Evidenzbasierte Praxis in der österreichischen Schulsozialarbeit. Ein erster quasiexperimenteller Beitrag.

Ulrike Sixt (Standort St. Pölten)

Abstract


Erstmals liegt für die österreichische Schulsozialarbeit eine Forschungsarbeit vor, die kausale Aussagen ermöglicht und so Schulsozialarbeit als Quelle zahlreicher positiver Effekte identifiziert. Insbesondere wird die Entlastungsfunktion der Schulsozialarbeit für Eltern und LehrerInnen deutlich. Dies schlägt sich u. a. in einer – für das Thema Bildungsungleichheiten bedeutsamen – positiveren Einstellung der Eltern zur Schule nieder und bewirkt für LehrerInnen eine verstärkte Konzentration auf Bildungsprozesse. Für SchülerInnen lassen sich positive Wirkungen der Schulsozialarbeit insbesondere für das Sozialverhalten und das Selbstkonzept darstellen. Die im Rahmen des pädagogischen Settings erhobenen Kontextinformationen zur Entstehung von Wirkungen verweisen vor allem darauf, dass Schulsozialarbeit ein gemeinsam zu verantwortendes Projekt von Sozialer Arbeit und Schule ist. Der in der Evaluationsstudie realisierte Längsschnitt zeigt zudem, dass sich Wirkungsverläufe nicht immer als linear darstellen und aus Sicht der Forschung deshalb Trend- oder Panelstudien einen konstruktiven Beitrag zur evidenzbasierten Praxis in der Schulsozialarbeit leisten könnten. Die in der Studie umgesetzte Datentriangulation verdeutlicht darüber hinaus die Vorteile eines methodisch breiten Vorgehens, welches es ermöglicht, Schulsozialarbeit aus verschiedenen Blickwinkeln zu betrachten.

Schlagworte


Schulsozialarbeit, Längsschnittstudie, Wirkungen, Sozialraumorientierung, Lebensweltorientierung, Case Management

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