soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 14 (2015) / Rubrik "Junge Wissenschaft" / Standort Innsbruck
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/379/695.pdf


Florence Fritz:

Was können wir von KlientInnen lernen?

Potenziale internationaler Modelle der NutzerInnenbeteiligung bei einer Übertragung auf die österreichische Sozialarbeitsausbildung


1. Einleitung
Der vorliegende Artikel entstand in Folge meiner Masterarbeit (vgl. Fritz 2015), welche ich unter dem gleichnamigen Titel eingereicht habe. Die geringe Präsenz dieses interessanten Ansatzes in der aktuellen österreichischen Debatte veranlasste mich dazu, eine gekürzte Fassung meiner Ergebnisse zu veröffentlichen .

In Österreich existiert derzeit lediglich ein Projekt der NutzerInnenbeteiligung an Hochschulen der Sozialen Arbeit. 2012 wurde an der FH St. Pölten der KlientInnenbeirat gegründet mit dem Ziel, die Erfahrungen und die Hinweise der KlientInnen in die Hochschullehre einfließen zu lassen (vgl. Moser 2014: 335). Wie die folgenden Ausarbeitungen zeigen, handelt es sich bei der NutzerInnenbeteiligung um ein chancenreiches Konzept. „NutzerInnenbeteiligung“ bezeichnet in dieser Arbeit die Einbeziehung von KlientInnen in die Sozialarbeitslehre.

Ein erster theoretischer Zugang erfolgt mittels der Betrachtung des Begriffes Partizipation und dessen Verhältnis zur Sozialen Arbeit. Diese erste Grundlage wird in einem zweiten Zugang mittels einer Begründung, einer kritischen Betrachtung und der Vorstellung von Analysemöglichkeiten von Partizipation ergänzt. Für die Betrachtung der Partizipation in der Lehre bringt die Auseinandersetzung mit internationalen Modellen wichtige Erkenntnisse für die Umsetzung in Österreich. Daher werden Konzepte aus England und Schweden, als Anregungen für ein mögliches Vorgehen, vorgestellt. Diese beiden Länder nehmen derzeit eine Vorreiter-Rolle bei der Beteiligung von KlientInnen in der Lehre ein. Um dies mit der Situation in Österreich vergleichen zu können, steht folgende Forschungsfrage im Mittelpunkt:

Welche Chancen und Herausforderungen ergeben sich beim Übertragen der schwedischen und englischen Modelle von NutzerInnenbeteiligung in der Sozialarbeitsausbildung auf Österreich?

Hierzu werden ExpertInneninterviews mit Betroffenen und ExpertInnen mit Erfahrung in der NutzerInnenbeteiligung geführt. Der Zugang zu den InterviewpartnerInnen ist aufgrund der mangelnden Vernetzung von KlientInnen untereinander sowie fehlender Partizipationsprojekte in der Sozialen Arbeit schwierig. Es konnten für diese Arbeit jedoch fünf Personen befragt werden. Eine Dozentin und eine Betroffene aus dem KlientInnenbeirat an der FH St. Pölten waren bereit, über dieses spezielle Projekt der NutzerInnenbeteiligung an Hochschulen zu informieren. Eine Vertreterin eines selbstorganisierten Vereins für ältere Langzeitarbeitslose und eine Vertreterin aus dem Bereich psychische Erkrankungen konnten als Betroffene befragt werden. Außerdem teilte der Leiter einer psychosozialen Einrichtung seine Erfahrungen aus der Peer-Beratung mit. Die Ergebnisse der Interviews lassen sich kategorisieren in „Chancen“, „Herausforderungen“, „Voraussetzungen“ und „Empfehlungen“. Die Kategorie Die Kategorie „Chancen“ soll das erhebliche Potenzial dieses Ansatzes aufzeigen, während die erarbeiteten Herausforderungen neuen Projekten rechtzeitig anzeigen sollen, worauf zu achten ist und somit ein Lernpotenzial aus vorangegangenen Projekten bieten. Zusammengefasst wird in den Voraussetzungen und Empfehlungen ausgeführt, was für gelingende Partizipation erforderlich und hilfreich ist. Um neue Partizipationsprojekte bei ihrem Vorhaben zu unterstützen, werden abschließend die Ergebnisse in Hinweisen für neue Partizipationsprojekte zusammengeführt.


2. Aktueller Forschungsstand
Zunächst wird ein theoretischer Zugang zu Partizipation vorgestellt, welcher in einem zweiten Abschnitt durch die empirischen Ergebnisse ergänzt wird. Das Verständnis von Partizipation beginnt mit einer Erörterung des Begriffs und der Abwägung von Vor- und Nachteilen dieses Konzeptes. Daraufhin werden Analysemöglichkeiten aufgezeigt und als Überleitung zu den empirischen Untersuchungen die internationalen Modelle vorgestellt. Im deutschsprachigen Raum existiert kaum Literatur zur Beteiligung von KlientInnen an Hochschulen. Daher wurden die allgemeinen Erkenntnisse zu Partizipation herangezogen. In den Vergleichsländern Schweden und England existieren verschiedene Evaluationsberichte zu den einzelnen Projekten.


2.1 Der Begriff Partizipation und das Verhältnis zu Empowerment
Zu Beginn ist es wichtig, ein Verständnis von Partizipation zu entwickeln, da derzeit eine allgemeingültige Definition von Partizipation für die Soziale Arbeit fehlt (vgl. Moser 2014: 332). Unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte der unterschiedlichen Definitionen, welche im Detail in meiner Masterarbeit (vgl. Fritz 2015) nachlesbar sind, wurde eine eigene Begriffsbestimmung eingeführt:

„Partizipation in der Sozialen Arbeit ist ein Aushandlungsprozess, der die gleiche und freie Teilhabe der KlientInnen an der Gesellschaft sichert und bei dem die Interessen der KlientInnen verhandelt werden, indem sie an Entscheidungen und Prozessen mitwirken.“ (Fritz 2015: 7).

Diese Definition hat den Vorteil, sowohl für Partizipation im Allgemeinen als auch für die NutzerInnenbeteiligung an Hochschulen, anwendbar zu sein. Der Ausgangspunkt ist eine Beteiligung, bei der KlientInnen ihre Situation in der Gesellschaft beeinflussen können. Betroffene können ihre Situation durch das Einbringen ihrer Interessen in die Theorie und die Ausbildung neuer Fachkräfte verbessern, wodurch effektivere Angebote Sozialer Arbeit entstehen. Ein häufig synonym verwendeter Begriff zu Partizipation ist Empowerment. Bei Empowerment geht es darum,

„Menschen zu unterstützen, mehr Kontrolle über ihr Leben zu erlangen, ihnen Mut zu machen und sie zu befähigen, sich für ihre Ziele einzusetzen und sich mit anderen zusammenzutun, um Missstände abzubauen“ (Straßburger/Rieger 2014b: 44).

Partizipation ist als Teil von Empowerment zu verstehen, da Empowerment mittels Partizipation erreicht werden kann. Die Förderung von Partizipation in der Sozialen Arbeit ermöglicht das „Empowern“ der KlientInnen. Empowerment ist damit nicht nur das Ziel der Arbeit, sondern in einer partizipativen Arbeitsweise gleichzeitig die gelebte Praxis. Eine partizipative Arbeitsweise überlässt den KlientInnen ihre Selbstbestimmung (vgl. ebd.: 44-47). Dadurch ist es möglich, das Empowerment-Paradigma als neues partizipatives Arbeitsselbstverständnis in der Sozialen Arbeit heranzuziehen (vgl. ebd.).


2.2 Partizipation und Soziale Arbeit
Soziale Arbeit hat die Aufgabe, die Teilhabe an der Gesellschaft zu fördern (vgl. Hobi/Pomey 2013: 121); dies wird mittels gelebter Partizipation erreicht (vgl. Straßburger/Rieger 2014b: 44-47). Aus diesem Anspruch entsteht die Aufgabe der Profession, Beteiligung zu ermöglichen. In der internationalen Definition von Sozialer Arbeit ist die Aufgabe in Form von Empowerment explizit benannt (vgl. IASSW/IFSW 2008: 2). Da Partizipation als Bestandteil und Methode von Empowerment betrachtet wird, ist Beteiligung nach der internationalen Definition ebenfalls ein Bestandteil Sozialer Arbeit. Die geschichtliche Entwicklung der Paradigmen-Modelle zeichnet die Öffnung vom expertokratischen Mediziner-Modell hin zu einer partizipativen Arbeitsweise nach (vgl. Roessler/Gaiswinkler/Hurch 2014: 10ff). Die Öffnung von Hochschulen für KlientInnen ist somit eine logische Folge aus der Entwicklung der Sozialen Arbeit. In den „Global Standards for Social Work Education and Training“ ist die Beteiligung von KlientInnen in die Lehre bereits verankert (vgl. IASSW/IFSW 2004). Das Ziel der Verfassung solcher globaler Leitlinien besteht unter anderem im Schutz der NutzerInnen von Sozialen Diensten und im verbesserten internationalen, inhaltlichen wie personellem, Austausch (vgl. IASSW/IFSW 2004: 13). Das Dokument erkennt die Notwendigkeit einer individuellen länderspezifischen Anpassung an, wodurch es als Leitlinien zu verstehen ist. Darin werden neun verschiedene Bereiche der akademischen Sozialarbeitsausbildung ausgeführt. Der Gedanke der NutzerInnenbeteiligung durchzieht verschiedene Bereiche, wie die Kernaufgabe Sozialer Arbeit, die Beteiligung an der Lehrplanerstellung oder bei der Auswahl der Studierenden. Es fehlt derzeit in Österreich allerdings weitestgehend an der Umsetzung dieser Richtlinien. Daher soll im folgenden Abschnitt der Frage nachgegangen werden, welchen Mehrwert aber auch welche Gefahren Partizipation beinhaltet.


2.3 Plädoyer für und gegen Partizipation
Nachdem dargelegt wurde, dass Partizipation ein Auftrag Sozialer Arbeit ist, stellt sich die Frage des Mehrwertes von Beteiligung. Dies kann aus dienstleistungstheoretischer Perspektive, aus demokratietheoretischer Logik oder aus bildungstheoretischer Sichtweise beantwortet werden. Die jeweiligen Begründungen lassen sich folgendermaßen zusammenfassen: Partizipation schafft wirksame Angebote, wird als Grundlage einer legitimen Herrschaft gebraucht und muss zunächst erlernt werden (vgl. Schnurr 2011: 1070-1073). Aus den theoretischen Begründungen für Partizipation lässt sich für die Partizipation an Hochschulen ein Mehrwert ableiten, der in verbesserten Angeboten und einem entstehenden Lernprozess besteht. Für eine ausgewogene Darstellung von Partizipation ist auch eine kritische Betrachtung wichtig. Problematisch ist der unklare Begriff, wodurch oft eine Scheinpartizipation entsteht (vgl. Frey 2011: 37) oder die Verklärung als Allheilmittel (vgl. Moser 2014: 332). Die Gefahr besteht darin, die hierarchischen Machtstrukturen, welche bei Partizipation ein stets relevanter Aspekt sind, zu kaschieren anstatt sie zu verringern (vgl. Frey 2011: 37). Dem kann aus meiner Sichtweise mit dem Ausbau der Rechte von KlientInnen begegnet werden. Im folgenden Abschnitt werden Analysemöglichkeiten von Partizipation vorgestellt, die über Rechte von KlientInnen und bestehende Hierarchien Aufschluss geben, um Projekte auf diese Probleme untersuchen zu können.


2.4 Analysemöglichkeiten partizipativer Strukturen
Um Partizipation systematisch und fundiert analysieren zu können, ist das Modell der Partizipationspyramide nach Straßburger und Rieger (2014a: 15ff) ein wichtiges Instrument. Die verschiedenen Stufen ermöglichen eine Übersicht über bereits umgesetzte Partizipationsmöglichkeiten und Ziele in der Praxis. Diese Werkzeuge sind hilfreich, um systematisch die eigene Arbeit und den eigenen Anspruch reflektieren zu können.


Abbildung 1: Stufenmodell Partizipation (eigene Darstellung in Anlehnung an Straßburger/Rieger 2014a: 15ff)


Die linke Seite der Grafik (Abbildung 1) stellt die verschiedenen Ebenen der Beteiligungsmöglichkeiten in Einrichtungen dar. Die rechte Seite zeigt die Seite der KlientInnen und die verschiedenen Möglichkeiten ihrer partizipativen Aktivitäten. Die höchstmögliche Stufe der KlientInnen, die so genannte „zivilgesellschaftliche Eigenaktivität“ ist nur auf der Seite der KlientInnen angesiedelt, da auf dieser Ebene selbstständig, ohne institutionelle Unterstützung, Ziele verfolgt werden. Daraus resultiert die halbierte Pyramidenspitze. Die Partizipationspyramide bietet eine inhaltliche Orientierung, wie Partizipation gestaltet werden kann. Diese Darstellung wird im folgenden Abschnitt ergänzt durch die Vorstellung internationaler Modelle der NutzerInnenbeteiligung, welche mögliche Rahmenbedingungen und Gestaltungsmöglichkeiten von Partizipation aufzeigen und die Etablierung neuer Projekte in Österreich unterstützen soll.


2.5 Internationale Modelle der NutzerInnenbeteiligung
In England ist die Partizipationskultur sehr stark ausgeprägt. Es existieren vielfältige NutzerInnenorganisationen und -netzwerke (vgl. Moser 2014: 332ff) sowie verschiedene Formen der Beteiligung an Hochschulen in Bereichen wie Lehrveranstaltungen, Lehrinhalte, Studierendenauswahl, Studierendenbenotung und der Vorbereitung auf die Praxis (vgl. Levin 2004: 33). Das Ausbildungsprogramm für die Soziale Arbeit wurde 2003/04 in Großbritannien umgestellt. Seither ist die Beteiligung von NutzerInnen sozialer Leistungen in der Ausbildung gesetzlich vorgeschrieben. Sowohl in der theoretischen Ausbildung als auch im praktischen Training von SozialarbeiterInnen sind NutzerInnen involviert (vgl. ebd.: 2-3). Die Auswahl der Studierenden war das erste universitäre Beteiligungsfeld für NutzerInnen. Als Grundlage für die Auswahl der Studierenden dient ein empirisch gewonnenes Anforderungsprofil von SozialarbeiterInnen. In der Lehre übernehmen NutzerInnen die Aufgabe zu unterrichten, um Aufmerksamkeit auf Beeinträchtigungen und Gleichheit zu richten, oder sie vermitteln ihre eigenen Erfahrungen mit der Sozialen Arbeit (vgl. ebd.: 35ff).

In Schweden geht man dem Modell eines gemeinsamen Kurses nach, in dem Studierende der Sozialen Arbeit und Betroffene gemeinsam ein Lernziel anstreben. Die KlientInnen werden durch Kooperationen mit ortsansässigen Organisationen erreicht. Die Betroffenen müssen nicht die üblichen Zugangsvoraussetzungen zu Hochschulen erfüllen, erhalten jedoch für die erfolgreiche Teilnahme die studienüblichen ECTS-Punkte angerechnet. Für die Studierenden Sozialer Arbeit ist die Teilnahme an einem solchen Kurs ein Wahlpflichtkurs im Rahmen des Bachelorstudiengangs. Der fünfwöchige Kurs beinhaltet zunächst eine theoretische Fundierung des Themas. Daran anschließend werden in einer Ideen-Werkstatt gemeinsame Projekte entwickelt und zusammen einem externen Publikum präsentiert (vgl. Heule/Kristiansen o.J.). Der gemeinsame Kurs hat den Vorteil einer Begegnung auf Augenhöhe und eines intensiven Austausches (vgl. Denvall/Heule/Kristiansen 2008: 7).

Das englische und schwedische Modell können meiner Meinung nach kombiniert werden. Hieraus ergeben sich viele Anknüpfungspunkte für Österreich. Nachdem nun Gestaltungsmöglichkeiten von Partizipation an Hochschulen vorgestellt wurden, wird nachfolgend eine Betrachtung der Evaluierung dieser Modelle in Verbindung mit den Ergebnissen der Literaturanalyse und der eigenen empirischen Untersuchung vorgenommen. Damit wird die Frage des Potenzials und den Risiken bei einer Übertragung der internationalen Modelle auf Österreich beantwortet.


3. Forschungsergebnisse
Die Ergebnisse aus empirischer Erhebung und Literaturanalyse decken und ergänzen sich, daher wurden sie für die folgende Ergebnisdarstellung zusammengefasst. Dies ist ein Indiz für die Übertragbarkeit der internationalen Modelle auf Österreich. Die Forschungsergebnisse der Interviews gleichen den Erfahrungen der ausländischen Projekte und die Erfahrungen der internationalen Projekte untereinander zeigen ebenfalls Parallelen. Dies lässt den Schluss einer ähnlichen Ausgangssituation zu. Ähnliche Bedingungen sind ein Indiz für die Möglichkeit einer positiven Etablierung der internationalen Modelle in Österreich. Die hier vorgestellten Ergebnisse lassen sich im Detail nachlesen in meiner Masterarbeit (vgl. Fritz 2015).

Die folgenden Aussagen aus den Kategorien der Chancen und Herausforderungen bieten eine erste Orientierung für Partizipationsvorhaben. Die Kategorien zeigen die Potenziale des Konzepts an und weisen auf eventuelle Schwierigkeiten hin, die bei einer guten Umsetzung frühzeitig zu beachten sind. Daher lassen sich die Ergebnisse in Chancen, Herausforderungen und Voraussetzungen für erfolgreiche Partizipationsprojekte unterteilen. Aus den zusammengetragenen Erkenntnissen habe ich Hinweise für Partizipationsprojekte entwickelt, die neue Projekte bei ihrer Umsetzung unterstützen sollen.


3.1 Chancen
Aus den Interviews und der Literaturanalyse können viele Chancen für Partizipationsprojekte abgeleitet werden. Alle Befragten sowie die Evaluationsergebnisse der internationalen Projekte betonen den Mehrwert von NutzerInnenbeteiligung. Zusammenfassend lassen sich folgende Erkenntnisse nennen:

  • Gut ausgebildete SozialarbeiterInnen
  • Gestärkte KlientInnen

Die Chance der gut ausgebildeten SozialarbeiterInnen bezieht sich auf die Reflexion eigener Vorurteile, ein tiefergehendes gegenseitiges Verständnis sowie Empathie. Dies sind wichtige Kompetenzen von professionellen SozialarbeiterInnen. Das Wissen und die Lebenserfahrung von Betroffenen können Studierende beim Erlernen solcher und weiterer Kompetenzen unterstützen. Zugleich werden so Barrieren zwischen den verschiedenen AkteurInnen abgebaut. Das „Wissen aus Erfahrung“ (Fritz 2015: 58) seitens der KlientInnen, ist eine der zentralsten Ressourcen. Dies und der gemeinsame Austausch ermöglichen nachhaltigere Angebote in der Lehre und in der praktischen Arbeit, wodurch die Betroffenen, die Soziale Arbeit und die Gesellschaft profitieren. Unter dem Punkt der gestärkten KlientInnen sind Vorteile für KlientInnen zusammengefasst, welche sich durch ihre Beteiligung ergeben. Ihre Interessen verfolgen zu können und Einflussmöglichkeiten zu bekommen, stärkt ihre Position. Außerdem ermöglicht die Vernetzung KlientInnen eine erhöhte Handlungsfähigkeit.


3.2 Herausforderungen
Neben den Vorteilen sind Partizipationsprojekte jedoch mit einigen Herausforderungen konfrontiert:

  • Uneinheitliche oder nichtexistierende Konzepte
  • Mangel an gleichberechtigter Anerkennung unterschiedlicher Wissensformen
  • Mangelndes Selbstvertrauen der KlientInnen
  • Fehlende Ressourcen
  • Machtaspekte
  • Skepsis bei MitarbeiterInnen und KooperationspartnerInnen

Aufgrund fehlender Konzepte und Modelle muss derzeit jedes Projekt neu erarbeitet und konzipiert werden. Dies ist aufwendig für die einzelnen Vorhaben und macht den Bereich der Partizipation uneinheitlich. Es mangelt an Professionalisierung, beispielsweise durch einheitliche Konzepte mit verbindlichen Standards. Dennoch werden in der Praxis häufig individuelle Lösungen zu ergänzen sein, um eine Anpassung an die KlientInnen zu ermöglichen. Dabei sind die Grenzen der Partizipationsmöglichkeiten zu berücksichtigen und zu thematisieren. Damit ist die Frage verbunden, welche Rolle KlientInnen in den Modellen einnehmen. Eine Analyse mithilfe der Partizipationspyramide (siehe Abbildung 1) kann hilfreich sein, um anzuzeigen, welche echten Partizipationsmöglichkeiten vorhanden sind. Die Neuartigkeit dieser Konzepte und Arbeitsweisen führt möglicherweise zu einer Skepsis der MitarbeiterInnen und KooperationspartnerInnen. Die Ablehnung neuer Konzepte durch die MitarbeiterInnen in den bereits evaluierten Organisationen der Praxis ist eine Herausforderung, welcher aus meiner Sicht mit adäquater Vorbereitung und der Diskussion bestehender Widerstände und Befürchtungen begegnet werden kann.


3.3 Voraussetzungen
Daher ist es wichtig, zu Beginn neuer Partizipationsvorhaben die entsprechenden förderlichen Rahmenbedingungen zu ermöglichen:

  • Gute Zusammenarbeit von Professionellen und KlientInnen
  • KlientInnen müssen eventuell bei der Erfüllung von Zugangsvoraussetzungen zu Partizipationsprojekten unterstützt werden
  • Vorbereitung
  • Ausreichende Zeit- und Personalressourcen
  • Vernetzung der Betroffenen in SelbstvertreterInnen-Organisationen
  • Persönliche Voraussetzungen der NutzerInnen
  • Partizipationsrechte für KlientInnen

Eine gute Zusammenarbeit als Voraussetzung erfolgreicher Projekte erfordert eine partizipative Grundhaltung seitens der Professionellen. Diese beinhalten die Anerkennung auf Augenhöhe, Ehrlichkeit, Vertrauen und Freiwilligkeit in der Interaktion. Für eine gute Beziehung und eine gute Zusammenarbeit ist der Abbau von Barrieren in Form von Vorurteilen oder Berührungsängsten zwischen SozialarbeiterInnen und KlientInnen wichtig. MitarbeiterInnen und KlientInnen brauchen eine Vorbereitung auf ihre neue Aufgabe und Rolle. Als hilfreich wurde dabei in den Projekten vorhandene Berufserfahrung der KlientInnen erlebt. Dazu bedarf es seitens der KlientInnen Konstanz, um die Beteiligung durchhalten zu können. Außerdem ist Freiwilligkeit eine unabdingbare Grundvoraussetzung für erfolgreiche Partizipation. Ein Merkmal partizipativer Arbeit ist, die KlientInnen frühzeitig bereits bei der Projektplanung einzubeziehen. Seitens der Institutionen sowie der KlientInnen wurden mehrfach die Notwendigkeit materieller und zeitlicher Ressourcen sowie von Wissen und Strukturen genannt. Die Verfügung über adäquate Mittel muss zu Beginn des Projektes sichergestellt werden. Dabei gilt es auch individuelle und besondere Bedürfnisse der KlientInnen, wie etwa eine angepasste Sprache, zu berücksichtigen. In den Interviews und der Literatur wird wiederholt die Wichtigkeit einer verständlichen Sprache betont. Daraus ziehe ich die Schlussfolgerung, dass Professionelle auf eine einfache Sprache, ohne Fachjargon, zu achten haben. Fachjargon grenzt KlientInnen aus und reproduziert gewisse Machtstrukturen. Aus den gewonnen Erkenntnissen der einzelnen Kategorien werden nachfolgende Prozessschritte für gelingende, neue Partizipationsprojekte abgeleitet.


3.4 Hinweise für die Umsetzung von Partizipationsprojekten
Die folgenden Schritte (siehe Abbildung 2) können sowohl für Partizipationsprojekte an Hochschulen, als auch für Projekte in der Praxis angewendet werden. Sie sind für SelbstvertreterInnen sowie für Professionelle ein einfach anzuwendendes und vielversprechendes Werkzeug. Diese offene Liste ist im Rahmen einer weiterführenden Erarbeitung durch weitere gezielte Erhebung zu ergänzen. Sie soll eine Anregung sein, das Wissen in diesem Bereich zu systematisieren und zusammenzutragen, um es als Ressource zugänglich zu machen. Die Schritte sind eine Zusammenführung der Erkenntnisse aus dem Forschungsstand, den Evaluierungsergebnissen der internationalen Projekte und der Ergebnissen aus den geführten Interviews, ergänzt durch eigene weiterführende Gedanken. In diesem Kontext ist es sinnvoll, kein fertiges Konzept vorzustellen, sondern Hinweise für die Erarbeitung eigener Projekte zu vermitteln. Konkrete Konzepte zu erarbeiten, ist die Aufgabe in den jeweiligen Projekten unter Achtung individueller Bedingungen. Diese Anleitung bietet eine Unterstützung auf dem Weg zu einem eigenen Konzept.


Abbildung 2: Schritte für Partizipationsprojekte (Fritz 2015: 81)

Die Einrichtungen und Fachhochschulen frühzeitig auf Veränderungen vorzubereiten, gibt allen Beteiligten die Möglichkeit, sich darauf einzustellen. Dies bietet die Möglichkeit, interessierte, motivierte MitarbeiterInnen und KlientInnen bei der Konzepterstellung zu beteiligen.

Netzwerke, in denen NutzerInnen mit Partizipationserfahrung vertreten sind, existieren derzeit in Österreich kaum. Kooperationen mit NutzerInnen-Organisationen sind allerdings für die Gewinnung von Betroffenen erforderlich. Solche Netzwerke erleichtern die Arbeit, da viele gebündelte Ressourcen und Kompetenzen vorhanden sind. Beispielsweise vernetzen sich hierin engagierte Betroffene und Menschen mit Erfahrungswissen über Partizipationsprojekte. In den Netzwerken können Erfahrungen und Hinweise anderer Projekte der NutzerInnenbeteiligung eingeholt und ausgetauscht werden.

Der nächste wichtige Schritt in der Partizipationsentwicklung ist ein umfassendes, festgeschriebenes Recht der Betroffenen auf Beteiligung. Diese kann beispielsweise neben gesetzlichen Regelungen, in den Leitlinien einer Organisation verankert sein. Die verlässliche Absicherung ihrer Beteiligungsmöglichkeiten stärkt die Situation der KlientInnen und macht sie unabhängig von der subjektiven Wertschätzung von Partizipation seitens der Professionellen. Etablierte Rechte sind der erste Schritt zu einer Partizipationskultur in Österreich. Die Gründung eines KlientInnenbeirates – wie bspw. an der FH St. Pölten durchgeführt – kann meines Erachtens das Problem aktuell fehlender Netzwerke verringern. Damit ist eine Vernetzungsfunktion möglich, wenn nicht auf übergeordnete Strukturen zurückgegriffen werden kann. Dadurch sind informierte Betroffene kurzfristig verfügbar. Die Betroffenen haben die Möglichkeit, sich auszutauschen und können somit zur Qualitätssteigerung sozialarbeiterischer Angebote beitragen. Sie haben damit eine Unterstützung, welche ihre Position stärkt, da organisierte Beiräte über mehr Einflussmöglichkeiten verfügen als einzelne Betroffene.

Die gemeinsame Erarbeitung der Konzepte ist ein empfehlenswerter Start für Partizipationsprojekte. Es zeigt die Wertschätzung des Wissens von KlientInnen, indem die Expertise ihrer Sichtweise und ihrer Erfahrungen genutzt werden, um passgenaue Angebote zu installieren. Des Weiteren erhöht es die Akzeptanz der Projekte bei den KlientInnen, wenn sie daran mitwirken. So können von Beginn an erforderliche Bedingungen und Grenzen geklärt werden. In der gemeinsamen Konzeptentwicklung erfolgt durch den gemeinsamen Arbeitsprozess eine Einigung auf eine gemeinsam geteilte sprachliche Basis und ein gemeinsames Partizipationsverständnis. Zudem bietet es die Möglichkeit, frühzeitig die individuellen Zugangsvoraussetzungen der KlientInnen zu klären. Dabei sind im Sinne der guten Zusammenarbeit und der Transparenz von Anfang an die Grenzen der Beteiligungsmöglichkeiten offen zu legen. Die Machtaspekte zu thematisieren, ist ein erster Schritt diese zu bearbeiten.

Um die MitarbeiterInnen einer Einrichtung rechtzeitig auf die kommenden Veränderungen vorzubereiten und ihre Unterstützung zu erhalten, sollte das Konzept frühzeitig vorgestellt werden. Die Haltung der MitarbeiterInnen zu Partizipation ist entscheidend für eine gelingende Beteiligung. Daher sehe ich eine vorhergehende Fortbildung, in welcher die Grundlagen einer partizipativen Haltung vermittelt werden, als eine gute Möglichkeit, MitarbeiterInnen vorzubereiten und eventuelle Hürden und Widerstände frühzeitig zu bearbeiten.

Die Finanzierung zu klären, ist eine Grundlage für die weitere Arbeit. Die Schwierigkeit, ohne ausreichende Mittel Partizipation zu betreiben, wird in den Interviews deutlich benannt. Dies beinhaltet auch die Vereinbarung von Vergütungen für die Betroffenen. Zuständigkeiten und AnsprechpartnerInnen zu bestimmen, erlauben gute Zusammenarbeit und einen reibungslosen Ablauf. Für Betroffene wie für MitarbeiterInnen ist es wichtig, eine Ansprechperson zu haben. Da Partizipationsprojekte zeit- und arbeitsintensiv sind, ist dies bei der Auswahl der Zuständigen für die Koordination des Projektes zu berücksichtigen. Eine gute Vorbereitung der Betroffenen auf ihre Tätigkeit und der MitarbeiterInnen auf die kommenden Veränderungen, ist eine Bedingung für gelingende, qualitative Partizipationsarbeit, da in der Durchführung des Projektes, die beschriebenen Haltungen entscheidend für erfolgreiche partizipative Arbeit sind. Mittels regelmäßiger Evaluierung durch alle Beteiligten und darauffolgende Anpassungen kann den individuellen Gegebenheiten der Projekte adäquat begegnet werden. Der folgende Abschnitt unterzieht die hier dargestellten Ergebnisse einer kritischen Betrachtung.


4. Fazit
Die in den Interviews gewonnen Informationen sind sehr interessant und aufschlussreich. Es konnten erste Erkenntnisse gewonnen werden, welche Chancen aber auch welche Herausforderungen NutzerInnenbeteiligung mit sich bringt. Vor allem die mögliche Ableitung von Voraussetzungen für NutzerInnenbeteiligungsprojekte, kann für die Praxis hilfreich sein und ist in der Form aktuell einzigartig in Österreich. Als persönliches Ergebnis, gehe ich von einer Übertragbarkeit der internationalen Modelle auf Österreich aus. Meine Masterarbeit (vgl. Fritz 2015) stellt begründete Indizien dazu zur Verfügung, welche jedoch erst durch die praktische Erprobung bewiesen oder widerlegt werden können. Im Rahmen dieser Masterarbeit musste ich mich bei der Erhebung der Interviews auf fünf GesprächspartnerInnen beschränken. Für eine höhere Validität dieser Ergebnisse ist jedoch die Erhebung weiterer Daten nötig.

Zu NutzerInnenbeteiligung lässt sich grundsätzlich sagen, dass sich Österreich hierbei im Anfangsstadium befindet. Großbritannien, mit seiner stark ausgeprägten Beteiligungskultur im sozialen Bereich, ist ein wichtiges Vorbild. Die Vernetzung der Betroffenen, die vielen SelbstvertreterInnen-Organisationen sowie die etablierten Rechte und das Selbstverständnis der Thematik, sind wichtige Beispiele aus England. In Österreich scheint Partizipation ein theoretisch viel besprochenes Anliegen zu sein, jedoch mangelt es an praktischer Umsetzung. Die existierenden Partizipationsversuche sind meist auf den unteren Stufen der Pyramide, im Bereich der Meinungseinholung, verhaftet. Echte Partizipation benötigt mehr Beteiligungsmöglichkeiten. Meine persönliche Erkenntnis aus dieser Arbeit ist unter anderem, dass das Thema Partizipation vor allem an österreichischen Hochschulen mehr Beachtung erfordert.

Für mich persönlich bedeutet Partizipationskultur, sich von der Expertokratie zu verabschieden, den Empowerment-Paradigmenwechsel voranzubringen und die Bedürfnisse der Betroffenen in den Fokus zu nehmen. Gemeinsam erarbeitete, passgenaue, akzeptierte Konzepte unterstützen die KlientInnen bestmöglich und die Soziale Arbeit kann die aufgewendeten Ressourcen optimal nutzen. Die richtige Hilfe und die richtigen Ansatzpunkte ermöglichen eine wirkungsvolle Unterstützung. Dies reduziert Folgeprobleme und spart langfristig Ressourcen.

Der besondere Aspekt der NutzerInnenbeteiligung, besteht für mich in dem speziellen Wissen der KlientInnen. Diese Erfahrungen nutzen zu können und Wissen zu erhalten, welches, meiner Meinung nach, nicht in Büchern vermittelt werden kann, ist eine besondere Chance für die Soziale Arbeit. Die schwierige Vermittlung dieses Wissens macht den direkten Austausch mit den Betroffenen erforderlich. Direkt von den Betroffenen ihren Bedarf und ihre Erwartungen zu hören, bereitet die Studierenden optimal auf ihre Tätigkeit vor. Dies frühzeitig in die Ausbildung einzubeziehen schafft eine neue KlientInnen-SozialarbeiterInnen-Beziehung und eine selbstverständliche Partizipationskultur. Durch die Mitwirkung in der Forschung können die Erfahrungen der KlientInnen genutzt werden, um systematisch evidenzbasierte Methoden evaluieren und entwerfen zu können. Dies professionalisiert die Soziale Arbeit und hilft der Praxis, besser arbeiten zu können. Durch die Verzahnung von Theorie und Praxis in der NutzerInnenbeteiligung an Hochschulen kann aus meiner Sichtweise die Kluft zwischen Theorie und Praxis verringert werden.

Vernetzung ist nötig, um die Ressourcen der NutzerInnen zu fördern, ihre Kompetenzen zu bündeln und für die Soziale Arbeit zugänglich zu machen. Ein übergeordnetes Netzwerk, in dem sich die Betroffenen selbst zusammenschließen, ist dafür empfehlenswert. Netzwerke bündeln Wissen und Strukturen für SelbstvertreterInnen und für Professionelle. NutzerInnen können darin geschult werden und zu Vorlesungen an Hochschulen eingeladen werden. Derzeit wirkt der Zugang zur Beteiligung oft willkürlich oder zufällig und scheint nicht allen Betroffenen möglich zu sein. Die Einbeziehung von KlientInnen ergibt sich informell. Dies benötigt eine gleichberechtigte Systematisierung und Öffnung.

Der Kontakt zwischen KlientInnen, die bereit sind, sich an Hochschulen zu engagieren und Hochschulen selbst, stellt für mich derzeit die größte Schwierigkeit bei der Umsetzung dieser Projekte in Österreich dar. Dieser erste Hinweis auf zukünftige Herausforderungen und Schritte für NutzerInnenbeteiligung an österreichischen Hochschulen wird im folgenden Ausblick erweitert.


5. Ausblick
Bevor ich auf die zukünftige Entwicklung von NutzerInnenbeteiligung in Österreich eingehe, möchte ich einen kurzen Ausblick über weitere Forschungsvorhaben in diesem Bereich geben. An verschiedenen Stellen dieser Arbeit musste aufgrund der Rahmenbedingungen eine Eingrenzung des Themas erfolgen. Diese Schnittstellen bieten Ansatzpunkte für weitere Forschungsvorhaben. Der Zusammenhang von Macht und Partizipation ist in dieser Arbeit angedeutet. Eine genauere Untersuchung dieses Verhältnisses, unter Einbeziehung des Capability Approaches, liefert neue Erkenntnisse über die Zugangsvoraussetzungen zu Beteiligung. Eine weitere interessante Untersuchung ist die Analyse des Zusammenhangs von Partizipationsstufen und Partizipationswahrnehmung der KlientInnen. Für mich entstand der Eindruck, dass mit einer höheren Stufe der Beteiligung KlientInnen einen weiteren Blick für Partizipationsmöglichkeiten bekommen. Ein möglicher Zusammenhang zwischen Partizipationsstufe, Selbstständigkeit der KlientInnen und kritischer Reflexionsfähigkeit der Rahmenbedingungen bedarf einer näheren Untersuchung. Eine derartige Bestätigung liefert eine weitere Begründung für die Bedeutung von Partizipation.

Die benannten theoretischen und praktischen Ansätze und Ausblicke zeigen den Weg zu einem aussichtsreichen Ansatz Sozialer Arbeit auf, welcher nun in die Praxis umgesetzt werden muss. Ein interessantes Projekt wird momentan in St. Pölten am Ilse Arlt Institut umgesetzt. In der Untersuchung werden Partizipationserfahrungen von PraktikerInnen erhoben. Derzeit ist die Untersuchung jedoch noch nicht abgeschlossen. Bei Beendigung ergeben sich hieraus weitere wichtige Informationen und Ansatzpunkte. Ein wichtiger nächster Schritt ist die allgemeine und verbindliche Formulierung von Standards für die NutzerInnenbeteiligung. Nachdem das große Potenzial dieses Ansatzes aufgezeigt wurde aber auch der weite Weg dorthin, bleibt abschließend nur die Aufforderung: Nutzen wir das Potenzial und gehen wir Partizipation auf allen Ebenen in allen Bereichen an!


Literatur

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Fritz, Florence (2015): Was wir von KlientInnen lernen können? Potentiale internationaler Modelle der NutzerInnenbeteiligung bei einer Übertragung auf die österreichische Sozialarbeitsaus-bildung. Masterthesis, MCI Management Center Innsbruck.

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Straßburger, Gaby / Rieger, Judith (2014a): Bedeutung und Formen der Partizipation – Das Model der Partizipationspyramide. In: Straßburger, Gaby / Rieger, Judith (Hg.): Partizipation kompakt. Für Studium, Lehre und Praxis sozialer Berufe. Weinheim: Beltz Juventa, S. 12-41.

Straßburger, Gaby / Rieger, Judith (2014b): Warum Partizipation wichtig ist – Selbstverständnis und Auftrag sozialer Berufe. In: Straßburger, Gaby / Rieger, Judith (Hg.): Partizipation kompakt. Für Studium, Lehre und Praxis sozialer Berufe. Weinheim: Beltz Juventa, S. 42-50.


Über die Autorin

Florence Fritz, B.A.
florence.fritz@gmx.at

Studentin am Management Center Innsbruck (MCI) im Masterstudiengang „Soziale Arbeit, Sozialpolitik und -management“.
2009-2012 Duales Studium „Soziale Arbeit“, Duale Hochschule Baden-Württemberg (DHBW), in Stuttgart. Praxisschwerpunkt: Kinder- und Jugendhilfe. Im Jahr 2013 Berufstätigkeit: stationäre Kinder- und Jugend-Wohngruppe.






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