Ausgabe 29

„Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit in Österreich“

Das nächste Schwerpunktthema der Zeitschrift soziales_kapital widmet sich dem Thema „Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit in Österreich“. Im Zuge der vielfältigen Auswirkungen der Klimakrise verschärfen sich bestehende soziale Ungleichheiten sowohl im Globalen Süden als auch in Österreich, soziale Probleme drohen zuzunehmen und die Realisierung von Menschenrechten ist bedroht (vgl. IPCC 2022; Dörfler, 2022). Die Klimakrise und die damit einhergehenden sozialen und ökologischen Herausforderungen stellen die Soziale Arbeit vor vielfältige Aufgaben. Sie ist gefordert Bezüge zum Alltag, den Problemlagen, Herausforderungen und Unterstützungsbedarfen der Adressat*innen herzustellen, zukunftsfähige Perspektiven zu sozialer und ökologischer Gerechtigkeit zu entwickeln sowie sozial-ökologische Transformationen zu fördern. Unter der Perspektive der Klimagerechtigkeit wird nicht nur die Verringerung der Pro-Kopf-Emissionen angestrebt, sondern insbesondere auch Fragen der Verteilungs- und Verfahrensgerechtigkeit, der Kampf gegen bestehende Klimaungerechtigkeiten und das Überwinden ungerechter gesellschaftlicher Strukturen unter Einbezug marginalisierter Menschen in den Blick genommen (vgl. Liedholz, 2022). Welche Möglichkeiten, Herausforderungen, Ansatzpunkte bestehen für die Soziale Arbeit in Österreich?

Im Mittelpunkt des Schwerpunkts zu Klimagerechtigkeit und Soziale Arbeit in Österreich stehen unter anderem folgende Fragen:
⁃ Welche Folgen und Auswirkungen hat die Klimakrise auf Handlungsfelder und Adressat*innen der Sozialen Arbeit?
⁃ Welche Herausforderungen bei der Begleitung und Unterstützung von Menschen gehen gegenwärtig wie zukünftig für Professionelle in verschiedenen Handlungsfeldern der Sozialen Arbeit einher?
⁃ Welche Möglichkeiten gibt es für die Soziale Arbeit, Nachhaltigkeit zu realisieren und sozial- ökologische Transformationen zu fördern?
⁃ Wie können zukunftsfähige und innovative Strategien hin zu mehr sozialer und ökologischer Gerechtigkeit entwickelt werden, welche Bündnisse und Zusammenschlüsse sind hierbei sinnvoll?
⁃ Wie und mit welchen Inhalten kann das Thema Klimagerechtigkeit stärker in die Curricula der Fachhochschulen integriert werden?
⁃ Welche Möglichkeiten der politischen Einflussnahme bestehen für eine an Klimagerechtigkeit orientierte Soziale Arbeit und über welche professionstheoretischen Bezüge lässt sich dies begründen?

Wir freuen uns über Beiträge zum Schwerpunktthema bis zum 01.03.2024. Darüber hinaus sind sozialarbeitswissenschaftliche Beiträge zu anderen Rubriken willkommen. Weitere Informationen zu Rubriken, Formalkriterien für Abstracts und zum Publikationsprozess finden sich hier: https://soziales-kapital.at/index.php/sozialeskapital/einreichung. Die Rückmeldung zu den Abstracts und Einladungen zum Verfassen von Beiträgen werden bis 01.04.2023 versendet, am 01.09.2024 ist die Abgabefrist für den verfassten Beitrag.

 

Referenzen:

Dörfler, Lisa: Soziale Arbeit als Menschenrechtsprofession im Kontext der Klimakrise. In: Pfaff, Tino; Schramkowski, Barbara; Lutz, Ronald (Hrsg.): Klimakrise, Sozialökologischer Kollaps und Klimagerechtigkeit. Spannungsfelder für Soziale Arbeit. Weinheim 2022, S. 81-90.

IPCC: Climate Change 2022. Impacts, Adaptation and Vulnerability. In: https://report.ipcc.ch/ar6/wg2/IPCC_AR6_WGII_FullReport.pdf (veröffentlicht 2022, abgerufen am 21.7.2023)

Liedholz, Yannik: Konzepte von Klimagerechtigkeit im Kontext Sozialer Arbeit. In: Pfaff, Tino; Schramkowski, Barbara; Lutz, Ronald (Hrsg.): Klimakrise, Sozialökologischer Kollaps und Klimagerechtigkeit. Spannungsfelder für Soziale Arbeit. Weinheim 2022, S. 69-80.