort Wien
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/365/611.pdf


Judith Punz:

Perspektiven intersektional orientierter Sozialer Arbeit

Dimensionen des Umgangs mit Differenzkonstruktion und Diskriminierung in der Praxis Sozialer Arbeit


1. Einleitung
Das Verhältnis von Sozialer Arbeit und Differenz sowie Sozialer Arbeit und Diskriminierung stellt ein von Ambivalenzen geprägtes Spannungsfeld dar, in denen sich Sozialarbeiter*innen tagtäglich bewegen. Über diverse gesellschaftlich konstruierte Differenzlinien, wie beispielsweise Geschlecht, Ethnie und Klasse, werden gesellschaftliche Exklusionsprozesse erzeugt, bestätigt und vorangetrieben. Akteur*innen Sozialer Arbeit sind an diesen Prozessen der Herstellung sozialer Ungleichheit beteiligt. (vgl. Plößer 2010) Gleichzeitig ist es Ziel Sozialer Arbeit, wie es von der National Association of Social Workers festgehalten wird1, Diskriminierung in der Gesellschaft zu bekämpfen.

Um Möglichkeiten des Umgangs mit diesem Spannungsfeld nachzugehen, bedarf es einer komplexen Analyse von Diskriminierungsmechanismen: Wie lassen sich Diskriminierungsdynamiken auf einer gesellschaftlichen Makroebene und auf einer Mikroebene der Klient*innen und Sozialarbeiter*innen greifbar machen? Perspektiven der Intersektionalität bieten diesbezüglich ein wertvolles Analyseinstrumentarium, welches ermöglicht, das Zusammenwirken unterschiedlichster Differenzkategorien zu beschreiben und somit der Komplexität der Thematik gerecht zu werden.

Im Mittelpunkt meines Artikels steht nun die Frage nach dem spezifischen Potential des Ansatzes der Intersektionalität für die Soziale Arbeit im Umgang mit Differenzkonstruktion und Diskriminierung. Welche Denk- und Handlungsoptionen Perspektiven von Intersektionalität für eine theoretische Auseinandersetzung sowie die Praxis Sozialer Arbeit aufmachen, soll im Artikel schlaglichtartig nachgegangen werden. Einer theoretischen Annäherung an Intersektionalität im ersten Teil folgt eine praxisorientierte Auseinandersetzung mit Möglichkeiten der Anwendung intersektionaler Perspektiven im Kontext Sozialer Arbeit als Reflexionsinstrument sowie im Beratungssetting und im Gruppensetting.


2. „All the Women Are White, All the Blacks Are Men, But Some Of Us Are Brave“2. Theoretische Hintergründe intersektionaler Ansätze.
Historische Wurzeln intersektionaler Ansätze liegen in den Debatten des Black Feminism bzw. in der schwarzen Frauenrechtsbewegung in den USA und der Critical Race Theory. (vgl. Walgenbach 2012) Schwarze Feministinnen übten Kritik am theoretischen feministischen Mainstream, der als Feminismus der weißen Mittelschichtsfrauen dekonstruiert wurde (vgl. Lutz/Vivar/Supik 2010: 10f):

„All the Women Are [represented as – Anm. d. Verf.] White“ (Hull/Scott/Smith 1982).

Ihre Thematisierung der Komplexität von Mechanismen und Dynamiken der Unterdrückung implizierte den Hinweis auf den Aspekt des Ineinanderwirkens der Strukturkategorien von race, class und gender. Sie richteten sich gegen eine reduzierte Darstellung von Unterdrückung mit dem Fokus auf nur eine Differenzkategorie, welche den Ausgangspunkt von Unterdrückung darstellt:

„All the Blacks Are [represented as – Anm. d. Verf.] Men“ (Hull/Scott/Smith 1982).

Auch lesbische Feministinnen, die den an Heterosexualität orientierten Feminismus problematisierten, wurden wiederum von schwarzen Feministinnen dafür kritisiert, dass diese den Aspekt der Wirksamkeit der Kategorie race vernachlässigten.

Begrifflichkeit und Sprachbild des Ansatzes der Intersektionalität prägte maßgeblich die US-amerikanische Juristin Kimberlé Crenshaw Ende der 80er in den USA. Crenshaws Metapher der Straßenkreuzung (1991) – das Bild der Überschneidung mehrerer Kategorien, gedacht als Straßen – fand rasch Einzug in akademische und politische Bereiche, auch wenn bereits zuvor andere Feministinnen intersektionale Ansätze mit Hilfe alternativer Begrifflichkeiten thematisiert hatten. (vgl. Lutz/Vivar/Supik 2010: 11ff)

Den zentralen Bezugsrahmen von Intersektionalität stellt die Analyse sozialer Ungleichheit3 und von Machverhältnissen dar. (vgl. Walgenbach 2012) Es wird davon ausgegangen, dass Macht- und ungleiche Ressourcenverteilung über Differenzkategorien wie race, class, gender u. a. bestimmt werden. Diese Differenzkonstruktionen und darauf basierende Ungleichheitsverhältnisse werden in hegemonialen Diskursen immer wieder aufs Neue performativ reproduziert. (vgl. Riegel 2010: 68) Soziale Ungleichheit wird diesem intersektionalen Verständnis nach nicht an Orten festgemacht, sondern an sich konstituierenden Beziehungen zwischen Institutionen und Personen, die komplexe, unterschiedliche, sich wandelnde gesellschaftliche Positionierungen einnehmen, relational zu spezifischen Differenzkategorien. (vgl. Ferree 2010: 75) Im Mittelpunkt intersektionaler Ansätze stehen also die Analyse der Wirksamkeit von Differenzkategorien in ihren Wechselwirkungen und Überschneidungen. (vgl. Klinger/Knapp 2008, Klinger/Knapp/Sauer 2007, Knapp/Wetterer 2003) Die Wirksamkeit von Differenzkategorien lässt sich demnach nicht auf additive Weise erschließen (z. B. „Frau“ + „schwarz“ + „behindert“ = dreifach diskriminiert) (vgl. Groß 2010: 35f); Ausgangspunkt jeder intersektionalen Analyse ist ein differenzierter Diskriminierungsbegriff4, der strukturelle, institutionelle, intentionale, direkte und indirekte Diskriminierung sowie Exklusionshandlungen greifbar machen soll. (vgl. Lutz/Vivar/Supik 2010: 16)

Inwiefern stellt Intersektionalität eine Theorie oder eine Methode dar oder fungiert lediglich als analytische Perspektive? Und inwiefern sollte Intersektionalität eine spezifische Theorie darstellen? Diese Fragen werden innerhalb des Intersektionalitätsdiskurses kontrovers diskutiert. (vgl. Davis 2010: 59) Einerseits fordern Autorinnen, wie beispielsweise Leslie McCall (2005) oder Andrea Bührmann (vgl. 2009), eine kohärente Theorie ein, damit das Potential des Zugangs tatsächlich ausgeschöpft werden könne. Andererseits vertreten Autorinnen, wie Kathy Davis, die Position, dass gerade die Offenheit und Vagheit von Intersektionalität den Grund für die breite Rezeption und den Erfolg darstelle und dies folglich als positiv zu bewerten sei. (vgl. Davis 2010: 60)

Die Mehrebenenanalyse nach Gabriele Winker und Nina Degele (2009) stellt einen fruchtbaren Ansatz intersektionaler Perspektiven dar, welchen ich als Ausgangspunkt für eine Theorie, Methodologie und Methode der Analyse sozialer Ungleichheit betrachte (siehe auch Groß 2010: 36). Diese erweist sich sowohl für die Forschung als auch für den analytischen Blick auf die Praxis Sozialer Arbeit als weiterführend und sei daher an dieser Stelle zumindest angedeutet. Degele und Winker schlagen folgende drei Ebenen vor, welche im intersektionalen Analyseprozess in ihren Wechselwirkungen Berücksichtigung finden sollen (vgl. Degele/Winker 2009):

  • Makro- u. Mesoebene: Ebene der gesellschaftlichen Strukturen und Institutionen
  • Repräsentationsebene: Ebene hegemonialer Diskurse, performativer Reproduktion von Normen und Werten
  • Identitätsebene (Mikroebene): Ebene der Konstruktion von Identitäten

Hinsichtlich der Frage, welche Differenzkategorien es in einer intersektionalen Analyse einzubeziehen gilt – eine zentrale Debatte innerhalb des Intersektionalitätsdiskurses – unterscheiden sie in ihrer Wahl zwischen den genannten Ebenen. Auf der Identitätsebene (vgl. Degele/Winker 2009: 59) und auf der Repräsentationsebene (vgl. ebd.: 54ff) gelte es, relevante Differenzlinien situativ und kontextbezogen, ohne Einschränkung auf spezifische Differenzkategorien, und abhängig vom jeweiligen Untersuchungsgegenstand, herauszuarbeiten. Im Blick auf die gesellschaftlichen Strukturebene (vgl. ebd.: 38ff) begrenzen sie die Anzahl von einzubeziehenden Kategorien auf Geschlecht, Klasse, Ethnie und Körper. Grundlage des Blicks auf die Ebene der gesellschaftlichen Struktur innerhalb der Mehrebenenanalyse ist ein Verständnis unserer Gesellschaft als kapitalistisches System mit dem Ziel ökonomischer Profitmaximierung, als deren Voraussetzung „neben der Aufrechterhaltung der sozio-ökonomischen Verhältnisse und der Wiederherstellung der Produktionsmittel auch die Reproduktion der Arbeitskräfte“ (ebd.: 38) zu nennen sind. Personen und deren soziale Situation werden wesentlich über ihre Stellung am Arbeitsmarkt bzw. hinsichtlich des Aspekts ihrer „Verantwortung für die Reproduktion der Arbeitskraft“ (ebd.: 41) bestimmt. Aufgrund dieser vorherrschenden Macht- und Herrschaftsverhältnisse lassen sich daher nach Degele und Winker die vier Kategorien Geschlecht, Klasse, Rasse und Körper als relevante Strukturkategorien einer intersektionalen Analyse der Strukturebene festlegen. Die sexuelle Orientierung wird dabei der Kategorie Geschlecht zugeordnet. Die Kategorie „Körper“ umfasst Aspekte wie Alter, körperliche Verfasstheit, Gesundheit und Attraktivität. (vgl. ebd.: 39f)

Das Einbeziehen der drei Ebenen im Blick auf die Wirksamkeit von Differenzkategorien nach dem Modell von Degele und Winker können für jegliche intersektionale Analyse eine wichtige Basis darstellen. Denn auch wenn Schwerpunkte des analytischen bzw. reflektierenden Blicks auf intersektionale Aspekte einer spezifischen Ebene erfolgen, ermöglicht das Modell die komplexe Einordnung und Bezugnahme auf die jeweils andere Dimension und somit einen Blick auf Wechselwirkungen von Differenzkategorien zwischen Strukturen, symbolische Repräsentationen und Identitäten. Auf diesen Zugang komme ich in der folgenden Thematisierung der Anwendung intersektionaler Perspektiven in der Praxis Sozialer Arbeit zurück. Den Ausgangspunkt meiner Betrachtung bildet dabei die Mikroebene der Interaktionen und sozialen Praxen von Sozialarbeiter*innen, da jene sozialen Praktiken den konkreten unmittelbaren und alltäglichsten Handlungs- und Wirkungsraum von Sozialarbeiter*Innen darstellen5. In der Folge werden darin wirksame Strukturen, symbolische Repräsentationen und deren Wechselwirkungen betrachtet.


3. Intersektionalität als Reflexionsinstrument in der Praxis Sozialer Arbeit
Betrachte ich nun diese grob skizzierten zentralen Ansätze intersektionaler Zugänge, gilt es, diese in die Praxis Sozialer Arbeit „hereinzuholen“. Wenn ich im folgenden Abschnitt Anregungen zur intersektionalen Reflexion von Sozialarbeiter*innen gebe, ist es mir wichtig, gleichzeitig entsprechende Formate der Reflexion wie Teamsitzungen, Intervision – oder neu zu entwickelnde Instrumente – innerhalb des jeweiligen institutionellen Rahmens einzufordern. Nur innerhalb eines geeigneten Rahmens kann der komplexe Anspruch intersektionaler Reflexionen sukzessive eingelöst werden.

Es ist wesentlich, im Zuge intersektionaler Reflexionen von einem Verständnis von Diskriminierung Abstand zu nehmen, welches Diskriminierung außerhalb des eigenen Systems der Beziehung zwischen Klient*in und Sozialarbeiter*in verortet. Die Dichotomisierung von Klient*innen als Diskriminierte einerseits und Sozialarbeiter*innen als diejenigen, die Diskriminierung bekämpfen, andererseits gilt es von Grund auf zu hinterfragen. Soziale Ungleichheit lässt sich nicht auf den Aspekt der Erfahrungsdimension von Klient*innen reduzieren. Als Sozialarbeiterin bin ich selbst Teil der komplexen Beziehungen und Dynamiken von Differenzproduktion und der Herstellung sozialer Ungleichheit, bin Teil von Prozessen, bin Privilegierte*r und selbst Betroffene*r von Diskriminierung.

Differenz zu konstruieren und zu produzieren ist „konstitutives Merkmal Sozialer Arbeit“ (Mecheril/Melter 2010: 117). In Prozessen der Auswahl und Benennung derjenigen, die als Klient*innen und in der Folge als „unterstützungswürdig“ bestimmt werden, war und ist Soziale Arbeit maßgeblich beteiligt. Die Institutionalisierung Sozialer Arbeit seit Ende des 19. Jahrhunderts geht einher mit dem gesellschaftlichen Anspruch, ihrer Funktion als Normalisierungsinstanz, um Personen und deren Lebenslagen, die das „Andere“, die „Differenz“ verkörpern, an zeitgemäße Normalitätsvorstellungen anzupassen, zu „integrieren“. (vgl. Kessl/Plößer 2010: 7) Soziale Arbeit bzw. Akteur*innen Sozialer Arbeit (inkl. Institutionen) waren und sind maßgeblich an Prozessen des „doing difference“, verstanden als „Differenzpraxis der Akteur*innen“ (ebd.), beteiligt, auch im Blick auf öffentliche Diskurse. Patricia Baquero Torres hat beispielsweise darauf hingewiesen, wie Akteur*innen der Sozialen Arbeit bzw. Sozialpädagogik an der defizitorientierten Konstruktion von Migrantinnen als „fremde(n) Frauen“ (Baquero Torres 2012: 62) beteiligt waren und sind (vgl. ebd.). Ausgehend von der Problematisierung der Lebenssituation von türkischen Gastarbeiterfrauen in Berlin erfolgte u. a. über Studien eine Wissensproduktion, die durch kulturalisierte und an binärer Differenzlogik orientierte Zuschreibungen charakterisiert werden kann (vgl. ebd.: 63): eigene vs. fremde Kultur; westlich-moderne vs. ländlich-traditionelle Kultur; emanzipierte, westliche Sozialpädagogin vs. unterdrückte Migrantin. Die Konstruktion von Migrantinnen als passives Opfer patriarchaler Gewalt schaffte verfestigte, naturalisierte Bilder des „kulturell Fremden“ entlang der Kategorie Ethnie und Geschlecht in hegemonialen Diskursen. (vgl. ebd.: 64f)

Für eine intersektional orientierte Soziale Arbeit ist daher die Reflexion jeglicher Differenzkonstruktionen und prägender Vorstellungen von Normalität und „Andersheit“ notwendig und zentral. Dies umfasst – in Anlehnung an das Mehrebenen-Modell von Degele und Winker – erstens die Reflexion von Aufträgen auf einer institutionellen Ebene, zweitens die Reflexion öffentlichkeitswirksamer und diskursprägender Auftritte als Expert*innen auf einer Repräsentationsebene und drittens die Reflexion alltäglicher Interaktionen zwischen Sozialarbeiter*innen und Klient*innen als auch teaminterne Kommunikation auf der Mikroebene6. Um diese Reflexionsebenen konkret in unterschiedlichsten sozialarbeiterischen Handlungsfeldern fassbarer zu machen, schlage ich eine Auseinandersetzung mit folgenden Fragestellungen vor:

  1. Fokus auf die individuelle Lebenswelt: Welche Kategorien der Differenz und Diskriminierung sind im Sprechen oder Handeln meiner Klient*in bzw. von mir als Sozialarbeiter*in (nicht) von Bedeutung?
  2. Fokus auf die Beziehung zwischen mir als Sozialarbeiter*in und meiner Klient*in: Welche Positionierungen und asymmetrischen Beziehungen werden hier sichtbar? Inwiefern trete ich als privilegierte Person in dieser Beziehung in welcher Rolle auf?
  3. Fokus auf Konstruktion von Differenzlinien in der Interaktion: Welche situative, kontextbezogene Wirksamkeit von Differenzlinien wird sichtbar? (vgl. Riegel 2012: 50)
  4. Fokus auf Kommunikation: Wie spreche ich im Team über meine Klient*innen? Wie kommuniziere ich mündlich und schriftlich gegenüber Partner*innen, Fördergeber*innen, Medien etc. über meine Klient*innen? Welche Kategorien der Differenz verwende ich (nicht) zur Beschreibung meiner Klient*innen?
  5. Fokus auf institutionelle Verwobenheit von Prozessen der Herstellung von Ungleichheit: Welche Differenzkategorien konstruiert der institutionelle Rahmen? Welche Form der Normorientierung erfolgt über den Auftrag? Auf welche Weise ist die Organisation, für die ich tätig bin, an der Produktion und Reproduktion von Differenz und Benachteiligung in unterschiedlichen Kontexten beteiligt? Und wie schlägt sich dies in meinem Sprechen und im Handeln gegenüber meinen Klient*innen nieder?

Über die Diskussion der Frage nach Konstruktion und Dekonstruktion von Differenz in konkreten sozialarbeiterischen Praxiskontexten rückt die Bedeutung von Sprache als zentrales Instrument in den Mittelpunkt. Dabei kann und soll das Ziel nicht nur die Reflexion von Sprache sein, sondern es muss auch Ziel jeglicher intersektionaler Reflexion sein, diese weiterzuentwickeln. Aus dieser Forderung ergeben sich folgende Fragen: Über welche Formen der differenzierten Darstellung im Sprechen über soziale/ethnische/geschlechtsspezifische u. a. Gruppen verfüge ich in meinem Sprachrepertoire? Wie formuliere ich differenziert und verweise auf Entwicklungen in Bezug auf eine Gruppe, ohne binäre Differenzkonstruktionen zu reproduzieren? Welche Formen nicht-diskriminierender Sprache entwickle ich innerhalb meines eigenen Sprach- und Denkrepertoires? Für eine systematische Beschäftigung mit diesen Fragen ist, wie bereits erwähnt, die Entwicklung eines passenden strukturellen Rahmens unabdingbar.

Im Zuge der geforderten Reflexionen stellt sich auch die Frage, auf welche Weise die Auseinandersetzung mit der Dimension struktureller Benachteiligung im Rahmen intersektional orientierter Sozialer Arbeit einfließen kann. Denn die Bezugnahme auf spezifische Differenzkategorien und Gruppenzugehörigkeiten im Zusammenhang mit der Thematisierung von Benachteiligung geht einher mit Prozessen der performativen Herstellung von Differenz. Anhand des Beispiels feministischer Beratung hat Melanie Plößer dieses Spannungsfeld zwischen differenzbezogener und differenzkritischer Ansätze in der Beratung diskutiert (vgl. Plößer 2012) und Anregungen gegeben, welche auch für eine weiter gefasste intersektional orientierte Soziale Arbeit fruchtbar sind.


4. Differenzbezogene vs. differenzkritische Beratungsansätze.
In der feministischen Frauen- und kritischen Männerberatung, so Plößer, führte die Anwendung differenzbezogener Ansätze zu einer machtkritischen Weiterentwicklung von Beratungsleistungen. (vgl. Plößer 2012: 197ff) Man begann, Ursachen sozialer Problemlagen geschlechtsspezifisch zu differenzieren und aus einem Bewusstsein für geschlechtsspezifisch unterschiedliche Bewältigungsformen heraus zu beraten. (vgl. ebd.: 199f) Das Wissen um geschlechtsspezifische Handlungsweisen und Erklärungsmodelle bildet in einer differenzbezogenen Beratung, ebenso wie das Wissen um strukturelle Benachteiligung und Diskriminierung, einen wichtigen Referenzrahmen. (vgl. ebd.: 200) Dieses Einbeziehen von differenzbezogenen Dimensionen sowie die Anerkennung von Subjekten in ihren unterschiedlichen – gesellschaftlichen – Identitäten als Frauen, Männer (bzw. in einer Erweiterung als LGBQTs, Migrant*innen, Menschen mit Behinderung etc.) ermöglicht eine Entindividualisierung von Problemlagen. (vgl. ebd.: 205) Allerdings stellt der Rahmen der Anerkennung immer einen begrenzten, entlang bekannter, normierter Bilder dar. Die aus dieser Kritik abgeleitete Konsequenz muss aber, so Plößer, keineswegs bedeuten, auf Ansätze differenzbezogener Beratung zu verzichten. Das Bewusstsein für normative Wissensproduktion und Differenzkonstruktion sei aber wesentlich, ebenso wie das Bewusstsein für die Begrenztheit des Wissens in Bezug auf individuelle Erfahrungen. (vgl. ebd.: 203f)

Für die Beratungspraxis schlägt Plößer die metaphorische Anwendung einer „3D-Brille“ an, welche die gleichzeitige Anwendung dieser drei Perspektiven umfasst:

„Mit dem einen – differenzsensiblen – Glas einer solchen ‚Brille’ könnten die Lebens- und Problemlagen, die lebensweltlichen Zusammenhänge und Handlungsstrategien von Subjekten in den Blick genommen werden. Mit dem zweiten Brillenglas ‚Differenzkritik’ hingegen würden die Probleme eines affirmierenden Bezugs auf die Differenz kritisiert werden – mit dem Ziel damit möglicherweise einhergehende Stigmatisierungen, Essentialisierungen und Normierungen zu verringern (…). Beide Gläser werden gerahmt durch das dritte ‚D’, einer Haltung der Dominanzsensibilität (…). Dominanzsensibilität steht für eine Sichtweise, die Differenzen im Hinblick auf die Machtverhältnisse, in die diese eingebunden sind, wie auch im Hinblick auf ihre Machtwirkungen fokussiert.“ (Plößer 2012: 208)

Die „3D-Brille“ könnte für die intersektionale Beratung ein weiteres brauchbares Reflexionstool für die Analyse von Beratungsgesprächen darstellen. Mein Vorschlag ist, zunächst durch das differenzkritische Glas der „3D-Brille“ zu schauen und jegliche eigenen differenzbezogenen Assoziationen und Erklärungsansätze in Bezug auf die/den Klient*in abzufragen und zu reflektieren. Diese gilt es den Differenzkategorien, die seitens der/des Klient*in als relevante Deutungs- und Handlungsmuster im Sprechen und Handeln auftauchen, gegenüberzustellen, auf deren Legitimität hin zu überprüfen und dementsprechend zu differenzieren. Anschließend sind eine individuelle Thematisierung von Differenzkategorien sowie die Bearbeitung von spezifischen Diskriminierungsdynamiken mit der Anwendung des Blicks durch das „Dominanzsensibilitäts-Glas“ möglich.


5. Intersektionale Perspektiven im Gruppenkontext
Während die bisher skizzierten Perspektiven für Sozialarbeiter*innen unabhängig vom Handlungsfeld und konkreten Setting von Relevanz sind, bieten sich in der Arbeit mit Gruppen und im sozialpädagogischen Bereich zusätzliche vielfältige Möglichkeiten der Anwendung von Methoden, mit deren Hilfe Intersektionalität diskutiert werden kann7. Beispielhaft skizziere ich nun zwei gruppenbezogene Ansätze, die in einer erweiterten Form in Bereichen der Sozialen Arbeit im Gruppensetting wichtige Impulse für intersektional orientierte Soziale Arbeit bieten können: den Anti-Bias-Ansatz und den Cross-Work-Ansatz. Diese Methoden eignen sich für die subjektbezogene Reflexion von Diskriminierungserfahrung in Gruppenkontexten (Anti-Bias-Ansatz) einerseits und für die situative Reflexion der Konstruktion von Differenz andererseits (Cross-Work-Ansatz).

Der Anti-Bias-Ansatz wurde in den USA Anfang der 1980er-Jahre von Carol Brunson-Phillips und Louise Derman-Sparks entwickelt (vgl. Derman-Sparks 1989), ausgehend von einer Kritik an pädagogischen Zugängen der Thematisierung von Multikulturalität in Primar- und Elementarschulen. (vgl. Schmidt 2009: 30ff) Ziel der Anti-Bias-Arbeit ist der Abbau von Diskriminierung. Der Begriff „Bias“ bezeichnet „Schieflage“ und bezieht sich auf gesellschaftliche Schieflagen aufgrund von Prozessen der Diskriminierung und des Ausschlusses. (vgl. Gramelt 2010: 209) Die Auseinandersetzung mit Diskriminierung und individueller Verwobenheit in Diskriminierungsdynamiken steht im Mittelpunkt der Anti-Bias-Arbeit und deckt sich dabei mit intersektionalen Perspektiven hinsichtlich des komplexen Verständnisses von Diskriminierung. In der Anti-Bias-Arbeit, im Sinne von Bildungsarbeit, geht es zentral um die Reflexion eigener diskriminierender Verhaltensweisen und dem „Verlernen“ derselben. (vgl. ebd.: 196) Dies beinhaltet die Reflexion der bewussten bzw. unbewussten Zugehörigkeit und Bezugnahme zu unterschiedlichen sozialen (familiären, nationalen, kulturellen, religiösen) Gruppen und der damit verbundenen Norm- und Werte- bzw. Denk- und Handlungsmuster. (vgl. ebd.) In der Arbeit mit Professionist*innen umfasst die Anti-Bias-Arbeit auch die Reflexion über die eigene institutionelle Rolle und Beteiligung an Prozessen der Herstellung von gesellschaftlichen Schieflagen. (vgl. ebd.: 200) In der Arbeit mit Gruppen folgen der Selbstreflexion als erstem Schritt der Austausch in der Gruppe und die Diskussion von vielschichtigen Handlungsoptionen.8 In der Gruppe erfolgt auch die Auseinandersetzung mit der Frage, wie Vorurteile funktionieren, innerhalb welcher Kontexte sie bestimmten Dynamiken folgen und spezifische Handlungen produzieren.9 Bezüglich der Frage nach Perspektiven einer intersektional orientierten Sozialen Arbeit bietet der Anti-Bias-Ansatz Impulse für die subjektbezogene Reflexion von Diskriminierung anhand eigener biografischer Erfahrungen in einem eigens dafür geschaffenen Rahmen. Der Ansatz geht einher mit intersektionalen Zugängen – es werde unterschiedlichste Differenzkategorien einbezogen und die Verflochtenheit von individuellen und strukturellen Ebenen reflektiert.

Unter dem Begriff „Cross Work“ oder „Überkreuzpädagogik“ fasst man Ansätze in der Jugendarbeit zusammen, die mit dem Fokus auf die Kategorie Gender dessen konstruktivistischen Charakter reflektiert. Die Zusammenarbeit von heterogenen Jugendgruppen und Sozialpädagog*innen in gegengeschlechtlicher Beziehung (Mann-Mädchen bzw. Frau-Junge) stehen innerhalb dieses geschlechtspädagogischen Ansatzes im Mittelpunkt. Es wird dabei auf die Wirksamkeit unterschiedlicher Differenzkategorien im Zuge von Identitätsprozessen von Mädchen und Burschen sowie deren intersektionale Dimensionen genauso Bezug genommen wie auf das Wissen um geschlechtsspezifische Sozialisation, Geschlechterstereotype, Geschlechtsinszenierungen und Dynamiken von Peergruppen. (vgl. Schweighofer-Brauer 2011: 81) Ziel von Cross-Work ist es, traditionelle Geschlechterrollen zu irritieren und zu erweitern. (vgl. IMST Gendernetzwerk 2013: 2) In einer langfristigen Perspektive soll dadurch der Abbau von Geschlechterhierarchien erreicht werden. (vgl. Schweighofer-Brauer 2011: 80) Die Reflexion von Situationen, in denen geschlechtsspezifische Rollen und Rollenkonflikte wirksam sind, erfolgt gemeinsam mit den Kindern und Jugendlichen über die konkrete situative Bezugnahme in der Praxis. Der Ansatz zielt nicht auf die Kritik an heteronormativen Inszenierungen von Jungen und Mädchen ab. Vielmehr geht es um die Vermittlung eines Gender-Bewusstseins, die Vermittlung von Wissen um die Möglichkeit der Erweiterung von Geschlechtsinszenierungen, Geschlechtsformen und die Hintergründe von Rollenbildern sowie die Thematisierung der Bandbreite von Lebensentwürfen. (vgl. ebd.)

Innerhalb eines erweiterten intersektionalen Zugangs könnte man den Cross-Work-Ansatz um die situative Reflexion des „doing difference“ und um weitere Differenzkategorien ergänzen, unter Bezugnahme und Irritationen von beispielsweise kulturellen Rolleninszenierungen und Stereotypen. Dafür wäre eine hohe Heterogenität in Teams von Sozialarbeiter*innen erforderlich. „Undoing difference“ könnte auf diese Weise in die Praxis umgesetzt werden, indem einerseits Differenzkategorien situativ dekonstruiert und neu gedeutet bzw. umgedeutet werden. Andererseits könnte über differenzbezogene Zuschreibungen abseits von hegemonialen Diskursen Irritation hergestellt werden, um eine Erweiterung der Deutungs- und damit verbundenen Handlungsoptionen zu bewirken. Das Element der Irritation zur Dekonstruktion von Stereotypen erscheint mir als vielversprechender Ansatz, den ich hinsichtlich der Möglichkeiten der Umsetzung von Praktiken des „undoing difference“ auf einer breiteren Ebene hervorheben möchte. Sowohl für intersektionale Perspektiven auf der Mikroebene als auch auf der Repräsentationsebene könnten Organisationen Sozialer Arbeit in der Öffentlichkeit über Irritationen in der Herstellung von Bildern der Klient*innen einen verstärkten Beitrag leisten, hegemoniale differenzbezogene Diskurse zu unterwandern.

Die beiden Ansätze seien hier nur beispielhaft skizziert. Während die Wahl dieser beiden exemplarischen Ansätze aufgrund der Vielfalt von Ansätzen zu Diversität, Antirassismus- und Bildungsarbeit auch anders hätte getroffen werden können, erscheint mir jedoch gerade die Kombination des jeweils spezifischen Zugangs dieser beiden Ansätze als bereichernd. Die Ergänzung von kognitiven, biografischen Zugängen mit situativen Ansätzen sowie dem Einsatz des Elements der Irritation zum Zwecke von „undoing difference“ erachte ich im Rahmen von vielschichtigen Zugängen einer intersektional orientierter Sozialen Arbeit als erstrebenswert.


6. Resümee
Im Zuge meiner Auseinandersetzung habe ich anhand ausgewählter Aspekte aufgezeigt, welche Dimensionen eine intersektional orientierte Soziale Arbeit als solche umfassen könnte. Das große Potential des Konzepts der Intersektionalität liegt in dessen Funktion als komplexes Analyseinstrument sozialer Ungleichheit sowie als Reflexionsinstrument in Bezug auf Differenzkonstruktionen und Diskriminierungsdynamiken. Dies beinhaltet den Blick auf Verwobenheiten der Akteur*innen der Sozialen Arbeit in die Reproduktion von Differenz und Benachteiligung und die Reflexion eigener Positionierungen sowie den Blick auf Wechselwirkungen der Relevanz unterschiedlichster Differenzkategorien.

Neben der Ebene der Reflexion und der Anwendung von spezifischen Methoden der Akteur*innen Sozialer Arbeit bedarf es intersektionaler Analysen des Aktionsraumes Sozialer Arbeit auf der Repräsentations- und institutionellen Ebene10. Neben verstärkter entsprechende Forschungen11 wären für eine (Weiter-)Entwicklung intersektional orientierter Sozialer Arbeit eine breite Diskussion der Frage nach dem Umgang mit scheinbar notwendigen Beteiligungen an der Differenzkonstruktion durch Organisationen aufgrund von öffentlichem Legitimationsdruck unumgänglich. Organisationen Sozialer Arbeit sind eingebettet in gesellschaftliche Anforderungen, in Abhängigkeitsverhältnisse gegenüber Fördergeber*innen und müssen sich selbst immer wieder über die Produktion von Differenzkategorien legitimieren. (vgl. Mecheril/Melter 2010: 119f) Dennoch muss es Anspruch einer intersektional orientierten Sozialen Arbeit sein, diesem Spannungsfeld über ein Erarbeiten von Strategien und Handlungsoptionen zu entgegnen, die solche Dynamiken der Beteiligung an Prozessen der Differenzherstellung zu durchbrechen vermögen. (vgl. Riegel 2012: 50)


Verweise
1 Die National Association of Social Workers benennt dieses Ziel im „Code of Ethics“. https://socialworkers.org/pubs/code/code.asp (20.12.2014).
2 (Hull/Scott/Smith 1982)
3 Der Begriff der „sozialen Ungleichheit“ bezieht sich auf soziale Differenzierung in Form ungleicher Verteilung von sozialen Positionen und Ressourcen (Machtressourcen, ökonomische Ressourcen etc.) in der Gesellschaft. Die Begrifflichkeit der „sozialen Ungleichheit“ impliziert die Bewertung dieser Tatsache als gesellschaftliches Problem. (vgl. Schäfers 1997: 570f)
4 Der Begriff „Diskriminierung“ bezieht sich auf „Äußerungen und Handlungen, die sich in herabsetzender Form oder benachteiligender Absicht gegen Angehörige einer bestimmten sozialen Gruppe richten“ (Hormel/Scherr 2010: 7). Als Diskriminierungsformen können (u. a.) unterschieden werden: direkte Diskriminierung (bewusste und sichtbare Aktion von Herabsetzung bzw. Benachteiligung), indirekte Diskriminierung (formal „neutrale“ Handlung mit benachteiligender Wirkung), institutionelle Diskriminierung (Benachteiligung durch Institutionen, Ämtern, gesellschaftliche Strukturen). (vgl. Bielefeldt 2010: 30)
5 Auch Degele und Winker sprechen sich dafür aus, bei intersektionalen Forschungen nach dem Mehrebenen-Modell an sozialen Praxen anzusetzen. (vgl. Degele/Winker 2009: 141)
6 Christine Riegel betont in ihrem Aufsatz „Intersektionalität in der Sozialen Arbeit“ (2012) auch das Potential intersektionaler Perspektiven für die kritische Analyse und Reflexion der Beteiligung Sozialer Arbeit an Prozessen der Herstellung sozialer Ungleichheit. (vgl. Riegel 2012: 49ff) Ihre verstärkt theoretisch ausgerichtete Darlegung intersektionaler Perspektiven für die Soziale Arbeit zeichnen sich ebenso durch einen „mehrebenenanalytischen Blick“ (ebd.: 50) aus.
7 Die von Katharina Walgenbach und Friederike Reher konzipierte Internet-Plattform http://portal-intersektionalitaet.de (20.12.2014) bietet neben dem sozialwissenschaftlichen Austausch zu Intersektionalitätsthemen für Forscher*innen den virtuellen Austausch für Praktiker*innen über die Anwendung intersektionaler Methoden in der Praxis.
8 http://www.anti-bias-werkstatt.de/?q=de/content/arbeitsweisen (20.12.2014).
9 Vgl. http://www.anti-bias-werkstatt.de/?q=de/content/inhalte (20.12.2014).
10 Als Aspekt einer Annäherung an intersektionale Perspektiven auf einer institutionellen Ebene sei an dieser Stelle die Diskussion um die Frage nach der möglichen institutionellen Implementierung intersektionaler Ansätze genannt, wie es beispielsweise Eli Scambor und Mart Busche (2009) mit einer an Gender Mainstreaming angelehnten Strategie eines „Intersektionalen Mainstreaming“ vorschlagen.
11 Riegel verweist in diesem Kontext auch auf eine Lücke intersektional orientierter Forschungsperspektiven, die vor allem auf Lebenswelten von Klient*Innen bezogen sind, und sieht Bedarf in der Beforschung von Organisationen Sozialer Arbeit und deren Beteiligung an Differenzpraxen. (vgl. Riegel 2012: 50f)


Literatur

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Patricia Baquero Torres: Migration und Geschlecht in der Sozialen Arbeit. Eine postkolonial-theoretische Annäherung. In: Bütow, Birgit / Munsch, Chantal (Hg.): Soziale Arbeit und Geschlecht. Herausforderungen jenseits von Universalisierung und Essentialisierung. (Forum Frauen- und Geschlechterforschung, 34). Münster: Westfälisches Dampfboot, S. 61-71.

Busche, Mart / Scambor, Elli (2009): Intersektionales Mainstreaming. In: Peer Think. Ein Handbuch für intersektionale Gewaltprävention mit Peers. (Daphne II Projekt “PeerThink – Tools and Ressources for an Intersektional Prevention of Peer Violence “). Berlin, S. 127-146. http://www.peerthink.eu/peerthink/images/stories/090709_manual_deutsch_sb.pdf (20.12.2014).

Bührmann, Andrea (2009): Intersectionality – ein Forschungsfeld auf dem Weg zum Paradigma? Tendenzen, Herausforderungen und Perspektiven der Forschung über Intersektionalität. In: Gender. Zeitschrift für Geschlecht, Kultur und Gesellschaft, 1. Jahrgang, 2. Heft 2009, S. 28-44.

Collins, Patricia Hill (1990): Black Feminist Thought: Knowledge, Consciousness, and the Politics of Empowerment. London/New York: Routledge.

Crenshaw, Kimberlé W. (1991): Mapping the Margins: Intersectionality, Identity Politics and Violence against Women of Color. In: Albertson Fineman, Martha / Mykitiuk, Roxanne (Hg.): The public nature of private violence. The Discovery of Domestic Abuse. New York: Routledge, S. 93-118.

Degele, Nina / Winker, Gabriele (2009): Zur Analyse sozialer Ungleichheiten. Bielefeld: transcript.

Derman-Sparks, Louise / A.B.C. Task Force (1989): Anti-Bias Curriculum - Tools for Empowering Young Children. Washington: NAEYC.

Ferree, Myra Marx (2010): Die diskursiven Politiken feministischer Intersektionalität. In: Lutz Helma / Herrerar Vivar, Maria Teresa / Supik, Linda (Hg.): Fokus Intersektionalität. Bewegungen und Verortungen eines vielschichtigen Konzeptes. Wiesbaden: Springer, S. 75-89.

Gramelt, Katja (2010): Der Anti-Bias-Ansatz. Zu Konzept und Praxis einer Pädagogik für den Umgang mit (kultureller) Vielfalt. Wiesbaden: Verlag für Sozialwissenschaften.

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Zusätzliche Internetadressen


Über die Autorin

Mag.a Judith Punz, MA, bakk.
judithpunz@yahoo.com

Mitarbeiterin beim Projekt „m.o.v.e. o.n“ / Jugendcoaching / Verein Projekt Integrationshaus






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