Soziale Inklusion im Kindergarten – Anregungen aus einem Pilotprojekt
Abstract
Der folgende Artikel stellt Praxiserfahrungen aus einem Pilotprojekt zur sozialen Inklusion im Kindergarten zur Diskussion. Das Projekt war als Bewusstseins- und Motivationsangebot gedacht, um Eltern, deren Kind Sprachförderbedarf aufweist, aber noch nicht den Kindergarten besucht, an diese erste Bildungsinstitution heranzuführen. Eine Annahme war, dass es insbesondere bei Migrationsfamilien soziale Barrieren für den Kindergartenbesuch geben könnte, welche gezielt abgebaut werden sollten. Im Projekt zeigte sich jedoch, dass sowohl das Fernbleiben vom Kindergarten als auch der Sprachförderbedarf mit multiplen sozialen Problemlagen und nicht primär mit Migrationserfahrungen in Zusammenhang steht. Ob Kinder und ihre Familien in der ersten Bildungsinstitution Kindergarten im Sinne der sozialen Inklusion „ankommen“, hängt vor allem von sozialer Ungleichheit und von psychosozialen Mehrfachbelastungen ab. Abschließend wird ein sozialpädagogisch-inklusives Stufenmodell des Deutscherwerbs vorgestellt, das diesen nicht als Voraussetzung für, sondern als Folge von sozialer Inklusion begreift.Schlagwörter
Soziale Inklusion, Kindergarten, Sprachförderung, Bildungsbenachteiligung, psychosoziale Problemlagen
Autor/innen-Biografie
Edith Enzenhofer
Edith Enzenhofer Studium der Psychologie an der Universität Wien, dzt. Studium der Kultur- und Sozialanthropologie an der Universität Wien. Berufliche Erfahrungen: Sozialwissenschafterin im Bereich Migrationsforschung und Evaluationsforschung, Trainerin für Menschenrechtsbildung mit Schwerpunkt auf Berufsschulen und Polytechnische Schulen, ehem. Mitglied des Leitungsteams der bilingualen Kindergruppe Quijote (Wien) Arbeits- und Publikationsschwerpunkte: Zugehörigkeiten, Mehrsprachige Forschungsdesigns und Übersetzungsprozesse in der qualitativen Sozialforschung, Migration und kritische Reflexion von Sicherheitsdiskursen
Alois Huber
Alois Huber www.aloishuber.com Psychokybernetiker, Social Engineer und Musiker Dipl. Sozialarbeiter, Dipl. Sozialmanagement, Dipl. integrativer Supervisor/Coach (ÖVS) Hypnosystemische Ausbildung bei Dr. Gunther Schmidt und "brief therapy" bei Dr. Bobrow (MRI). Lektor FH St Pölten, FH Wien, und FH Burgenland für Soziale Arbeit und Medientechnik. Selbstständig, konzessionierter Unternehmensberater und Lebens- und Sozialberater in eigener Praxis. Langjähriger Supervisor, Coach und Trainer mit den Schwerpunkten Berufliche Integration, Sozialwirtschaft, Outplacement, Medien, Öffentlichkeitsarbeit, Team- und Führungskommunikation, Prozess und Qualität. Gründer und ehem. Geschäftsführer von ASINOE (Archäologisch Sozial Initiative NÖ), Arbeitsassistenz Krems der Caritas und Leiter des freien Radios „Campus & City Radio St Pölten", in St Pölten. Mitbegründer von LATON, dem 1. österreichischen elektronischen Musiklabel (1991) und des „Institut für Kunst und Technologie" (1995). Member of Sabotage Comunications und Craft Rec (1995), Kollaboration mit Medienwerkstatt 006 (seit 2002) und Initiator beim Forschungsinstitut „Mind Mooves" (2006).
Gertraud Pantucek (Standort St. Pölten)
FH-Prof.in DSA Mag.a Dr.in Gertraud Pantucek gertraud.pantucek@fhstp.ac.at Studiengangsleiterin für den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der FH St. Pölten. Studium von Sozial- und Kulturanthropologie, Abschluss des Doktoratsstudiums im Jänner 2015. Dissertationsthema: „Migrationshorizont: Von der Wirtschaft gerufen, sozial inkludiert." Sozialanthropologin, Supervisorin, Sozialarbeiterin, akademische Referentin für Genderpolitik, Bewegungspädagogin. Jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Rahmen der Jugendwohlfahrt Wien. Supervisionspraxis in diversen Feldern der Sozialarbeit, Kindergärten und Schulen. Forschungsarbeiten zu den Themen: psychosoziale Aufarbeitung von Krisen (Hochwasserhilfe), Romni und Roma, Managing Diversity, Qualitätsfaktoren in der Sozialen Arbeit insbesondere im Bereich Jugend- und Familienarbeit und „Mentoring Mobility"/Arbeitmigration.