Mehrsprachigkeit und soziale Teilhabe: Analyse eines mehrsprachigen Beratungsangebots

Dagmar Strohmeier (Standort Linz)

Abstract


Mehrsprachige Beratung ist ein Beratungsangebot, das neben Deutsch auch in anderen Sprachen angeboten wird. Die vorliegende Studie untersucht am Beispiel des Beratungsangebots von migrare – Zentrum für MigrantInnen Oberösterreich, ob mehrsprachige Beratung förderlich oder hinderlich für die Bearbeitung von zwei Arten von Anliegen der KlientInnen ist und in welchem Zusammenhang die mehrsprachige Beratung mit der Förderung von gesellschaftlicher Teilhabe von Menschen mit Migrationshintergrund steht. Die empirische Analyse umfasste eine Fragebogenstudie, an der 313 KlientInnen und eine Interviewstudie, an der 13 BeraterInnen von migrare teilnahmen. Die KlientInnenstichprobe wurde aufgrund der theoretischen Überlegungen in Abhängigkeit des Beratungsanliegens in zwei Gruppen (psychosoziale vs. allgemeine Beratung) eingeteilt. Entgegen der formulierten Hypothese schätzten beide KlientInnengruppen die Verwendung der Muttersprache in der Beratung als sehr relevant ein und bearbeiteten ihre konkreten Anliegen auch überwiegend in der Muttersprache. Die BeraterInnen wiesen sehr differenzierte Meinungen zum Thema der interkulturellen Kompetenz auf. Aus der Sicht der BeraterInnen wirkt sich eine mehrsprachige Beratung durchwegs positiv auf die soziale Teilhabe der KlientInnen aus. Sieben InterviewpartnerInnen gaben an, dass sie in der muttersprachlichen Beratung keine Nachteile für KlientInnen sehen.

Multilingual counselling is characterized by a setting in which German plus several other languages are used. The present study investigates multilingual counseling offered by migrare – Zentrum für MigrantInnen Oberösterreich. The main goal of the empirical analysis was to investigate the impact of the multilingual counseling on the clients’ inclusion depending on two types of clients’ requests. A survey study including 313 clients and an interview study including 13 counselors of migrare were conducted. Based on the theoretical considerations, the clients were divided into two groups depending on their requests (psychosocial vs. general counseling). Contrary to the hypothesis, both client groups considered the use of their mother-tongue as very relevant in both types of requests and they also used their mother-tongue in both counseling settings. The counselors had very differentiated opinions regarding the topic of intercultural competence. The counselors identified a multitude of positive aspects of multilingual counseling regarding the inclusion of their clients. Seven counselors could not find any negative aspect of multilingual counseling for their clients.

Keywords: multilingual counseling, transcultural competence, intercultural competence, multilingual clients, social inclusion, evaluation research

Schlagworte


mehrsprachige Beratung; transkulturelle Kompetenz; interkulturelle Kompetenz; mehrsprachige KlientInnen; soziale Teilhabe; Evaluationsforschung

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