Menschenrechte in der globalisierten Welt am Beispiel Kosovo und die Rolle der Sozialarbeit als Kritikerin der Gesellschaft

Lulzim Dragidella (Standort Graz)

Abstract


Noch immer sind viele Staaten weit davon entfernt, die in den Erklärungen und Konventionen festgehaltenen Grundsätze der Menschenrechte zu beachten, zu denen sie sich verpflichtet haben. Erleichtert wird dies durch unterschiedliche Gewichtung und Interpretation von Menschenrechten sowie durch das Ringen machtvoller Staaten um ihren Einfluss in einer globalisierten Welt.
Für viele Nationen galt bis 1989 eine relativ einfache Weltordnung, die jahrzehntelang durch den Ost-West-Konflikt geprägt war. Diese Weltordnung bestand in der Gegenüberstellung der beiden großen Machtblöcke USA und NATO einerseits und UdSSR und Warschauer Pakt andererseits. Die Weltordnung war zudem von einer ständigen atomaren Bedrohung sowie von der Positionierung blockfreier Staaten, die sich den beiden Machtblöcken neutral gegenüber verhielten, geprägt. Diese Situation beherrschte auch die internationale Menschenrechtspolitik. Zwar galten die Menschenrechte als das Maß aller geopolitischen Dinge, doch in den Staaten, die dem eigenen Lager nahe standen oder aus strategischen und wirtschaftlichen Gründen umworben wurden, übersah man geflissentlich Menschenrechtsverletzungen, selbst wenn sie den eigenen Prinzipien widersprachen. Angeprangert wurden sie allenfalls bei Staaten, die der Gegenseite zuzurechnen waren; bei politisch bedeutungslosen Ländern schenkte man der Menschenrechtsfrage kaum Aufmerksamkeit.

Schlagworte


Globalisierung; Menschenrechte; Kosovo; NATO; UNMIK

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