Opiatgebrauch als Bewältigungsstrategie und das Vor- bzw. Abhandensein gewohnter Gender-Schemata

Ines Ganahl (Standortredaktion Wien)

Abstract


Ausgehend von der Überlegung, dass Substanzgebrauch u.a. als Bewältigungsstrategie zu beurteilen wäre, liegt ein Schwerpunkt dieses Artikels auf der geschlechtssensiblen Betrachtung und Analyse dieses Phänomens. Basierend auf einer 2010 fertiggestellten Diplomarbeit werden hier qualitativ erhobene Daten zu Sozialisationserfahrungen, Einstiegsszenarien in den Opiatkonsum und Konsumverläufen von achtzehn jungen Frauen und Männern präsentiert, wobei versucht wird Gemeinsamkeiten und Unterschiede im Erstkonsum von Opiaten, in den weiteren Konsummustern und in den diesen vorausgegangenen Motiven und Ursachen zu identifizieren. Ein weiteres Anliegen besteht in der kritischen Reflexion geschlechtsspezifischer Rollenzuschreibungen in der Suchtarbeit und somit das Aufspüren „typisch weiblicher“ Verhaltensmerkmale in den Bewältigungs- und Konsumstrategien der jungen Männer und umgekehrt. Ziel des vorliegenden Artikels ist es folglich, die Notwendigkeit gendersensiblen Arbeitens in der Suchthilfe hervorzuheben, denn die umfassende Erkundung und Analyse der unterschiedlichen Bedürfnisse, Problemstellungen und Ressourcen jener Personen, die Angebote der Suchtarbeit in Anspruch nehmen, erfordert eine Integration der Geschlechterperspektive in das professionelle Handeln. Gleiches gilt für die daraus resultierenden konzeptionellen Überlegungen hinsichtlich neuer Angebote und Strukturen.

Keywords:
Suchtarbeit, Gender, Bewältigungsstrategie

Schlagworte


Suchtarbeit, Gender, Bewältigungsstrategie

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