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Angeworben! Hiergeblieben! 50 Jahre „Gastarbeit“ in der Region St. Pölten – Reflexion eines lokalen Erinnerungsprojektes

Abstract

Im Jahr 2014 jährte sich der Abschluss des Anwerbeabkommens zwischen Österreich und der Türkei zum 50. Mal. Österreich ist in diesem letzten halben Jahrzehnt in sprachlicher, kultureller und religiöser Hinsicht wesentlich heterogener geworden. Die Arbeitsmigration nach Österreich und die dauerhafte Niederlassung brachten aber auch für die zugewanderten Menschen neue Erfahrungen mit sich. Diese vielfältigen und wechselseitig miteinander verbundenen Erfahrungen standen im Mittelpunkt eines lokalen Erinnerungsprojektes in St. Pölten. Konkret wurde die 50-jährige Geschichte der Arbeitsmigration in Form einer Ausstellung im Stadtmuseum und eines Filmprojektes bearbeitet und öffentlich sichtbar gemacht. Mit diesem Werkstattbericht werden beide Aktivitäten vorgestellt und einer kritischen Reflexion unterzogen. Film und Ausstellung wurden als Form der symbolischen Anerkennung der Lebensrealitäten von Zugewanderten in St. Pölten sehr gut an- und aufgenommen. Über die rein symbolische Repräsentation hinaus bedürfen die Spannungsfelder, welche sich mitunter aus dem Zusammenleben von länger Ansässigen und neu Zugewanderten ergeben, einer diskursiven Bearbeitung. Generell ist die grundlegende Frage zu verhandeln, wie wir Interkulturalität so in unseren Institutionen verankern können, dass sie der Heterogenität in unserer Gesellschaft tatsächlich gerecht wird?

Schlagwörter

Arbeitsmigration, Migrationsgeschichte, Lebensgeschichten, lokales Erinnerungsprojekt, soziale Inklusion, symbolische Anerkennung

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Autor/innen-Biografie

Anne Unterwurzacher

Mag.a.Dr.in Anne Unterwurzacher anne.unterwurzacher@migrationsforschung.at Seit Oktober 2012 als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Zentrum für Migrationsforschung in St. Pölten beschäftigt. Derzeitige Arbeitsschwerpunkte: Geschichte der Arbeitsmigration, biographische Methoden und Migration in ländlichen Räumen. Zahlreiche Forschungs-projekte in der soziologischen Migrationsforschung insbesondere zur Bildungsungleichheit in der Migrationsgesellschaft und zur Lebenssituation der zweiten Generation; hohe Methodenkompetenz sowohl in der quantitativen als auch in der qualitativen Forschung. Absolvierte zahlreiche Weiterbildungen etwa in pädagogischer Biographiearbeit oder den Grundlehrgang im Theater der Unterdrückten. Jahrelange Lehrtätigkeit in der universitären Lehre. Jüngste Publikation ist der gemeinsam mit Rita Garstenauer im Jahr 2015 herausgegebene Sammelband „Aufbrechen, Arbeiten, Ankommen. Mobilität und Migration im ländlichen Raum seit 1945“.

Gertraud Pantucek (Standort St. Pölten)

FH-Prof.in DSA Mag.a Dr.in Gertraud Pantucek gertraud.pantucek@fh-joanneum.at Seit Anfang August 2015 Leiterin des August-Aichhorn-Instituts für Soziale Arbeit und der Studiengänge Soziale Arbeit an der FH JOANNEUM; davor Studiengangsleiterin für den Bachelorstudiengang Soziale Arbeit an der FH St. Pölten. Studium von Sozial- und Kulturanthropologie, Abschluss des Doktoratsstudiums im Jänner 2015. Dissertationsthema: „Migrationshorizont: Von der Wirtschaft gerufen, sozial inkludiert." Sozialanthropologin, Supervisorin, Sozialarbeiterin, akademische Referentin für Genderpolitik, Bewegungspädagogin. Jahrelange Erfahrung in der Arbeit mit Kindern, Jugendlichen und Familien im Rahmen der Jugendwohlfahrt Wien. Supervisionspraxis in diversen Feldern der Sozialarbeit, Kindergärten und Schulen. Forschungsarbeiten zu den Themen: psychosoziale Aufarbeitung von Krisen (Hochwasserhilfe), Romni und Roma, Managing Diversity, Qualitätsfaktoren in der Sozialen Arbeit insbesondere im Bereich Jugend- und Familienarbeit und „Mentoring Mobility"/Arbeitsmigration.


Literaturhinweise