Zur Situation von Angehörigen depressiv erkrankter Menschen und ihre Erfahrungen mit professionellen Helfern und Helferinnen

Katja Kloimstein (Standortredaktion Linz)

Abstract


Eine depressive Erkrankung bedingt einerseits starke Belastungen und verschiedenste Veränderungen im Leben der betroffenen Personen, andererseits bringt sie große Einschnitte im Leben der Angehörigen mit sich. Die Angehörigen stehen der Aufgabe gegenüber, sich der neuen Lebenssituation anzupassen. Dazu bedarf es jedoch oft Unterstützung von professionellen Helfern und Helferinnen. Das Anliegen dieser Arbeit ist es, einen Einblick in das Leben Angehöriger depressiv erkrankter Menschen zu erhalten. Das Augenmerk liegt auf den Belastungen, den Strategien zur Entlastung, sowie den Erfahrungen mit professionellen Helfern und Helferinnen. Diese drei Themen bilden die Forschungsfragen dieser Arbeit. Diese Themen wurden anhand von vier leitfadengestützten qualitativen Interviews mit Angehörigen von Menschen mit diagnostizierter, rezidivierender Depression bearbeitet. Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Erkrankung eines Familienmitgliedes gravierend auf das Leben der Angehörigen auswirkt. Es kristallisierte sich eine Vielzahl an verschiedenen Belastungen heraus, welchen als wichtigste Entlastungsressourcen die sozialen Netzwerke gegenüberstehen. Bei den Erfahrungen mit dem professionellen Hilfesystem waren die Erlebnisse individuell sehr unterschiedlich. Es konnte allerdings, trotz unerfreulicher Zusammentreffen, tendenziell eine zufriedene Haltung festgestellt werden.

Depressive disorders cause various changes and burdens in the lives of the individuals concerned. They also cause restraints in life for their families. The relatives are forced to adapt to the new situation. This often requires the support of professional helpers. The objective of this work is to gain an insight into the lives of relatives of people suffering from depression. The work focuses on their burdens, their strategies for coping, and the experiences with professional helpers. These topics will be covered using four semi-structured depth interviews, made with relatives of people suffering from diagnosed, recurring depression. The results show that the depressive disorder of family members seriously affects the lives of the relatives. A plurality of strains emerged. As the major resource of coping and stress relief the area of social networks – e.g. family and friends – stands out. The experiences with professional helpers differ, but overall a trend toward satisfaction is observed.

Volltext:

HTML PDF



System hosted at Graz University of Technology