Gesundheitsförderung für ethnische Minderheiten. Eine kritische Betrachtung von Ressourcen und Bedürfnissen hinsichtlich der Gesundheit in Wien lebender SinghalesInnen.

Nicola Munk (Standortredaktion Wien)

Abstract


Das Ziel dieser Arbeit war, Ressourcen und Bedürfnisse hinsichtlich Gesundheitsförderung und Prävention von singhalesischen Minderheiten in Wien zu untersuchen. MigrantInnen sind einerseits aufgrund ihres sozioökonomischen Status benachteiligt, andererseits benutzt die untersuchte Kohorte spezifische kulturelle, religiöse und ideelle Bewältigungsstrategien. Zur Erhebung repräsentativer Daten wurde eine hypothesengenerierende Methode aus der qualitativen Sozialforschung nach Strauss und Corbin angewandt, dazu wurden fünf teilstrukturierte Interviews geführt. Durch Kodieren von gleichen Begriffen nach Mayring wurden Kategorien der am stärksten besetzten Gruppen gebildet. Unterstützend wurden Internetquellen und Fachliteratur herangezogen. Aus den erzielten Ergebnissen wurden zwei Hypothesen gebildet: Die interviewten Personen greifen auf gesundheitsfördernde Ressourcen zurück, die einerseits in der buddhistischen Lebensweise durch geistige Achtsamkeitspraxis und ethische Grundprinzipien und andererseits in einem starken Familien- und Gemeinschaftswesen gefunden werden; sie sind daher durch ihren Status als Minderheit gesundheitlich nicht benachteiligt. Ayurvedische Behandlungsmethoden zur Gesundheitsförderung und Primärprävention sind für in Wien lebende SinghalesInnen überwiegend ein Grundbedürfnis, österreichische Einrichtungen des Gesundheitswesens werden daher weniger in Anspruch genommen. Die Ergebnisse dieser Studie können stellvertretend für gesundheitspolitische Maßnahmen für die zunehmende Anzahl von MigrantInnen in Österreich dienen. Für eine quantitative Aussage über die Verteilung innerhalb der singhalesischen Minderheitsbevölkerung müssen weitere Studien durchgeführt werden.

The purpose of this thesis is to examine the resources and needs of Sinhalese minorities living in Vienna regarding their health promotion and prevention. Being migrants on the one hand it seems they are disadvantaged by their socio-economic status, but on the other hand they use specific coping strategies based on cultural, religious and philosophical capabilities. Data for this study were collected in five interviews with the defined cohort using hypothesis generating methods according to Strauss and Corbin. For qualitative social research referring to Mayring, codes were given to similar words and categories are built following the most frequently named groups. Additionally empiric sources are accessed. In conclusion two hypotheses were created – that the interviewed persons count on resources in their Buddhist way of living by their practise of mindfulness and ethics, they also have strong family tradition; it appears that there are no disadvantages caused by their minority status. Basic needs are analysed in ayurvedic treatments, which results in a rarely use of the Austrian health infrastructure. These evidence based findings may be used as an example for public health measures in Austria for an increasing number of migrants. Quantitative methods confirming the hypothesis are recommended.

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