Jungen und Heimweh. Geschlechtersensible Bildungsarbeit zur Bewältigung emotionaler Probleme von Jungen im Berufsschulinternat.

Regina Mikula, Gerald Hubner, Astrid Koreimann (Standortredaktion Graz)

Abstract


Keywords: Heimweh, Jungen, geschlechtsspezifische Sozialisation, Emotionen, Sozialpädagogik, Berufsschulinternat

In der pädagogischen Erziehungs- und Bildungsarbeit in einem Internat, in dem nur männliche Jugendliche untergebracht sind, sind Betreuer und Betreuerinnen mit unterschiedlichsten Sozialcharakteren und Persönlichkeiten und damit auch mit einer Vielzahl von emotionalen Stimmungslagen konfrontiert. Für männliche Jungendlich ist der Lebensraum Berufsschulinternat eine Herausforderung, die sich zwischen Selbstverwirklichung und kollektiver Anpassung abspielt. Jungen reagieren in diesen sozialen Räumen völlig unterschiedlich, die einen zeigen Gefühle die ihrem sozialen Status Wertschätzung und Anerkennung verschafft während die anderen mit Verlustgefühlen und Angst reagieren. Manche Emotionen werden nach außen gezeigt andere wiederum bleiben sozusagen im Inneren verborgen. Es zeigt sich, dass viele Jungen die ins Internat kommen, von mehr oder weniger starken Heimwehgefühlen betroffen sind. Heimweh löst eine Vielzahl von emotionalen Zuständen und inneren Regungen aus und stellt neben dem Liebeskummer eine der großen Herausforderung für Jugendliche dar, die sie zu bewältigen haben. Wie sich das Phänomen Heimweh charakterisieren lässt und wie Jugendliche angemessene Unterstützung von ihren BetreuerInnen erfahren wird u.a. in diesem Artikel skizziert.

For male teenagers the habitat of vocational boarding school is a challenge that takes place between self-realization and collective adjustment, and emotional alienation. Boys respond in these social spaces completely different. Some show feelings to their social status, respect and recognition as the others react with feelings of loss and fear. Some emotions are shown to the outside in turn, others remain hidden inside. The example of a vocational boarding school has shown that many boys, who come to boarding school, are affected by more or less strong feelings of homesickness. Nostalgia triggers a variety of emotional states and inner impulses. It is a major challenge for young people, they have to overcome. How the phenomenon homesickness can be characterized and young people can be supported by their supervisors in a gender-sensitive way, will be included in this article.

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