Professionalisierung und Generationenkonflikte im Kontext feministischer Mädchen_arbeit und neoliberaler Sozialpolitik
Abstract
Ausgangspunkt des angestrebten Artikels ist der oft thematisierte und pauschalisierte Konflikt um und über feministische Zugänge und Generationenverhältnisse in der Mädchen_arbeit. Ziel des Beitrages ist es, auf Basis der Analyse von Geschlecht und Generation im Kontext feministischer Mädchen_arbeit – als exemplarische Protestpraxis – strukturelle Bedingungsfelder intergenerativer Verständigung und Bezugnahmen zu diskutieren. Dabei handelt es sich um den Versuch einer theoretischen Auseinandersetzung und Beschreibung struktureller und gesellschaftlicher Bedingungen. Es soll aufgezeigt werden, wie gesellschaftliche Veränderungsprozesse im Zuge der Professionalisierung von Protestpraxen und sozialpolitischen Individualisierungsmechanismen Geschlechterverhältnisse und Generationenkonflikte beeinflussen. Dabei werden nicht die Abgrenzungen zwischen alt und jung im Zentrum stehen, sondern die Bedingungen, unter denen sich Themen und Generationenverhältnisse konstituieren. Demgemäß nimmt der Artikel eine strukturelle Perspektive ein und diskutiert vor diesem Hintergrund die Annahme, dass Konflikte um Wissens- und Politikverständnisse im Kontext intergenerativer Begegnungen und Verständigungen als Folge verschärfter neoliberaler Bedingungen und von Professionalisierungseffekten verstehen sind. Schlagworte: Soziale Arbeit & Sozialpädagogik, Professionalisierung, Generationendialog, feministische Mädchen_arbeit, Sozialpolitik - The article focuses on the generalized intergenerational conflict in the context of feminist youth work with girls and neoliberal social policies. The aim of the article is to discuss the structural conditions of intergenerational communication in the context of feminist girls' work – as an exemplary protest practice. This theoretical discussion and description of structural and social conditions concentrate on the question of how social change and professionalization of feminist youth work with girl’s influences intergenerational conflicts and individualization of gender issues. The focus will not be on the demarcations between the old and the young, but on the conditions in which themes and intergenerational relationships are constituted. Therefore, we reflect on intergenerational conflicts caught between the professionalization of feminist youth work with girls and the mechanisms of neoliberal social policies. Keywords: social work, social pedagogy, generational dialogue, professionalization of feminist youth work with girls, social policiesSchlagwörter
Soziale Arbeit & Sozialpädagogik, Professionalisierung, Generationendialog, feministische Mädchen_arbeit, Sozialpolitik
Autor/innen-Biografie
Sabine Klinger
Sabine Klinger, Mag.a, Dr. in, MA., sabine.klinger@uni-graz.at lehrt und forscht an der Karl-Franzens-Universität Graz zu den Themen geschlechterreflektierende Sozialpädagogik, Migration, Digitalisierung, qualitative Sozialforschung. Vorstandsmitglied bei MAFALDA, einem Verein zur Förderung und Unterstützung von Mädchen und jungen Frauen in Graz. Kontaktadresse: Institut für Erziehungs- und Bildungswissenschaft, Merangasse 70/II, 8010 Graz.
Linda Kagerbauer (Standort Graz)
Linda Kagerbauer info@linda-kagerbauer.de Dipl. Sozialpädagogin, Feministin, politische Bildnerin, Aktivistin, Referentin und Autorin, Vorstandsfrau der LAG Mädchenpolitik in Hessen e.V., Promotionsstudentin im Bereich der feministischen Mädchen_arbeit/Mädchen_politik, Mitbegründerin des ju*_fem_netzes, aktiv im fetten_widerstand, hauptberuflich im Frauenreferat der Stadt Frankfurt als Referentin für Mädchenpolitik und Kultur tätig.