An der Kreuzung: Von Diversität in der Offenen Jugendarbeit hin zu machtkritischen Intersektionalitätsansätzen

Gabriele Wild (Standort Wien)

Abstract


Diversität gilt seit Anfang 2000 in Praxis-Konzepten der Wiener Jugendarbeit als fachliches Leitprinzip und wird seither hauptsächlich als Orientierung an den Potenzialen, die sich aus individueller und gesellschaftlicher Vielfalt ergeben, gesetzt. Dieser Artikel argumentiert, wie Differenz in der offenen Kinder- und Jugendarbeit thematisiert wird und stellt Kontexte zum Diversity- und Intersektionalitäts-Diskurs in der Sozialen Arbeit her.
Im ersten Teil des Artikels werden mit Bezugnahme zu Praxiskonzepten der Wiener Jugendarbeit eine dekonstruktive Benennung normativer Spannungsfelder und die Vermeidung von homogenisierenden oder essenzialisierenden Zuschreibungen für die Anerkennung von Unterschieden vorgeschlagen. Jugendarbeit als Artikulationsraum ermöglicht Strategien des undoing difference und bietet mit ihren Leitprinzipien Offenheit und Partizipation Möglichkeiten zur Bearbeitung des Performativitätsdilemmas, in dem Handlungsfähigkeit und Machtkritik, Pädagogik und Politik balanciert wird. Im zweiten Teil des Artikels wird der Versuch unternommen, mögliche Bedeutungen von Intersektionalität als fachliches Prinzip in der Jugendarbeit herauszuarbeiten, wobei analytische wie auch praktische Zugänge als Ergänzung zu einer reinen Diversitätsorientierung verstanden werden. Die systematische Reflexion intersektionaler Verschränkungen auf den Ebenen intersubjektiver Praxis, Institution und Repräsentation einerseits, die Ermöglichung einer entsprechenden Benennungspraxis und von solidarischen Bündnissen zur Vermeidung von Diskriminierungen andererseits, sind lohnende, wenn auch voraussetzungsvolle Ansprüche für eine selbst- und machtkritische Jugendarbeit.

Schlagworte


Diversität; Intersektionalität; Jugendarbeit; Performativität; Diskriminierungen; Artikulationsraum; Benennungspraxis

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