soziales_kapital

soziales_kapital
wissenschaftliches journal österreichischer fachhochschul-studiengänge soziale arbeit
Nr. 23 (2020) / Rubrik "Thema" / Standort St. Pölten
Printversion: http://www.soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/article/viewFile/657/1184.pdf


Michaela Moser:

Sich gemeinsam handelnd in die Welt einschalten

Von individueller Selbstbestimmung zur kollektiven Weltveränderung


1. Einleitung

Unlängst war ich eingeladen, auf einer Tagung ein Referat zum Thema „Wille“ zu halten. Es sollte um Selbstbestimmung gehen, um Partizipation und um Ethik. Themen, mit denen ich mich schon länger und immer wieder gerne beschäftige. Nichtsdestotrotz regte sich in der Vorbereitung schnell Unbehagen und in der Folge sogar Widerstand in mir bezüglich des Begriffs des Willens – auch wenn dieser inspiriert von den Überlegungen eines sozialräumlichen Konzepts gewählt wurde, in dem es auch aus meiner Sicht viele wichtige Impulse gibt. Problematisch erscheint mir der Begriff dort, wo der Wille – als affirmierte Haltung, die mit Eigenverantwortung, -aktivität und Selbstständigkeit in Zusammenhang steht – dem Wunsch – der vielfach negativ beurteilt wird, weil er an andere gerichtet ist – entgegengesetzt ist (vgl. Hinte 2012). Eine solche Gegenüberstellung von Wille und Wunsch, Autonomie und Abhängigkeit zeugt meines Erachtens von einem patriarchalen Dualismus, der hier nicht unwidersprochen bleiben soll.1

Denn es ist höchste Zeit, die zweigeteilte Ordnung, die sich bis auf die Politik des Aristoteles zurückverfolgen lässt und die seither wirkt, zu überwinden. Innerhalb dieser Ordnung wird anhand von Begriffspaaren ein scheinbar eindeutiges System der Ober- und Unterordnung konstruiert, in der jeweils das eine über das andere herrscht bzw. dominieren soll: Die Seele über den Körper, der Markt über den Haushalt, die Kultur über die Natur, die Theorie über die Praxis, der Okzident über den Orient, die Vernunft über die Emotion, das Aktive über das Passive, das Männliche über das Weibliche – und der Wille über den Wunsch. Diese recht „statische Zweiteilung […] und die Verknüpfung des ‚Höheren‘ mit Männlichkeit, Geist und Freiheit, des ‚Niedrigeren‘ mit Weiblichkeit, Körperlichkeit und Abhängigkeit“ (Knecht et al. 2012: 9) wird von Feminist*innen spätestens seit Simone de Beauvoir kritisiert (vgl. Günter 2012). Derselbe Dualismus wirkt jedoch nichtsdestotrotz bis heute auf das menschliche Zusammenleben ein und es sollte jede Gelegenheit genutzt werden, denkend und handelnd mit diesem System zu brechen.

So sehr ich also beispielsweise mit den ressourcenorientierten Aspekten des oben genannten Konzepts der Sozialraumorientierung übereinstimme, so sehr ist es mir wichtig zu betonen, dass diese meines Erachtens nicht auf einem Dualismus von Abhängigkeit und Autonomie aufbauen sollen. Vielmehr sollte die Erkenntnis im Vordergrund stehen, dass wir als Menschen alle der Hilfe und Unterstützung anderer bedürfen und Freiheit nur in Bezogenheit entstehen kann (vgl. Praetorius 2005). Ähnliches gilt für die Förderung von Selbstbestimmung, gerade auch wenn es um Menschen geht, die – vielleicht oder jedenfalls auf den ersten Blick – mehr als andere der Unterstützung bedürfen.

Anstatt Bedürftigkeit und Abhängigkeit zu negieren, sie schlecht oder klein zu reden, scheint es mir wichtig, diese als menschlichen Normalzustand anzuerkennen, der uns alle mehr oder weniger betrifft. Dabei geht es auch darum, allen damit verbundenen Formen des Otherings entgegenzutreten und, in den Worten der US-amerikanischen Juristin Martha A. Fineman (2004: 18), nachdrücklich auf die Tatsache hinzuweisen, dass wir alle unterstützte Leben führen: „We all live subsidized lives.“ Niemand kann ganz allein und ohne andere gut leben. Am Lebensanfang genauso wenig wie am Lebensende und auch Tag für Tag dazwischen bedürfen wir wechselseitiger Zuwendung und Fürsorge (vgl. Knecht et al. 2012: 32f.). Das gilt insbesondere auch für den Kampf um Rechte und Freiheiten. Deshalb braucht es eine Rehabilitierung bzw. ein Neuverständnis von Abhängigkeit.


2. Abhängigkeit reloaded oder: Das Prinzip Selbstbestimmung als Teil einer Bewegungsgeschichte

Das Bestreben, Abhängigkeit zu rehabilitieren, erscheint mit Blick auf die Kämpfe um Selbstbestimmung wie sie u.a. von Menschen mit Behinderungen geführt wurden und werden zunächst kontraproduktiv bzw. paradox. Denn selbstverständlich waren und sind diese Kämpfe mit Blick auf bevormundende Angehörige und totale Institutionen höchst notwendig. Alle aus solchen Kämpfen hervorgehenden Entwicklungen, wie etwa die Gründung von Selbsthilfezentren, Peer-Beratungs-Ansätze und nicht zuletzt die mit der Ratifizierung der UN-Konvention auch international verbrieften Selbstbestimmungsrechte und Freiheiten, müssen weiter gestärkt werden. Dabei ist es jedoch wichtig zu erkennen, dass Selbstbestimmung nie das einzige Ziel einer Bewegung war, die in Sachen Partizipation und Inklusion seit Ende der 1950er Jahre viel vorangebracht hat. Vor allem der von Expert*innen als beispiellos (Schulze 2011) beschriebene Prozess der Entstehung der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen, aber auch deren Inhalte, die unter Einbeziehung von Zivilgesellschaft und Menschenrechtsorganisationen festgelegt wurden, zeigt, was mit der Kraft gemeinsamen Handelns erreicht werden kann und wie sehr der Kampf um die eigene Freiheit immer auch ein Kampf um die Freiheit aller Betroffener war und ist.

Seit dem Ende der 1960er Jahre wurde zunächst in Schweden, dann auch in vielen anderen Ländern zunächst von Einzelnen Unmut geäußert über bevormundende Eltern-Organisationen, die mit dem Slogan „Wir sprechen für euch“ auftraten. Darauf folgten neue Formen des Zusammenschlusses, der Selbstvertretung (vgl. People First NZ o.J.) und der Selbsthilfe. Spätestens seit den 1980er Jahren wurde diese auch in Österreich vor allem in Form der Selbstbestimmt Leben Bewegung sichtbar und hörbar (vgl. bidok o.J.). Das zeigt nicht zuletzt ein Blick in das Archiv zur Geschichte der Behindertenbewegung in Österreich, das neben vielen anderen Dokumenten und Artikeln zu Inklusion und mehr auf der Internet-Plattform bidok zugänglich und allen am Thema Interessierten nachdrücklich zur Lektüre zu empfehlen ist.

Die Vertretung eigener Interessen war nie nur individuell gemeint – auch wenn sie zuweilen darauf reduziert wird –, sondern wurde sowohl von Selbstvertreter*innen als von institutioneller Seite immer auch als Prozess gesellschaftlich-politischer Transformationen verstanden. Dies wird u.a. in der UN-Konvention für die Rechte von Menschen mit Behinderungen deutlich, deren Umsetzung auch heute kollektiv – in Form eines Monitoring Ausschusses – von den Betroffenen selbst und mit Verbündeten überwacht und vorangetrieben wird (vgl. Schulze 2011).

Ähnliche Prozesse lassen sich mit Blick auf die Kämpfe anderer Gruppen feststellen. Beispielhaft ist hier etwa der Weg der LGBT-Bewegung von der Interessensvertretung zur Kraft sozialer Transformation seit den 1950er und 1960er Jahren in den USA (vgl. Moon 2013). Inspiriert von der Black Power Bewegung, waren auch hier Fragen nach individuellen Freiheiten und Gleichberechtigung und nach deutlicher Präsenz im öffentlichen Leben notwendig verknüpft mit dem Kampf um Gesetzesänderungen, Schutz vor Diskriminierung aber auch sozioökonomische Veränderungen und um die Anerkennung einer Vielfalt an Lebensentwürfen. Mit dieser grundlegenden Ausrichtung wurde also immer wieder über die unmittelbaren eigenen Anliegen hinausgegangen. Themen wie die Durchsetzung der Ehe für alle mögen zunächst als vergleichsweise wenig/er gesellschaftspolitisch bzw. nur für eine kleine Gruppe relevant erscheinen. Ein Blick auf die Bewegungsgeschichte zeigt jedoch, dass auf Phasen mit Kämpfen, die sich weitgehend auf (persönliche) Gleichstellung konzentrierten, immer wieder welche folgten, in denen der Einsatz für soziale Gerechtigkeit und weitgreifende gesellschaftliche Veränderungen auch über die Interessen der eigenen Gruppe hinaus stärker in den Vordergrund traten.

Ob Vorschriften zur Barrierefreiheit oder Adoptionsmöglichkeiten für schwule und lesbische Paare, ob die Anerkennung eines dritten Geschlechts in offiziellen Dokumenten oder die Umsetzung von Maßnahmen zur Deinstitutionalisierung: diese und viele andere Veränderungen wirken weit in die vordergründig kaum betroffene Mehrheitsgesellschaft – und deren Ansprüche an Konformität – hinein und stellen angebliche Normalität in Frage. Zur (rechtlichen) Realität wurden sie, weil Menschen sich zusammenschlossen und gemeinsam handelten und damit im Arendt‘schen Sinne Macht ausübten (vgl. Arendt 1981: 53).

Jede*r Einzelne, die*der diese Veränderungen herbeisehnte oder erkämpft hat, war dabei abhängig vom Zusammenschluss mit anderen, von gemeinsamen Kämpfen und Kampagnen, geteilten Niederlagen und Erfolgen, der Vielfalt an kollektiv generierten Ideen und verhandelten Strategien und der gegenseitigen Ermunterung zum langen Atem. Nicht um die Abschaffung von Abhängigkeit als zu überwindende Schwäche geht es also – das wäre mit Blick auf die menschliche Bedürftigkeit ohnehin unmöglich –, sondern darum, verschiedene Formen von Abhängigkeiten zu unterscheiden. Das heißt auch, zwischen verschiedenen Formen von Abhängigkeiten entscheiden zu können und diese gemeinsam so zu gestalten, dass die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und damit die Chancen auf ein gutes Leben aller vorangetrieben werden.


3. Freiheit, Fülle, Flourishing

„Traditionell wird Freiheit oft mit Unabhängigkeit und der Abwesenheit von Zwängen gleichgesetzt. Doch da Abhängigkeit zum Menschsein immer dazu gehört, kann dies nicht stimmen. Menschen sind abhängig und frei zugleich. Freiheit bedeutet nicht, tun zu können, was ich will, sondern sie verweist auf die Unverwechselbarkeit jedes einzelnen Menschen. […]

Frei zu sein bedeutet nicht, dass zwischen den eigenen Wünschen und ihrer Verwirklichung in der Welt möglichst wenige Hindernisse liegen (dass ich tun kann, was ich will). Vielmehr meint es, dass wer frei ist, die jeweils vorhandenen Möglichkeiten, die eigenen Überzeugungen in die Welt zu bringen, soweit es geht ausschöpft.“ (Knecht et al. 2012: 63)

Die Erweiterung von Handlungsmöglichkeiten und damit Freiheiten für viele gehört, wie die oben aufgeführten Beispiele zeigen, zu den zentralen Zielen und Inhalten von Zusammenschlüssen bzw. Bewegungen von Menschen, die Ausgrenzung, Ungleichheit, Diskriminierung, Armut etc. erfahren. Freiheit entsteht dabei aus Bezogenheit und durch wechselseitige Unterstützung. Das gilt für persönliche Freiheiten – von der Ermöglichung der ersten eigenständigen Gehversuche, zunächst an der Hand, dann mit Begleitung, und etwas später hin zum freien Gehen – genauso wie für kollektiv erkämpfte Veränderungen, deren Saat oft zunächst im gemeinsamen Glauben an eine mögliche Veränderung liegt, also darin, gemeinsam über das „bereits Gedachte und für möglich Gehaltene hinauszugehen“ (ebd.: 65).

Dementsprechend geht es in der Selbstorganisation von Betroffenen um die „Verbindung von vielen unterschiedlichen Einzelnen“ (Initiative Minderheiten 2006: 4), die nicht notwendig die gleiche Geschichte der Ausgrenzung und Unterdrückung, jedoch gemeinsame Ziele teilen:

„Die Gründung von Selbstorganisationen ist ein Akt der Selbstvergewisserung (nicht: Egoismus), der durch den Austausch mit den anderen ähnlich Positionierten garantiert wird. Das Ganze als das Mehr der Summe der Teile ermöglicht in dieser Dialektik von Individuum und Kollektiv gegenseitige Anerkennung im Inneren und stellt gleichzeitig die Basis für (Self)Empowerment im/nach Außen (Öffentlichkeit) dar.“ (Ebd.: 5)

Selbstorganisation eröffnet demgemäß Räume, die der Entwicklung eines kollektiven Selbstbewusstseins und in Folge der Erweiterung des persönlichen und des politischen Handlungsspielraums dienen.

Nicht zuletzt migrantische Selbstorganisationen wie der Verein maiz in Oberösterreich zeigen dies seit Jahrzehnten mit ihrer Verbindung von Beratungs-, Bildungs-, Empowerment-, Kultur- und politischer Arbeit, die explizit auch auf Veränderungen der österreichischen Mehrheitsgesellschaft abzielt (vgl. maiz).

„[…] wir breiten uns aus. Wir gehen in die Offensive. Wir setzen Zeichen. Wir lassen uns nicht verunsichern. Nein. Auch nicht von einer Regierung, die unter der Beteiligung einer rechtsextremen Partei über das Land herrscht. Wir gehen noch intensiver in die Offensive und besetzen immer mehr Platz und machen aus unserer Anwesenheit eine unbestrittene Tatsache. Wir bleiben. Und wir werden immer mehr. Wir bleiben, im Bewusstsein unserer Rechte. Im Bewusstsein unseres Widerstandspotentials.“ (Caixeta/Salgado 2000)

Die Forderung und Herausforderung an Personen der österreichischen Mehrheitsgesellschaft, ihre Privilegien abzugeben, ist dabei zentral. Das machte maiz u.a. 2018 mit Workshops und weiteren Beiträgen zum Thema „Privilegien teilen“ deutlich (vgl. Radio FRO 2019).

Unter dem Motto „Privilegien für alle“, gilt es dabei auch, einer Perspektive des Mangels entgegen zu treten, wie sie uns von Politik und Ökonomie laufend vermitteln wird. Dem Mangeldenken entsprechend wird der Wettstreit um vermeintlich knappe Ressourcen in den Vordergrund gerückt. Doch auch wenn die Begrenztheit natürlicher Ressourcen nicht zu bestreiten und die Klimakrise dank Bewegungen wie Fridays for Future endlich die notwendige breite Aufmerksamkeit gewinnen konnte, geht es darum, den Blick in erster Linie auf den Umgang mit und die Verteilung von genau jenen Ressourcen zu richten, von denen einigen Wenigen viel und den anderen Vielen kaum etwas zukommt. Dabei sind kritische Fragen zu Wachstum und Konsum zu stellen, aber auch nach Lebensqualität und Glück, die erfahrungsgemäß – und auch von der Glücksforschung bestätigt – mehr mit Zufriedenheit, denn mit dem Wunsch nach immer mehr zu tun haben.

Es lohnt sich deshalb, die Perspektive des Mangels durch eine der Fülle zu ersetzen und davon auszugehen, dass das gute Leben aller keine Wachstums- sondern eine Verteilungsfrage ist. Auch wenn dies auf den ersten Blick naiv und als „Glaubensfrage“ erscheinen mag: Die Erfahrung, dass gut geteilte Ressourcen sich zuweilen auf scheinbar wundersame Weise vervielfältig, kennen viele aus ihrem Alltag. Ob beim gemeinsamen Essen, bei dem aus vielen kleinen mitgebrachten Speisen ein üppiges Buffet entsteht, ob beim geteilten Wissen, das ungeahnte neue Erkenntnisse hervorbringt oder ob beim Mehr an Zeit, das entsteht, wenn Care-Aktivitäten wie etwa das Kinder-Aufpassen unter benachbarten Familien aufgeteilt werden (vgl. Schenk/Moser 2010: 235).

Ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einem guten Leben aller ist also, den Blick auf die Fülle zu richten und diese spürbar zu machen. Flourishing nennen feministische Theologinnen wie Mary Grey und Grace Jantzen individuelle und kollektive Erfahrungen der Erweiterung des Möglichen, wie sie gerade auch von Selbstorganisationen immer wieder erkämpft wurden und werden (vgl. Grey 1999). Bei diesem Aufblühen geht es darum, das Bestmögliche aus jeder noch so eingeschränkten Lebenssituation machen zu können – und zwar nicht im Sinne eines fatalistischen Sich-Abfindens mit dem Bestehenden, sondern im Sinne einer Freude am Widerständigen und der Lust auf Transformationen, die viele zunächst für unrealistisch halten.

„Im Widerspiel des Unmöglichen mit dem Möglichen erweitern wir unsere Möglichkeiten“ (Bachmann 1981: 76) heißt es in Ingeborg Bachmanns berühmter Rede über die Wahrheit, die uns allen zumutbar ist. Zum Äußersten gehen und die Grenzen, die uns gesetzt sind, gemeinsam zu überschreiten, darum geht es.


4. Uns gemeinsam in die Welt einschalten. Selbstorganisation und Soziale Arbeit

In einem Bachelorprojekt haben sich Studierende der FH St. Pölten 2018 mit Fragen zum Verhältnis von Selbstorganisation und Sozialer Arbeit beschäftigt (vgl. Gradinger et al. 2018). Zentrales Prinzip Sozialer Arbeit ist es, glaubt man den Definitionen der Berufsverbände weltweit, Menschen als Expert*innen ihrer Lebensrealität anzuerkennen, Stärken und Ressourcen mit ihnen zu identifizieren und zu fördern und dadurch auch verstärkte Beteiligung in der Gesellschaft sicherzustellen (vgl. IASSW/IFSW 2012; IFSW 2010; 2014; OBDS 2017: 2).

Nichtsdestotrotz – und auch wenn nicht wenige, heute sehr etablierte Handlungsfelder Sozialer Arbeit wie beispielsweise Frauenhäuser aus Selbstorganisationen hervorgingen – erfahren die Initiativen jener, die als Klient*innen Sozialer Arbeit gelten, aktuell oft wenig Anerkennung und Wertschätzung – oder diese kommt zumindest kaum bei ihnen an. Das war der deutliche gemeinsame Tenor einer Diskussion mit Vertreter*innen von Selbstorganisationen von Migrant*innen, Erwerbsarbeitslosen, Armutsbetroffenen, Jugendlichen, Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen und/oder psychischen Krankheiten im Rahmen des erwähnten Projekts. Es fehlt an Sichtbarkeit im Diskurs und in der Ausbildung, an Austausch und Zusammenarbeit mit Professionist*innen Sozialer Arbeit auf Augenhöhe, an Anerkennung auch in der Forschung und Wissensproduktion aber auch an rechtlichen Grundlagen, finanzieller Förderung, passenden Organisationsstrukturen.

Das soll nicht bedeuten, dass es funktionierende Selbstorganisationen nicht gäbe. In ganz Österreich lassen sich zahlreiche Beispiele für Aktivitäten und Selbstorganisation im Sinne von Interessensvertretung und gesellschaftlicher Transformationen finden: Von selbstorganisierten LGBT-Beratungsstellen wie etwa dem Rosa-Lila-Tipp und der Queer Base in Wien oder dem Verein Queeriosity in St. Pölten über Arbeitsloseninitiativen wie z.B. der Amsel in Graz bis hin zu den unabhängigen Selbstvertretungsstrukturen von Menschen mit Lernschwierigkeiten und Migrantinnen-Selbstorganisationen wie dem bereits erwähnten Verein maiz, um nur einige zu nennen. Nichtsdestotrotz gibt es, von einzelnen Ausnahmen und Personen abgesehen, noch vergleichsweise wenig Berührungspunkte und noch weniger institutionalisierte Vernetzungen, Austausch mit und Voneinander-Lernen zwischen diesen und (anderen) sozialen Einrichtungen Sozialer Arbeit.

Wie ich an anderer Stelle bereits ausführlich dargestellt habe (vgl. Moser 2013), geht es zunächst darum, den derzeit recht populären Diskurs und die sich entwickelnden verstärkten Praxen zur Partizipation von Klient*innen um die Auseinandersetzung mit Theorien und Praxen der Selbstorganisation zu erweitern (ebd.: 148). Dafür müssen Selbst- und Interessensvertreter*innen und ihre Organisationen verstärkt in die Aus- und Fortbildungen Sozialer Arbeit einbezogen werden. Dies wird beispielsweise in Schweden, Norwegen und UK bereits praktiziert, erfolgt hierzulande bislang jedoch nur sehr punktuell z.B. in Form des Klient*innen-Beirats und in einzelnen Lehrveranstaltungen an der FH St. Pölten (vgl. Moser 2014).2 Zudem braucht es ein besseres Zusammenwirken dieser Gruppen und der institutionellen Strukturen in der Praxis.

Sehr interessant sind in diesem Zusammenhang Entwicklungen im Bereich der Peer-Arbeit, wie zuletzt der von Neunerhaus entwickelte und umgesetzte Ausbildungslehrgang zu Peers in der Wohnungslosenhilfe, und in der Folge die Auseinandersetzung mit den Auswirkungen, die die Beschäftigung von Peers auf Handlungsfelder und auf die Profession/en Sozialer Arbeit haben werden.3 Wichtige Lernerfahrungen lassen sich etwa in Feldern wie der Psychiatrie, in denen Peer-Arbeit schon etwas früher eingeführt wurde, finden (vgl. Utschakowski et al. 2016). Diese Entwicklungen verdienen vor allem im österreichischen Kontext noch deutlich mehr Forschungsaktivitäten und vor allem öffentliche und fachliche Aufmerksamkeit. Speziell in diesem Zusammenhang sind all jene Fragen spannend, die auf konstruktive Formen der Zusammenarbeit jenseits von Konkurrenz und Besserwisserei abzielen. Dabei kann eine Analyse von Machtverhältnissen und Privilegien – auch rund um Posten, Bezahlung, verfügbare Förderungen und nutzbare Infrastruktur im Sozialbereich – und das Eruieren von Unterschieden und Gemeinsamkeiten, Synergien und Spannungen nicht ausbleiben; auch Fragen guter – wechselseitiger – Unterstützung jenseits von Paternalismus müssen offen diskutiert und geklärt werden.

Nicht zuletzt geht es auch um das Ausloten der Möglichkeiten gemeinsamer Kämpfe von unterschiedlich Betroffenen, wie ich sie gemeinsam mit Kolleg*innen der Armutskonferenz seit etlichen Jahren im Rahmen der Plattform Sichtbar werden praktiziere: Sichtbar werden entstand vor gut zehn Jahren als Plattform für Initiativen von Menschen mit Armutserfahrungen und ist mittlerweile ein unverzichtbarer Teil der Österreichischen Armutskonferenz, einem Netzwerk von über 40 sozialen Organisationen mit mehr oder weniger Klient*innen-Beteiligung. Anliegen und Forderungen von Menschen mit Armutserfahrungen, aber auch deren viel zu oft unsichtbar gemachten Fähigkeiten und Kenntnisse werden hier in vielfältigen Aktionen öffentlich gemacht und auch direkt an politische Entscheidungsträger*innen vermittelt. Gleichzeitig geht es um den internen Austausch und die Vernetzung von Betroffenen mit weiteren Akteur*innen in der Armutsbekämpfung, auch im Rahmen der im Sozialministerium angesiedelten Österreichischen Plattform gegen Armut und soziale Ausgrenzung. Letztere wurde im Zuge der „Strategie Europa 2020“ initiiert, ihr hauptsächliches Ziel ist es, europaweit „20 Millionen Menschen aus Armut und sozialer Ausgrenzung zu befreien“ (vgl. BMSGPK o.J.).4

Spannungsverhältnisse und Ambivalenzen sind bei derartigen Plattformen wie in jeder Kooperation von unterschiedlich Betroffenen unvermeidlich: aufgrund der unterschiedlichen Machtpositionen und Privilegien, die es zu teilen gilt, aber auch deshalb, weil der Grad, der Unterstützung von Beeinflussung bzw. Bevormundung trennt, ein sehr schmaler ist. Im notwendigen Balanceakt zwischen Fürsorge und Empowerment, Zusammenarbeit und Distanzierung, Aufzeigen von Differenzen und Entwicklung gemeinsamer Ziele, erweist sich einmal mehr die feministische Perspektive als hilfreich, die die „Freiheit in Bezogenheit“ (Praetorius 2005) und die damit einhergehende „Normalisierung“ von Unterstützungsbedarf als menschliche Grundkonstitution (Fineman 2004) betont. Der im Zuge der Bewegung für mehr Selbstvertretung von Menschen mit Behinderungen entstandene Slogan „Nicht ohne uns über uns“ bleibt dabei aufrecht und wichtig, bringt jedoch nicht notwendig eine Ablehnung jeglicher Unterstützung mit sich.

Immer wieder zu stellen und zu verhandeln sind Fragen nach der Notwendigkeit von bzw. dem Grad an notwendiger Unterstützung. Vor allem „bleibt das Spannungsverhältnis bestehen, dass gerade Initiativen von sozial benachteiligten Gruppen eine langfristige Unterstützung zu benötigen scheinen und eine solche Unterstützung nie ohne normativen Einfluß bleiben kann“ (Munsch 2003: 20). Das gilt auch und gerade in Hinblick auf das Spannungsverhältnis zwischen der Eigenständigkeit sich organisierender Gruppen und der Effektivität ihres Tuns. Weder Bevormundung noch totaler Rückzug sind hier gefragt. Die abwertende Einmischung oder der Versuch des vorzeitigen Abwürgens scheinbar ineffizienter Diskussionen und Vorgangsweisen sind genauso unproduktiv wie wohlwollendes Pädagogisieren á la „Ich wüsste es zwar besser, aber sie müssen halt ihre eigenen Erfahrungen machen“. Vielmehr gilt es, offene Kommunikation und ehrlichen Umgang miteinander zu pflegen, Ambivalenzen und Kritikpunkte auszusprechen und Organisations- und Zusammenarbeitsmodelle zu forcieren, die Differenzen nicht ausblenden, sondern produktiv zu nutzen wissen und so schiefe Machtverhältnisse ausbalancieren können (vgl. dazu auch Moser 2013).

Eine große Rolle spielt dabei die Entwicklung und Etablierung adäquater Strukturen, Methoden und Prozesse der Zusammenarbeit, insbesondere in Hinblick auf gemeinsame Entscheidungsfindung. Denn es gilt, Klarheit über Machtfaktoren herzustellen und der Ungleichheiten an Ressourcen und Privilegien entgegenzuwirken. Als hilfreich haben sich hier – u.a. im Kontext der Zusammenarbeit in der Armutskonferenz – Strukturen und Methoden der Soziokratie als Organisations- und Entscheidungsform erwiesen (vgl. Moser 2018; Spitzer/Moser 2013).


5. „Willst du mich, bin ich wir“

Wie viele unterschiedliche selbstorganisierte Initiativen es in Österreich gibt, wie zentral deren Sichtbarkeit und Zusammenschluss im widerständigen, Politik und Gesellschaft transformierenden Handeln ist, hat eindrucksvoll die zweite Serie an Donnerstagsdemonstrationen von Oktober 2018 bis Juni 2019 bewiesen. Woche für Woche haben unterschiedlich Betroffene das Wort ergriffen, ihre Situation, ihre Forderungen und ihre Visionen für eine bessere Welt für alle deutlich gemacht. Woche für Woche gingen Tausende miteinander auf die Straße, mit all ihren Unterschieden und ohne diese zu negieren. Wir gaben ein deutliches Zeichen gegen die Aufspaltung einzelner Kämpfe und deren Abwertung als Partikularinteressen und traten als Kollektiv gegen die Vereinzelung, für Solidarität und für ein gutes Leben aller ein. Woche für Woche wurde deutlich, was Rubia Salgado, Aktivistin und Mitbegründerin der Migrantinnen-Selbstorganisation maiz, in ihrer Rede zum Auftakt der Demonstrationen auf den Punkt brachte:

„Willst du mich, bin ich wir

Da sind wir, wieder einmal und immer wieder sind wir da und dort und überall und laut und lustvoll und in Solidarität und in Wut, laut singend weinend lachend immer wieder und immer wieder machen wir klar, dass wir gar nichts von dieser Regierung halten!

Und ich und wir dort, wo wir uns täglich bewegen, wir Queer Feminist_innen Migrant_innen und Geflüchtete, denen es gelungen ist, hier lebendig anzukommen, wir sind trotz der täglichen Schmerzen, die unseren Alltag markieren, trotz Anspuckungen im Bus, trotz Beschimpfungen, trotz Schikanen, trotz Abschiebungen, trotz reduzierter Mindestsicherung, trotz Angst, trotz verschimmelter Wohnungen, trotz Rassismus auf der Straße, auf Ämter, in Krankenhäusern und Schulen, trotz rassistischer, mörderischer Migrationspolitik, trotz Pessimismus des Verstandes bewegen wir uns im Optimismus des Willens, bewegen wir uns in der Konfrontation, im Kampf um ein besseres Leben für alle, hier, überall und jetzt.“ (Salgado 2019)


Verweise
1 Mir ist bewusst, dass sich das Sozialraumkonzept von Wolfgang Hinte nicht in der Unterscheidung von Wunsch und Wille erschöpft und diese hier pointiert dargestellt wird. Sie scheint mir jedoch systematisch für ein patriarchales Missverständnis bzw. die Negierung menschlicher Abhängigkeit als anthropologische Grundkonstitution, was ich im Folgenden näher erläutern werde.
2 Einen guten Überblick über aktuelle Projekte und Entwicklungen in Bezug auf Nutzer*innen-Involvierung in die Lehre bietet vor allem die Plattform Power Us (Power Us o.J.).
3 Vgl. dazu die Informationen und Materialien auf der Website des Neunerhaus (Neunerhaus o.J.).
4 Informationen zur Plattform finden sich auf der Website des Sozialministeriums (BMSGPK o.J.).


Literatur

Arendt, Hannah (1981): Macht und Gewalt. München. Piper.

Bachmann, Ingeborg (1981): Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. In: Dies.: Die Wahrheit ist dem Menschen zumutbar. Essays. Reden. Kleinere Schriften. München: Piper, S. 75–77.

bidok – Behinderung, Inklusion, Dokumentation (o.J.): Archiv zur Geschichte der Behindertenbewegung – SELBSTBESTIMMT LEBEN BEWEGUNG in Österreich. Einleitungstext zum Archiv. http://bidok.uibk.ac.at (02.02.2020).

BMSGPK – Bundesministerium für Soziales, Gesundheit, Pflege und Konsumentenschutz (o.J.): https://www.sozialministerium.at/Themen/Soziales/Soziale-Themen/Allgemeine-Sozialpolitik.html (02.02.2020).

Caixeta, Luzenir/Salgado, Rubia (2000): Anthropophagischer Protagonismus. https://transversal.at/transversal/0101/maiz-autonomes-integrationszentrum-von-und-fur-migrantinnen-salgado-caixeta/de?hl=protagonismus (30.01.2020).

Fineman, Martha A. (2004): The Autonomy Myth. A Theory of Dependency. London/New York.

Gradinger Claudia/Greimel, Cornelia/Harrer, Theresa/Kots, Johannes K./Ortner, Paul/Reiter, Laura/Taschner Sandra/Theimann, Anna (2018): Nichts über uns – ohne uns! Ausgewählte Beispiele von Selbstorganisation marginalisierter Gruppen in Österreich. Unveröffentlichte Bachelorarbeit. FH St. Pölten.

Grey, Mary (1999): Survive or Thrive? A Theology of Flourishing for the Next Millennium. In: Studies: An Irish Quarterly Review, Vol. 88, No. 352, S. 396–407.

Günter, Andrea (2012): Ethikkonzepte und Geschlechterkonzepte haben ein gemeinsames Schicksal. In: beziehungsweise weiter denken. Forum für Philosophie und Politik. http://www.bzw-weiterdenken.de/2012/11/ethikkonzepte-und-geschlechterkonzepte-haben-ein-gemeinsames-schicksal/ (02.02.2020).

Hinte, Wolfgang (2014): Nicht der Wunsch, der Wille ist gefragt. Radiogespräch in der Sendung “Focus“ vom 16.4.2014. https://vorarlberg.orf.at/v2/radio/stories/2644026/ (02.02.2020).

Hinte, Wolfgang (2012): Das Fachkonzept „Sozialraumorientierung“. Grundlagen und Herausforderungen für professionelles Handeln. In: SiÖ – Sozialarbeit in Österreich (Zeitschrift für Soziale Arbeit, Bildung und Politik), Sondernummer 1/12, S. 4–9.

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IFSW – Internationaler Zusammenschluss der Profession Sozialer Arbeit (2014): Global Definition of Social Works. https://www.ifsw.org/what-is-social-work/global-definition-of-social-work/ (03.01.2020).

IFSW – Internationaler Zusammenschluss der Profession Sozialer Arbeit (2010): Standards in der Praxis der Sozialarbeit unter Beachtung der Menschenrechte. Übers. von Moritz, Maria. https://www.obds.at/wp/wp-content/uploads/2018/04/standards_and_humanrights4.pdf (30.01.2020).

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Knecht, Ursula/Krüger, Carolin/Markert, Dorothee/Moser, Michaela/Mulder, Anne-Claire/Praetorius, Ina/Roth, Cornelia/Schrupp, Antje/Trenkwalder-Egger, Andrea (2012): ABC des guten Lebens. Darmstadt: Christel Göttert.

maiz (o.J.): http://www.maiz.at (02.02.2020).

Moon, Dawne (2013): Von der Interessensvertretung zur sozialen Transformation. Die LGBT-Bewegung in den Vereinigten Staaten. Veröffentlicht von der Rosa-Luxemburg-Stiftung. New York. http://www.rosalux-nyc.org/de/from-special-interest-to-social-transformation/ (01.02.2020).

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Moser, Michaela (2014): Macht und Partizipation in der Sozialen Arbeit. Vortrag beim Forschungsforum der Österreichischen Fachhochschulen. April 2014. FH Kufstein. Unveröffentlichtes Vortrags-Manuskript.

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Praetorius, Ina (Hg.) (2005): Sich in Beziehung setzen. Zur Weltsicht der Freiheit in Bezogenheit. Königstein/Taunus: Ulrike Helmer.

Radio FRO (2019): Privilegien teilen – ein Beitrag zum Workshop. Radiosendung. https://cba.fro.at/399464 (30.01.2020).

Salgado, Rubia (2019): Willst du Samba? Rede auf der Donnerstags-Demo am 4.10.2019. https://transversal.at/blog/willst-du-samba (02.02.2020).

Schenk, Martin/Moser, Michaela (2010): Es reicht für alle. Wege aus der Armut. Wien: Deuticke.

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Spitzer, Markus/Moser, Michaela (2013): Soziokratie. Ein Organisationsmodell für Commoners. In: Die Armutskonferenz (Hg.): Was allen gehört. Commons – Neue Perspektiven in der Armutsbekämpfung. Wien: ÖGB, S. 195–206.

Utschakowski, Jörg/Sielaff, Gyöngyver/Bock, Thomas/Winter Andreas (Hg.) (2016): Experten aus Erfahrung. Peer Arbeit in der Psychiatrie. Köln: Psychiatrie-Verlag.


Weiterführende Literatur

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Über die Autorin

Dr.in Michaela Moser
michaela.moser@fhstp.ac.at

Dozentin und Senior Researcher am Ilse Arlt Institut für Soziale Inklusionsforschung der FH St. Pölten und leitet dort den Forschungsschwerpunkt zu Partizipation, Diversität und Demokratieentwicklung.






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