Methodik der österreichischen Bewährungshilfe. Beziehungsarbeit und Methodenentwicklung seit Beginn der Institutionalisierung. Eine Literaturstudie von 1917 bis 1990

Jonathan Kufner, Veronika Reidinger (Standort Wien)

Abstract


Die österreichische Bewährungshilfe befindet sich spätestens seit den 1990er-Jahren in einem markanten und seitdem kontinuierlich andauernden Veränderungsprozess. Dieser wird nicht nur in geänderten Umweltanforderungen und der Schaffung neuer Leistungsbereiche ersichtlich, sondern v. a. auch hinsichtlich einer fachlichen Neuausrichtung in dem originären Leistungsbereich der Organisation NEUSTART, der Bewährungshilfe selbst.
Der österreichische Straffälligenhilfediskurs ist insgesamt ein relativ marginaler und die Methodenentwicklung der Bewährungshilfe stellt eine Thematik dar, die sowohl von der sozial[arbeits]wissenschaftlichen als auch von der historischen Forschung bislang weitgehend unbeachtet geblieben ist. Dieser Beitrag widmet sich dieser Lücke, und es wird zunächst der Versuch unternommen, Überlegungen und etwaige Gründe zu diskutieren, warum die Etablierung der Bewährungshilfe mit dem Jahr 1917 datiert werden kann. Darauf aufbauend sollen die zentralen AkteurInnen und somit die fachlichen Ursprünge in ihren jeweiligen historischen Ausprägungen (1917-1934 und 1957-1990) umrissen und auch die zugehörigen Medien und Diskursformen benannt werden.
Ziel dieses Beitrags ist es nicht nur, eine zentrale Lücke in der Rezeptionsgeschichte der österreichischen Bewährungshilfe zu schließen, sondern damit auch eine Diskussionsgrundlage zu schaffen, um die oben angesprochenen aktuellen methodischen Akzentuierungen schärfer konturieren und auch in ein Verhältnis zu dem bisherigen Methodenrepertoire setzen zu können. Letzteres wird in einem gesonderten Beitrag zur Methodengeschichte abgehandelt werden, der in Ausage 15 (2016) des Onlinejournals soziales_kapital erscheinen wird.

Schlagworte


Bewährungshilfe; Methodik; Beziehungsarbeit; Grete Löhr; August Aichhorn

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