Methodik der österreichischen Bewährungshilfe. Beziehungsarbeit, Risikoorientierte Bewährungshilfe und Methodenentwicklung seit Beginn der Institutionalisierung - eine Literaturstudie von 1990 bis 2015.

Jonathan Kufner, Veronika Reidinger (Standort Wien)

Abstract


Als zweiter Teil einer Methodengeschichte der österreichischen Bewährungshilfe setzt vorliegender Artikel bei der Methodenentwicklung ab den 1990er Jahren an. Aufgrund geänderter Umweltanforderungen im Zuge eines neoliberalen Umbaus des Wohlfahrtsstaates (vgl. Kessl 2013) folgten methodische Auseinandersetzungen, die eine Wirkungsorientierung und Standardisierung der sozialarbeiterischen Praxis in der Bewährungshilfe fokussieren, um damit den erwachsenen Legitimationserfordernissen des eigenen professionellen Handelns entgegenzusteuern. Der Beitrag zeichnet diese Entwicklungslinien nach, angefangen von der Notwendigkeit der Darstellung einer wirksamen Beziehungsarbeit hin zu einer Entwicklung und Implementierung risikoorientierter Interventionsprogramme. Neben dem Trend in Richtung einer risikoorientierten Bewährungshilfe, der vor allem im deutschsprachigen Raum von zwei Fürsprechern (Wolfgang Klug, Klaus Mayer) monopolisiert wird, werden auch auf organisationaler Ebene Einschnitte im Methodendiskurs der österreichischen Bewährungshilfe aufgezeigt sowie deren Versuche, methodische Leerstellen mit neuen Akzentuierungen zu füllen. Zuletzt werden die Entwicklungslinien mit Fokus auf Wirkungsorientierung aus professionstheoretischer und -politischer Perspektive für die Soziale Arbeit insgesamt diskutiert. Ziel dieses Beitrages ist es als Diskussionsgrundlage methodische Akzentuierungen in historischen Verläufen zu kontextualisieren und somit einen Beitrag zur Methodendebatte zu liefern, der unserer Meinung nach noch aussteht.

Schlagworte


Bewährungshilfe; Methoden der Sozialen Arbeit; Wirkungsorientierung; Risikoorientierung; Standardisierung

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