soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 13 (2015) / Rubrik "Sozialarbeitswissenschaft" / Standort Wien
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/368/619.pdf


Marc Diebäcker, Roswitha Harner & Yann Arhant1:

Elternsein und Wohnungslosigkeit

Ein qualitatives Forschungsprojekt zu Männern, die nicht mit ihren Kindern untergebracht sind



1. Einleitung
Forschungsarbeiten im Feld der Wohnungslosigkeit fokussieren häufig explizit oder implizit auf Männer. Dabei werden Geschlechterbeziehungen und Männlichkeit kaum thematisiert, sodass von einer „geschlechtsblinden Männerforschung“ gesprochen werden kann. (vgl. Harner et al. 2013) Auch in Theorie und Praxis der Sozialen Arbeit werden wohnungslose Männer selten als Elternteil adressiert. Dies weist auf hegemoniale Geschlechterbilder und damit verbundene Selektivitäten des Hilfesystems hin. Die wenigen internationalen Studien zur Wohnungslosenhilfe zeigen, dass alleinerziehende, nicht mit ihren Kindern untergebrachte oder soziale Väter weitgehend unsichtbar bleiben. (vgl. Paquette/Bassuk 2009: 294, Barker et al. 2011: 8, McArthur et al. 2006: 289-290) Der Zusammenhang von männlicher Wohnungslosigkeit und Elternsein wird im internationalen Fachdiskurs daher kaum thematisiert; nur wenige empirische Studien versuchen die Kontakte und Beziehungen zwischen wohnungslosen Männern und ihren Kindern oder ihre diesbezügliche Lebensführung in solch einer prekären Situation nachzuzeichnen. (zum Überblick siehe Arhant/Diebäcker/Harner 2013)

Ein einjähriges exploratives Forschungsprojekts, das aus Eigenmitteln der FH Campus Wien gefördert und in den Jahren 2013/14 durchgeführt wurde, zielte darauf ab Elternsein von Männern in der Situation der Wohnungslosigkeit zu rekonstruieren. Die qualitative Studie richtete sich an wohnungslose Männer, die nicht gemeinsam mit ihren Kindern untergebracht sind, da dies sowohl im einschlägigen Fachdiskurs eine Forschungslücke darstellt, als auch in der österreichischen Wohnungslosenhilfe die übliche Lebensrealität von Männern mit Kindern darstellt. Zugleich war eine weitere Voraussetzung, dass die Männer mindestens ein Kind im Alter von 0 bis 12 Jahre haben, um Elternsein in ihrer aktuellen Bedeutung und nicht nur retrospektiv zu erschließen. Bewusst wurde auch nach jungen Interviewpartnern gesucht, um den selten thematisierten Zusammenhang von frühem Elternsein und Wohnungslosigkeit erfassen zu können.2 Aufgrund der anspruchsvollen Erhebungssituation liegt die Vermutung nahe, dass sich Männer zur Teilnahme bereit erklärt haben, die sich um Kontakt zu ihren Kindern bemühen bzw. diesen pflegen.

Bei den vier beforschten Einrichtungen handelt es sich um sogenannte Übergangswohnhäuser, die für bestimmte Personengruppen speziell konzipierte Wohn- und Betreuungsmöglichkeiten bereitstellen, wie z. B. die Stabilisierung von jungen Erwachsenen oder Menschen nach abgeschlossener Alkohol-Entwöhnungstherapie, oder sich aufgrund unterschiedlicher Bedarfe und Ressourcen der Adressat_innen in kurz- oder längerfristigeren Unterstützungsleistungen unterscheiden.3 Insofern divergieren die institutionellen Rahmenbedingungen, Normen oder fachlichen Konzepte je nach Einrichtung. Diese bewusst gewählte Breite der institutionellen Kontexte diente dazu, die Vielfalt der Situationen und Praxen zu erfassen und über kontrastierende Vergleiche tiefgehende Einsichten zu gewinnen, um damit den explorativen Zugang der Studie zu stützen. Zugleich ist darauf hinzuweisen, dass sowohl diese Auswahlkriterien als auch die zielgruppenspezifischen Schwerpunktsetzungen der beteiligten Einrichtungen Einfluss auf die Ergebnisse dieser Studie haben, und damit bestimmte Lebenssituationen und -führungen der Väter oder spezifische Praktiken Sozialer Arbeit in den Blick geraten.

Das entwickelte qualitative Forschungsdesign kombinierte acht problemzentrierte Interviews mit Männern4, acht problemzentrierte Interviews mit den betreuenden Sozialarbeiter_innen, sieben themenzentrierte Beratungsgespräche zwischen den wohnungslosen Männern und Sozialarbeiter_innen5 sowie zwei Gruppendiskussionen6. Im Zeitraum von Januar bis Juni 2014 wurden somit 25 Audiofiles erhoben. Zwei Gespräche wurden in englischer, die anderen Erhebungen in deutscher Sprache geführt und bei der Transkription in die entsprechende Schriftsprache übertragen sowie darauffolgend interpretativ ausgewertet.7 Der Forschungsgegenstand ließ sich u. E. auch insofern tiefgehend erschließen, da unterschiedliche Perspektiven (wohnungslose Männer und Sozialarbeiter_innen), unterschiedliche Erhebungsmethoden (Einzelinterviews, Beratungsgespräche und Gruppendiskussionen) und unterschiedliche Erhebungssettings (Interaktion von Forscher_in und Beforschten, Interaktion zwischen den Beforschten) miteinander kombiniert wurden. Diese systematische Perspektiventriangulation (vgl. z. B. Flick 2004: 316-317) wurde sehr aufwendig an acht unterschiedlichen Fallkontexten verfolgt, in denen jeweils drei unterschiedliche Datensorten miteinander in Beziehung gesetzt werden konnten.

In unserem Beitrag fokussieren wir aus einer subjektorientierten Perspektive auf von Wohnungslosigkeit betroffene Männer, deren Erfahrungen und elterliche Praxis. Nach einer kurzen Darlegung unseres forschungstheoretischen Zugangs (Kapitel 2) skizzieren wir einige Aspekte des Elternseins vor der Situation der Wohnungslosigkeit (Kapitel 3), um dann familiäre Beziehungen (Kapitel 4) sowie eine veränderte Praxis entlang elterlicher Funktionen (Kapitel 5) darlegen zu können. Ergebnisse zu Betreuungsbeziehungen, sozialarbeiterischer Interventionspraxis und den institutionellen Rahmenbedingungen werden in Ausgabe 14/2015 von soziales_kapital veröffentlicht.


2. Geschlechterkritische Männerforschung in marginalisierten Lebenslagen
Diese Arbeit verortet sich im Feld der kritischen Geschlechterforschung und setzt einen Fokus auf Männlichkeiten und Väterlichkeiten. Unter kritischer Geschlechterforschung verstehen wir einen Prozess, der versucht, bestehende Wirkmächte von Geschlechterdifferenzen zum Inhalt der Forschung zu machen, ohne diese fest- und fortzuschreiben. Zudem gehen wir von einer Überkreuzung verschiedener Achsen von Ungleichheit und Differenz aus und positionieren uns in einer intersektionalen Forschungsperspektive. (vgl. z. B. Knapp/Wetterer 2003, Klinger/Knapp/Sauer 2007, Winker/Degele 2009) Da wir Männer bzw. Väter beforschen, fokussiert unser Forschungsinteresse auf Dimensionen des „männlichen Geschlechts“. Entsprechend dem Konzept der hegemonialen Männlichkeit (vgl. z. B. Carrigan/Connell/Lee 2001 [1985], Connell 2000, Connell/Messerschmidt 2005) wenden wir uns von einem Verständnis von „Männern“ als homogene Gruppe ab. Vielmehr gilt es verschiedene Varianten von Männlichkeit zu erfassen, welche sich in Über- und Unterordnungsprozessen konstituieren. Dabei ist eine relationale Betrachtung von Genderkonstruktionen vonnöten, um die gegenseitigen Verwebungen und Abhängigkeiten sowie die damit verbundenen Ausprägungen von Männlichkeits- und Weiblichkeitskonstrukten aufzuzeigen. (vgl. Marschik/Dorer 2001: 11-12)

Die Betrachtung von gesellschaftlichen Ausschließungsprozessen und Situationen der Marginalität ist für eine Forschungsperspektive Sozialer Arbeit zentral. In der Analyse gesellschaftlicher Randlagen und der spezifisch als abweichend problematisierten Lebensrealitäten lassen sich einerseits systematische Benachteiligungen, gesellschaftliche Machtstrukturen und Ungleichheitsverhältnisse aufzeigen sowie Perspektiven für eine gerechtere Gesellschaft entwerfen. (vgl. Mohanty 2002: 510-511) Zugleich bilden diese Situationen der Marginalität – die soziale Krise, ein gefährdeter Alltag sowie eine prekäre Lebensführung des Subjekts – die Möglichkeit, Geschlechterkonstruktionen und -praktiken abseits hegemonialer Stereotypen zu entdecken und damit „Funktionsweisen und -mechanismen sozialer Ordnung“ (Meuser 2009: 253) aus der Position gesellschaftlicher Abweichung zu reflektieren. (vgl. Marschik/Dorer 2001: 12)

Elterliche Praxis ist gesellschaftlich häufig an die Familie als historisch gewachsenes Konstrukt gekoppelt, welches einem stetigen Wandel unterliegt: Die Familie gibt es folglich nicht. Zum einen erfüllen Familien gesamtgesellschaftliche Funktionen, wie die Selbstrekrutierung im Sinne einer biologischen Reproduktion und Sozialisierung ihrer Mitglieder sowie die soziale Positionierung bzw. Platzierung der Subjekte in gesellschaftliche Hierarchien. Zum anderen wird auf der Alltagsebene von Aufgaben und Leistungen der Familie gesprochen, die sich auf individuelle Bedürfnisse beziehen oder sich im interpersonalen Austausch vollziehen. Diese Funktionen und Aufgaben können dabei, ungeachtet deren Geschlechts, von unterschiedlichen Akteur_innen, wie sozialen Müttern und Vätern oder anderen Personen erfüllt werden und umfassen soziale, emotionale und materielle Funktionen. (vgl. Böhnisch/Lenz 1999: 7-12, 39-43) Die Zuständigkeitsbereiche sind dabei aber historisch und kulturell geprägt, häufig werden sie kapitalistisch und patriarchal überformt. Das Zusammenspiel von moderner Arbeitsteilung und Funktionalisierung sowie Rückgriff auf tradierte Vorstellung einer Normalfamilie bedingen, dass seit etwa Mitte des 19. Jahrhunderts fast überall Frauen (als Mütter) die Hauptlast des inneren Teilbereichs der Familie tragen, während Männer überwiegend den gesellschaftlichen Außenbereich vertreten.8 (vgl. ebd.: 62; siehe auch Meuser 2012: 65) Die scheinbare Komplementarität ist durch eine geschlechtshierarchische Arbeitsteilung gekennzeichnet, die sich im männlichen Dominanzanspruch widerspiegelt und Frauen in eine Abhängigkeit der Institution Ehe drängt. (vgl. Böhnisch/Lenz 1999: 16-19) Die Konzentration der Väter auf die Ernährerrolle festigt zwar die männliche Herrschaft, zugleich werden aber andere Rollen im innerfamiliären Teilbereich peripherisiert. (vgl. Meuser 2012: 66) Diesbezüglich zeigt sich, dass das „Ideal des Familienernährers“ enormes Strukturierungspotenzial aufweist, indem die Übernahme von Verantwortung für das materielle Wohl der Familie als eine zentrale Aufgabe von Vätern ungebrochen scheint, auch wenn das familiäre Involvieren als zusätzliche Erwartungshaltung mitformuliert wird. (vgl. Baur 2007: 93; siehe auch Matzner 2004)

Zur empirischen Analyse elterlicher Praxis haben wir bezugnehmend auf einschlägige Literatur (vgl. Baur 2007: 81-82, Böhnisch/Lenz 1999: 41, Hofmeister/Baur/Röhler 2009: 194-195, Werneck 1998: 7-11) sieben Kategorien identifiziert, um Aufgabengebiete des Elternseins analytisch differenzieren zu können:

Mit Carefunktion bezeichnen wir Praktiken, die insbesondere auf das physische Wohl der Kinder ausgerichtet sind, wie beispielsweise die Versorgung mit Nahrung, Körperhygiene, Wäsche waschen oder Gesundheitsfürsorge. Finanzielle Versorgung bezeichnet die Tätigkeiten, die das materielle Aufkommen bzw. Wohl der Familie, in der Regel über Arbeitseinkommen, sicherstellen. Unter der Erziehungsfunktion fassen wir Tätigkeiten, die moralische und ethische Vorgaben generieren sowie dabei im Spannungsfeld zwischen kindlicher Autonomiewahrung und elterlicher Normalisierungsbestrebungen auf normierende Interventionen zurückgreifen. Mit der Bildungsfunktion bezeichnen wir das elterliche Tun, das die Entwicklungsprozesse der Kinder im Sinne der Vermittlung von Kenntnissen, Fähigkeiten und Fertigkeiten unterstützt, wie frühkindliches Fördern, Hilfestellung bei Hausaufgaben, Engagement in der Schule. Emotionale Fürsorge wiederum meint die Interaktionen, die sich den Gefühlen des Kindes zuwenden und dabei Erlebnisse und Sozialverhalten des Kindes in seinem Bezug zur Außenwelt begleiten. Unter Freizeitfunktion verstehen wir Aktivitäten, die der Unterhaltung, der Entspannung oder dem Vergnügen dienen sowie meist als informeller und wenig verzwecklichter Kontext charakterisiert werden können. Die Aufgabe des elterlichen (Be-)Schützens – heutzutage weniger in ihrer physischen Komponente präsent – bezeichnet das Einbringen der sozialen Position des Erwachsenen im Sinne von Wissen, Erfahrungen und Beziehungen, die als sozialisatorischer Schutz die soziale Positionierung des Kindes stützt, wenngleich der determinierende Charakter sich in der Gegenwart abgeschwächt hat. (vgl. Werneck 1998: 8-9)


3. Ursachen und Wege in die Wohnungslosigkeit
Wohnungslosigkeit muss als dynamischer Prozess verstanden werden, in dem sich Wechselwirkungen zwischen strukturellen Faktoren und individuellen Lebensumständen verbinden. Die Lebenssituationen unserer Interviewpartner lassen sich durch eine fehlende Integration in den Arbeitsmarkt und diskontinuierliche Erwerbsbiografien, Einkünfte am bzw. unter dem Existenzminimum, Schulden und erhebliche materielle Deprivation sowie fehlender Zugang zum Wohnungsmarkt charakterisieren.9 Die gesundheitliche Situation der meisten Befragten ist als beeinträchtigt zu bezeichnen, wobei die geschilderten physischen und psychischen Krankheitsbilder sehr vielfältig sind. Das Ineinandergreifen von psychischen Erkrankungen (z. B. Depressionen) und Suchterkrankungen (hier insb. Alkoholkonsum) stellte für einen Teil der Befragten rückblickend oder auch gegenwärtig eine Belastung der eigenen Lebensführung dar.

Familiäre Krisen und der damit verbundene Verlust privater Wohnmöglichkeiten bilden bei vielen Befragten einen zentralen Ausgangspunkt für Obdach- bzw. Wohnungslosigkeit. Belastete Familiensysteme, Partner_innenschaftskonflikte und Trennungen waren bei älteren Interviewpartnern meist mit dem Auszug aus der vormals gemeinsamen Wohnung verbunden und führten entweder über stationär-therapeutische Einrichtungen oder über Obdachlosigkeit auf der Straße in die Wohnungslosenhilfe. Bei jungen Erwachsenen charakterisiert ein diskontinuierlicher Verlauf zwischen verdeckter Wohnungslosigkeit, Straßenobdachlosigkeit oder Fremdunterbringung (z. B. im Rahmen der Jugendhilfe) die inkonstanten Lebensbedingungen, in welchen z. B. das Erleben institutionalisierter Fremderziehungskontexte und eigener Autonomieansprüche in der Adoleszenz als polarisierend und schwer in die eigene Lebensführung integrierbar erfahren werden. Aus einer fallübergreifenden Perspektive weisen Sozialarbeiter_innen auf einzelne Fallverläufe hin, in denen physische und psychische Gewalt in der Familie eine Rolle spielt. In den Interviews wurde einmal Gewalt in der Beziehung zur Ex-Partnerin thematisiert.10

Die meisten Männer schildern mit Blick auf ihren einstigen Arbeitskontext ihre finanzielle Verantwortung und betonen die damit verbundene Ernährerfunktion. Zugleich waren die meisten Männer gewohnt, regelmäßig – wenn auch nicht im selben Ausmaß wie ihre Ex-Partnerin – Freizeit mit ihren Kindern zu verbringen. Insbesondere in diesen Kontexten wird retrospektiv die emotionale Fürsorge im Eltern-Kind-Kontakt argumentiert, auch wenn den Müttern häufig eine größere Bedeutung eingeräumt wird. Erzieherische Tätigkeiten, die mit alltäglichen Widerständen, Konfliktsituationen oder elterlichem „Grenzen setzen“ in Verbindung gebracht werden, scheinen die Frauen ebenfalls stärker als die Männer wahrgenommen zu haben. Diesbezüglich können je nach Geschlechterbeziehungen innerhalb der Familiensysteme ganz unterschiedliche Konstellationen ausgemacht werden, in denen elterliche Entscheidungsmacht und alltägliche Erziehungspraxis zusammen- und auseinanderfallen können. Elterliche Carefunktionen dagegen scheinen vor der Wohnungslosigkeit fast ausschließlich der Frau zugeordnet gewesen zu sein.11 Es kann davon ausgegangen werden, dass die meisten der interviewten Männer vor der Wohnungslosigkeit sich an hegemonialen Normalitätsvorstellungen einer Kleinfamilie ausrichteten, mit denen spezifisch männlich-familiäre und väterliche Aufgaben verbunden waren, die von einer männlichen Ernährerrolle strukturiert wurden. In einer geschlechterrelationalen Perspektive wird den Frauen die „sorgende“ Seite der Familien- und Elternarbeit zugeschrieben, was von einer alleinigen Zuständigkeit der Carearbeit und meist von dominierenden erzieherischen sowie emotional fürsorglichen Funktionen begleitet wird.

Die Situation der Wohnungslosigkeit wird von den befragten Männern als einschneidendes Ereignis in einem bereits prekarisierten Alltag geschildert: Die Befürchtung des Kontaktverlustes zu den Kindern, der Verlust der sorgenden, in Krisen häufig stützenden Beziehung zur Ex-Partnerin, der Verlust einer Orientierung gebenden Alltagsstruktur, das Nichtverfügen über Besitz und eigenen Wohnraum, die Kontaktabbrüche zu Ex-Kolleg_innen, Verwandten oder Nachbar_innen sind einige Aspekte, welche die akute psychosoziale Belastungssituation in der Wohnungslosigkeit ansteigen lässt. Dabei deuten die Daten daraufhin, dass die meisten der älteren Männer bereits vor dem Wohnungsverlust über wenige sozial-stützende Beziehungen verfügten und die Destabilisierung der familiären Beziehungen in Folge von Trennung und Auszug als tiefgehende Verunsicherung und Schwächung des Selbstwertes wahrgenommen werden.12 Bezugnehmend auf Robert Castels (2000) Modell sozialer Ausschließung sind die Befragten sowohl im Hinblick auf gesellschaftliche Integration durch Arbeit als auch von Integration in soziale Beziehungsnetzwerke als mehrdimensional entkoppelt einzuordnen.

In dieser überwiegend sozial isolierten Situation kommen die Betroffenen notgedrungen mit dem sozialstaatlichen Hilfesystem intensiver in Kontakt, wobei das Hilfesuchverhalten von einer großen Skepsis gekennzeichnet ist. Ältere Befragte, die erstmals obdachlos werden, schildern beispielsweise einerseits ihre Unkenntnis und Orientierungslosigkeit beim Zugang zu sozialstaatlichen Hilfeleistungen sowie andererseits ihren Widerwillen auf diese Unterstützungen angewiesen zu sein, zumal sie angesichts des „eigenen Versagens und Scheiterns“ diese Unterstützung nicht verdient hätten. Bei Männern, die längere therapeutische Settings erfahren hatten, ist diesbezüglich ein Wandel erkennbar und die Suche und Annahme von Unterstützungsleistungen leichter möglich. Jüngere wiederum, die bereits auf Erfahrungen mit staatlichen Stellen und sozialen Organisationen zurückblicken konnten, berichten von Vertrauensverlust und verweisen auf Ausschließungserfahrungen in der Jugend- oder Wohnungslosenhilfe, dem Arbeitsmarktservice oder dem Sozialamt.13


5. Kontakt und Beziehungen wohnungsloser Männer zu ihren Kindern
Die Beziehung zu den Kindern nimmt für die Befragten einen hohen Stellenwert ein. Dies äußert sich u. a. in der von ihnen betonten emotionalen Verbundenheit mit den Kindern, wie sie z. B. anhand von Verlustängsten, Gefühlen des Vermissens oder von Wünschen nach Akzeptanz und Liebe durch ihre Kinder deutlich werden.14 In den meisten Fällen zeigt sich, dass der mit dem Auszug einhergehende verminderte Kontakt als zentrale Verlusterfahrung wahrgenommen wird, der sich mit dem Erkennen, die eigenen Kinder nicht mehr täglich zu sehen, realisiert. Demnach destabilisiert sich der Kontakt zu den Kindern durch Therapieaufenthalte oder unterschiedliche Formen der Obdach- und Wohnungslosigkeit zunächst. Erst durch eine Stabilisierung der Wohnsituation, z. B. durch entsprechende Angebote der Wohnungslosenhilfe, ist es für einen Teil der Männer wieder möglich, Kontakt zu ihren Kindern zu stabilisieren bzw. aufzubauen.15 Zugleich bestehen vonseiten der Männer häufig Schamgefühle, die Kinder mit ihrer eigenen Lebenssituation zu konfrontieren. Aufgrund des eigenen Scheiterns und der gleichzeitig hohen Erwartungshaltung an das eigene Elternsein wird z. B. der Kontakt in der Wohnungsloseneinrichtung vermieden oder manchmal die Begegnung mit den Kindern erst wieder gesucht, wenn an eigene Ansprüche bzw. gesellschaftliche Normalitätsvorstellungen zumindest ansatzweise angeschlossen werden kann.16

Der Kontakt zu den Kindern ist in den meisten Fällen zeitlich stark beschränkt, zum Teil findet dieser regelmäßig und zum Teil nur sporadisch statt. Die Kontaktformen reichen von Telefonieren oder Messengerservices über persönliche Treffen bis hin zu Übernachtungen der Kinder in der Einrichtung der Wohnungslosenhilfe. Durchschnittlich sehen die beforschten Männer ihre Kinder etwa ein- bis zweimal pro Woche, meist an den Wochenenden, wobei bei den jüngeren Befragten ein diskontinuierlicher Verlauf häufiger zu beobachten ist als bei den älteren. Einige jüngere Männer sind erst kurz vor oder bereits in der Wohnungslosigkeit Eltern geworden und können daher kaum an eine unbelastete und etablierte Phase ihres Elternseins anschließen.17

In der Wohnungslosigkeit ist die Beziehung zu den Kindern häufig durch Unsicherheit sowie einen hohen Anforderungsdruck an die elterliche Praxis geprägt. Dies resultiert zum einen aus der vergangenen und aktuellen Beziehungssituation sowie den ungewohnten Begegnungen, die u. a. an neuen Orten oder zu unüblichen Zeiten stattfinden. In dieser herausfordernden Situation ist der Wunsch, den Kontakt und die Beziehung zu den Kindern wieder zu intensivieren, z. B. auch damit verbunden, den Kindern in der komprimierten Zeit etwas Besonderes bieten zu müssen. Schilderungen der Männer und Sozialarbeiter_innen deuten darauf hin, dass das Spannungsfeld zwischen hoher Motivation und Ängsten des Scheiterns schnell in Frustrationen umschlagen können; beispielsweise wenn die Vorhaben nicht gelingen oder umgesetzt werden können und in Wechselwirkung mit dem beschädigten Selbstwert auch in Rückzugstendenzen münden.18

Auch wenn die zeitliche Intensität des Kontaktes unter Umständen nicht maßgeblich zu jener während aufrechter Erwerbsarbeit und Beziehung variiert, so wird diese Beziehungszeit von den Männern während der Wohnungslosigkeit anders gemeinsam verbracht und wahrgenommen. Es fehlt weitgehend an alltäglichen und ritualisierten Eltern-Kind-Momenten, wie zum Beispiel das gemeinsame Frühstücken oder das Zu-Bett-Bringen. Die Männer sind auch häufig mit den Kindern unterwegs oder müssen, z. B. an Wochenenden, mit Aktivitäten den ganzen Tag ausfüllen. Zur Ruhe kommen oder „nach Hause“ kommen ist aufgrund ihrer Unterbringungssituation häufig nicht möglich.19

Für die (Re-)Etablierung bzw. Stabilisierung des Eltern-Kind-Kontaktes in der Wohnungslosigkeit scheint die Qualität der Beziehung zur Ex-Partnerin bzw. der Mutter der Kinder bedeutend zu sein. Die interviewten Männer schildern einerseits, dass vor allem bei Einverständnis der Ex-Partnerin ein Kontakt zu den Kindern aufgebaut und die Beziehung stabilisiert werden konnte. Bei einer fragilen Beziehung zur Mutter wurden die Eltern-Kind-Beziehungen stärker beeinträchtigt. Väter nehmen dann die hohe Abhängigkeit vom Willen der Mütter stärker wahr. Teilweise treten in der Folge formalisierte Besuchs- oder Kontaktregelungen in den Hintergrund und die eigene Position wird vor dem Jugendamt oder Gericht – insbesondere aufgrund der Wohnsituation – als schwach eingeschätzt. Befragte Sozialarbeiter_innen betonen ebenso, dass eine nach der Trennung funktionierende Beziehung zwischen den Ex-Partner_innen auch die relative Stabilisierung der Vater-Kind-Beziehung in der Wohnungslosigkeit ermögliche.20 Diese Positionen verdeutlichen u. E., dass die in Bezug auf Trennungs- oder Scheidungsväter geäußerte These, eine weitgehend konfliktfrei oder positiv verlaufende Beziehung zur Mutter erleichtere den Kontakt zu den Kindern (siehe z. B. Tazi-Preve 2007: 132), auch im Kontext väterlicher Wohnungslosigkeit einen Einflussfaktor darstellt.

In Bezug auf junge wohnungslose Männer ist bemerkbar, dass sie in ihren Vorstellungen vom Elternsein verunsichert sind und nach Vorbildern für eine gelingende Praxis suchen. Dies äußert sich einerseits in deren Wünschen nach mehr Wissen bzgl. elterlicher Praktiken oder in einer fehlenden positiven Vorstellung vom Elternsein, was wir u. a. auf negative Erfahrungen in der eigenen Kindheit sowie auf eine nicht abgeschlossene Phase der Adoleszenz zurückführen. Für die älteren Teilnehmer der Befragung hingegen scheint eine Vorstellung vom Elternsein bereits konkreter ausgeformt zu sein und Kompetenzen werden als selbstverständlich oder zumindest bereits erlernt wahrgenommen. In diesem Spannungsfeld zeigt sich ein ambivalenter Zusammenhang zwischen den notwendigen Unterstützungsansprüchen und der eigenen Positionierung als kompetente Väter und Männer, die häufig mit einer Ablehnung von Hilfestellungen verbunden ist.21


6. Destabilisierung und Neuformierung elterlicher Funktionen
Mit Blick auf elterliche Funktionen, stellt sich die Funktion Freizeit als dominanter Bereich der elterlichen Interaktion mit den Kindern dar. Überwiegend konzentrieren sich die Aktivitäten auf Ausflüge, Besuche von Unterhaltungsangeboten oder auf das Verbringen von gemeinsamer Zeit in öffentlichen Parks und deren Spielplätzen. Über die gemeinsam verbrachte Freizeit und das Anknüpfen an gemeinsame Erlebnisse entstehen immer wieder Situationen, in denen die Väter fürsorglich agieren, ihre emotionale Verbundenheit ausdrücken und signalisieren können, dass sie als Elternteil nach wie vor am Leben ihrer Kinder teilhaben und für sie „da sind“. Diese beiden Funktionen, Freizeit und emotionale Fürsorge, nehmen eine zentrale und, im Vergleich zu vorher, eine bedeutendere Rolle in der Beziehung zu den Kindern ein, auch wenn diese aufgrund mangelnder räumlicher und finanzieller Ressourcen oder in ihrer größeren Intensität eine Herausforderung darstellt.22

Die Erziehungsfunktion, hier vor allem auf den Umgang mit kindlichen Widerständen bzw. den normierenden oder disziplinierenden Charakter elterlicher Interventionen bezogen, wird von den Interviewten eher gemieden, auch wenn sie diese vor der Trennung bzw. Wohnungslosigkeit zum Teil wahrgenommen haben. Zurückzuführen ist dies insbesondere auf die Angst, dass die Kinder infolge von Sanktionen den Kontakt verringern oder gar vermeiden könnten. Zugleich entspringen die Regeln und Normen nicht unbedingt der Definitionsmacht der Männer, sondern den Vorstellungen der Mütter oder den institutionellen Normen (z. B. Hausordnung) der jeweiligen Einrichtung, was in diesem Spannungsfeld ein taktisch-situatives Abwägen hervorruft. In dieser strategischen Situation und angesichts wenig Zeit und relativer Instabilität der Eltern-Kind-Beziehung gehen wir davon aus, dass zwischen „drohendem Kontaktabbruch“ vonseiten der Kinder, der Gefahr eines Konfliktes mit der Ex-Partnerin und normierenden Funktionen von Mitarbeiter_innen der jeweiligen Einrichtung eine relativ autonome elterliche Erziehungspraxis stark eingeschränkt ist. Dabei werden Erziehungsaufgaben mit normierendem Charakter fast vollkommen der Mutter überverantwortet, wenngleich dies von einigen der Befragten in aller Amivalenz auch als Verlust wahrgenommen wird.23

Die Bildungsfunktion scheint für die Mehrzahl der Befragten Priorität zu haben. Die interviewten Männer schreiben der schulischen Ausbildung eine hohe Relevanz für ein gelingendes Vorankommen ihrer Kinder zu und verbinden damit den Wunsch nach finanzieller Sicherheit, einem verbesserten sozialen Status oder einer gelingenden Integration ihrer Kinder in die Gesellschaft. Die praktische Involvierung in die Bildungsfunktion ist aber meist eher marginal und wird nur von wenigen Vätern durch gelegentliches Begleiten von Hausübungen, den Besuch von Elternsprechtagen oder die Durchführung von Förderübungen wahrgenommen. Darüber hinaus formulieren einige Männer die Bereitschaft, finanzielle Mittel in geeignete Schulen oder Fördermaßnahmen ihrer Kinder zu investieren, sobald sie sich in einer materiell besser gestellten Situation befinden.24

Mit Blick auf die elterliche Funktion ihren Kindern Schutz zu gewähren, zeigt sich nicht nur eine normative Zielorientierung, diese beim Streben nach einer sicheren sozialen Position zu unterstützen, sondern auch vor bedrohlichen Situationen oder schädigenden Einflüssen physisch zu schützen. Letztere Schutzorientierung wird von den Interviewten vor allem in Zusammenhang mit der Unterbringungssituation geäußert, z. B. in Bezug auf vielfältige Verhaltensweisen von Mitbewohnern, und spiegelt sich teilweise in der stigmatisierenden Problematisierung des institutionellen Kontextes. Die eigene soziale Deklassierung in der Situation der Wohnungslosigkeit scheint individuelle Differenzbildungen und soziale Hierarchisierungen innerhalb des sozialen Gefüges der jeweiligen Institution zu bewirken. Im wechselseitigen Prozess von Selbst- und Fremdstigmatisierungen befürchten Väter teilweise, dass ihr persönliches Stigma oder die Stigmata anderer sich auf die Kinder übertragen könnten.25

Carefunktionen im Sinne der alltäglichen Versorgung – wie Kochen, Waschen, Körperhygiene, zu Bett bringen, Gesundheitsuntersuchungen – werden von den interviewten Männern kaum wahrgenommen. Angesichts der zeitlichen Beschränkungen, den nichtverfügbaren räumlichen Ressourcen oder der fehlenden Alltäglichkeit sind die geeigneten Rahmenbedingungen für solche Tätigkeiten in der Wohnungslosigkeit nicht gegeben. Berücksichtigend, dass die befragten Männer vor der Wohnungslosigkeit diese Aufgaben auch wenig übernommen haben, scheint ihnen diese Art der Sorgearbeit aber meist fremd und sie vermitteln diesbezüglich in den Interviews auch Unsicherheiten. Lediglich mit Blick auf ihre Perspektive des eigenständigen Wohnens mit häufigeren oder längeren Besuchen der Kinder betonen sie ihre Zuständigkeit in der alltäglichen Versorgung.26

Die finanzielle Versorgungsfunktion ist bei den interviewten Männern vor allem durch Zahlungen von Alimenten präsent, zu denen in unterschiedlicher Art und Weise Stellung bezogen wird. Abseits des grundsätzlichen Einverständnisses, die Unterhaltszahlungen leisten zu wollen, konnten wir drei Argumentationen für die Problematisierung dieser Zahlungen ausmachen: Erstens scheint bei angespannter Beziehung zur Ex-Partnerin und eingeschränkten Kontaktmöglichkeiten zu den Kindern die Zahlung der Alimentationszahlung teilweise ausgesetzt zu werden. Zweitens stellt die Zahlung in ihrer eigenen materiell deprivierten Situation eine Belastung dar. Bezug nehmend auf die prioritären Freizeitaktivitäten und die damit verbundene Inszenierung von Normalität (sowie bei Geburtstagen und Weihnachten) streben die Männer drittens danach, Aufwendungen oder Anschaffungen für ihre Kinder selbst zu tätigen, um an einstige Bilder finanzieller Versorgung symbolisch anzuschließen.27

Resümierend lässt sich festhalten, dass elterliche Funktionen durch die Situation der Wohnungslosigkeit einer Veränderung unterliegen. Während die finanzielle Versorgungsfunktion aufgrund der akuten Armutssituation wegbricht, gewinnt die Freizeitfunktion an Bedeutung. Zugleich messen die Befragten der Beziehung zu ihren Kindern eine besondere Bedeutung bei. Dies mündet überwiegend in einer hohen Motivation, einen positiven Kontakt zu ihren Kindern aufzubauen, zu sichern oder weiterzuentwickeln – auch wenn dies in der akuten Belastungssituation nicht immer gelingt. Freizeitgestaltung und emotionale Fürsorge für ihre Kinder scheinen demnach sowohl in der subjektiven Bedeutung als auch in der gelebten Praxis an Aufmerksamkeit und Relevanz zu gewinnen, während normierend-erzieherische Elternpraxis reduziert und alltägliche Careaufgaben kaum wahrgenommen werden.


7. Schluss
Wohnungslosigkeit stellt für die Betroffenen einen biografischen Einschnitt und eine enorme psychische Belastung dar. Der Verlust sozialer Anerkennung, das Wahrnehmen des eigenen sozialen Abstiegs und ein tiefes Gefühl des Scheiterns charakterisiert diese Phase, die zugleich mit dem Einbüßen der familiären Position und etablierter elterlicher Funktionen einhergeht. Die Betroffenen können nicht mehr an ihre persönlichen sowie meist hegemonialen Bilder von Männlichkeiten bzw. Väterlichkeiten anschließen.

Die destabilisierten Beziehungen zu ihren Kindern und zur Ex-Partnerin bzw. Mutter werden als tiefgehende Verunsicherung erlebt, die in ihrer vorherigen stützenden Bedeutung häufig betont werden. Die Figur der Familie tritt dabei in zweierlei Dimensionen besonders in den Vordergrund: Erstens repräsentiert sie das zentrale soziale Bezugssystem der Männer, durch das sie in einem weniger prekären Alltag vor der Wohnungslosigkeit Sicherheit, Orientierung und Stabilität gefunden haben. Zweitens wird Familie mit Bildern von gelingender Lebensführung und gesellschaftlicher Normalität verbunden, sodass sie perspektivisch als Orientierungsmaßstab und (Re-)Integrationsinstanz gedeutet wird und zugleich aufgrund von Trennung oder familiären Krisen als gewünschte Form nicht mehr realisierbar erscheint.

Wir gehen davon aus, dass in der prekären Situation der Wohnungslosigkeit also teilweise neue Konzepte von Vatersein entstehen, wie dies auch Holly Schindler und Rebekah Coley (2007: 44, 46-47) argumentieren, diese aber nicht unbedingt als solche reflektiert und in künftige Elternpraxis bewusst integriert werden. Denn gefragt nach ihren Perspektiven, formulieren die interviewten Männer wieder häufig „klassische“ Bilder von Kleinfamilie, Vollzeitjob und sicheren Wohnverhältnissen, in denen sie sich für die finanzielle Sicherheit ihrer Kinder verantwortlich fühlen. Unter dem enormen Druck in der Wohnungslosigkeit und dem Erleben akuter Armut wünschen sie sich, den eigenen sozialen Status wieder herzustellen und knüpfen dabei an etablierte Normalitätsvorstellungen an, z. B. schreiben sie sich dann selbst wieder stärker die „Ernährerrolle“ und den Frauen die „sorgende“ Seite der Familienarbeit zu. Ähnliches trifft auch für junge Männer zu, die ebenfalls an wirkmächtige hegemoniale Bilder des Vaters als Familienernährers anschließen und perspektivisch ebenso Bilder von Normalwohnen, Normalfamilie und Normalarbeitsverhältnissen vermitteln.28 Anhand dieses generellen Zusammenhangs von Männlichkeits- und Väterlichkeitskonstruktionen, in denen Arbeit und die Übernahme der finanziellen Verantwortung für Kinder ein zentrales identitätstiftendes Merkmal männlicher Biografien darstellen, erweist sich das längerfristige Etablieren einer anderen elterlichen Praxis als schwierig. (vgl. Marsiglio/Pleck 2005: 260)

Wenn aus einer geschlechterkritisch-normativen Perspektive temporär destabilisierte hegemoniale Vorstellungen von Elternsein bearbeitet werden sollen, um beispielsweise dichotomisierte Geschlechterarrangements zu öffnen oder Männer bei einer stärkeren Verbindung von marktvermittelter Arbeit und Sorgearbeit zu stützen, ist u. E. eine intensive psychosoziale und geschlechterreflexive Begleitung wesentlich. Denn stärkeren Motivationen oder neuen Erfahrungen als Elternteil in der Wohnungslosigkeit stehen der gesellschaftliche Druck und das legitime, individuelle Bestreben gegenüber, sich über Arbeit und Einkommen aus Armut zu befreien. Bezug nehmend auf die Wirkmächtigkeit hegemonialer Bilder von Männlichkeit und Väterlichkeit, scheint es uns ungewiss, wie sich die hier skizzierten Praxen des Vaterseins im marginalisierten Alltag in diesem Spannungsfeld entwickeln und längerfristig in einem sich normalisierenden Alltag behaupten können.

Aus unseren Ergebnissen lässt sich ein Unterstützungsbedarf der untersuchten Zielgruppe Sozialer Arbeit ableiten, zumal die Motivationen und Bemühungen in Bezug auf Elternsein häufig mit dem Stigma der Wohnungslosigkeit verbunden werden und der Einfluss eines geringen Selbstwertes auf die Praxis und Konstruktion von Elternsein beobachtet werden kann. Insofern argumentieren wir erstens für eine grundsätzlich stärkere Fokussierung Sozialer Arbeit in der Wohnungslosenhilfe auf psychosoziale Aspekte, die auch identitäre und psychische Krisen des Elternseins in der Begleitung stärker in den Blick nimmt. Bezug nehmend auf die veränderten, häufig fragilen Eltern-Kind-Beziehungen sowie die vielschichtigen Unsicherheiten ergibt sich für uns zweitens ein spezifischer Unterstützungsbedarf in Fragen der Elternbildung, um das Auf- und Heranwachsen von Kindern, Herausforderungen in alleinerziehenden Beziehungskonstellationen oder Ambivalenzen in Bezug auf hegemoniale Männlichkeits- bzw. Väterlichkeitsnormen besprechen zu können, um ein gelingendes und selbstwertstärkendes Tun zu entwickeln. (siehe hierzu auch Barker et al. 2011: 76-77, Bui/Graham 2006: 45-46, Schindler/Coley 2007: 47, 50) Drittens erscheinen uns auch unterstützende oder selbstorganisierte Angebote der Gruppenarbeit für Eltern in der Wohnungslosenhilfe wichtig, um gemeinsame Bildungs- und Reflexionsprozesse zu fördern oder das Involvieren in Sorgetätigkeiten zu fördern. (vgl. Arhant/Diebäcker/Harner 2013: 9) Mit Blick auf familiäre Krisen verweisen die Schilderungen der befragten Männer auf belastende, aber durchaus übliche Beziehungskonflikte und Trennungsverläufe. Berücksichtigend, dass für eine (re-)stabilisierende Eltern-Kind-Beziehung und gelingendes Elternsein, die Beziehungsqualität zwischen den Eltern als wesentlicher Einflussfaktor identifiziert werden kann, ergibt sich u. E. viertens ein Bedarf an familienbegleitenden Maßnahmen, die u. a. auf Trennungskonflikte sowie veränderte Familienkonstellationen (Patchwork-Familien) und ihre Dynamiken ausgerichtet sind.


Verweise
1 In unseren Veröffentlichungen rotieren wir aus Repräsentationsgründen die Reihenfolge der Autor_innen.
2 Das Alter der interviewten Adressaten lag zwischen 20 und 54 Jahren, anhand von Alterskohorten ergibt sich folgende Verteilung: 20-30 Jahre: 3 Pers.; 31-40 Jahre: 2 Pers.; 41-50 Jahre: 1 Pers.; 51 Jahre und älter: 2 Pers.
Die Männer bezogen ihre Vaterrolle auf 15 leibliche und 2 soziale Kinder, die eine Hälfte war Elternteil eines Kindes, die andere Hälfte Elternteil von zwei oder mehr Kindern. Das Alter der Kinder verteilte sich folgendermaßen: 2-6 Jahre: 4 Kinder; 7-12 Jahre: 6 Kinder; 13-17 Jahre: 4 Kinder; 18 Jahre und älter: 3 Kinder. Alle Väter lebten in Trennung zu den Müttern der Kinder und standen – in unterschiedlichem Ausmaß – in Kontakt zumindest zu einem ihrer Kinder.
3 Im Rahmen der Studie kooperierten wir mit zwei Trägern der Wiener Wohnungslosenhilfe – der Caritas Wien und dem Verein neunerhaus, die sich von dem aufwendigen Forschungsdesign überzeugt zeigten, ihre Kontakte und Ressourcen zur Verfügung stellten sowie mit viel Engagement den Forschungsprozess unterstützten. Unserer Dank gilt insbesondere den Mitarbeiter_innen und befragten Bewohnern der vier beforschten Einrichtungen: JUCA – Haus für junge Erwachsene (Caritas Wien), Vinzenzhaus (Caritas Wien), Haus Billrothstraße (neunerhaus) und Haus Hagenmüllergasse (neunerhaus).
4 Die Interviewpartner wurden von Sozialarbeiter_innen vermittelt und nahmen freiwillig an der Studie teil. Die themenzentrierten Gespräche fanden in einem Aufenthaltsraum der jeweiligen Einrichtung statt, dauerten zwischen 40 und 105 Minuten und können als offene Gesprächssituationen charakterisiert werden.
5 Die sieben themenzentrierten Beratungsgespräche zwischen den Adressaten und den jeweils fallführenden Sozialarbeiter_innen zu „Perspektiven von Elternsein und Gestaltungsmöglichkeiten familiärer Beziehungen“ wurden ohne weitere Vorgaben durchgeführt und in Abwesenheit des Forschungsteams aufgezeichnet. Ziel war es, über die besprochenen Themen, Interaktionen und Gesprächsverläufe auch tiefere Einblicke in das Betreuungsverhältnis zu gewinnen. Die Länge dieser Gespräche variierte zwischen 20 und 75 Minuten. Lediglich in einem Fall fand das abschließende themenzentrierte Beratungsgespräch nicht statt.
6 Die jeweils knapp zweistündigen Gruppendiskussionen mit insgesamt 12 Mitarbeiter_innen fanden gegen Ende des Erhebungszeitraumes statt. Die Teilnahme an den Gruppendiskussionen waren freiwillig, über die Besetzung entschieden die Teams eigenständig, sodass zehn Sozialarbeiter_innen und zwei Wohnbetreuer_innen vertreten waren.
7 Die Interviews wurden von Maria Austaller, Iris Grammelhofer und Roswitha Harner transkribiert.
8 Die Trennung der Sphären der Produktion, der Öffentlichkeit und des Berufs von jenen der Konsumation, Privatheit und Familie werden seitdem zusätzlich durch eine Naturalisierung spezifischer Geschlechtsmerkmale legitimiert, indem Frauen besonders für familiäre Aufgaben geeignet seien, während Männer sich für produktive Tätigkeiten auszeichnen würden.
9 nur eine Person verfügt über eine Teilzeitarbeitsstelle, eine Person ist arbeitsunfähig und sechs Personen sind arbeitslos bzw. arbeitsuchend; teilweise nehmen sie an verpflichtenden AMS-Maßnahmen der Beschäftigungsintegration teil. Im Hinblick auf ihr finanzielles Einkommen sind alle Befragten auf Sozialversicherungsleistungen bzw. staatliche Transferleistungen, wie Arbeitslosengeld, Notstandshilfe, Richtsatzergänzungen oder bedarfsorientierte Mindestsicherung (BMS), angewiesen. Sieben der acht Befragten verfügen nur über monatliches Einkommen in Höhe der BMS und leben damit am Existenzminimum, ein Teil von ihnen ist zudem verschuldet.
10 Siehe z. B.: IS1: 113-122; IS6: 16-23; IU1: 92-101; IU6: 482; IS6: 18-23, IU2: 21; IU6: 14, 179-181; IS6: 16-23; IS7: 206-208; IU4: 21, 689-701; IU3: 25; IS3: 30-35; IU8: 237-258, 295-298.
11 Siehe z. B.: IU1: 69-70, 95-100, 107-108, 196-199; IU6: 273-277, 299-304; IU2: 67-77, 165-169; IU5: 53-66, 98-132; IU8: 302-311.
12 Siehe z. B.: IU1: 171-172, 175-183; IU2: 159; IU6: 78-80, 399-405; IS1: 56, 60.
13 Siehe z. B.: IU4: 26-28, 44-49, 190-196, 234-235; IU1: 38, 42, 233; CI1: 416-426, IS1: 189; CI1: 116-119, 126-130, 406-414; CI7: 158-162.
14 IU1: 155-163; IU6: 50-52, 110-112; IU7: 394-395; IU3: 252-257; IU4: 599-601, 306-308, 318-321; IU5: 76-96.
15 IU1: 68, 239-241; IU6: 15-16, 309-313; IS6: 48-51, 76-78, 124-129; IU3: 121-123; IS3: 154-158; IU8: 135-144.
16 IS1: 80, 126-128, 132-134; CI6: 121-125; IS7: 80-85; IU3: 121-123; IU4: 155-157.
17 Siehe z. B.: IU1: 121-128; 132-138, 193; IU2: 133-137, 241-250; IU6: 309-313; IU7: 110-111, 244-248, 354; IU3: 151-153; IU5: 188-191.
18 Siehe z. B.: IS1: 64, 66, 82-84, 86; IU6: 116-120; IS6: 54-55, 119-120, 167-171; IU7: 540-547; GD2: 71-72, 228-229; IS3: 85-88; CI8: 15.
19 IU1: 138-144; IS7: 124-126; IU7: 395; IU4: 822-827; IU5: 98-111; CI8: 40.
20 Siehe z. B.: IU1: 226-227, 229-233; IS2: 187; CI2: 7-10; IU6: 199-203; IS6: 133-134, 283; IS7: 80-85, 239-241; IU3: 141-147; IU4: 514-526; IS5: 28; GD1: 37-40, 124-127; GD2: 485-486.
21 IU6: 262-265; IU2: 419-435; IU3: 175-179; IU4: 636-637, 681-685, 689-701; CI4: 137-146, 241-248; IU5: 53-66, 98-111, 698-727.
22 Siehe z. B.: IU1: 116-120, 171; IU2: 151-155; IU6: 41-42, 199-203; IU3: 164; IU4: 123-132; CI7: 132-140; IU8: 84-87, 380-385.
23 Siehe z. B.: IU1: 165, 242-247; CI2: 76-83; IU7: 540-547; IU4: 555-559, 681-685; CI4: 137-139; IU8: 413-416, 641-647, 617-625.
24 Siehe z. B.: IU6: 273; IU3 244-246; IU4: 286-291, 353-367, 572-580; IU8: 302-311, 395; CI5: 878-893; IU5: 417-420.
25 Siehe z. B.: IS1: 126-128; IU2: 151-155; IU3: 131-132; CI6: 47-64, 273-296; IU4: 155-157; IS7: 111-114, 255-266.
26 IU1: 166-169; IU6: 229-230, 299-304; IU3: 379-381, 276-277; IU4: 822-827; IU5: 712-727; IU8: 675-679.
27 IU1: 154; IS1: 204-205; CI1: 209-220; CI2: 67-74; IS3: 137-143; IU4: 460-476; IS4: 192-200; IS6: 172-175; IU8: 661-671; IS8: 385-392.
28 Siehe z. B.: IU1: 154; IS1: 204-205; IU2: 447-455, 166-169; IU3: 348-387; IS3: 99-103; IU5: 155-166.


Literatur

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Quellenverzeichnis

IU1: Interview User 1

IS1: Interview Social Worker 1

CI1: Counseling Interview 1

IU2: Interview User 2

IS2: Interview Social Worker 2

CI2: Counseling Interview 2

IU3: Interview User 3

IS3: Interview Social Worker 3

IU4: Interview User 4

IS4: Interview Social Worker 4

CI4: Counseling Interview 4

IU5: Interview User 5

IS5: Interview Social Worker 5

CI5: Counseling Interview 5

IU6: Interview User 6

IS6: Interview Social Worker 6

CI6: Counseling Interview 6

IU7: Interview User 7

IS7: Interview Social Worker 7

CI7: Counseling Interview 7

IU8: Interview User 8

IS8: Interview Social Worker 8

CI8: Counseling Interview 8

GD1: Group Discussion 1

GD2: Group Discussion 2


Über die AutorInnen

FH-Prof. Dr. Marc Diebäcker
marc.diebaecker@fh-campuswien.ac.at

Studium der Politikwissenschaft, Geschichte und Sozialen Arbeit in Duisburg, Edinburgh und Wien. Lehrt, forscht und publiziert am Fachbereich Soziale Arbeit an der FH Campus Wien zu Staat, Sozialpolitik, Sozialraum und Soziale Arbeit.

Mag. Yann Arhant, BA
yann_arhant@gmx.at

Studium der Sozialen Arbeit an der FH Campus Wien und Studium der Internationalen Entwicklung an der Universität Wien. Tätigkeiten im Bereich der Wohnungslosenhilfe, der niederschwelligen Drogenarbeit und Kinder- und Jugendarbeit

Roswitha Harner, BA
Roswitha.Harner@gmx.net

Studium der Sozialen Arbeit an der FH Campus Wien. Derzeit bei einem Träger der Wiener Wohnungslosenhilfe im Bereich Grundlagen & Entwicklung tätig.






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